•' '. .**;/

•>-(«^-

v.-;«:»^:-..;

';:.J-;.*,.Vr>^..;..;,

:-^tfv^>:-

COLLECTION

OF

William Schau s

©

PRESENTED TOTHE

National Museum

MCMV

Dem Hefte liegt eine Anzeige von Gust. Fischer's Verlags- Buchhandiung in Jena bei.

Berliner

Entoniologische Zeitschrift

(1875— lö80: Deutst-Iie Eiitomolofrische Zeitschrift).

Herausgegeben

von dem

Entomologischen Verein zu Berlin

Einundvierzigster Band (1896).

Erstes Heft Sitzimgsberichte (1—15) und Seite 1 78.

Ausgegeben Ende Mai 1896.

Mit 3 Tafeln und 3 Textfiguren.

Preis für Nicbtmitglied er 8 Mk.

Berlin 1896

In Commission bei R. Friedländer & Sohn, Carlstrasse 11.

Alle die Zeitschrift betreffenden Briefe und Manuscripte sind an den Ztg. Vorsitzenden, Prof. Dr. W. Dönitz, Steglitz, Lindenstr. 27, zu richten.

Den Vereinsmitgliedern stehen zu Anzeigen über Kauf und Tausch 5 Zeilen gratis zur Verfvigung, soweit es der Raum gestattet.

Anzeigen für den Ums^chlag nimmt entgegen und betreffs der In- sertionsGebüliren ertheüt Auskunft der Redacteur

Prof. Dönitz, Steglitz, Lindenst. 27.

Inhalt des ersten Heftes des einundvierzigsten Bandes (1896) der Berliner Entomologischen Zeitschrift.

Seite

Sitzungsberichte (1)— (15)

Mitglieder-Liste (I)— (XII)

Vereins-Nachrichten I.

Hetschlvo, Afred, Zur Biologie von Claviger testaceus

Preyssl 45-50

Kieffer, J. J., Neuer Beitrag zur Keuntniss der Epidosis-

Gruppe. Mit 3 Tafeln und 3 Holzschnitten .... 1-44

Ruzsky, M., Verzeichniss der Ameisen des östlichen Russ- lands und des Uralgebirges 67—74

Schaufuss, Caniillo, Preussens Bernsteinkäfer II . . . 51 54

Schmidt, Joh., Aufzählung der von Herrn Prof. F. Sahl-

berg in Brasilien gesammelten Histeriden 55 66

Literatur 75—78

Vorstand des Berliner Entomologischen Vereins für 1895.

Vorsitzender Herr Prof. Dr. W. Dönitz,

Steglitz, Lindenstr. 27.

Stellvertreter desselben . . . Kammergerichtsrath F. Ziegler,

Berlin S.W., Yorkstr. 77. Schriftführer Eisenb. -Betr.- Sekretair H. Stichel,

Berlin W. 57, Grunewaldstr. 118. Rechnungsführer Kunst- Anst. -Bes. Heinr. Riffarth,

Berlin W. 35, Steglitzerstr. 45 46.

Bibliothekar Dönitz.

, H. Stüler, Baumeister, Berlin Wo5, Beisitzer Derfflingerstr. 26.

I„ M. Holtz, Kaufmann, Berlin S 59, Boeckhstr. 2 a.

Sitzungen: Donnerstags Abends um 8^2 Uhr, Kleine Kirchgasse 2/3 (U. d. Linden), Linden-Hotel.

Auszug aus den Statuten. Der Zweck des Berliner Entomologischen Vereins ist, durch die Herausgabe einer periodischen Zeitschrift, eine (auch den auswärtigen Mitgliedern) zur Verfügung stehende Bibliothek der entomologischen Fachliteratur, und durch regelmässige Zusammenkünfte das Studium der Entomologie zu fördern.

Die Aufnahme neuer Mitglieder erfolgt in den Monatssitzungen durch Vereinsbeschluss. Neu aufzunehmende Berliner Mitglieder müssen zuvor mindestens 2 Mal als Gäste den Versammlungen beigewohnt haben.

Für das Diplom sind 3 Mark zu entrichten. Die Zusendung des- selben erfolgt portofrei.

Der jährlich pränumerando zu zahlende Beitrag beträgt 10 Mark, wofür den Mitgliedern und Abonnenten die Vereins-Zeitschrift frei zu- gesandt wird. Erfolgt die Zahlung des Jahresbeitrages nicht bald nach der Herausgabe des ersten Heftes, so wird derselbe, zuzüglich der Porto- kosten, und ohne vorherige Anzeige, für die Folge durch Post- Auftrag eingezogen werden.

Berliner

Entomologische Zeitschrift

(1875—1880: Deutsche Eiitomolog-isclie Zeitschrift).

I

Herausgegeben

von dem

Entomolog'ischen Verein zu Berlin

Einundvierzigster Band (1896).

Erstes bis viertes Heft.

Erstes Heft ausgegeben Ende Mai 1896, zweites und drittes Heft ausgegeben

Mitte Dezember 1896, viertes Heft ausgegeben Ende Mai 1897.

Mit 8 einfachen und 1 Doppel-Tafel und 3 Textfiyuren.

''"icic\5l^

Berlin 189(5 In Commission bei R. Friedländer & Sohn,

Carlstrasse 11.

Inhalt des ersten bis vierten Heftes des einundvierzigsten Bandes (1896) der Berliner Entomologischen Zeitschrift.

Seite

Vereins-Naclirichten I III.

Sitzungsberichte für das Jahr 1895 (1) (28)

Mitglieder-Liste (I)-(XII)

Becker Th., Dipterologische Studien IV. Mit Taf. IV— YII. 91—276 Brenske, E., üeber die Verbreitung des Cyphonotus testaceus (Co]eoi)t.-Melolontli.) und seine Hinter- schienen ol5 ol7

Zwei neue Melolonthiden aus Beludschistan . . . 318 322

Neue Coleopteren-Gattungen und -Arten aus Mada-

gaskar, Afrika und Asien, zur Familie der Melo- lonthiden gehörend 339 363

Die S.vnonyniie zweier Lepidiota-Arten .... 363 364 J'ruhstorfer, H., Liste javanischer Lepidopteren, ge- sammelt in den Jahren 1890—1893 299—310

Neue Rhopaloceren aus dem malayischen Archipel 311 314

Neue und wenig bekannte Lepidopteren aus dem

malayischen Archipel. Mit 1 Doppeltafel . . . 377 399

Der Hintermann in der Entomologie 399 400

Hetschko, Alfred, Zur Biologie von Claviger testaceus

Preyssl 45-50

Kieffer, J. J., Neuer Beitrag zur Kenntniss der Epidosis-

Gruppe. Mit Tafel I— III und 3 Holzschnitten . . 1-44

Erwiderung auf den dritten Angriff des Herrn

Rübsaamen 401 407

Osten Sacken, C. R., Bibliographische und theil- weise i)sychologische Untersucluing über die zwei Ausgaben der Erstlingsarbeit von H. Loew: Ueber

die Posener Dipteren 279 284

Notice on the terms tegula, antitegula, squama and

alula, as used in Dipterology 285 288

Prof. Mik's genus Paracrocera (Cyrtidae) .... 323—327

On the terms Calypteratae and Acalypteratae, Ca-

lypta and Calyptra, as they have been used in

Dipterology 328—338

Seite

Osten Sacken, C. R., Preliniinary notice of a subdivision of tlie Siiborder Orthorrhapha Brachycera (Dipt.)

on chaetotactic principles 365—373

The genus Phyllolabis 0. S. (Dipt., Tipul.); a re- niarkable case of disconnected areas in geogra- phica! distribution 374 376

Ruzsky, M., Verzeichniss der Ameisen des östlichen Russ- lands und des Uralgebirges 67 74

Schaufuss, Camillo, Preussens Bernsteinkäfer II . . . 51 54 Schmidt, Joh., Aufzählung der von Herrn Prof. F. Sahl-

berg in Brasilien gesammelten Histeriden .... 55—66 Schultz, Oskar, Verzeichnis der palaearctischen Macro- lepidopteren-Species, bei welchen bisher die Er- scheinung des Gynandromorphismus beobachtet

worden ist 4U9 412

Suffert, E., Papilio adamantius Feld 289—291

Thieme, 0., Eine neue Ixias aus Nias 408

Vorbringer, Gustav, Ein für Deutschland neuer Lixus. 277 278

W eym er, Gust., Einige afrikan. Heteroceren. Mit Taf. VIII. 79 90

Literatur 75—78 292—298 413—414

Vereins- Angelegenheiten 1896. I

Seit Abschliiss des Jalirganges 1895 dieser Zeitschrift trnten dem Vereine bei

als auswärtige Mitglieder: Herr Alfr. Kühles, Seconde-Lieutenant, Zonl. Münoheii, Blumoiistr. 4. Dr. P. Sack. Offenbach, Bettinastr. 19. W. Grüner. Spremberg.

und auf Beantragung des AViedereintrittes: Herr Udo Lehmann. Neudanim. Wichgraff, Bildnissmaler. Wiesbaden.

Ihren Austritt erklärten:

Herr Baudi di Selve. Turin.

V. Bossanyi. Ungarn.

A. Polanski, Oberst a. D. Brunn.

Reehten, Architekt. Pankow bei Berlin.

T hur au, Litograpli. Berlin.

Verhoeff. Bonn.

Wiedmer, Kaufmann. Berlin.

In der Generalversammlung am 5. März 189G wurde statuten- gemäss die Neuwahl des Vorstandes vorgenommen. Gewählt wurden:

Herr Dr. W. Dönitz, Professor .... Vorsitzender.

F. Ziegler, Kammergericlitsrath . . Stellvertreter desselben.

H. Stichel, k. Eisenb.-Betr.-Secr. . Schriftführer.

H. Riffarth, Kunst-Anst.-Besitzer . Rechnungsführer.

Dönitz Redacteur u. Bibliothekar.

S tu 1er, Baumeister!

M. Hol tz, Kaufmann) Beisitzer.

Zu Mitgliedern der Redactions-Commission wurden gewählt: Herr Thieme, Professor. Thiele, Xylograph.

Die Commission zur Ernennung von Ehrenmitgliedern besteht aus den Herren Ziegler, Thieme, Thiele, Hache und dem Vor- sitzenden.

Vor P^intritt in die Wahlen hatte Herr Thiele gebeten, von seiner Wiederwahl als Beisitzer Abstand zu nehmen, weil er im laufenden Geschäftsjahre dem Verein nicht die nöthige Zeit würde widmen können.

Das Stiftungsfest des Vereins wurde am 20. Februar in her- gebrachter Weise gefeiert.

Berlin d. 2Ü. Mai 18%. Prof. W. Döiiitz,

Vorsitzender.

Vereins- Angelegenheiten 1896. IL

Seit der Herausgabe des ersten Heftes des laufenden Jahrganges dieser Zeitschrift trat dem Vereine bei

als auswärtiges Mitglied: Herr W. Niepelt, Zirlau in Schlesien.

Seinen Austritt erklärte.- Herr A. Srnka, k. k. Landeskassirer, Prag. A. Loose, Magdeburg.

Ihre Wohnung veränderten: Herr Fruhstorfer, N.W. Berlin, Thurmstr. 37. Huwe, Charlottenburg, Stuttgarterplatz 22. Junack, Otto, Oberlehrer, N. Berlin, Ramlerstr. 36. , Suffert, E., Steglitz, Breitestr. 3.

Im Verzeichniss gestrichen wurde: Herr Willenberg, Max, N.W. Berlin, Waldstr. 7.

D u r c h den Tod v e i* 1 o r der Verein: sein Ehrenmitglied, Herrn Dr. J. Gundlach in Habana.

Vereins- Angelegenheiten 1896 III.

General versa mm hing am 2rj. Februar 189 7. Wahl des Vorstandes:

Vorsitzender Herr Prof. Dr. Dönitz,

Steglitz.

Stellvertreter Gcli. Jiistizratli Ziegler,

Berlin, Elsliolzstr. 18.

Schriftführer II. Stichel,

Berlin, Grunewaldstr. 118.

Rechnungsführer H. Riffarth,

Berlin, Steglitzerstr. 4;')-4G.

Redacteur Prof. Dr. Dönitz.

1 Beisitzer Baumeistor 11. Stüler,

Berlin, Derfflliugerstr. 21,

2. E. Günther,

Berlin. Ad(dfstr. 26.

Mit}?lieder-Veräii(lerung;eii.

Eingetreten:

a) als Mitglied: 1897. Herr J. Hamal-Nandrin, Liege, Rue Mean 1. 1897. Hermann, Prof. Dr., P^rlangen. 1897. Schröder, Chr., Dr., Kiel, Knooperweg 61.

b) als Abonnentin der Zeitschrift: 1897. Königl. Ungarische entomol. Versuchs-Station, Nador-ntza 28, Budapest.

Ausgetreten:

1896. Herr von Grabozewski, E., Ingenieur, Berlin, jetzt Lana a. E.

1897. Hin neber g, C, Dr. med., Potsdam. 1897. von Horvath, Gcyza, Dr. med., Budapest. 1896. Loose, A., Disponent, Magdeburg.

1897. Herr Ney, jun. F., Fabrikant, Aachen.

1897. Robausch, A., Güterkassier, Bregenz.

1897. von Schönberg, W., Landgerich tsrath a. I)., Naumburg.

Wohuiiiigs-A^eränderungen und Berichtigungen.

Herr Brzozowski, E., Rechnungsrath, Lübbenau. Jacbnikowski, S., Geh. Kanzleisekretär, Berlin W. 57, Stein- metzstrasse 29, L Runge, H., Apotheker, Berlin 0. 34, Frankfurter Allee 75. Ziegler, F., Geheimer Justizrath, Berlin W. 30, Elsholzstr. 18. Suffert, E., Friedenau, Sponholzstr. Entomol. Verein Fauna, Leipzig (Alex Reichert, Burgstr. 24).

Sitzungsberichte des Entomologischen Vereins in Berlin für das Jahr 1895.

Redigirt von Prof. Dr. W. Dönitz.

Sitzung vom 3. Januar.

Herr Düberg zeigt Aberrationen mehrerer S7nerinthus- Arten vor, nämlich 1. eine solche von Smer. Tiliae c/, bei welcher die V^order- flügel nur je einen dunklen Fleck und zwar denjenigen am Vorderrande der Vorderflügel besitzen, während der sonst am Hinterrande vorhandene Fleck fast ganz fehlt, d. h. bis auf ein Pünktchen reducirt ist. Die Hinferflügel sind nur rings am Rande braun gefärbt, während der mitt- lere Theil derselben farblos und durchscheinend ist; 2. eine Aberration von Smer. querctis Q, bei welcher die Mittelbinde der Vorderflügel nach dem Hinterrande zu ganz spitz zusammenläuft. Ferner ein auf- fallend dunkles Exemplar von Pterogon Proserpina (oenotlierae).

Ausserdem zeigt der Genannte die aus Schottland stammende Va- rietät Borealis von Spilosotna fiiliginosa vor, ferner eine aus Nord- deutschland stammende Aberration der jt'uliffinosa, bei welcher der sonst roth gefärbte Theil der Hinterflügel gelb gefärbt ist.

Schliesslich zeigt Herr Düberg noch ein Paar des in Castilien und Andalusien vorkommenden Bombyx VCindalicia vor, dessen Q. flügellos ist, während der Mann etwa von der Grösse des Bonibyx ri- micola, aber mit durchscheinenden Flügeln von schwach graubrauner Färbung versehen ist. Die Raupe der B. vandalicia ist schon lange bekannt und von Milli^re abgebildet und beschrieben ; Herr Düberg legt den betreffenden Band des Werkes von Milliere vor und macht darauf aufmerksam, dass Bomhyx vandalicia insofern an Bomhyx arhuscidae erinnert, als beide lange Zeit als Raupen bekannt waren, ehe das vollkommene Insect bekannt wurde, bezw. ehe es gelang, den Falter aus der Raupe zu ziehen, obgleich die Raupen der Arhuscidae in den Alpen und die Raupen der Vandalicia in Spanien durchaus nicht selten sind.

(2) Sitzunffsherichte des Berliner Entomologischen Vereins

Sitzung vom 10. Januar.

Herr Fruli st orfer boriclilet aus dem Journal of Bombay Nat. Hist. Soc. 1894 über die Lebensweise einer indischen Lycaenide, Spalc/is pius Wvstw. Herr Aitken sah ein Q verdächtig um einen Husch fliegen, untersuchte diesen nach Eiern und fand dabei eine Lj'caeniden- puppe, konnte aber anfangs keine Raupe entdecken Endlich bemerkte er. dass einige Blattläuse, welche in Unzahl den Strauch belebten, enorm gross erschienen und bürstete die weisse, wollige Anschwitzung hinweg, fand dann, dass die Thiere Lycaenidenlarven ähnlich waren, grünlich braun aussahen und einige Haare auf dem Rücken trugen, sowie eine Franze von Borsten an den Seiten und vorn, wo das zweite Segment den Kopf verdeckt. Mit dieser Frnnze „schaufelten" die Räupchen et- was von dem weissen Staub auf den Rücken, um ihre Nacktheit zu verdecken Unter einer Lupe sah Aitken, wie die Raupen die Blatt- läuse verschlangen. Ebenso interessant wie die Lebensweise der Raupe ist auch das Aussehen der Puppen, Diese haben Aehnlichkeit mit einem AfFenkopf, der vollständig nachgebildet ist und an welchem nur die Ohren fehlen: der hintere Theil der Puppe bildet die Stirn. Besonders sprechend sind auch die Augen, die Nase und die Falten um den Mund copirt. Aitken begleitet seine interessante Darstellung mit ver- schiedenen vortrefflich ausgeführten Abbildungen.

Herr Dönitz bemerkt hierzu, dass Lycaenidenraupen schon öfter Gelegenheit zu interessanten biologischen Beobachtungen gegeben haben. So hat man die Raupen von Corydon, Argus und Dämon häufig von Ameisen umgeben gefunden, die ihnen kein Leid zufügten. Plötzfand die Raupen von Argus zahlreich auf Haidekraut in der Nähe von Ameisenhaufen, und fast alle waren von Ameisen besetzt, welche ihnen gar nicht unbequem zu sein schienen. Keine war von einem Schmarotzer gestochen (Stett. Ent. Zeitschr. 1865: Eine neue Cavallerie). Von Dä- mon giebt Petz cid in Scriba's Beiträgen an, dass die Raupe auf zwei Rückenwärzchen, die sie während des Fressens unaufhörlich hervor- treibt und einzieht, einen Saft absondert, den die Ameisen vermuthlich auflecken.

Dass die indische Lycaenidenraupc sich von Schildläusen nährt, steht nicht vereinzelt da. Dasselbe hat schon Peragallo in der Französ. Entomol. Gesellschaft 1886 von einer Eule, Erastria scitula Hb. berichtet, welche im südlichen Europa vorkommt. Die Eule legt ihre Eier mitten unter die Cocciden -Weibchen aus den Gattungen Ceroplastes und Lecanium, welche an Yucca, Feigenbäumen, Oleander u. A. leben und voller lachsfarbener Eier stecken. Die bald aus- schlüpfende kleine Raupe dringt in eine Schildlausschale ein, leert den Inhalt, wirft die Schale auf den Rücken und greift eine zweite an,

für das Jahr 1895. (3)

die auch auf den Rücken geworfen wird, nacliilcm sie leer gefressen ist. So bildet sich die Raupe einen Schild von wenigstens vier Schalen, die ihr wenigstens lOÜÜ 1200 Eier geliefert haben, bis sie zum Ver- puppen reif ist.

Herr Bartels zeigt den seltenen Carabus Menetriesi, der bis vor kurzem nur aus Russland bekannt war, aber seit einigen Jahren in einzelnen Stücken in Ostpreussen an der Grenze gefunden wird. Das vorliegende Stück hat der jüngere Bruder des Vereinsmitgliedes, Herrn Assessor Bercio, in der Gegend von Orteisburg erbeutet. Das Thier ähnelt ungemein dem Carabus granulatus. Die recht subtilen Unterschiede bestehen darin, dass das Halsschild andere Gestalt und andere Sculptur hat und dass die bei letzterem zwischen der Naht und dem ersten Kettenstreifen stehende Rippe jenem fehlt. Das ganze Thier ist überdies gewölbter.

Herr Düberg legt Raupe und Gespinnst von Bombyx vanda- licia vor.

Sitzung vom 24. Januar. Herr Streckfuss zeigt einige Schmetterlinge mit mangelhafter Schuppenbildung, sämtlich gezogen und in dem Zustande erhalten, den sie beim Verlassen der Puppe zeigten, und zwar:

Drei Stück theils schuppenlose, theils dünnbeschuppte Catocala lupina, eine dünn beschuppte Pygaera pigra und eine fast schuppen- lose Lophopteryx carmelita.

Der Vortragende knüpft hieran die Betrachtung, dass solche Er- scheinungen meist von anderen Veränderungen, seien es Verkrüppelungen oder auch nur Abweichungen in der Farbe, begleitet sind und wirft die Frage auf, ob nicht ein Zusammenhang dieser Erscheinung mit einer gewissen Verkrüppelung die Regel sei.

Aus der sich hier anschliessenden Debatte ergiebt sich, dass ein solches Zusammentreffen zwar öfter beobachtet wurde, aber nicht als die Regel anzusehen sei. Besonders Herr Thiele hat einschlägige Be- obachtungen bei seinen umfangreichen Zuchten mit Zatima gemacht. Die letzten Generationen waren sehr wenig beschuppt und gingen schliess- lich ganz ein. Hier war der Grund zu der fraglichen Erscheinung un- zweifelhaft Degeneration durch Inzucht.

Herr Staudi nger, als Gast anwesend, berichtet, dasser früher in Ber. lin sehr dünn hesc\\w\\\)\eBombyx quercus gezogen habe, die sonst völlig normal gebildet waren. Ferner führt er gegen Herrn Streckfuss seine Be- obachtungen in Island an, wo er die allermeisten Aberrationen in Farbe und Zeichnung gefunden habe. Von den beiden dort häufigen Arten Hadena exiäis*) und Cidaria truncata, wären fast nicht zwei über-

*) Der Name muss exsul geschrieben werden, denn dieses Wort, welches verbannt bedeutet, behält im weiblichen Geschlecht dieselbe Form bei. Wahr-

(4) SitzungshericJite des Berliner Entomologischen Vereins

einstimmende Stücke zu erlangen gewesen, jedoch trotz grösster Ab- weichung von der typischen Form ohne Krüppeibildung. Er sehreibe diese Aberrationsfähigiieit dem ungemein weehselvollen Klima des Nor- dens um! speciell dieser Insel zu, wohingegen es bekannt sei, dass bei einem gleichmässigen Klima, z. B. in den Tropen, Aberrationen zu den Seltenheiten gehören.

Herr Fruhstorfer legt einen Kasten mit Pieriden aus Java vor, dessen Inhalt die zuletzt ausgesprochene Ansicht des Herrn Stau- dinger widerlegt. Es sind namentlich von Tachyris Nero schöne Aberrationen vorhanden, sowohl mit Neigung zum Albinismus als auch zum Melanismus in beiden Geschlechtern. Unter den übrigen Arten befindet sich T)elias Crithoe Rsd. und die nahe verwandte, kürzlich be- schriebene Delias Bromo Frühst.

Herr Thiele zeigt eine seltene Lycaenide von Sumatra, deren Aus- sehen das einer Hesperide ist, die aber auch einer Hrassolide ähnelt. Er vennuthet in dem Stück Liphyra hrassolis Westw., ob- gleich die Abbildung Staud inger's nicht genau damit übereinstimmt und die von Felder von den Molukken beschriebene Varietät rohusta ebenfalls davon verschieden ist.

Herr Staudinger bestätigt diese Vermuthung und bemerkt, dass das Thier sehr variirt, bereits von Distant undWestwood abgebildet ist, einen weiten Verbreitungskreis besitzt, aber immer äusserst selten ist.

Herr WadzGck zeigt eine Selenia tetralunaria, welche auf der einen Seite scharf bis zur Mitte des Leibes ausgeprägten Albinismus aufweist.

Sitzung vom 31. Januar.

Herr Fruhstorfer macht ergänzende Mittheilungen über L.iphyra hrassolis Westw. Danach stimmt das von Herrn Thiele in der letzten Sitzung vorgelegte Stück fast vollständig mit demjenigen überein, wei- ches Distant in Rhopalocera malai/ana Tf. XXII, Fig. 18 abbildet Das cf dieser Art bildet auch Staudinger in seinem Exoten werk Tf. 94 ab, bezeichnet es aber irrthünilich als Q . Heschrieben wurde das cf zuerst von de Niceville nach Stücken der Möller'schen Sammlung Die Art ist sehr veränderlich, wie z K. das von Marshall und de Niceville in Butterflies of India Vol III, Tf. XXIX, Fg ^43 abgebildete Q beweist, dem der schwarze Aussensaum auf den Hinter- flügeln fehlt, und welches durcligehends kleinere schwarze Flecke zeigt als das Tli iele'sclie Stück und jenes aus Malacca. Auch von den

scheinlich hat Lefeb vre im Wörterbuch gefunden: exsul, lis. c = verbannt; c steht abgekürzt für commune was bedeutet, dass das Wort exsul im männlichen und ■weiblichen Geschlecht dieselbe Form hat, und lis ist die Endung des Genitivs. tiebrigens ist Duponchel an dem bösen grammatischen Fehler mitschuldig, weil er zu Lefebvre's Veröffentlichung die Beschreibung geliefert hat und den Fehler stehen liess. (D. Red.j

für das Jahr 1895. (5)

Moliikken ist eine Form bt'i<nnnt, die Felder als robiista beschreibt und in der Reise der Novara, Tf. XXVII, Fg. 10 und U ubbildel. Holxista hat doiitlicheii, braunen Apicalsauni auf der Vorderflügel- IJnterscile, und grossen; schwarze Flecke auf allen Flügeln, und ausser- dem einen grauen, schwarz und weiss geränderten Fleck am Innenrand der Hinterflügel.

Herr Düberg zeigt einige seltene pjilacarktisehc Schmetterlinge, und zwar Artaa;a mihflava vom Amur, und die äluiliche Artaxa Siisanna aus I'alaestina; ferner Porthesla kargaUca vom Amur und Cnethocampa jordana aus dem Jordanthal; letztere aufl'äilig durch die V^erschiedenheit beider Geschlechter.

Herr Frühster fer legt eine JEpinephele Janira aus P'inkeukrng vor, deren Vorderflügel fast weiss sind, wäluend die Hinterflügel nor- male Färbung zeigen.

Herr Runge zeigt einen von ihm gezogenen Papilio Machaon, der lebhaft an Hospiton erinnert. Das blaue Band der Hinterflügel ist sehr hell in der Farbe und nach der Mittelzelle hin breit schwarz eingefasst. Alle schwarzen Zeichnungen sind stärker und ausgedehnter, der rothe Fleck am Innenrande der Hinterflügel sehr klein, die Schwänze sehr kurz, (Siehe die folgenden Sitzungen vom 14. Febr. u. 7. März.)

Herr E. Suffert legt einen Insectenkasten mit verstellbaren Leisten vor, bei welchem die vielen mit dem Befestigen derselben durch Stifte verbundenen Unzuträglichkeilen fortfallen; diese neue Construction wird von den Tischlermeistern Boernecke & Grossmann, Berlin, Kottbuser Damm 100, in den Handel gebracht.

Ferner zeigt derselbe Schmetterlinge mit ungleicher Zeichnung der beiden Hälften und zwar 8 Morpho Amathonte cf aus Columbien, davon 2 Stück: Vorderfl. rechts 4, links 3 Augenflecke, Aug. zwischen UR/M3 fehlt. Hinterfl. Aug. OR LTR rechts bedeutend grösser. 1 Vorderfl. normal.

Hinterfl. dasselbe wie vorige. 1 Hinterfl. sämtliche Aug. rechts bedeutend grösser, besonders

Aug. OR/UR. 1 Hinterfl. rechts 6, links 5 Aug. Aug. CSC fehlt,

1 7, 6 UR/OR

1 links 7, rechts 6 OR M3

1 rechts 4 normale Augenfl., links 3 normale Aug. und

zw. Ml M2 ein nach dem Rande ausgezogener 13 mm. langer uud 5 mm. breiter Augenfl. nach Art der Galli- coren. 1 Junonia Clella, linke Hfl. 2, rechte 1 Aug. Der obere fehlt.

(6) Sitzungsberichte des Berliner Entomologischen Vereins

1 Sphinx Carolina, Hfl. rechts 4 deutliche Hindi-n, links nur 2 (die 2 mittleren fehlen)- Im linken Vfl. die Striche und Binden blasser und verwischter als rechts. 1 Antheraea Pernyi. Der Augenfleck im linken Vfl. fehlt gänzlich.

Die 8 Morpho Amathonte waren die einzigen verschietien ge- zeichneten Stücke aus einer Sammlung von mehr als 1000 Stück aus Columbien. Junonia Clelia befand sich unter einer Sendung von ca. 20 Stück aus Tonga, Ost-Africa. Sphinx Carolina ist das einzige abnorme Exemplar aus unzähligen von Herrn Suffert auf der Insel Cuba erbeuteten oder gezogenen Stücken. Anth. Pernyi wurde in Berlin käuflich erworben.

Sämtliche Stücke sind vom Besitzer durch Nachspannen auf ihre Echtheit geprüft worden.

Herr Thieme zeigt eine Anzahl Satyriden d^r GaWung Pedali- odes von der Hoch-Cordillere und knüpft hieran Bemerkungen über die Reichhaltigkeit dieser Gruppe an Arten, welche zwar meist häufig, aber sehr lokal sind. Man hat etwa 30 Arten beschrieben, aber damit dürfte bei weitem nicht der Vorrath erschöpft sein, den die von den Pässen abseits liegenden Höhen beherbergen.

Sitzung vom 7. Februar.

Herr Thiele kommt auf das in der letzten Sitzung von Herrn Suffert gezeigte Stück von Antheraea Pernyi zurück und bemerkt, dass ihm ein Exemplar bekannt sei, dem die Gla&flecke auf beiden Vor- derflügeln fehlen.

Herr Frühster fer legt einen Kasten aus seiner Javasanimlung vor, mit Varietäten-Reihen von Elymnias casiphone Hübn. und E. kamara Moore. Elymnias hamara ist von casiphone zunächst durch die dunklere Unterseite der Flügel leicht unterscheidbar und die stets dunkelbraune Farbe der Vorderflügel welche bei casiphone violett oder stahlblau schimmern. Herr Fruhstorfer besitzt indess Stücke von kamara. welche der casiphone durch das Auftreten von grossen blauen P"'leckeu auf dem Vorderflügel sehr nahe kommen, aber immer noch durch eine breite gelbe Binde auf den Hinterflügeln unter- schieden sind. Besonders hervorstechend ist ein kamara Q. , das mit Ausnahme des dunkelbraunen Basaltheils fast ganz gelbe Hinterflügel hat. Herr Fruhstorfer zeigt dann auch noch 2 0^0^ und 3 Q Q der von ihm aus Java beschriebenen Elymnias mahesivara, ausgezeichnet durch den Dimorphismus der beiden Geschlechter und E. Andcrsoni Moore von den Andaraanen am nächsten stehend.

Herr Suffert zeigt eine Anzahl Uraniden in zahlreichen Stücken, und zwar Croesus und Miphens von Afrika, Fidgens und LeihiS von

für das Jahr 1895. (7)

Süd Amerika und Boisdttvali von Cuba, und macht darauf aufmerk- sam, dass hier die Regel ist, was bei den früher vorgezeigten Mor- ph i den die Ausnahme war, dass ncmlicli unter Dutzenden von Stücken derselben Art nicht eines zu finden sei, bei welehem die rechte und die linke Seite vollkommen mit einander übereinstimmen. Sehr häufig sind die Unterschiede der beiden Seiten sogar sehr auffallend.

Derselbe legt einen Kasten mit Älorpho Menelaus var. Ncslira, Melac heilus und Amathonte vor.

Sitzung vom 14. Februar.

Herr Thurau zeigt zwei PapillO HospHon und erklärt, dass der in der Sitzung vom 31. Januar von Herrn Runge gezeigte vermeint- liche Machaon var. seiner Ansicht nach nur ein Hospiton sei. (Siehe Sitzung vom 7. März.)

Herr Thiele berichtet über ein dem Rnnge'schen ähnliches Stück von Papilio Machaon, welches dadurch noch autFälliger war, dass es blaue statt rother Augenflecke besass.

Auch Herr Stichel hat aus einer aus Weissenfeis stammenden Puppe einen Machaon gezogen, der an Hospiton erinnert.

Als Beispiel von der Variationsfähigkeit dieser Art erwähnt Herr Suffe st ein ganz schwarzes Stück, das vor Jahren bei Heidelberg ge- fangen war, und endlich berichtet Herr Thiele, dass er sich eines Machaon erinnere, in dessen gelber Grundfarbe in ihrer ganzen Aus- dehnung rothe Flecke standen.

Herr Thurau legt Carpocapsa saltitans Westw. vor, ein mexi- canisches Microlepidopteron, dessen Larven und Puppen in den Frucht- kapseln einer Euphorbiacee leben und diese durch schnellende Be- wegungen selbst beweglich machen. Einige solcher Kapseln mit lebendem Inhalt liegen vor und fesseln durch ihre ruckweisen und sprungarfigen Bewegungen die Aufmerksamkeit.

Herr Fruhstorfer zeigt 2 dimorphe Männchen von Perrhybris Pyrrha aus Bahia, ein Stück von weisser, das andere von gelber Farbe. Es sei dies der erste ihm bekannt gewordene Fall von Dimorphis- mus unter Männchen. Genannte Art sei ausserdem durch ihre Geschlechtsverschiedenheit interessant.

Herr Thiele zeigt ein Pärchen der A pal uriden Untergattung Eulaceura Btl., und zwar die einzige bekannte Art Osteria. Der Unterschied von der Hauptgattung besteht darin, dass die Afterklnppen in hornartige Spitzen auslaufen.

Herr Thurau legt einen Band der'iTran sactions of the Entomo lo- gical Society of London 1880 vor, in welchem berichtet wird, dass ein Sammler in Natal die Copula eines Tagfalters, Salamis ana-

(8) Sitzungsberichte des Berliner Entomologischen Vereins

cardiicf, mit ein cm Spinner, Aphelia apoUinaris 5, beobachtet habe. Zur ErUiuternng hat Herr Th ura u mehrere Stücke beider Arien mitgebraeht.

Es sciiliessen sicli hieran Mittlieilungen der i\litglii;dcr über die Copula von Stücken aus verschiedenen Schinetlerlingsgattungen. IJa.s Berliner naturwissenschafth'che Museunn besitzt eine solche von J\/a- inestra nebulosa mit Trachea atriplicis und von JLasiocampa pini cf mit Psilura monacha.

Herr Suffert legt einen von ihm vor etwa 30 Jahren auf Cuba tot auf- gefundenen Schwärmer mit dornartigen Auswüchsen vor, die sich als Pilzbildungen erwiesen haben.

Sitzung vom 2 2. Februar.

Herr Fruhstorfer zeigt 3 verschieden gefärbte 5Q von Eury- tela Sorsßeldi, die er in derselben Gegend und zur selben Jahreszeit auf Java gefangen hat. Ein Stück ist schwärzlichblau, eines dunkel- grau, das dritte braun. Diese 3 Stücke variiren auch in der Breite und Ausdehnung der Binden und Flecke. Das erste hat breite blaue, das zweite schmale schwarze, das dritte braune Binden.

Herr üönitz legt in Alkohol aufbewahrte Larven der Mantiden Hypsicorypha Juliae und Blepharis mendica vor, die er zur An- siciit von Herrn Prof. Taschen borg aus Halle erhalten hat. (In- zwischen ist ein Aufsatz über diese Thierchen aus der Feder des Herrn Dr. Rebeur-Paschwitz, welcher sie in Teneriffa gesammelt und be- obachtet hat, in unserer Zeitschrift erschienen.)

Herr Stichel legt vor: 1) Pieris rapae var. orientalis Obth. c/, Q. von Japan, ausgezeichnet durch beträchtliche Grösse, stärkere schwarze Zeichnung und ausgedehntere graue Bestäubung auf den Vor. derflügeln der Q Q ; 2) Pieris Melete von Japan, im Vergleich mit einem vom Amur stammenden 5 des Herrn Ziegler lebhafter in der Färbung, sonst aber nicht verschieden.

Sitzung vom 7. März.

Von Herrn Ortner-Wien sind eingegangen und werden in Um- lauf gesetzt : Minutienträger und Klappkapseln zur Aufnahme kleiner entomologischer Praeparate.

Um den Streit zu schlichten, der sich über einen am 31. Januar von Herrn Kunge vorgezeigten Falter entsponnen hat, ob nemlich der von Herrn Runge angeblich aus einer einheimischen ilfaeAaon-Raupe gezogene Falter eine Varietät von Machaon oder ein Hospiton sei, dessen Puppe gelegentlich eines Tausches unter die J/«t7lrtOn-Puppen des Züchter.'^, Herrn Runge, gerathen sein könnte, haben mehrere Mitglieder die in ihrem Besitze befindlichen Hospiton und einige

für das Jahr 1895. (9)

Machaoiivarietäten zum Vergleich mitgebracht. Herr Thiele beweist an der Hand dieses reichhaltigen Materials, dass das f raglie li e ö t lie k ein Üospiton ist. Ik-sonderen Werth legt er auf den Umstand, dass dieses Stück beiderseits bis zur Spitze gelb gesäumte Schwänze hat, was bei üospiton stets, bei Machaon aber nie der Fall ist. Dass die Stellung, Zeichnung und Färbung der Analflecke für Artunter- scheidung nicht immer massgebend ist, bewies ein von Herrn Thiele bei Düsseldorf gefangenes cf von Machaon; dasselbe hatte total blaue Analflecke.

Herr Thurau zeigt einige il/rtCÄaow-A berr at ionen , d;irunler ein Stück mit viel Schwarz und ganz kleinen Analflecken, und daneben einen typischen Sphyriis, bei dem die schwarzen Randbinden der Hinterflügel mit dem schwarzen Miltelfleck zusanimenstossen.

Herr Stichel zeigt eine grosse Anzahl Papilio Machaon in vielen Variationen, die er eingeh^nrl erläutert.

SitzHngvom21. März.

Herr Frulistorfer legt einen Kasten aus seiner Javasammlung mit Serien von Euthalia octogesimae Voll., acontha Gr., agnis Voll., adonia Cr. und Cldminicola Frühst, vor. Von der sehr seltenen Jt^u- thalia agnis waren bisher nur Q Q. bekannt, das c/ wurde von F. beschrieben und ist in unserer Zeitschrift abgebildet. Euthalia Cid- minicola cf ähnelt dem cf von adonia Cr., ist aber durch lang aus- gezogenen Apex und veränderte andere Stellung der roten Flecke auf der Hinterflügel-Oberseite zu unterscheiden Das Q von cuhninicola hat an Stelle der I^ängsbinde eine Querbinde auf den Vorderflügeln und gar kein Weiss auf den Hinterflügeln, auch viel obsoletere Zeichnung auf der Unterseite. Auff'allend difl!"eriren die Augen, welche bei cul- minicola fast um die Hälfte grösser sind als die von adonia.

Derselbe verliest einen Artikel aus dem Berliner Tageblatt, über- schrieben: Spaziergänge unter der Haut. Darin wird gesagt, dass Herr Prof. Neumann der Gesellschaft der Aerzte in Wien eine 3jährige Gäitnerstochter mit einer eigenthümlichen Hautkrankheit vorgestellt habe, welche auf die Anwesenheit einer minirenden Larve in der Haut zurückgeführt wird.

HerrDönitz zeigt eine kleine Deltoi'de aus Japan, Zancloffnatha trilinealis Brem., bei welcher er längs der Wurzelhälfte des Vorderrandes der Vorderflügel eine Klappe entdeckt hat, die sich nach unten ött'net und einen langen Haarpinsel einschiiesst. Aehnliche Einrichtungen sind von Hesperiden und Kleinschmetterlingcn bekannt, doch öft'net sich bei diesen, so weit dem Vortragenden bekannt ist, die Klappe auf der Oberseite.

Sitzung vom 28. März.

Herr Thiele zeigt Papilio Machaon aus verschiedenen Gegenden

(10) Sitzungsberichte des Berliner Entomologischen Vereins.

Deutschlands, uns dem Himalaya und var. Hippocrates Feld, aus Japan und bespricht letztere, die grösste Form, genauer.

Derselbe zeigt l cf der schönen Lycaenidc 13 oi sduvali Hcw. Die von Kirby liierfiir aufgestellte Gattung Heivitsonia enthält nur diese eine Art, welche an der Goldküste gefunden wurde. Sehr merk- würdig (ist die Unterseite, hauptsächlich der Yorderflügel, gezeichnet, indem hier vom Vorderrand und etwas unterhalb desselben auf gelbem Grunde schwarze Streifen nach der Wurzel sowie nach dem Innen- und Aussenrand zu laufen.

Sitzung vom 18. April. Herr Thiele zeigt Kallima Philarchus von Ceylon und Kailima Kneyvetti von Sikkim und bespricht deren Unterschiede.

Sitzung vom 25. April.

Herr Düberg legt einige seltene Hombyciden vor, und zwar: ßomhyx Davidis und palaestinensis aus Palaestina und neogena aus Südrnssland.

Derselbe zeigt ein von ihm bei Finkenkrug gefangenes Stück der Gattung Brephos, von dem es ihm zweifelhaft sei, ob es notha oder parthenias ist, da erstere Art in der Mark nicht vorkommen soll.

Herr Dönitz erklärt, dass folgende Merkmale: Franzen der Vor- derflügel nicht weiss gescheckt, auf der Unterseite keine hellen Flecke vor den Mittelpunkten, darauf hindeuten, dass es notha sei. Die Art ist schon öfter bei Berlin gefangen, aber gewöhnlich für parthenias gehalten worden.

Herr Thieme zeigt ein Pärchen des sehr schönen und seltenen Euripus Charonda aus Japan.

Herr Fruhstorfer zeigt Papilio Woodfordi und Bridgei in mehreren variirenden Stücken von den Salomons-Inseln, sowie die auf der Unterseite sehr schöne Satyride Argyronympha pidchra eben daher.

Sitzung vom 2. Mai.

Mit Bezug auf Herrn Düberg's Mittheilung über Brephos notha in der letzten Sitzung berichtet Herr Thiele, dass er bei näherer Untersuchung seiner bei Berlin gefangenen Brephos 2 Stück notha unter den parthenias gefunden habe.

Herr Stichel zeigt eine Reihe Dynastes Neptuniis aus Colum- bien in verschiedenen Grössen. Während das grösste männliche Stück etwa 14 cm. lang ist, erreicht das kleinste Männchen kaum die Grösse eines massigen Weibchens und hat nur ein verkümmertes Gehörn.

Die Herren Thiele und Thieme legen Kästen mit südamerika- nischen Papilio-Arten aus der 77ioas-Gruppe vor, unter denen die seltenen QQ von Pallas und Eycophron des Herrn Thiele beson- ders bemerkenswerth sind.

für das Jahr 1895. (11)

Herr Dönitz halt einen längeren Vortrag über die res-tstcilnng der Art in der Entoniologic.

Nicht selten hört oder liest man, dass es Geschmackssache sei, ob man diese oder jene Form als Art oder Varietät ansehen wolle. Man überzeugt sich leicht, dass zu dieser gänzlich unwissenschafllichen Auffassung nur Sammler gelangen, welche die in Frage kommenden Stücke nicht untersuchen können oder nicht untersuchen wollen.

Wer sich klar machen will, was man unter Art zu verstehen habe, muss davon ausgehen, dass der Begriff der Art sich nicht auf äussere Merkmale, sondern auf die Möglichkeit unbeschränkter Fortpflanzung gründet. Man fasst als Art alle diejenigen Individuen zusammen, welche im Stande sind, fortpflanzuiigsfähige Nachkommenschaft zu erzeugen. Da aber alle derartigen Individuen einander so ähnlich zu sein pflegen, dass man sie meist auf den ersten Blick von solchen unterscheidet, mit welchen sie sich nicht auf die Dauer fortzuj)flanzen vermögen, so hat man sich mit einer gewissen Berechtigung daran gewöhnt, solche unter- scheidenden Merkmale als massgebend für die Art anzusehen. Dass hierbei der Entomologe, und besonders der Lepidopterologc leicht auf Abwege geräth und Abänderungen in der Farbe und Zeichnung als gleichberechtigt mit anatomischen Merkmalen hinstellt, mag nur neben- bei erwähnt werden. Die zur Kennzeichnung der Art dienenden Merk- male müssen durchaus anatomische sein und werden gefunden in der Form der einzelnen Theile, in ihrer Sculptur, in der Bewaffnung, in der Zahl der Abschnitte gegliederter Theile, in Grössenverhältnissen, in der Verästelung des Flügelgeäders u. s. w. Allerdings stösst die Unter- suchung auf Schwierigkeiten, wenn es sich um stark beschuppte oder behaarte Theile handelt, doch weiss ein gewissenhafter Forscher sich durch Anwendung eines alten bewährten KunstgrifJ'es zu helfen; er be- tupft den zu untersuchenden Theil mit einem Tröpfchen Terpenthin- spiritus und macht ihn damit durchscheinend und für die Untersuchung zugänglich, ohne das Stück zu schädigen, denn der Terpenthinspiritus verdunstet sehr bald, ohne Spuren zu hinterlassen.

In vielen Fällen reicht die Untersuchung der äusseren, leicht zu- gänglichen Theile nicht aus, um sich Gewissheit über die vermutheto spacifische Verschiedenheit zweier Formen zu verschaffen, und man würde behufs Feststeilung der Art auf das physiologische Experiment der Fortpflanzung angewiesen sein, wenn nicht die äus.seren Fortpflan- zungs- oder Bt-gnttungsorgane uns den gewünschten Anhalt böten. Bei näherer Ueberiegung erscheint es auch ganz natürlich, dass gerade die Gopulationsorgane so verschieden gestaltet sind, dass sie eine Vermischung der Arten verhindern. Die Arten haben sich zum Tlieil ja gerade des-

(12) Sitzungsberichte des Berliner Kntomologischen Vereins

wegen rein erhalten, weil die Verschiedenheit dieser Organe eine hy- bride Ik'gattnng nicht zulässt. Wenn trotzdem diese natürliche Grenze j;ele;j;entlich (hirciibrochcn wird, wenn verschiedene, im System oft weit aus einander stehende Arten zur Begattung schreiten, so wird meist doch keine Nachkommenschaft erzielt, sei es, dass durch die gewalt- same Begattung derartige körperliche Verletzungen bei dem Weibe her- beigeführt worden, dass die Eier nicht regelmässig abgelegt und be- fruchtet werden können, sei es, dass die Mikropyle der Eier so be- schaffen ist, dass sie die Samenkörper der anderen Art nicht durchlässt.

Aus dieser Betrachtung geht hervor, dass die Copulationsorgane uns für die Feststellung der Art wichtige Anhaltspunkte liefern, welche sich die Entomologie auch schon zu Nutze gemacht hat. Nur die Lepidop- terologen haben sich bisher gegen derartige Untersuchungen ablehnend verhalten. Zwar haben schon M abi 11 eund L ed erervviederholt die Bildung derAfterklappen, besonders bei Heteroceren, in der Systematik in ausgedehn- ter Weise zu verwerthen gesucht, aber seit ihrem Tode sind derartige Unter- suchungen immer seltener, und damit die Beschreibungen neuer Arten immer oberflächlicher geworden. Erst in neuester Zeit haben englische und amerikanische Forscher sich diese Uutersuchungsmethode zu eigen gemacht und damit schon höchst bemerkenswerthe Erfolge erzielt. So haben z.B. Elwes und Edwards die Ypthima- AriGW und die Oeneis- Arten in dieser Weise untersucht.

Ohne von diesen Arbeiten zu wissen, hat der Vortragende sich schon seit längerer Zeit mit der Untersuchung der Begattungsorgane der Schmetterlinge beschäftigt und zahlreiche Praeparate und Zeich- nungen angefertigt, von denen er der Gesellschaft eine Auswahl vorlegt. Solche Braeparale lassen sich in folgender Weise herstellen. Von dem Hinterleibe des Männchens werden die 2 oder 3 letzten Ringe ab- geschnitten und in einer concentrirten Sodalösung oder in einer kau- stischen Kali- oder Natronlauge in einem Heagensglase gekocht. Da- durch werden alle Wciehtheile zerstört, und nur die festen, aus Chitin bestehenden Theile bleiben übrig. Arbeitet man mit getrockneten Thieren, so ist es zweckmässig, das abgeschnittene Stück zuerst in ge- wöhnlichen Brennspiritus zu tauchen, weil dann die Lauge besser ein- dringt. Dann werden in einem Schälchen mit Wasser die Afterklappen mit den daran haften bleibenden übrigen Copulationsorganen mit Hilfe von Nadel und Pincette von den für die Untersuchung überflüssigen letzten Kör- perringen entfernt und noch einmal gut gewässert. Sollte eine Betrach- tung unter dem Mikroscop ergeben, dass das Chitin noch nicht ganz sauber ist, so wird das Praeparat noch einmal aufgekocht und von neuem gewassert. Darauf wird es durchsichtig gemacht wie gewöhnlich, d. h. man entwässert es durch absoluten Alkohol, bringt es in Nelken-,

für das Jahr 1895. (13)

Cedern- oder Origanumöl oder etwas ähnliches, und bettet es schliess- lich in Canadabalsam ein. Um es nicht zu drücken, wird das Deck- gläschen durch ein paar Pappstreifchen unterstützt. Praeparate von grösseren Faltern kann man auch trocken aufbewahren und auf Papp- sfückchen aufkleben.

Die Copulationsorgane setzen sich aus mehreren Theilen zusammen, deren Grundform sehr einfach, aber auch so abänderungsfähig ist, dass eine unglaubliche Mannichfaltigkeit der Formen herauskommt, welche so weit geht, dass man innerhalb mancher Genera die einzelnen Arten mit grosser Sicherheit erkennen kann. In dieser Beziehung zeichnet sich das Genus Melltaea ganz besonders aus. An der Hand von Prae- paraten zeigt der Vortragende, dass Melitaea trivia in eine ganz an- dere Gruppe gehört als Didynia, der sie doch manchmal zum Ver- wechseln ähnlich sieht. Melitaea Athene Stgr. gehört in die Verwandt- schaft der Cinxia. und hat nichts m\i Fergana und Didyma zu ihun, mit der sie verglichen wird. In welchem Verhällniss Fergana Stgr. und Maracandica Stgr. zu SaxatUis Chr. stehen, konnte nicht er- mittelt werden, weil letzlere dem Vortragenden nicht zu Gebote stand. Zu Phoehe gehört Sibina Alph. als Varietät, wie Alph. ganz richtig gesehen hat. Sie ist aber keine besondere Art, wozu die Händler sie stempeln möchten. Dejone lässt sich niclit mit Sicherheit von Alhalia Rott. trennen. Mel. varia Meyer-Üür ist gute Art, wenn die Stücke von Parthenie Bkh., deren Genitalapparat mit dem von Varia ver- glichen wurde, echte Parthenie waren.

Nicht alle Genera zeigen so deutliche Unterschiede bei den einzel- nen Arten; so z. B. die Parnassier; doch kommen auch bei diesen recht auifallendi! Er.scheinnngen vor So ist es bemerkenswerth, dass Parn. Siiao (^Iray sich durch seinen stark gekrümmten Penis auflallend von Delphins unterscheidet, dem er verwandt sein soll, der aber wie die meisten anderen echten Parnassier einen geraden Penis hat. Schwerer zu unter.-choiden sind die Colias-Arten, was um so bedauer- licher ist, als gerade bei ihnen sichere Artmerkmale sehr erwünscht wären, damit endlich einmal der gerade bei ihnen blühenden Spielerei mit Arten ein Ende gemacht werden könnte. Man wird in der grossen Aehnlichkeit der äusseren Geschlechtstheile dieser Falter eine Bestätigung der Ansicht erblicken, dass das Genus Colias eben noch im BegrilFe sieht, sich in Arten zu spalten. Zugleich giebt uns die Aehnlichkeit der Copulationsorgane bei den einzelnen, sciion besser getrennten Co- lias-Arteu eine gute Erklärung für die so häufig beobachtete hybride Begattung.

Die Lycaenen scheinen auch in Bezug auf diese anatomischen Untersuchungen ein recht schwieriges Genus zu sein, da manche, äusser- lich auffallend verschiedene Arten sehr ähnliche Copulationsorgane haben.

(14) Sitzungsberichte des Berliner Entomologischen Vereins

Es ist vorauszusehen, dass e'ne grosse Anzahl schlechter Arten ausgemerzt werden würde, wenn man ihre äusseren Geschlechtswcrk zeuge mit zum Vergleiche heranzöge. Allerdings ist es nothwendig, nur sicher bestimmte Stücke dazu zu verwenden.

Nicht nur die Tagfalter eignen sich für diese Untersuchungen, son- dern alle Familien der Lepidopteren.

Bei der an diesen Vortrag sich anschliessenden Diskussion kommt das Entstehen der Legetasclien der Parnassierweibchen zur Sprache. Herr Thiele bemerkt dabei, dass er widerholt bei seinen zahlreichen Tnrkestanparnassiern die Beobachtung gemacht habe, dass manciien 9 9 die Taschen fehlen. Dies waren immer die reinsten Stücke, die wohl noch nicht zur Copulation gekommen waren. Bei manciien Stücken sitzt die Tasche nicht in der Milte, sondern an der Seite, was leicht zu verstehen ist, wenn die Tasche vom (f herrührt.

Herr Frnhstorfer zeigt einige JEuschema cuprinct Feld, nnil die neue Kusch. Fruhstorferi Röber, die er beide in Höhen von 4000 0000' zusaramenfliegend gefangen hat,

Sitzung vom 9. Mai.

Herr Fruhstorfer zeigt die eben so kleine als seltene Argyyinis Inca, 15000' hoch am Ilinianni in Bolivia gefangen; ferner drei sehr schöne Pieriden, Leucidia pygmaea Prittw. aus Bahia, Lexic. brephos vom Amazonenstrom und Leuc. Elvina Godt. von Espir. Santo, letztere eine seltene Art.

Herr Thieme legt einen Kasten seiner Sammlung mit zahlreichen interessanten Arten der nahe verwandten Gattungen Chlosyne. Eresia und Phyciodes vor, bespricht deren Unterschiede und Aehnlichkeiten, und äussert sich dahin, dass die Eintheilung dieser Gattungen kaum haltbar sei, weil die Arten der einen in die der anderen übergehen.

Sitzung vom 16. Mai. Herr Fruhstorfer bespricht seine in der Insektenbörse und in den Entomologischen Nachrichten veröffentlichten Mittheilungen über die Gattung Agrias.

Sitzung vom 3 0. Mai. Im Anschluss an die Verlesung des Protokolls vom 16. Mai erklärt Herr Riffarth, dass er seiner Zeit Herrn Fruhstorfer darauf auf- merksam gemacht habe, dass Agrias Claudianus das Q von Sar- danapalus sein müsse. Herr Fruhstorfer hätte nunmehr nicht nur diese Idee, sondern auch Rifl'arther Material zur Veröffentlichung seiner -4^Has-Artikel benutzt, ohne dies auch nur zu erwähnen.

für das Jahr 189'). (15)

Sitzung vom G. Juni.

Herr Thiele zeigt eine Antlieraca Pernyi, auf deren Vorderflii^^^eln die GJjisflecke f^änzlich fehlen, während sie auf den Hinterflügelu zwar vorhanden, aber sehr klein sind.

flerr Stichel zeigt einige P9 von Parnassius Charltonhis var. pvinceps vom Pamir mit und ohne Legetaschen, sowie die inter- essante var. murina von Arsilonclie albovenosa ans Finnland.

Herr Tliiele berichtet, dass er 2 (fcf von Charltonhis unter Händen gehabt habe, die merkwürdiger Weise auch mit Legetaschen an.sgeriistet waren; die Ocellen beider Stücke seien gelb, der Leib etwas von dem anderer cfcf abweichend gewesen.

Herr Thieme legt 2 Kästen seiner Sammlung mit südamerika- nischen Eryciniden in zahlreiclien Arten der Gattungen Ancyluris, Diort'hina, Zeonia, Lyropteryx, Necyra und Hades vor, unter denen einige Q. Q besonderes Interesse erregen Ausserdem zeigt der- selbe ein Pärchen der seltenen Satyride Urucina honada von Chiri- qni, oberhalb der Baumgrenze fliegend.

(Fortsetzung folgt im II. Heft.)

Sitzungsberichte d. Berl. FJnt. Vereins/, d. Jahr 1895. (17)

Schluss der Sitzungsberichte des Entomologischen Vereins in Berlin für das Jahr 1895.

Sitzung vom 12. September.

FleiT Stichel zeigt mehrere Stücke des seltenen japanischen Schmetterlings Etiripiis charonda ; die vorgelegten 2 95 ^'""^ '"" sofern dimorph, als das eine fahl schwarz mit gelben Flecken, ohne eine Spur von Schiller, das andere leicht blau schillernd mit vorwiegend weissen Flecken ist. Ferner zeigt derselbe den zweiten japanischen Vertreter dieser Gattung, J'juripiis japonicus in verschiedenen Varianten, und die schöne und seltene Luelidorfia japonica, eine Lokalforni der Luehd. Puziloi vom gegenüberliegenden Festlande.

Herr Dönitz hält einen längeren Vortrag über die berüchtigte Tse-tse Fliege, Glossina longipalpis '^[eA^mnwn, unter Vorzeigung zweier Stücke aus Westafrika. VViedemann hat die Art nach einem von Afzelius auf einer Reise 1792 94 in Sierra Leone erbeuteten Stücke im Jahre 1830 beschrieben und dafür die Gattung Glossina geschaffen. Später wurden vonWestwood drei neue Arten: morsi- tans, tahaniformis und iac/iinoit^es aufgestellt; Walker fügte fusca (als Stomoxys fusciis) und Bigot ventricosa hinzu, welche letztere aus Australien stammon soll, während die anderen echten Tselse-Fliegen in Afrika heimisch sind.*)

Eine gute Zusammenfassung alles bis dahin Bekannten giebt Van dcrWulp in Tijdschr. voor Ent. 1884, S. 143. Wahrscheinlich kennt man nur die Q. Q, und es ist fraglich, ob die cfcf auch stechen.

Die Wiedemann'sche Art, Gl. longipalpis, hat die Grösse und Gestalt einer gewöhnlichen Stubenfliege, doch sind die Flügel matt rauchgrau, anstatt durchscheinend und glänzend, und anstatt eines ein- ziehbaren, an der Spitze hakenförmig gekrümmten Saugrüssels hat sie einen borstenförmigen, steifen Stachel, der aus drei nebeneinander liegenden Theilen besteht und ungefähr eben so lang ist wie der Tho- rax. Vor den Augen ragt eine kleine, stark gefiederte Borste hervor.

*) Zwei audere Arteu, grossa und pallicera, von Bigot J891 beschrieben, scheinen nur Varietäten der Gl. morsitans Wostw. zu sein.

(18) Sitzung shericlite des Berliner EntomologischenVereins

Diese Fliegen kommen nur im tropischen Theile Afrika's vor, sind aber sehr lokal und wandern nicht. Sie lieben buschreiche Gegenden in der Ebene und fehlen in der Grassteppe. Bei schwülem Wetter und bei Regen kommen sie zahlreich zum Vorschein. Morgens, so lange der Thau noch liegt, sind sie schwerfällig und leicht zu fangen. Sie summen sehr stark beim Fliegen und sind so hartnäckig im AngriflP, dass man .'sie nicht abwehren kann. Ueber die Thiere, welche von ihrem Stich erkranken und sterben, stimmen die Angaben nicht genau überein, es scheinen aber alle Hausthiere zu sein, vielleicht die Ziegen ausgenommen, laut Angabe des Reisenden W. Oswell (Spence: Trans. Ent. Soc. London 1853, Proceedings S. 96). Wild soll nach dem Stich nicht erkranken. Dagegen sollen 3 4 Fliegen genügen, um einem Ochsen eine tötliche Erkrankung zuzufügen. Dem Menschen scheint der Stich nicht zu schaden, wie aus einem von Laboulbene in Ann. Soc. Ent. France 1888, CLVIIl, veröffentlichten Berichte des Reisenden Leroy hervorgeht. Dieser ist in Zanguebar, einer grossen zwischen den Gebirgsstöcken Ukami und Nguru gelegenen Ebene wohl 200 Mal von der Tsetse gestochen worden, ohne mehr als eine Art Friesel z-u bekommen, das nur 2 Tage dauerte. In dieser selben Gegend hatte kurz vorher die Tsetse einen Angriff der Massai auf die Mgoro ab- geschlagen. Die Massai nemlich, ein nomadisirendes Volk, waren mit 300 Rindern gekommen und lagerten in der Ebene, wo die Tsetse die Rinder angriff und vertrieb, und die Massai natürlich mit ihnen.

Die durch den Stich dieser Fliege bei Hausthieren erzeugten Er- krankungen sind der Art, dass man sich zu der Annahme gedrängt fühlt, das« die Fliege nicht selber ein Gift erzeugt, sondern dass sie ein solches von kranken Thieren auf gesunde überträgt, wie ja z. B, auch Milzbrand durch Fliegen weiter getragen werden kann. Die unter dfm Namen Karbunkel bekannte Krankheit wird nemlich nicht selten durch den Stich einer Fliege hervorgerufen, die vorher auf einem an Milzbrand verendeten Tliier gesessen und sich mit Milzbrandbacillen beladen hat. Eine ähnliche Rolle wird wohl die Tsetse spielen, eine Vermuthung, die schon Laboulbene im Jahre 1888 ausgesprochen hat.

Herr Dönitz referirt darauf aus den Agricultural Rapports über Einwanderung europäischer Schmetterlinge in Nordamerika, nament- lich von .Zew^tfra pirine, die inmitten der Stadt New- York seit 1881 beobachtet wird und sich in den städtischen Anlagen verbreitet.

Herr Suffert zeigt ein Pärchen variantcr Arctia purpurata aus Bremen. Diese, lebhafter und breiter schwarz gezeichnete, manchmal auch schwarz bestäubte F'orm soll nur dort gefunden werden und ist schon als ab. obscura von Rehberg beschrieben worden.

für das Jahr 1895. (19)

Sitzung vom 19. September.

Herr Stichel zeigt ein in Brandenburg gezogenes aberrirendes Stück von CaUimorpha domhmla mit gelben Hinter flu gel n und gelbem Leibe, wie bei der ab. rossica von Süd-Russland und Kleinasien.

Derselbe legt eine Reihe von Papüio ^uthldus aus Japan vor, die wegen ihrer schwankenden Grössenverhältnisse auffallen. Die kleinsten cfcf spannen 56 mm., die grössten 9 9 78 79 mm. Ein cf ist auffälh'g wegen eines schwarzen Fleckes am Vorderrand der Hinterflügel, der sonst nur bei jLidJms auftritt.

Herr Thietne zeigt den seltenen Papilio Salvini aus Guate- mala. Der Sammler des Stückes hat während eines Zeitraumes von 10 Jahren diese Art nur in 1 Stück erbeutet, kürzlich jedoch das Glück gehabt, eine kleine Anzahl zu fangen.

Herr Schulz legt einige Insecten vom unteren Amazonas vor: die 7//iomia-ähiiliche Dismorphia Theonoe Hew-, einen Heliconiiis vala Stgr., wahrscheinlich die südliche Lokalform von JLantJlOcles Bates; tndlich einen kleinen Bockkäfer, J?i^^0/>S15 variegata, der ver- möge der Stellung, welche er einnimmt, wie ein kleiner Zweig aussieht. Er hält den Kopf nach unten und den Leib abgebogen.

Herr Suffert zeigt 3 Ornithoptera Zalmoxis, ein typisch blaues, ein grünliches und ein sehr auffallendes, dunkel olivfarbenes, fast braunes Stück mit metallischem Schein.

Sitzung vom 26. September- Herr Thiele bemerkt im Anschluss an das letzte Protokoll, dass er behufs Feststellung der Farbenechtheit der von Herrn Suffert vor- gelegten Orn. ZahnOiVis einen Versuch mit einem typisch blau ge- färbten Stück durch Eingraben in nassen Sand angestellt habe. Trotz achttägiger Einwirkung der Nässe hat sich die blaue Farbe nicht ver- ändert. Die grünliche und die olivbraune Farbe der Suffert'schen Stücke ist demnach nicht durch Nässe erzeugt worden.

Herr Dönitz legt den ersten Band des Rühl-H ein e'schen Werkes vor und bespricht dessen Vorzüge und Mängel.

In der sich hieran anknüpfenden Discussion bemerkt Herr Huwe, dass frisch geschlüpfte Nerii-Y&WeY einen dem Zirpen des Totenkopfes ähnlichen Ton von sich geben. Sogar Raupen, und zwar die des nord- amerikanischen Schwärmers Smerintlius juglandis in erwachsenem Zustande, lassen beim Berühren einen ähnlichen Ton hören.

Ferner erwähnt Herr Huwe, dass es manchem Sammler und Prak- tiker, auch Herrn Standfuss, bisher unbekannt geblieben sei, dass man das Geschlecht der Schwärmer schon im Puppenziistande erkennen könne. Dies hätte Rühl in der Einleitung zu seinem Werke richtig beschrieben.

(20) Sitzungsberichte des Bertiner Entomologischen Vereins

Herr Thiele erwähnt hierzu, dass bei Spilosoma Zatinia, mit deren Zucht er sich eingehend beschäftigt hat, die männlichen Kaupen oben auf dem 9. Ringe einen hellen Fleck zeigen. Dass dieses ein un- trügliches Zeichen für das männliche Geschlecht sei, haben ausgiebige Beobachtungen erwiesen.

Herr Dönilz fügt noch hinzu, dass manche Mikro Raupen an dt-n durch die Rückenhaut durchschimmernden pigmentirten Hoden als männ- lich erkannt werden können.

Herr Thieme zeigt das seltene Q von Epiphile Ephnenes aus Columbien und die gleich seltene Hyposcada miranda Sfgr.

Herr Thiele legt eine sehr auffällige Aberration von Argynnis Lathonia aus dem Spandauer Forste vor. Das Thier ist vorwiegend schwarz. Die Vorderflügel zeigen in der Mittelzellc 2 kleine gelbe Flecke; im gelblichen Saume am Aussenrand stehen längliche schwarze Flecke strahlenförmig zwischen den schwarzen Rippen. Die Hinterflügel zeigen nur am Aussenrand drei gelbliche Punkte. Die Silberflecke der Unterseite sind strahlenförmig zusammengeflossen. Als Ver- gleichsrnatorial liegt vor ein heimathliches, typisch gefärbtes Stück und ein solches aus Turkestan, welches grösser ist als unsere Form und heller gefärbt; auch das Wurzelfeld ist unterseits nicht dunkler braun als bei einer gewöhnlichen Lathonia.

Herr Huwe berichtet, dass ihm aus einer Zucht Antherea Ya- mamai eine Reihe Falter normal nach dreiwöchentlicher Puppenruhe geschlüpft sei, während ein anderer Theil jetzt noch als Puppe liegt und als solche wahrscheinlich überwintern wird. Die Puppen liegen seit Ende Juni. Die Eier stammen aus 2 verschiedenen Quellen, angeblich sämtlich importirt.

Herr Dönitz bemerkt hierzu, dass Yamamai in Japan viel ge- ziichtet wird, wodurch eine Veränderung in seiner Lebensweise wohl er- klärlich ist.

Sitzung vom 3. October.

Herr Schulz zeigt einige von ihm in Südamerika gesammelte Käfer und Hymenopteren herum, nemlich:

Eine Art der interessanten und seltenen Carabiden -Gattung Ozaena aus Parä, nach dem Berliner .Museum als elongata bestimmt, welche nach Art unserer Bombardirkäfer aus 2 Drüsen an den Hinter- leibsringen unter explodirendem Geräusch einen nach schwefliger Säure riechenden Saft ausspritzt; eine Beobachtung, die auch schon von An- deren gemacht wurde. Ferner:

Zwei wahrscheiidich noch unbeschriebene Cerambyciden aus Camefä, eine prachtvolle rosenrothe, in der Nähe der Gattung Siernacanthus stehende Art, sowie eine Pi/rodes-Art, auch aus Cametä; sowie:

für das Jahr 1895. (21)

Zwei Mutilla Q Q. aus der schwarzen Gruppe mit gelben Flecken, nemlich Mut. armata Kl. und quadripusUdata Kl., beide aus Panl. Diese und ähnliche Arten werden von den Brasilianern ihrer Färbung wegen sehr treffend oncinhas, Jaguarchen, genannt.

Herr Stichel legt einen Kasten mit auffallenden und interessanten Insecten aus Süilamerika vor, darunter die riesige Stabschrecke Phiha- losoma pliyllium Bulm.

Herr Thiele zeigt eine Reihe Papilio Polytes cf und Q. von verschiedenen Lokalitäten in mehreren benannten Formen und Aberra- tionen.

Sitzung vom 10. Octobcr.

Herr Thieme f heilt seine Erfahrungen über die Lebensweise des Carabus Olympiae mit. Das Vorkommen des Thieres ist auf einen sehr kleinen Bezirk am Nordabhange de.« Monte Rosa beschränkt, woselbst es in einem Meere von Steingeröll lebt. Darin ist es unmög- lich ihm beizukommen. Das Sammeln beschränkt sich vielmehr auf das Absuchen von Steinen am Rande des Geröllfeldes. Während und nach einem Regen verlässt das Thier seine Schlupfwinkel und läuft hochbeinig im nassen Grase umher, wobei es auch gelegentlich gefangen wird. Sella, der Entdecker des seltenen Käfers, erhielt zuerst nur einige Flügeldecken, die ihm von Paris ans als einer neuen Art ange- hörig bezeichnet wurden. Nachdem es ihm im folgenden Jahre ge- lungen war, den Käfer zu erbeuten, benannte er ihn nach seiner Nichte Olympia, die das Glück gehabt hatte, die ersten Flügeldecken zu finden,

Herr Dönitz zeigt einen Bomhyx quercus cf mit der Farbe des Q, bis auf die Fühler, die braun geblieben sind. Das Stück ist aus einer von ihm in Krain gefundenen Raupe gezogen worden und erinnert an die Form sicula von Sicilien.

Herr Thieme legt zum Vergleich Papilio Dolicaon aus Colum- bien und Iphitas aus Rio vor. Letzteren hält er unbedingt für eine gute Art.

Herr Haensch zeigt einige Präparate von Schmetterlingsmetamor- phosen aus Bahia und erwähnt hierbei, dass Züchtungen an Ort und Stelle wegen der Ameisen äusserst misslieh sind. Er habe sich nur dadurch zu helfen gewusst, dass er die Tischfnsse in Näpfe mit Petro- leum gestellt habe.

Sitzung vom 17. Getobe r. Herr Stichel zeigt verschiedene exotische Insecten, von denen be- sonders wegen ihrer Formen- und Farbenähnlichkeit mit einer Arbeiterin der Vespa mandarina e'me Ck/tus- Art ans Japan interessirt. Die Be- stimmung des Käfers ist noch nicht gelungen. Das einzige Stück der Museumssammlung entbehrt auch der Benennung.

(22) Sitzungsberichte des Berliner EntomologischenVereins

Herr Haensch zeigt einige Fälle von Mimicry zwischen Insecton verscliiedcner Ordnung vor, und zwar zwischen Hymouoplereii und Lcpi- dopteron, sowie zwischen Hymenoplercn und Coleopteren, die alle aus Baiiia stammen. Von Lepidopteren schien Pseiidosphex polistcs Sieb, und Sphecosoma testaceum God. und Salv. gewissen Arten aus den Hymenopteren Familien der Pomphiliden resp Polybien täuschend ähn- lich. Sowohl im ganzen Habitus als besonders durch ihre schwarz-gelbe Färbung, den gestielten Hinterleib und die farblosen Flügel copiren sie äusserlich die Hautflügler.

Von Coleopteren ähneln mehrere Arten der Bockkäfer-Gattung Odontocera auffallend gewissen Arten von Polybien resp. Braconiden und Ichneumoniden. Die Odontocera-Arlen ziehen nach Beobachtungen V. H. Haensch meistens auch im Sitzen die Unterflügel nicht ein, sondern vibriren mit denselben wie die Wespen. Hierdurch sehen sie selbst in der Ruhe Hymenopteren ähnlich, wozu neben der schwarz- gelben resp. schwarzen Färbung und dem am Grunde eingeschnürten Hinterleib, auch die schmalen, nach hinten zugespitzten, durchsichtigen Flügeldecken beitragen Besonders interessant ist Odontocera hraco- nides Port., welche Art ausserdem noch dunkelbraune Unterflügel hat, mit dreieckigem, gelben Fleck auf denselben, so dass das Thier nickts weniger als ein Käfer zu sein scheint.

Herr Thieme legt einen Kasten mit schönen Polyonimatus- Arten aus Nordamerika vor.

Sitzung vom 24. October.

Herr Dönitz berichtet aus einer Nummer des Entomologist, dass die jungen Räupchen von Stauropus fagi, nachdem sie die Ei- schale verzehrt, keine weitere Nahrung bis zur ersten Häutung zu sich nehmen.

Herr Thiele, der sich viel mit der Zucht dieses Falters beschäftigt hat, bestätigt diese Beobachtung und macht noch weitere Mittheilungen über den Jugendzustand dieser Raupen.

Herr Dönitz legt einige Höhlenkäfer der Gattung LeptodiruS aus einer Höhle am Berge Nanos in Krain vor.

Herr Thieme zeigt einige seltene nordanierikanische Satyrns- und Oneis-Xrien aus den nordwestlichen, entomologisch noch wenig durchforschten Gebirgen.

Herr Holtz legt Vervielfältigungen seiner Aquarellzeichnungen der Entwickelung von Cetonia aurata und Vespa crabro vor.

Herr Thiele zeigt eine dunkelbraun gefärbte Setina irrorella; einen schön ausgebildeten Zwitter von Polyommatus Alciphron; eine Argynnis Lathonia, deren Wurzel- und Mittelfeld dunkel ist, während

für das Jahr 1895. (23)

von der Mitte der Flügel an die Färbung heller wird und sich am Rande wieder verdüstert.

Herr Haensch zeigt Präparate der Metamorphosen eines Klein- schmetterlings und eines kleinen Rüsselkäfers, Cryptorhynchus Stigma, aus Bahia, die beide in einer schotcnartigen Frucht leben, der Käfer in den Kernen, der Schmetterling in einem diese umschliessenden Gewebe.

Herr Thieme macht den Vorschlag, zu den Vereinssitzungen Schmetterlinge gruppenweise mitzubringen und zum Vergleich vorzulegen. Jeder, der über einschlägiges Material verfügt, möchte sich hieran be- theiligen. Es würde auf diese Weise ein nahezu vollständiges Bild ein- zelner Gruppen und Familien entrollt werden. Der Vorschlag findet Anklang, und man kommt überein, in der nächsten Sitzung mit den Satyriden anzufangen.

Sitzung vom '6\. 0 c t o b e r.

Herr Dönitz berichtet aus einem Aufsatz in den Aiinalen der belgischen entomologischen Gesellschaft über das massenhafte Auftreten der Raupen von Dasycliira pudibunda, welche seit mehreren Jahren die belgischen Forsten verheeren und besonders Birkenwälder angreifen Aus Deutschland bezogener Brnmataleim erwies sich als unzulänglich. Besser erwies sich der Fang der Falter, deren in einer Stunde bis 1000 Stück getötet werden konnten Die sicherste Vernichtungsarbeit führten wieder die Parasiten der Raupen aus; man beobachtete, dass diese sich vermehrten, wenn die Raupen liäufiger wurden, gleichviel ob diese im Lichte oder im Schatten des Waldes lebten. Im zweiten Jahre wurden früher entlaubte Bäume von Raupen nicht heimgesucht.

Herr von Oertzen zeigt eine Anzahl prächtiger Käfer aus Nord- Usambara in Ost- Afrika, so Eudicilla Kuthalia Bates, Eccopto- cnemis seminigera Quedfld., Dicranorhina Oherthüri und Neptu- noides pob/chroa, letztere in so auffällig Varianten Stücken, dass man versucht ist, sie für 3 oder 4 verschiedene Arten zu halten; ferner ein Stück des früher als grösste Seltenheit geltenden HypocepJialus ar- wahis ans Bahia. Dieser hat eine auffallende Aehnlichkeit mit unserer Maulwurfsgrille, lebt auch in der Erde und ist nur Nachts mit Sicher- lieit aufzufinden. Der Preis dieses Käfers, früher 200 Mark, ist jetzt auf 10 Mark gesunken.

Herr Schulz hat eine Anzahl Hymenopteren aus Panl zur An- sicht mitgebracht und spricht über ihre Fundorte, Lebensweise, Nester- bau, Mimicry und Dimorphismus.

Laut der in der letzten Sitzung getroffenen Verabredung haben die Herren Thieme, Thiele, Suffert und Riffarth Kästen mit den in Südamerika vertretenen Satyridengattungen Cithaerias Hb., Haelera F.,

(24) Sitzungsberichte des Berliner Entomolofiisclien'Vereins

Piezella Wostw,, Antirrhaea Hb. und Caerois Hb. mitgebradif. An der Hand dieses reichhaltigen Maferiales theilt Herr T hie ine seine in Columbien gemachten Erfahrungen mit. Die meisten Arten genannter Gattungen haben ein sehr scheues Wesen und viele sind wegen ihrer Durchsichtigkeit schwer zu erkennen. Oft trifft man sie an feuchten Stellen des Weges. Aufgescheucht, kriechen sie sofort unter Buschwerk, um nach einiger Zeit wieder zu erscheinen, ähnlich wie unsere Par- arge Achine.

Herr Schulz hat dieselben Erfahrungen in Para gemacht und erwähnt, dass Bates diese Satyriden Blumen des Urwaldes nenne.

Sitzung vom 7. November.

Herr Thieme zeigt Papilio Ascolius aus Columbien und Pap. Zagreus und widmet ihnen eine kurze BesprechuDg, wonach beide Thiere für gute Arten zu halten sind. Dieser Ansicht schliesst sich Herr Schulz an, unter Charakterisirung der Unterschiede beider vor- gelegter Stücke.

Herr Holtz zeigt ein Pärchen der schönen Argijnnis Adippe var. taurica und eine Reihe Heteroceron aus dem cilicisclien Taurus, deren Bestimmung Schwierigkeifen macht.

Sitzung vom 14. November.

Herr Dönitz zeigt vier verschieden gefärbte Melitaea Partlienie Bkh. aus Krain, von denen ein Stück auffallend hell, ein anderes sehr dunkel ist; die beiden anderen sind Uebergange zu letzterem. Dem hellen Stück fehlen im Aussenfeide die dunklen Querbinden, doch sind die Rippen verdunkelt, wodurch eine strahlenförmige Zeichnung entsteht.

Herr Ziegler macht auf einen Artikel in der Leipziger Illustr. Zeitung No 2724 aufmerksam, welcher fossile Libellen aus den Kohlenkalken von Commentry im Dep. A liier behandelt. Er giebt die Zeitung herum wegen der den Text begleitenden Abbildung von Meganeura Monyi. die 70 cm. klaftern soll und zu den Urlibellen, der Familie Protodonata gestellt wird.

Herr Schulz lässt biologische Präparate von Saccophora Batesi, einem kleinen Spinner vom unteren Amazonas, nebst 2 Schmarotzern herumgehen. Die Raupen sind Sackträger und leben an niederen Sträu- chern am Rande des Urwaldes. Zugleich wird die von Bates ge- gebene Abbildung der Raupe vorgezeigt.

Herr Günther zeigt Entwickelungsstadien von Cicindela hybrida und theilt Beobachtungen über die Lebensweise ihrer Larve mit. Die in senkrechten Erdröhren lebenden Larven werfen ähnlich wie Raupen- koth geformte Erd bullen heraus, und zwar schnellen sie diese immer

für das Jahr 1895. (25)

nach der linken Seite fort, und immer gegen einen bestimmten Punkt hin, so dass sich liier ein kleines Häufchen solcher Körper bildet. Die sonst sehr schwierig zu findenden Puppen hat der Vortragende durch Zucht erhalten, indem er den Larven ähnliche F^ebensbedingungen bot, wie sie sie im Freien finden. Als Futter dienten frische Ameiseneier (Puppen), wobei die Thiere sich vorzüglich entwickelten.

Herr Huwe legt einen Kasten mit aberrirenden Deüephila Nerii vor, unter denen besonders zwei Stücke durch die ledergelbe Farbe der Vorderflügel mit scharf abstechendem, schieferblauem Wisch auffallen. Da die Stücke in dieser Färbung der Puppe entschlüpft sind und frisch gespannt wurden, ist eine nachträgliche Veränderung der normalen Farbe, etwa durch Feuchtigkeit oder andere äussere Einflüsse, aus- geschlossen.

Herr Thieme und Suffert legen 3 Kästen mit Vertretern cier Satyriden-Gattnngen Ijethe, Zophoessa, Neope, Coelites, Orinoma, Ptycliandra und Neorrhina, sämtlich aus dem indischen Gebiet, vor.

Sitzung vom 21. November.

Herr Dönitz, welcher in Krain Cochlophanes helix an den von Herrn Streckfuss aufgefundenen Stellen gesammelt hat, hält einen Vortrag über die Parthenogenesis dieser Thierchen.

Herr Thiele macht in Erinnerung an Herrn Streckfuss die Mittheilung, dass dieser vor Jahren Syntomis pliegea bei Finkenkrug ausgesetzt hat, und dass seitdem der Falter dort alljährlich gefunden wird, während er früher dort nicht vorkam.

Herr Dnberg zeigt 2 seltene Noctuen aus den Alpen, Agrotis distinguenda und multifida.

Herr Stichel lässt 1 Stück Qiiedius dilatatus und drei an- scheinend zugehörige Larven herumgehen, welche er Ende September in der Höhlung einer Eiche gefunden hat, in der sich Vespa crahro angesiedelt hatte. Fundstelle: Nähe von Erfurt.

Herr Bartels knüpft hieran einige Bemerkungen, nach welchen die Lebensweise des Käfers noch nicht mit Sicherheit festgestellt ist. Man vermuthet, dass die Larven nicht direct in dem Neste, sondern in dem Mulm unterhalb desselben leben. Hiernach ist es möglich, dass die von Herrn Stichel in dem Mulm gefundenen Larven in der That solche des Qued. dilatatus sind.

Herr Holtz zeigt zwei Kästen mit Schmettei-lingen seiner Ausbeute aus dem cilicischen Taurus und theilt Erinnerungen und Erlebnisse von seiner Keise mit, denen er eine besondere Arbeit in unserer Zeitschrift zu widmen gedenkt. Unter den Schmetterlingen befindet sich Har- pi/ia interrupia Q. , welche zum Meinungsaustausch zwischen Herrn

(2ß) Sitzunpsherichte des Berliner Entomoloqischen Vereins

Döiiitz und Düberg bezüglich der Binde auf den Vorderflügeln Ver- anlassung giebt. In beiden Geschlechtern kommen sowohl unterbrochene als auch nicht unterbrochene Binden vor. Das zuerst von Christoph beschriebene (f hatte eine unterbrochene Binde und erhielt hiernach seinen Namen.

Herr Suffert legt Deilephila Celerio und Osiris vom Victoria- Njanza zum Vergleich vor.

Die Herren Thiele, Thieme, Suffert und Riffarth legen in Fortsetzung der Vereinbarung zur Veranschaulichung der Satyriden die Gattungen Älelanites, Orissinome, Byciclus und Tisiphone vor.

Sitzung- vom 28. November. Herr Schulz legt eine grössere Anzahl .Vlikrolepidopteren vom unteren Amazonenstrom (Parä) vor und macht auf den grossen Reich- thum der dortigen Gegendeu an diesen Thieren aufmerksam. Am besten wird dieser Reichthum durch eine Aeusserung des Lord Walsingh am des ersten Kenners exotischer Mikros, charakterisirt, wonach die Haupt- schwierigkeit bei der Bearbeitung dieser Gruppe darauf beruhe, dass dort nicht zwei Sammler dieselben Arten finden, infolge dessen fast alle neu gesammelten Thiere beschrieben werden müssten. Von ausser- gewöhnlichem Interesse ist ein Kleinschmetterling, von dem Herr Schulz die Abbildung zeigt. Das Thier, bisher nur in der Staudingerschen Sammlung vertreten, gleicht einem Käfer und vfurde von Herrn Hahnel, der es im Pelz eines Faulthieres am Amazonas fand, als Härling be- zeichnet. Lord Waisi ngham ist der Meinung, dass das wunderbare Thierchen von den Algen lebt, die sich im Pelze des Faulthieres finden,

Unter den Pterophoriden, den Federmotten, die ihren Namen davon haben, dass ihre Flügel häufig federartig gespalten sind, kommen dort häufiger als bei uns Formen mit ungespaltenen Flügeln vor. Viele südamerikanische Kleinschmetterlinge zeichnen sich durch ihre Grösse aus ; so hat z. B. Cryptolechia grandis 7 cm. Flügelspannung.

Zu den schönsten Motten des Amazonenstromes gehören die zahl- reichen Arten der Gattung Mictopsycliia, welche im hellsten Sonnen- schein an Waldrändern fliegen. Sie zeichnen sich durch Silber- oder Goldflecke und Binden auf den weissgelben oder rothen Flügeln aus.

Das Genus Stenomma ist bei einer ausserordentlichen Verschieden- heit in der Form und Färbung doch leicht an den langen, nach oben gekrümmten und dort auseinanderstehenden Palpen zu erkennen. Von den zahlreichen Mikros, die Herr Schulz am Amazonenstrom gesammelt bat, haben sich bis jetzt nur 11 bestimmen lassen. Es sind:

Oeta punctella Cram. Mietopsycliia superha F. u. R. Mict. Hühneriana Stoll. Gauris houttuinalis Cram. Choreu-

für das Jahr 1895. (27)

tis suavis F. u. R. Jonaca querula F. u. R. Sochchora doria- tella Wk. Antaeostricha binuhUa Z. Plutella cruciferrarum Z. Utiicha ocliracealis Wk. Stenomma tenera R.

Herr Esselbach liest einen Aufsatz von Carus Sterne über Tliierpflanzen ver, der in einer Augustnummer der Vossischen Zeitung erschienen ist.

Herr Dönitz bemerkt dazn, dass einschlägiges Material schon wiederholt im Verein gezeigt und besprochen worden ist.

Die Herren Thieme, Suffert und Riffart h setzen die Demon- strationen der Satyriden ihrer Sammlungen fort.

Sitzung vom 5. December.

Herr Düberg macht im Anschiuss an das Protokoll vom 21. Nov. die Mittheilung, dass St/ntomis pheqea von ihm in den fünfziger Jah- ren bei Ludwigsliist gefangen worden sei, vielleicht mit der Bahn von Finkenkrug aus verschleppt.*)

Derselbe zeigt einige seltene palaearktische Schmetterlinge, und zwar: Plusia diasema aus Finland; PI. circu^nscriptn aus Sicilien; PL Beckeri aus Sarepta; PI. italica aus dem Apennin, wahrschein- lich Lokalform der vorigen; fevnev Arnj^hidrina agrotina aus dem cili- cischen Taurns, mit den sehr ähnlichen Ägrotis squalorum und qri- sescens; endlich eine Härenart, HypeutMna fxdgurita aus Syrien.

Herr Schulz hält einen längeren Vortrag über seine Re^se am un- teren Amazonenstrom und zeigt einen Theil der dort gesammelten Tag- falter, welche in die Sammlung des Herrn Riffarth übergegangen sind.

Herr Thiele zeigt einige Aberrationen von Schmetterlingen: 1. Ahraxas grossulariata mit Ueberhandnehmen der schwarzen Zeich- nung — 2. Arctia Caja mit stark ausgeprägtem Albinismus. Das Braun der Vorderflügel tritt nur im Mittelfelde als kleiner drei- eckiger Fleck und an der Flügelspitze als dunkle Stelle auf; am Innen- rand ist es schwach angedeutet. Die Hinterflügel sind gelb und weisen nur an 3 Stellen kleine schwarze Flecke auf. 3. eine stark verdüsterte Arctia Caja, an der alle weisse und gelbe Farbe bräunlich getönt ist. Das Stück ist aus der Raupe gezogen.

Herr Thieme und Suffert haben zur Fortsetzung ihrer Demon- strationen von Satyriden dieErebien mitgebracht, die namentlich in der Thieme 'sehen Sammlung nahezu vollständig vertreten sind.

Sitzung vom 12. December. Herr Schulz zeigt von seiner südamerikanischen Ausbeute eine Bienenart aus Parti mit einem ihrer Schmarotzer, einer Leucospis-Art

*)Syntoinis phegea kommt viel weiter nördlich vor, u. A. bei Hamburg, Stettin und Bremen. D. Red.

(28) Sitzimgsberichte d. Bert. Ent. Vereins f. d. Jahr 1895.

(Chalcidide). Die Biene baut ihr Nest in den Lehmhütten der Ein- geborenen. Der Schmarotzer legt seine Eier hinein, wenn die Bienen ausgeflogen sind, um Nahrung für ihre Brut herbeizuschaffen. Die Aehnlichkeit beider Imagines ist so gross, dass man bei oberflächlicher Betrachtung beide Insecten kaum für verschiedene halten wird.

Herr Holtz zeigt Gläser mit präparirten und in Alkohol conser- virten Entwickelungsstadien von Rhesus serraticollis, einem Käfer ans Kleinasien. Es fällt auf, dass eine der charakteristischsten Eigenthüm- lichkeiten des Thieres, das gesägte Halsschild, erst bei der letzten Um- wandlung des Käfers den gesägten Rand zeigt, während er vorher glatt ist.

Herr Suffert hat zur Ansicht mitgebracht: Papilio Aegeus cf und Q. aus Australien und Pap. Ormenus Guer. mit den weiblichen Varietäten Onesimus (Anianga B.) aus Neu-Guinea in 12 Stücken, von der typischen braunen Form in allen Abstufungen fast bis zum Schneeweissen hinunter.

Sitzung vom 19. December. Herr Dönitz macht bei Vorlegung der eingegangenen Literatur auf einen Artikel im Feuille des jeunes naturalistes aufmerksam, der über Argas reflexus handelt, eine Zecke, die auf Tauben lebt und bei massenhaftem Auftreten junge Tauben zu Grunde i'ichtet. Dazu be- merkt derselbe, dass das Uebertreten dieser Zecke auf den Menschen vor Jahren von Gerstäcker in Virchow"s Archiv beschrieben worden sei.

Herr Esselbach zeigt zwei Prachtstücke von Goliathus regius und Dynastes Hercules.

Herr Günther legt eine Vanessa U7^ticae vor, deren Hinterleib infolge mangelhafter Verpuppung noch die Raupenhaut trägt. Das Stück ist klein, hat aber glatt entwickelte Flügel von auff'ällig dunkler Farbe, Herr Suffert zeigt folgende Schmetterlinge:

Papilio Macareus mit var, xanthosoma Hagen,

Agetes ,, ,, insularis Stgr,, Prioneris Autothisbe mit var. hypsipole Weym., die Stammformen von Nordindien und Java, die Lokalformeu von Su- matra.

Mitglieder- Ver zeich nisft.

Mitg"lieder-Verzeichniss

Mai 1896 ')

Vorstand-).

Vorsitzender Herr Prof. Dr. W. Dönitz,

Stellvertreter - Kamtnergcrichtsrath

F. Ziegler,

Schriftführer - Eisenb. -Betriebs-Sekretär

Haus Stichel,

Rechnungsführer - Heinrich Riffarth,

Bibliothekar - Prof. Dr. W. Dönitz,

1. Tieisitzer - H. Stüler, BaumeistcM-,

2. - M. Holtz.

R e d a k t i 0 n s - K 0 m m i s s i o 11. Herr Prof. Dr. W. Dönitz.

- Prof. Dr. 0. Thieme,

- H. Thiele.

Kommission zur Ernennung von Ehrenmitgliedern:

die Herren Ziegler, Thieme, Thiele, Hache uiul dem

V^ 0 r s i t z e n d e n .

E h r e n - M i t g 1 i e d e r. 18SG. Seine Kaiserl. Hoheit der Grossfürst Nicolai M ic h aii o wit seh

von Russland in St, Petersburg. (Lep) (Mitglied

seit 1884.) 1876. Herr Brauer, F. Professor Dr., Wien. (Mitglied seit 1858.) 1890. - Gundlach, Johann, Dr., Habana 109 Calle de Virdudes.

(Mitglied seit 1886.) 1890. - de Selys Longchamps, M. E., Baron, Lütt ich.

1869. - Staudinger, 0., Dr. phil , Dresden-Blasewitz. (Lep )

(Mitglied seit 1859.)

1) Die geehrten Herron Mitg-lieder werden ersucht, etwaige Ungenauigkeiten die.ses Verzeiclinissos fi-eundlichst richtig stellten zu wollen, damit diese Berich- tigungen im ntlch^ston Hefte der Zeitsclirift nachgetragen werden können. Beson- dei's sind genaue Angaben der Adressen, etwaige Wohnungsverändeiuiigen, sowie auch Mittheiinngen darüber erwünscht, mit welchen Insekten-Ordnungen die betr. Herren sich vorzugsweise beschäftigen. H. Riffarth.

W. 35. Steglitzerstr. 45-46.

-) Gewählt am 5. März 1896.

(II) Mitglieder - Verzeichniss.

Berliner Mitglieder.

1888. Herr Backhaus, E., Lehrer, N 58, Rykestr. 21. (Col.) 1892. - Blume, Georg, Kaufmann. N 28, Swinemünderstr. 138.

(Lep.) 1890. - Böttcher, Ernst, Kaufmann, C 2, Brüdersir. 30. (Ins. omn )

1885. - Brzozowski, Eugen, Rechnungsrath, W 57, Culnistr. 9.

(Col.) 1887. - Dönitz, W., Dr. med., Prof., prakt. Arzt, Steglitz bei

Berlin, Liudenstrasre 27. (Col. Lep.) 1882. - Dueberg, Helmuth, Ingenieur, N 4, Kesselsir. 7.

(Lop.) 1881. - Esselbach, Max, Kaufmann, SW 29, Gneisenaustr. 94

(Lep.) 1881. - Fincke, Gh., Maschinenbauer, N 4, Kesselsir. 35. (Lep.)

1872. - Fischer, E., Prof., Dr phil., Oberlehrer, NW 6, Luisen-

strasse 51. (Col.)

1892. - Foy, Louis, Kaufmann, S 59, Hasenhaide 49, I Quer-

geb. 3 1. (Lep.)

1886. - Fruhstorfer, H., Naturalist, N 4, Gartenstr. 152. (Col.

Lep.) (z. Z. auf Java.) 1890. - Gloxin, H., Dr., prakt. Arzt, Stabsarzt a. D., SO 26,

Reichenbergerstr. 176 (Col.) 1890. - Goerlich, August, Candidat der Naturwissenschaften^

C 22, Sophienstr. 23. (Col.)

1893. - von Grabczewski, E., Premier-Lieutenant a. D, Tele-

graphen-Ingenieur, S 14, Kommandantenstr. 45.

1892. - Günther, Ernst, Assistent bei der Linnaea, N 65, Adolf- strasse 26. (Ins. omn.)

1869. - Hache, Bernhard, Kaufmann, W 8, Charlotlensfr. 37 38. (Lep.)

1892. - llaensch, Richard, Naturalist. N 4, Hessischestr. 6, II.

1889. - Holtz, Martin, S 59, Boeckhstr. 2a. (Ins. omn.) 1895. - Honig, D, Rittmeister und Escadron-Ciicf im 10. Dra- goner-Regiment, W, Kurfnrstendamm 25.

1892. - Iluwe, Adolf. Geheimer expcd. Sekretär und Calculalor,

Friedenau b Herlin, Bahnhofstrasse 3. (Lep.)

"1893. - Jachnikowski, S., Geh. Kanzlei-Sekretiir, W 57, Stein-

metzstrasse 27 I. (Lep.)

1885. - Junack, Otto, Gymnasial - Lehrer, N 58, Wörlher-

strasse 4. (Col.)

1895. - Kreiling, Philipp, Chemiker, N 65, Antonsir. 3.

Mitglieder - Verzeichn iss. (III)

1890. Herr Kricheld orff, Albert, Naturalienhändicr, S 42, Oranien-

strasse'135. (Ins. omn.) 1890 - Kühl, W. H., Buchhändler, WS, Jägersfr. 73.

1881. - Minck, Max, Kaufmann, N 39, Boyenstr, 11. (Lep.)

1887. - Möbius, K., Prof. Dr., Geh. Reg.-Rath, Direktor der

zoologischen Sammlungen des Museums für Natur- kunde, W 10, Sigismundstr. 8. 187G. - Moritz, Bernhard, Reg.-Sekretär, N 58, Wörthorsir. 7. (Col.)

1888. - Moser, Julius, Premier-Lieutenant im Eisenbahn-Keg.

No. 1. VV 57, Yorkstr. 39. (Lep. Col.)

1885. - Müller, Aug., Dr. phil., Inhaber der Linnaea, N 4, No-

valisstrasse 16. (Ins. omn.)

1882. - Neubauer, Carl, Buchdruckereibesitzer, C 2, Neue Frie-

drichstr. 47. (Lep.)

1886. - von Oertzen, Eberhard, Lieutenant der Landwehr-

Cavallerie, Tegel b. Berlin, Schlossslr. 24. (Col.)

1891. - Quedenfeldt, Ludwig, Lehrer, Gross-1-iehterfekle bei

Berlin, Bahnstrasse 12. (Lop.).

1890. - Raif, Oscar, Professor a. d. Kgl. Hochschule für Musik,

W 57, Bülowstr. 107. 1882. - Reineck, R., Kartograph bei der Kgl. Landesaufnahme,

N. Wörtherstr. 57. (Lep.)

1891. - Reiss, Hermann, Buchbindermeister, SW 48, Wilhelm-

strassc 119-120.

1885. - Reiss, Hugo, Vergolder, C 22, Alte Schönhauserstr. 56.

1891. - Riffarth, Heinrich, Kunslanstaltsbesitzer, W 35, Steg-

litzcrstr. 45-46. (Lep. exot.)

1893. - Rohrbach, P, Kaufmann, Gross-Lichterfelde bei Berlin,

Commandantenstr. 2. (Lep.)

1876. - Rüdorff, F., Dr. phil., Professor am Polytechnikum Char- lottenburg, Marchstrasse 7. (Lep.)

1892. - Runge, Hermann, Apotheker, 0 34, Frankfurter

Allee 57.

1884. - Schacffer, W., exped. Sekretär und Calculator, Gross-

Lichterfelde bei Berlin, Bahnhofstr. 24. (Col.)

1876. - Schilsky, J., Lehrer, N 58, Schönhauser Allee 29. (Col.)

1886. - Schmidt, Emil, Dr. phiK, Ober-Realschullchrer, Gross-

Lichterfelde bei Berlin, Kyllmannstr. 4. (Ins. omn.)

1887. - Schröder, G,, Tcchn. Inspektor b. d. Königl. Landes-

vermessung, Schöneberg bei Berlin, Erdmannstr. 11. (Lep.)

(IV) Mitglieder - Verzeichniss.

18'Jl. Herr Schulz, Albert, Naturalist, Cliarlottenburg, Englische- strasse 22. <Ins. omn.)

1889. - Stadelmann, Herrn., Dr. phil., Assistent am Kgi. Zool. Museum, NW 7, Mittelstr. 39. (Ins. omu.)

1889. - Stempeil, Waller, stud. rer. nat., C 19, Scharrnstr. 11.

(Orth. und Neuropt.) 1887. - Stichel, Hans, Königl. Eisenbahn-Betriebs-Sekretär, W,

Grunewaldstr. 118. ('Ins. omn.) 1881. - Stöckenius, E, Dr. phil., Realschnllehrer, Charlotten-

burg, Schlossstr. 3. Qns. omn.) 1894. - Stiller, H., Baumeister, W35, Derfflingerstr. 26, III. (Col.) 1893. - Suffert, E., Rentier, Friedenau, Wielandslr. 27 I.

(Lep, exot.) 1880. - Thiele, H., Xylograph, W 35, Steglitzerstr. 7. (Lep.)

1868. - Thierae, 0., Prof., Dr. phil., Oberlehrer, N 37, Schön- hauser Allee 147a. (Lep. Col.)

1890. - Wad zeck, H ans, Kaufmann, Friedenau b. Berlin, Rhein-

strasse 21 in. (Lep.) 1889. - Willenberg, Max, Haupt-Steueramts-Assistcnt, NW 21

Waldstr. 7. (Lep.) 1883. - Wolfrum, Otto, Gymnasiallehrer, Steglitz bei Berlin,

Südentistrasse 12. (Col.) 1887. - Ziegicr, F., Kammergerichtsrath, SW 47, Yorkstr. 77.

(Lep.)

Auswärtige Mitglieder.

1893. Sc. Durchlaucht d. Herzog Victor v. Ratibor zu Räuden und

Corvey, 0. Schi. 1879. Herr Altum, Bernard, Dr. phil., Professor an der Forst- Akademie Eberwalde. (Ins. omn.) 1889. - Ballabene, Raimund, Direktor der Meganitfabrik, Zurn-

dorf bei Zurany in Ungarn. 1889. - Bartels, C. 0., Gerichts-Assessor, Landsberg a. W. (Col.) 1883. - Becker, Th., Stadtbaurath, Liegnitz, Bismarckstr. 5.

(Hym. Dipt.) 1889. - Bercio, Hans, Dr. jur., Gerichts-Assessor, Insterburg,

Undenstrasse 5. (Col.) 1872. - Berg, Carlos, Dr. phil., Professor, Direktor des Staats-

Museiims, Bucnos-Aires, Musco nationale Casilla de

Correo 470.

Mitglieder - Verzeichniss. (V)

1883. Herr Bergroth, E., Dr. med., prakt. Arzt, Taminerfors in Finn-

land. (Hein.) 1860, - Beuthin, H., Dr. phil., Direktor, Hamburg, St. Georjr,

Steindamm 29. (Col.)

1884. - von Bock, Hans, Premier-Lieutenant, Posen, Naumann-

strasse 13.

1887. - J5ornemann, Gustav, Gross -Kaufmann, Magdeburg,

Grosse Jnnkersir. 1. (Lep. our. u. exe.) 1889. - Brenske, E., Rentier, Stadtrath, Potsdam, Kapellenberg-

strasse 9. (Col.) 1877. - Brusina, Spiridion, Dr. phil., Professor, Direktor des Nationalmuseums in Zagreb (Agram).

1892. - Buchenau, Franz, Prof. Dr. phil., Roalschuldireklor,

Bremen, Contrescarpe No. 174. 1862. - Buddeberg, Dr. phil., Direktor d. Realschule, Nassau a. L.

(Col.)

1865. - Costa, Achille. Dr., Prof., Direktor des Zoolog. Mu-

seums, Neapel, Via Oronzie Costa 5, (Enlom. gen.)

1894. - Daub, Martin, Architekt, Karlsruhe, Beiertheimer Allee 7. 1882. - Dieckmann j un. H. W., Kaufmann, Hamburg, Ferdinand- strasse 46. (Lep )

1889. - Dognin, P., Paris, Auteuil, Villa de la reunion, Rue du

pont de jour.

1885. - Drake, F, Dr. med., prakt. Arzt, Cordoba, Argentinien,

Galle Libertad.

1884. - Elwes, H. J., Gutsbesitzer, Colesborne, Andoversford

R. S, 0. Gloucestershire England. (Lep. europ. und exot.)

1886. - Fei sehe, Carl, Privatier, Reudnitz-Leipzig, Chaussee-

strasse 2 I, (Col.)

1895. - Fiedler, Carl, Dr. med., prakt. Arzt, Suhl in Thüringen.

1893. - Fiedler, Oscar, Maschinenfabrikant, Leipzig-Lindenau,

Poststr. 10.

1888. - Godmann, Frederic Ducanc, Dr., London W. 10,

Chandos St., Cavendish Sq. (Lep.)

1885. - Gräser, Louis, Entomolog, Hamburg, St Georg, Hansa-

platz 12. (Lep.) 189G. - Grüner, W., HauptstadtkasscnAssistent, Sprenibcrgi. Laus.

189.3. - Hagen, B., prakt. Arzt, Homburg, Rheinpfalz. (Lep.)

1866. - Haglund, C. J. E., Dr. med., Norrköping. (Hcmipt exot.) 1888. - Hahn, E., Dr. phil,, Lübeck, Musterbahn 5a.

1884. - Haneid, W., Fenerwerkshauptmann im Schles. Fuss-Art.-

Reg. No. 6, Neisse. (Lep.)

(VI) Mitglieder - Verzeich niss.

1805. Herr Haras so witz, Otto, Buchhändler, Leipzig.

1888. - Hering, Eduard, Major a. D., Stettin, Liiideusfr. 22,

(Lep., Microlep.) 1881. - Hetscliko, Alfred, Prof. an der LehrerBildiuigs-Anstalt,

Taschen, Oeslerr. -Schlesien.

1894. - Heyne, Ernst, Natnralienhändler, Leipzig, Hospitalstr, 2. 189&. - Hilger, Const., Dr, phii., CusloS am Grossh. Natural,

Cabinet, Carlsruhe.

1881. - Hinneberg, C, Dr. med., prakt. Arzt, Potsdam, Maucr-

slrasr.e 13. (Microlep.)

1891. - von Horvjlth, Geyza, Dr. med, Budapest, Deiiäb-

utcza 15. (Hem.)

1889. - von H o y nin gen -Huene , Fr., Freiherr, Gut Lechts,

Stat. Lechts a. d. Balt. P^iscnbahn, Estland.

1882, - Jacoby, Martin, London, 7 Henistall Road, West-Hanip-

stead. (Col. Chrysom. exot.)

1895. - Jansen, O. E, Buchhändler, London, W. C. 44 Greal

Russel-Street.

1892. - Kandelhart, Jolianncs, Landmesser und Cultur-In-

genieur, Cottbus, WestsIr. 9. 1882. - Kheil, Napolt^on, M., Professor, Handelsschuldirektor,

Prag, Ferdinandstr. 38. (Lep. exot.)

1894. - Kicffer, J, J,, Lehrer, Bitsch, Lothringen (Lecid.).

1890. - Krancher, 0., Dr. phil., Direktor, Leipzig, Linden-

strasse 2 III.

1895. - Krön berger, Dr. med., Gemeindearzt, Schörfling, Ober-

Oesterreich. (Col, Dipt.) 1892, - Kroulikowsky, L., Malmisch, Kusslar.d, Gouvernement

Wiatka. (Lep)

1896. - Kühles, A., Zoologe, München, Blumenstr. 4 I.

1892. - Kuhlman n , Lud wig, Naturalienhändler, Frankfurt a. M., Rhönstr. 47.

1889. - Kuhlmeyer, Max, cand, jur., Elberfeld, (:}rünstr. 8.

1895. - Kummer, 0., L., Generaldirektor, Dresden, Waisenhaus-

strasse 22,

1887. - Lahmann, Alb., Heinrich Sohn, Reepschlägcrei- Bcsilzer, Bremen, Herderstr. 42, (Lep.)

1889. - Leech, J., H., London, S W., 29, Heydc Park Gate.

1890. - Lehmann, Udo, Neudamm (wieder eingetreten 1896), 1892. - Lenz, 11., Dr. phil., Lübeck, Natnrhistor. Museum,

1891. - Levcillö, A., Dr., Paris, Ruc St. Placidc 42.

1895. - Lipkin, A., Ingenieur, Wilkomir, Gouvernement Kowno, Russland,

Mitglieder - Verzeiehniss. ( ^' 11 )

1892. Herr Loose, A., Disponent am Grusonwerk, Magdeburg, An-

baltsfr. 9. 1880. - Lüders, Leo. Roalschullelirer, Hamburg Eimsbüttel,

Hellalliancestrasse 64.

1889. - Martin, L,, Dr. med., Hofratb, Müncben, Akademiestr. 11.

(Lep.) 1892. - von Mitis, Ritter, H., K. K. Militair-Rechnungs-Official, Wien I, Fleisclimarkt 19.

1887. - Mövvis, Paul, Naturalist, Darjeeling, Ostindien. 1 Vic-

toria Torrace. (Ins. omn.)

1890. - M ontei ro, Antonio, A ugu st o, de Carvalbo, Lissabon

Rna do Alegrim 72. 1895. - Ney jun., Felix, Fabrikant, Aaciien, Hubertussir 51.

1891. - Nonfried, A. F, Entomologe, Rakonitz in Böhmen. 1879. - Oberthür, Charles, Rennes in Frankreicii, Ille-et-Vi-

laine. (Lep.) 1879. - Oberthür, Ren 6, Ronnes in Frankreich, Ille-ct-Vilaine.

(Col.) 1878. - von der Osten Sacken, R., Baron, Heidelberg, beim

Gärtner Mai, Wredeplatz (Dipt )

1889. - Philipieff, Victor, Prof., St. Petersburg, Minist^re des

Domaines. 1S89. - Fielet, Alphonse, Genf, Promenade Pise 3.

1888. - van de Poll, Ncrvoort, J. R. H , Entomolog, Rijssen-

burg, Provinz Utrecht, Holland.

1887. - Raiser, Christian, Dr. med., prakt. Arzt, Medicinal- Rath, Worms. (Lep.)

1895. - Reuter, Enzio, Dr. phil., Helsingfor.*, Finnland, Fre-

driksgatan 45.

18G8. - Ribbe, He iurich, Naturalienliändlcr, Ober-Iiössiiitz-Rade-

beul b. Dresden, Schulstr. 50.

1895. - Robansch, A., K, K. Güter-Cas.^ier, Bregenz am Boden-

see, Vorarlberg.

1895. - Roderburg, Fritz, Dr., Löwen, Belgien, 34 Rue Marie

Therese.

1800. - von Roeder, Victor, Hoym, .Anhalt Dessau (Dipl.)

ISGO. Roeder, Adolf, Privatier, Wiesbaden, Taunnsstr. 1.

(Lep ) 1895. - von Rothschild, Waller, Baron, Zoologieal Museum

Tring Harts, England. 1895. - Rudow, Prof, Dr. phil.. Perleberg.

1890. - Sack, P,, Dr, Ofleubach, Bettinerstrasse 19.

(VIII) Mitglieder- Verzeichniss.

1890. Herr Schanfnss, Camillo, Direktor des Museums TiUdwig

Salvator, Meissen, Sachsen. 1884. - Schaus, jr., William, Twickenliam, Enjilaiul, Ormonde

Lodge, St. Margarets. (Lep.) 1895. - Schmalz, J. P., Joinville in St. Catharina, Brasilien. 1887. - Schmedcs, Georg, Regierungs- und Baurath, Stendal.

(Lep.) 1874. - Schnabl, Job , Dr. med., prakt. Arzt, Warschau, Kra- kauer Vorstadt 59-63. (Dipt ) 1895. - Schöbl, Jos., Dr. med., Prof., Direktor a. d. K. K. höhm.

Augenklinik, Prag, Gerstengasse 10. 1883. " - von Schönberg, Wolf, Landgericbtsrath a. D., Naum- burg a. d. S. (Lep eur. und exot.) 1884 - von Schönfei dt, Oberst u.Bezirks-Conimaiideur, Eisenach,

Marienhöhe, Villa Martha. 1895. - Sehopbach, Ferd., Grossherzogl. Geometer I. Cl.,

Butzbach. 1890. - Scebold, Theodor, Privatier, Paris, 5 square du Roule,

(Ins. omn.) 18fiG. - Sharp, David, Hawthorndene, Hills Road, Cambridge,

England. (Col.) 1864. - Simon, Eugene, Paris, Avenue de Bois du Boulognc 56.

Villa Said IG. (Arachn.) 1887. - Smith, Henley Grose, Rechtsanwalt, London W. 5

Br^'auston-Square, Hyde-Park. (Lep. eur. und exot.) 1882. - Srnka, Anton, K. K. Landes-Cassier, Prag, Ursuliner-

gasse 143. (Lep. eur. und exot. Col. Cecindelidae) 1880. - von Stein, Richard, Dr. med., K. K. Bezirksarzt,

Chodau b. Karlsbad, Böhmen. 1887. - Stein, P., Gymnasial-Oberlehrer, Genthin 1858. - Stier lin, G., Dr. phil., SchafThausen. (Col)

1886. - Tancre, R., Fabrikant, Anklam. (Lep)

1894. - Taschenberg, E, Prof., Dr. phil., Halle a. d. S.,

Mühlenweg 19. (Ins. omn.)

1895. - Tesch, C, Lithograph, Braunschweig, Landstrasse 12.

1887. - von Turati, Gian I'^ranco, Graf. Mailand, Via Mera-

vigli 13. (Lep.) 1869. - Wachtl, Frdr., A., K. K. Forstmeister, Mariabrunn b.

Wien, Post Weidlingcn. (Lep Hym.) 1890. - Walsingham, The Right Hon, Lord, Merton Hall,

Thetford, Norfolk. (Lop.) 1894. - Weiss, J ul ius, Weingutsbesitzer. Deidesheim, Rheinpfalz.

(Lep. Col)

Mitglieder - Verzeichniss. (IX )

1882. Herr Weymer, Gustav, Beamter, Elberfeld, Sadowastr. 21a.

(Lep.) 1896. - Wicligraff, Bildnissmaler, Wiesbaden.

1885. - Williams, W., J., Mitglied der Zoological Society, Lon-

don, 3 Hannover Square.

1891. - Windrath, Walter. Kaufmann, Elberfeld, Simonstr. 2öa.

(z. Z. Siiigapore.) 1882. - Wiskott, Max, Fabrikbesitzer, Breslau, Kaiser Wilhelm-

strasse 69. (Lep.)

K 0 r r e s j3 o n d i r e n d e Mitglieder.

1871. Herr van Ankum, H. J., Dr., Rotterdam.

1871. - Bethe, Dr. med., Stettin. Mitglied seit 1865.

1875. - Brischke, emerit. Hanptlehrer, Zoppot bei Danzig. Mit-

glied seit 1861.

1871. - F rey-Gessner, Kustos am zoolog. Museum, Genf, aux

grauds phüosophes 5. Mitglied seit 1860.

1874. - von Heldreicli, Direktor d. Kgl. bot. Gartens, Athen.

(Col.) Mitglied seit 1885.

1886. - von Jhering, Herman, Dr. phil., Direktor d. Museo

Paulista, Sao Paolo, Cac.xa Nr. 500, Provinz Rio Grande do Sul. Brasilien.

1870. - Krüper, Dr , Kustos am zool Museum, Athen. Mitglied

seit 1859.

1878. - Morawitz, A., Dr., Petersburg, Wosnessensky Prospect33.

Mitglied seit 1860.

1873. - Rad de, Dr., Kaiserl. Wirkl. Staatsrath, Excellenz, Di- rektor des zool. Museums, Tiflis.

1892. - Sorhagen, Ludwig, Dr. phil , Hamburg, Grindelberg 5.

Mitglied seit 1880. 1864. - Ulke, Henry, Washington, Distr. of Columbia. (Col.)

Mitglied seit 1860. 1869. - de Vi Ilefroy- Cassini, F., Paris. .Mitglied seit 1864.

Vereine und Institute, welche die Zeitschrift im Abonne- ment erhalten.

Basel: Universitäts-Bibliothek.

Berlin: Bibliothek des Königl. Ministeriums für Landwirthschaft, Do-

mainen und Forsten, W. 9. Leipzigerstr. 8. Dortmund: Naturwissenschaftlicher Verein (W. MöUenkamp).

(X) Mitglieder- Verzeichniss.

Dresden: Königl. Zoologisches Museum.

Göttingen: Königl. Univi-rsitäts-Bibliotiiek.

Greifswald: Königl. Universitäts-Bibliothek. (Prof. Gilbert.)

Hamburg: Naturhistor Mu-euni der Freien Stadt Hamburg.

Heideiderg: Grossherzogl. Badisciie Universitäts-Bibliothek.

Leipzig: Entomologischer Verein ., Fauna'' (Dr. G. Rey, Flossplatz 9.) Universitäts-Bibliothek.

Marburg i. H.: Zoologisches Institut der Universität.

.München: Zoologisch- zootomische Sammlung der Universität, (Prof. Dr. R. Hertwig). Königl. Bayrische Hof- und Staatsbibliothek.

Münster i. \V.: Zoologische Sektion des Provinzial-Vereins für West- falen etc., (Präparator Rudolf Koch, Neustr.).

Neapel: Zoologische Station, (Dr. J. Schöbel).

Prag: Entomologische Sektion der Physiokratischen Gesellschaft, (Dr. 0, Nickerl, Wenzelplatz 16 )

Strassburg i, E. : Kaiserl. Univer.*itäts- und Landes-Bibliothek.

Tharandt: Königl. Sächsische Forst-Aka:demie.

Tübingen: Königl. UniversilätsBibliothek.

Zürich: Entomolog. Museum des Eidgenöss. Polytechnikums, (Dr. Standfuss).

Vereine und Institute, welche die Zeitschrift gratis erhalten oder mit denen ein Schriftenaustausch besteht').

Berlin: Akademische Lesehalle (gr.)

Königliche Bibliothek (gr.)

Bibliothek des Königl. zoolog. Museums (gr.)

Deutsche Entomologische Gesellschaft, (Dr. G. Kraatz, W.9,

Linkstr. 28).

Friedrich-Werdersche Gewerbeschule (gr.)

Gesellschaft der naturforschenden P^reunde. Universitäts-Bibliothek (gr.)

Bern: Schweizer Entomologische Gesellschaft. (Th. Steck. Nägeli-

Gasse 5). Bonn: Naturhistor. Verein dir Preuss. Rlieinlande und Westfalens Boston, (U.S.A.): Society of natural history. Breslau: Universitäts-Bibliothek (gr.)

Verein für schlesische Insektenkunde.

I) Ein Schriftenaustausch wird in der Regel nur mit denjenigen Gesellschaften eingeleitet, deren Schriften ganz oder vorzugsweise entomologischen Inhalts sind; die mit (gr.) bezeichneten Gesellschaften erhalten die Zeitschrift gratis.

Mitglieder - Ver zeich niss. (XI)

Brunn: Naturforschender Verein

Brüssel: Societe entomologiqne de Belgique.

Budapest: Königl. Un^ar. Naturwissenschaftliche Gesellschaft.

Buffalo, ([;. S. A.): Society of natural sciences.

Caen: Societe francaise dVntomologie (Albert Fauvel, rue d'Auge 16.)

Societe Linn^enne de Normandie. Calcutta: Asiatische Gesellschaft in Bengalen. (Park Street 57.) Cambridge, (Mass. U. S A.): Entomological-Club (Psyche), (Samuel

H. Scudder). Chapel Hill (N. C. U. S ): Elisha Mitchell Scientific-Society

(University of North Carolina) Christ iania: Kongeligi» Norske Universited.

Dresden: Eiitoniologische (:«esellschaft ,,Iris" (H. Sperrhaken Lüttichau- strasse 19). Durham New Hampshire, U. S. A, American Naturalist, (Prof. C.

M. Weed). Florenz: Societä Entoniologica Italiana (Via Romana 19, R. Museo

di Storia Naturale). Frankfurt a. M. : Zoologischer Garten. Genua: Museo civico di storia naturale (Dr. Gestro). Graz: Akademischer Leseverein (gr.)

Gray, (Haute Saöne): Ernest Andre, Rue des promenades 17. Halle a. S.: Kaiserl Leopoldinische Carolinische Deutsche Akademie

der Naturforscher. (Prof. Dr. H. Knoblauch.) Hamburg: Verein für naturwissenschaftliche Unterhaltung. (M. Beyle,

Uhlenhorst, Blücherstr. 37.) Hermannstadt: Siebenbürgischer Verein für Naturwissenschaften, Kiel: Naturwissenschaftlicher Verein für Schleswig-Holstein. Lawrence, Kansas, (U. S. A.), University of Kansas, (W. H. Caruth,

Managing Editor). Leipzig: Insekten-Börse, (Frankenstein u. Wagner, Salomonstr. 14). Leyden: Needorlandsche entomolog. Vereeniging (C. Ritsema, Cz.

Rapenburg 94). London: Entomological Society, W. 11- Chandos Street, Cavendish Square. Tlie Entomologist; Richard South, Oxford-Road, Maederfield,

Cheshire, Enj-land. Luxemburg: Fauna, Verein Luxemburger Naturfreunde (Schriftführer

.Math. Kraus). Lüttich: Societe royale des sciences. Lyon: Societe Linnenne. Manchester: Literary and philosophical Society.

(XII) Mitglieder- Verzeichniss.

Moskau: Soci^fe imperiale des Naturalistes.

Soci^te imperiale des amis de la natiire etc. Nürnberg: Naturhistorische Gesellschaft.

Odessa: Sociale des Naturalistes de la nouvelle Rnssie (Präs.: D.

Salensky). Palermo: II naturalista siciliano (Enrico Ragusa). Via Stabile No. 89. Paris: Societe entomologique de France (28 Rue Serpeiite).

Feuille des Jeunes Naturalistes (35 rue Pierre-Charrou). Petersburg: Russische entomologische Gesellschaft, Moika, Pont Bleu,

Ministere des Domaims. Philadelphia: Academy of Natural sciences.

American Entomoiogical Society.

Prag: „Lotos", Natiirhistorischer Verein, Zeitschrift für Naturwissen- schaften. Lese- und Redehalle der deutschen Studenten, Ferdinandstr. 20 neu (gr.) Salem: (U. S. A.) Peabody Academie of Science Salem: (Mass. U. S. A.) American Assoc. for the Advancement of

Sciences. Stettin: Eutomologischer Verein (Dr. C. A Dohrn). Stockholm: Königl. Schwedische Akademie der Wissenschaften.

Schwedische Entomologische Gesellschaft. (Prof. Dr. Ch. Aurivillius.)

Stuttgart: Würtemberg. Verein für Vaterländische Naturkunde. Topeka: (U. S. A.) Kansas, Kansas Academy of Science. Trencsin: (Ungarn) Naturwissenschaftlicher Verein des Trencsiner

Comitates. Washington: Smithsonian Institution.

U. S. Agricultural Departement.

Entomological Society of Washington (John B. Smith). IJ. S. National-Museum.

Wien: K. K. Akademie der Wissenschaften. (Wien I, Universitäts- platz 2.)

Verein zur Verbreitung naturwissenschaftlicher Kenntnisse.

Zoologisch-botanische Gesellschaft. (Wien I, Wollzeile 12.)

Kaiserl. Königl. Naturhistor. Hof-Museum (Burgring). Wernigerode: Naturwissenschaftlicher Verein des Harzes. (Biblio- thekar Bühring, Gartenstr. 8.)

Wiesbaden: Verein für Naturkunde im Herzogfhnm Nassau. Zürich-Hottingen: Societas Entomologica (Fritz Rühl).

[Berliner Entoniolog. Zeitschrift Bd. XLI, Jahrg. 189G, HeftT.

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Epi dosi s- Gruppe

von ./. J. K'ieffer in Bitsch.

Mit 3 Tafehi.

Zur Mpidosis-Gr\\\)\}C geliörcn alle Ceci domyinac, welche einen zweivvurzeligen Cubitus oder vier Längsadern zeigen. In allen Fällen ist die obere Wurzel oder Querader so deutlich als die übrigen Adern, so dass man auch dann noch den Cubitus als zweivvurzelig betrachten kann, wenn die wonig schiefe obere Wurzel die Verlängerung desselben nicht darzustellen scheint. Der Flügelvorderrand ist stets unbeschuppt und der Cubitus in oder hinter der Flügelspitze mündend. Ausser der gewöhnlichen Flügelfalte zeigt sich meist noch eine unvoll- ständige, unter der Spitze liegende Falte, welche Bremi als „ein Strichelchcn. wie die Mündung eines Nerv's" bezeichnet hat. Die Taster zeigen Querreihen von winzigen Börstchen, so dass man sie bei oberflächlicher Betrachtung für quergeringelt halten könnte. Die Fühler sind meist durch die ausserordentlich langen Haarwirtel aus- gezeichnet; der obere gewöhnlich lang und der halsartigen Verlängerung parallel, der mittlere sehr lang und wagerecht. Bogenwirtel') nur

^) Als „Bogenwirtel" bezeichne ich die in der Z?i/:)?05i5-Gruppe wunderschön entwickelten Gebilde, welche ich in Bull soc. ent. Fr. Paris 1895, S. CXCU, Fig. 1 „filets arquös" genannt habe. Es sind dicsWirtel, welche ans haarartigen, fadenförmigen, braunen oder hyalinen, von einer Papille ausgehenden, bald aber sich bogenförmig herabneigenden und mit der folgenden Papille vereinigenden Gebilden bestehen. Vgl. auch Bull. S. CCCXIX, Fig. 1 3, ferner „Feuille des jeunes naturalistes" 1895, S. 7—10, Fig. 1—7. Diese Gebilde sind nicht, wie H. Enzio Reuter zu berichtigen glaubte, als Lamellen, sondern in Wirklichkeit als fadenförmige, spitz oder stumpf bogenförmige Gebilde aufzufassen, wie ich es (1. c.) angegeben habe. Man kann sich leicht davon über- zeugen, wenn man durch Rollen eines Fühlers unter dem Deckgläschen diese Bogen von den Fühlern trennt; sie zeigen alsdann die ver-

XLI. Heft I. 1

2 /. J. Kieffer:

schwach entwickelt (vgl. Taf. III, Fig. 21 und 22). Das erste Geissel- glied ist mit dem folgenden nicht verwachsen; dies gilt wenigstens im Gamptomyia, Coloinyia, Dicroneurus, Epidosis. Ruebsaamenia, Holoneiirus und Winnertzia. Kammartig gereihte Börstchen auf der Unterseite des letzten Tarsengliedes habe ich nur bei den Weib- chen von Clinorhytis und Winnertzia wahrgenommen. Reine meist verlängert; nur bei Bryocrypta und Winnertzia wie gewöhnlich. Ein weiteres Merkmal giebt die Legeröhre; dieselbe zeigt nämlich, oberhalb der Oeffnung, zwei- oder dreigliedrige Lamellen (Bryocrypta und Colomyia ausgenommen), während sie in den Lasioptera- und Asp]iondylia-(jvw^\}Q\\ in ein Säckchen oder in eine dünne Spitze, in der Z>i/;Zo5is-Gruppe aber in einfache Lamellen oder in eine dünne Spitze endigt. Nach dem Flügelgeäder zerfällt die -£J/>i(/oÄis-Gruppe in drei Abtheilungen, wie es folgende übersichtliche Tabelle zeigt.

1. Abtheilung. Cubitus nicht verzweigt. Drei Längsadern. Krallen einfach oder gespalten.

1 (4). Obere Wurzel des Cubitus mit der ersten Längsader nicht

parallel laufend.

2 (3). Untere Wurzel des Cubitus fast gerade. Beine nicht verlängert.

Lamellen der Legeröhre ungegliedert: G. 1. Bryocrypta n.g.

3 (2). LTntere Wurzel des Cubitus stark S-förmig geschwungen. Beine

stark verlängert: G. 2. Colpodia Winn.

4(1). Obere Wurzel des Cubitus aus der Wurzel der 1. L.-A. ent- springend und mit dieser parallel laufend.

5 (8). 3. L.-A. einfach.

6 (7). Taster zweigliedrig. Krallen gespalten. Drei Ilaftballen:

G. (). Colomyia Kieff.

7 (0). Taster viergliedrig. Krallen einfach. Ein Haftballen :

G. 3. Ho/oneiirns Kieff.

8 (5). 3. L.-A. gegabelt. Untere Wurzel des Cubitus an beiden

Enden ausgebuchtet. Krallen einfach. Ein Ilaftballen. 9(1-1). Hinterleib nicht nach oben gekrümmt.

10(1.'!). Geisselglieder in beiden Geschlechtern mit halsartiger Ver- längerung (scheinbar gestielt).

11(12). Krallen fast rechtwinkelig gebogen, unter der Spitze stark erweitert: G. 5. Epidosis II. Lw.

schiedensten Gestalten, verkrümmt oder miteinander verschlungen oder auch fast ganz ausgestreckt. Die Fühler der Gallmücken sind also mit drt'i verschiedenen Arten von Wirtcjn versehen, nämlicli mit Borsten- wirteln (verticilli setosi), Bogenwirteln (v. arcucdi) und l,iinu'llen- wirteln (v. laminosi); letztere nur für diu Üampylomyza-Gruppa bekannt.

Neuer Beitrag zur Kenntniss der lipidosis-Gruppe. 3

12 (11). Krallen bogenförmig, nirgends erweitert:

G. 4. Dicroneurus Kieff. 13(10). Geisselglieder in beiden Geschlechtern ohne halsartige Ver- längerung (sitzend): G. 7. DirhizaWmw.

14 (0). Hinterleib nach oben gekrümmt: G. 8. Camptomyia Kieff.

2. Abtheilnng. Cubitus nicht verzweigt. Vier einfache Längs- adern. Krallen einfach oder gespalten.

1 (G). Krallen einfach. Obere Wurzel des Cubitus mit der ersten

Längsader parallel verlaufend.

2 (3). Hinterleib nach oben gekrümmt: G. 9. Bii ehsaameni a Kie^.

3 (2). Hinterleib nicht nach oben gekrümmt.

4 (5). Haftballen einfach, länger als die Krallen:

G, 10. Asynapta H. Lw.

5 (4). Haftballen mit zwei Pulvillen, kürzer als die Krallen:

G. 11. Ciinorhytis Kieff. (■) (1). Krallen gespalten. Obere Wurzel wie bei Diplosis:

G. 12. Winnertzia Rond.

3. Abtheilung. Cubitus in seinem Basalstück verzweigt. Krallen einfach: G. n. Diallactes KiQ^.

Die Puppen dieser Gruppe sind durch das Vorhandensein von vier Dorsalpapillen zwischen den beiden letzton Stigmen von denen der übrigen Cecidomyinen zu unterscheiden. Von den Puppen der Lestreminen unterscheiden sie sich durch die hervorragenden Thorakalstigmen (Winnertzia und Diallactes ausgenommen) und durch die kurzen Ge- sichts- und Thorakalborsten, welche hier nicht länger als ihre Papille sind. Manche stehen den Äfiara-Puppen sehr nahe, weichen aber von ihnen ab, sowohl durch die nie fehlenden Scheitelborsten, als auch durch die Zahl der Stigmen, deren neun Paare vorhanden sind. Die mir be- kannten Puppen der i'J/'irfoÄJs-Gruppe lassen sich gruppiren wie folgt: 1 (10). Hinterleibstigmen hervortretend, d. h. wenigstens so lang als dick.

Thorakalstigmen gross, den Scheitel überragend. Scheitelborsten sehr klein, die Länge ihres Höckers nicht

erreichend : , Colomyia Kiett'.

Scheitelborsten gross, viel länger als ihr Höcker.

Puppe nackt: Camptomyia Kieff.

Puppe in einer Hülle.

Hülle die Puppe schildförmig deckend: Holoneurus Kieff. Hülle ein cllipsoidales Cocon darstellend: Dicroneurus n. g.

und Epidosis H. IjW. 9 (2). Thorakalstigmen kurz, kaum länger als dick. Hülle schild- förmig: Ruehsaamenia Kieff.

1*

2

(9).

(4).

4

(3).

5

(G).

G

{^).

(

(.S).

s

(7).

4 J. J. Kieffer:

10 (1). Ilintcrleibstigmen nicht (ob immer?) hervortretend. Puppe

nackt.

11 (12). Gesichtsborsten nicht länger als ihre Papillen:

Winnertzia Rond.

12 (11). Zwei Gesichtsborsten stark verlängert: . Diallactes Kieif.

Die Larven der Epidosis-Gvui^po lassen sich von denen der drei übrigen Gruppen der Cecidomyinen durch die Dorsal- und Lateral- papillen unterscheiden, wie ich es schon früher angegeben habe (Wiener Ent. Z. 1895, S. 2). In den Laswptera-, Asphondylia- und Di|>/o5?5-Gruppen stehen nämlich zwischen den beiden letzten Stigmen nur zwei Dorsalpapillen, während deren vier in der J^pi- rfos?5-Gruppe vorhanden sind. Ferner zeigen die Larven der drei ersten Gruppen nur je zwei Lateralpapillen (einige Diplosis jedoch auch je drei), während hier je vier oder je drei dann aber vier hintere Ventralpapillen vorkommen. Im Ganzen ist somit die Zahl der Papillen hier bedeutender (20) als in den anderen Gruppen. Dieses Merkmal haben die Epidosis mit den Lestreminen gemein, von denen sie aber wieder durch die Gestalt des Analsegmentes al)- weichen. Dieses Segment zeigt bei ihnen unterseits eine spaltförmige Oeffnung, während es sich bei den Lestreminen nicht auf der Unter- seite, sondern am Ende öffnet und zwar so, dass das Darmendo in der Gestalt eines umgekehrt kegelförmigen, an der Spitze abgestutzten Anhanges zum Vorschein kommt und bei den Bewegungen der Larve mit Regelmässigkeit ein- und ausgestülpt wird. Ausserdem lassen sich die Lestreminen-Larven noch durch die Gestalt der inneren Pleuralpapillen erkennen, indem diese bei ihnen zu zwei, in der Epi- f/o5?VGruppc aber zu drei stehen. Colomyia und Diallactes bilden allein eine Ausnahme, indem ihre inneren Papillen auch nur aus zwei zusammengesetzt sind. Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal zwischen der Epidosis-(jY\x]}\^Q und den Lestreminen giebt uns die Gestalt der Tracheen (vergl. hierüber: P^ssai sur le groupe Campyloinyza. Mi- scellanea entomologica 1895, S. 58, Taf. I, Fig. 11). Verlängerte

Fühler, wie dies in der Diplosis sowie in der Campylomyza-

Gruppe vorkommt, sind von keiner Epidosis-kri bekannt. Hals mit sechs Collarpapillen. Am ersten Brustringe sind ferner beider- seits die zwei äusseren Dorsalpapillen nicht nebeneinander, sondern hintereinander stehend und bilden so, mit den Lateralpapillen, einen aus fünf oder sechs Papillen bestehenden, nach unten offenen Bogen, welcher das Stigma umgibt und dasselbe nach vorne zu beschützen scheint. Eigenthümlich ist hier auch für zwei Gattungen das Vor- kommen sonderbarer Gebilde, welche ich als Bauchhäkchen (Un- cinuli ventrales) bezeichnet habe und im Laufe dieser Arbeit

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Epidosis-Gruppe. 5

ausführlicher beschreiben werde. Von den Dornwärzchen (Verrucae spiniformes) kommen in den meisten Fällen sowohl die Rücken- dornwärzchen (verr. spin. dorsales K.) als auch die Bauchdorn- wärzchen (verr. spin. ventrales R.) vor. Die Terminalpapillen') erscheinen in verschiedenen Gestalten, nämlich als Wärzchen ohne irgend welche Verlängerung (papillae terminales simplices), oder als Wärzchen mit Borste (pap. term. setigerae), oder als Häkchen oder Höcker (tubercula R.), oder als walzenförmige Ge- bilde (pap. term. tuliigerae).

Alle mir bekannten Alten leben unter Rinde, in faulem Holze, unter faulenden Blättern oder auf Moosen. Die einzige von Rüb- saamen beobachtete Larve lebt in Blattscheiden von Calama- grostis epigeios;-) leider hat der Autor nichts anderes darüber mit-

^) Betr. den von mir aufgestellten Terminus „Papillae termi- nales" schreibt Professor Dr. Fr. Thomas in der Forstlich-natur- wissenschaftlichen Zeitschrift von München 1895, S. 436 folgendes: „Wenn Kioffer hiermit nicht blos seine Ansicht über die morphologische Homologie von Tuberkeln und Papillen zum Ausdruck bringen will, sondern zugleich der Meinung sein sollte, dass dieser Terminus fortan in den Beschreibungen an Steile des älteren „tubercula" R. zu treten hätte, so kann ich ihm nicht beistimmen . . . Aber wenn selbst eine morphologische Gleichwerthigkeit der Höcker des letzten Segmentes mit den typischen Papillen als bereits erwiesen angesehen wird, so begründet dies doch nicht die Beseitigung des gebräuchlichen und für die Mehr- zahl der Fälle bezeichnenden Terminus tubercula". Diese wenigen Zeilen enthalten nicht weniger als drei Irrthümer. Es ist nämlich erstens unrichtig zu behaupten, dass der Terminus tubercula für die Mehr- zahl der Fälle bezeichnend sei. Der Autor dieses Terminus wollte durch denselben nur die Höcker der Diplosis-Arien bezeichnen, also nicht die Mehrzahl der Fälle. "Wenn ferner Thomas glaubt, ich habe entweder blos meine Ansicht zum Ausdruck bringen oder den Terminus tubercula beseitigen wollen, so ist dies wieder ein Irrthum, da keins von beiden der Wahrheit entspricht. Der Begriff der papillae ter- minales verhält sich nämlich zu dem von tubercula wie der Begritl' eines Genus zu dem einer Species, Dies wurde klar genug erklärt, indem ich in der Wiener ent. Zeitschrift 189.5, S. 123 geschrieben habe: „Da die verschieden gestalteten, von Rübsaamen als tubercula be- zeichneten Anhängsel des Analsegmentes bei Diplosis ebensowohl als die Häkchen bei ScMzomyia u. a., sowie auch die Borsten bei den meisten Gattungen als umgebildete Papillen zu betrachten sind, so gebrauche ich für alle Formen die allgemeine Benennung von „papillae terminales". Noch unbegreiflicher ist aber der dritte Irrthum. Tho- mas hat nämlich übersehen, dass seine Bemerkung ihn selbst trifft, da er ja, für das letzte Segment, den älteren Terminus „papillae ven- trales" in „A n alpapillen" und zwar aus keinem anderen Grunde als „der Kürze halber" umgeändert und den älteren Terminus „tubercula' in seinem ursprünglichen Begriffe erweitert hat.

-) Vgl. Berl. Ent. Nachr. 1893, S. 165—166.

6 /. J. Kieffer:

getheilt, als dass sie „roth, glatt und ohne Gräte" ist. Von der Lebens- weise OiQV Ep.phragmitis Gir. haben wir keine sichere Angabe; es ist übrigens fraglich, ob dieses Thier in die Epidosis-Gvuppe gehört. In folgender Tabelle sind die mir bekannten Larven dieser Gruppe übersichtlich dargestellt.

1 (8). Dorsal- und Lateralpapillen in eine Borste oder in eine

walzenförmige Verlängerung endigend. Körper oberseits und seitlich mit Warzen oder mit Börstchen bedeckt; die inneren Pleuralpapillen aus drei genäherten Wärzchen bestehend, die äussere mit Borste.

2 (3). Innere Pleuralpapillen mit Borste. Körper mit Wärzchen

bedeckt. Ohne Gräte: Bryocrypta n. g.

3 (2). Innere Pleuralpapillen ohne Borste.

4 (5). Dorsal- oder wenigstens die obere Lateralpapille mit einer

walzenförmigen Verlängerung. Gräte dreilappig. Bauch- häkchen fadenförmig: Holoneurus Kieff.

5 (4). Dorsal- und Lateralpapillen in eine Borste endigend.

6 (7). Körper mit Wärzchen bedeckt. Gräte lanzenförmig:

? Dicronemms Kieft'.

7 (6). Körper dicht beborstet.') Ohne Gräte. Bauchhäkchen halb-

mondförmig: £pidosis H. Lw.

8 (1). Dorsal- und Lateralpapillen, wie auch die Pleuralpapillcn,

ohne Borste noch Verlängerung.

9 (18). Bauch- und Rückendornwärzchen vorhanden und wenigstens

schon am 2. Brustringe beginnend.

10 (17). Körper glatt oder nur gestrichelt, ohne Pseudopodien. Dorn-

wärzchen am 2. Brustringe beginnend. Papillen ohne Ver- längerung. Analsegment mit zwei Häkchen.

11 (12). Dornwärzchen am vorletzten Segmente noch vorhanden. Innere

Pleuralpapillen nur aus zwei Wärzchen bestehend. Gräte ausgerandet: Colomyia Kieff.

12 (11). Dornwärzchen an den zwei letzten Segmenten fehlend. Innere

Pleuralpapillen aus drei Wärzchen, deren dritte von den beiden anderen meist weit entfernt ist, zusammengesetzt. Gräte ohne Einschnitt.

13 (16). Körper ohne Längsstrichc.

14 (15). Gräte am Ende hutförniig erweitert. Springmaden:

Caiuptomyia Kictf.

15 (14). Ohne Gräte. (Papillen, Dornwärzchen, Analhäkchen V): Asynapta {Thuraui Rbs.).

') Dorsal Papillen mit stäbchenförmigen Gebilden. Ohne Bauch- häkcheu: ? Clinorhytis Kieff.

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Epidosis-Gruppe. 7

16 (13). Körper dicht längsgestrichelt, oder doch wenigstens einige

Längsstriche an den Seiten. Sechs Dorsal- nnd acht Ventral- papillen. Gr.äte verschmälert oder hntförniig erweitert:

Winnertzia Rond.

17 (lOi. Hinterleibsringe mit zwei Pseudopodien. Körper mit Wärz-

chen bedeckt. Lateralpapillen kegelförmig verlängert. Dorn- wäizchen am Halse beginnend. Innere Plenralpapillen aus drei genäherten Wärzchen bestehend: Ruehsaamenia Kieff.

18 (9). Bauchdornwärzchen erst am dritten Brustringe beginnend;

Rückendornwärzchen fehlend. Gräte dreilappig. Innere Pleu- ralpapillen aus zwei Wärzchen zusammengesetzt. Analring mit je drei Haken. Körper glatt: . . . Diallactes Kieff. In diese Gruppe gehört ferner eine moosbewohnende, durch die Lage der letzten Stigmen sowie durch die haarartigen Gebilde des Analsegmentes ausgezeichnete Larve, die ich bisher zur Verwandlung nicht bringen konnte. Ich habe dieselbe im März 180.^, in Gesell- schaft mit Larven von Bryocrypta dubia, Bryomyia Berqrothi, ') Catocha, Lestremia, Lestodiplosis und Clinodiplosis auf ver- schiedenen Moosarten, an einem Hohlwege bei Bitsch beobachtet. Die von mir in den Ent. Nachr. Berlin 1895, S. 120, No. '1 be- schriebene Larve, die ich im Herbste und an anderer Stelle gesammelt hatte, ist wahrscheinlich nur die unreife, daher grätenlose Form desselben Thieres. Körper orangefarbig, 3 4 mm. gross, walzen- rund, unterseits glatt, seitlich und oberseits mit Wärzchen bedeckt; diese an der Seite der Ringe und auf der Oberseite des Analringes zugespitzt und hervortretend, auf der Oberseite der übrigen Ringe aber sehr flach und breiter. Gräte gelb, am Ende mit halbkreis- för'niger Erweiterung (Taf. III, Fig. 14). Kopf sowie die beiden Verlängerungen des Kiefergerüstes dunkel, nur an der Basis der Fühler hell; letztere nicht verlängert; ihr Endglied höchstens doppelt lang als dick. Je drei Lateral- und oberseits sechs Dorsalpapillen mit kurzer Borste. Am vorletzten Körperringe stehen die Stigmen dem Vorderrande des Segmentes näher als der Mitte, während die zwei äusseren Dorsalpapillen daselbst etwa in der Mitte, die beiden inneren aber dem Hinterrande näher stehen; mit den Stigmen bilden diese vier Dorsalpapillen somit einen nach vorn offenen Halbkreis. Sternalpapillcn an allen drei Brustringen ohne Borste. Die inneren Pleuralpapillen aus drei genäherten, mit kurzer Borste versehenen Wärzchen zusammengesetzt; die äusseren einfach und ebenfalls mit kurzer Borste. Die vorderen Ventralpapillcn fehlen ; die hinteren zu

') Die in den Ent. Nachr. Berlin 1895, S. 121, N. 3 beschriebene und als zweifelhaft zu Prionellus pini gestellte Larve.

8 J, J. Kieffer:

vier, deren innere gross und ohne Borste, die beiden äusseren mit kurzer Borste versehen sind; ich betrachte diese wegen ihrer Lage als hintere Ventralpapillen; bei allen Gallmückenlarven sind die Seg- mente unterseits durch eine Querfalte in zwei Hälften eingetheilt; die vorderen Ventralpapillen befinden sich vor dieser Falte, während die hinteren in der Endhälfte dos Ringes, nämlich hinter der Quer- falte erscheinen. Dornwärzchen ziemlich gross und spitz, ') vom zweiten Brustringe bis zum Analringe inclus. vorkommend; an den Bauch- ringen, mit Ausnahme der beiden letzten Körpersegmente, sind ihre Querreihen durch Längsfalten in fünf stark hervortretende xibthei- lungen getheilt. Analsegment mit zwei kurzen, stumpfen Lappen; unterseits, im letzten Drittel, mit einem Büschel bräunlichgelber, sehr langer, haarartiger Gebilde.

1, G. Bry ocrypta n. g.

[ßovov, y.Qvnro}.)

Drei Längsadern. Obere Wurzel der 2. L.-A. eine Querader dar- stellend und nicht mit der 1. L.-A. parallel laufend; dieses Merkmal hat diese Gattung mit Colpodia und Winnertzia gemein. Untere Wurzel am oberen Ende nicht ausgebuchtet, fast gerade. Dritte Längsader gegabelt. Beine nicht verlängert. Krallen einfach. La- mellen der Legeröhre ungegliedert. Diese Gattung verbindet die i};i(fo.<fis-Gruppe mit den vorigen Gruppen; die Flügel sind wie bei Oligotrophiis und Diplosis, die Fühler aber wie bei Epidosis. Den Ausschlag giebt die Larve, welche am vorletzten Körperring, zwischen den beiden Stigmen, vier Dorsalpapillen zeigt. Die typische Art ist:

Bryocrypta dubia n. sp. Taf. I, Fig. 20: Kralle.

III, 9: Flügel.

16: Zange.

,, ., 18: Fühlerglieder des Mäuncheus. Imago. Roth; Fühler und drei Rückenstriemen braun; Beine und Zange bräunlichgelb. Körper plump. Taster dreigliederig oder auch nur zweigliederig, kurz, nur wenig länger als der nach unten gerichtete Rüssel; ihre Glieder wie 2V2: 1^2:3 oder wie 2:1' 2; die kürzere Behaarung nicht quergereiht. Flügel schmal; 1. L.-A. drei- mal so weit von der 2. L.-A. als vom Vorderrande entfernt. Cubitus am Enddrittel stark gebogen, etwas hinter der Spitze mündend. Obere Wurzel des Cubitus so deutlich wie die übrigen Adern, wenig schief, die erste vor dem letzten Drittel treffend; die untere kaum abbiegend. 3. L.-A. dem Hinterrande nahe; vordere Zinke sehr blass, scliwei' wahrzunehmen; an ihrer Mündung ist sie der hinteren viel näher als dem Cubitus ; die beiden Hinterrandzellen schmäler als die durch

■■) Nur unterseits vorhanden.

Neuer Beitraf) zur Kenntniss der ^pidusis-Gruppe. 9

den Vorderrand und Cubitus gebildete Zelle. Schwinger mit läng- licher, ziemlich lang gestielter Kolbe. Tarsen am Vorderfiiss wie 2:11:7:4:2' j Krallen bogenförmig, kürzer als der Ballen. Augen oben zusammenstossend; Facetten rund, sich nicht berührend.

Männchen. Fühler 2+ 14-gliedrig; Geisseiglieder zuerst l'-, dann l'.u mal so lang als dick ; Endglied kegelförmig, doppelt so lang als dick; Hals zuerst so lang, dann um ein Viertel länger als die Glieder, am vorletzten wieder dem Gliede gleichlang. Oberer Ilaarwirtcl an- gedrückt, bis zur Mitte des folgenden Gliedes reichend; mittlerer noch etwas länger, wagerecht ausgebreitet; unterer kurz und wenig abstehend. Keine ßogenwirtel. Basalglieder der Zange klein, kürzer als das Klauenglied, welches fast walzenförmig und am Ende mit einem Zahne versehen ist. Obere Lamelle mit zwei schiefen Lappen, länger als die mittlere. Beiderseits des Griffels befindet sich ein nach Aussen stark behaartes Läppchen. Körperlänge: 3 mm.

Weibchen. Fühler 2 + 11-gliedrig; Geisselglieder fast doppelt so lang als dick; alle, auch das Endglied, in einen kurzen Hals endigend, welcher etwa ein Drittel der Länge des Gliedes zeigt. Legeröhre nicht hervorstreckbar, mit zwei kurzen, ungegliederten, nach Innen löftelartig ausgehöhlten Lamellen^ zwischen denen noch ein kleines Läppchen sichtbar ist. Körperlänge: 3 mm.

Larve. Die Larve zeigt deutlich den Uebergang der Asphon- dylia- und Z)i/>/osi5-Grnppe zur Kpidosis-Q\Y\\\i\\(}. Mit letzterer hat sie die vier Dorsalpapillen zwischen den beiden letzten Stigmen gemein. Körper orangeroth, mit kleinen, sich nicht berührenden, in der Mitte stark hervortretenden Wärzchen bedeckt; letztere nnterseits etwas spitzer als oberseits und seitlich. Kopf sowie die beiden Ver- längerungen des Kiefergerüstes dunkel; die Umgebung der Fühler- basis hell. Endglied der Fühler 2' ^ mal so lang als dick. Gräte fehlend. Verrucae spinifornies nur nnterseits und zwar vom zweiten Brustringe bis zum Analringe incl. vorhanden; sie haben fast die Grösse der übrigen Wärzchen, endigen aber plötzlich in eine Spitze. Collarpapillen sowie Sternalpapillen des 2. und 3. Brustringes ohne Verlängerung; letztere fehlen am ersten Brustringe. Die inneren Pleuralpapillen befinden sich beiderseits auf einer gemeinschaftlichen glatten Erhöhung genähert und bestehen jede aus drei sehr kleinen, mit winziger Borste versehenen Wärzchen; äussere Pleurali)apillen an allen Brustringen mit kräftiger Bürste. Vier vordere und vier hintere Ventralpapillen; von letzteren endigt die äussere in eine Borste; da diese dem Ende der Dornwärzchenrcilicu gegenüber liegt, könnte sie auch als vierte Lateraliiapillc gelten. Am vorletzten Segmente sind vier Ventralpapillen vorhanden; die

10 J. J. KU ff er:

zwei inneren, am Hinterrande der Dornwärzchenreihen gross umhoft und ohne Borste, die beiden äusseren vom Hinterrande der Dorn- wärzchenreihen entfernt und mit Borste. Analpapillen zu je drei. Sechs Dorsalpapillen mit Borste; am vorletzten Ringe nur vier, deren beide inneren dem Hinterrande des Segmentes mehr als die beiden äusseren genähert und daher leicht zu übersehen sind. Lateralpapillen zu je drei, gestaltet wie die Dorsalpapillen. Anal- segment durch einen tiefen, trapezförmigen Einschnitt in zwei kegelige Lappen getheilt, jeder Lappen mit fünf Börstchen, die von den spitz kegelförmigen, abstehenden Wärzchen, welche die Oberseite dieses Segmentes bedecken, kaum zu unterscheiden sind.

Eier. Orangeroth, fast spindelförmig, viermal so lang als dick; zahlreich. In dem Körper einer Mücke wurden über hundert beobachtet.

Lebensweise und Vorkommen. Ich fand diese Larven im März, unter Moosarten, an einem Hohlwege bei Bitsch. Etwa vier- zehn Tage später erhielt ich die Mücken.

Eine zweite, wahrscheinlich zu dieser Gattung gehörende Art, ist mir nur im Larvenstadium bekannt. Dieselbe wurde bereits in den Ent. Nachr. Berlin 189ri, S. 11 beschrieben. Die äussere Gestalt und Farbe ist wie bei voriger, von welcher sie aber durch folgende Merkmale zu unterscheiden ist: Dornwärzchen von den Verrucae cingentes kaum zu unterscheiden. Sternalpapillen auch am ersten ßrustringe vorhanden. Die inneren Pleuralpapillen auf zwei ge- trennten, glatten Erhöhungen, ohne Borste; die Borste der äusseren Pleuralpapillen höchstens so lang wie die Papille selbst. An den sieben ersten Bauchringen liegen die vorderen Ventralpa])illen in den Querreihen der Dornwärzchenreihen; die äussere hintere Ventralpapillc ebenso wie die untere Lateralpapille blasenförmig erweitert; am vor- letzten Ringe alle vier Vcntralpapillen ohne Borste und vom Hinter- rand der Dornwärzchenreihen entfernt. Wärzchen der Oberseite des Analringes nicht spitz kegelförmig hervorstehend, sondern anliegend und mit einem Höcker in ihrer Mitte.') Diese Larve wurde im December, ebenfalls unter Moosen, an einer Strasse bei Bitsch gefunden.

2. G. Colpodia Winn.

Winnertz, Beitr. zu einer Monogr. d. Gallm. 1853, S. 2!);5, Tf. II, Fg. 10.

„Ausgezeichnet durch die an der Basis zweifach ausgebuchtete

zweite Längsader und die grosse, schräg liegende Querader, welche

nicht aus der Wurzel der ersten Längsader, sondern entfernt von der-

') Die Zahl der Dorsalpapillen des vorletzten Segmentes ist aucli hier wie bei voriger; die zwei inneren stehen tiefer als die beiden äusseren.

Neuer Beitrag zur Kenntniss der fJpidosis-Griippe. 1 1

selben aus dieser Längsader selbst entspringt. (Taf. II, Fig. 10.)" S. 188. „Beine sehr lang, das zweite Fnssglied viel länger als die Schienen." S. 2!».S.

Von Winnertz wurde diese Gattung nicht in die Epidosis- Gruppe, d. h. in die Abtheilung I, B. S. 186 gestellt, jedoch „wegen des Flügelgeäders als schöne üebcrgangsfonn zu derselben" l)etrachtet. Die einzige Art, wovon Winnertz nur das Weibchen kannte, wurde aus faulem Buchenholze gezogen. Die Winnertz'sche Beschreibung enthält leider keine Angabe über die Taster dieser Mücke; auch er- fahren wir nicht, ob die „zwei länglich-eiförmigen Lamellen" der Legeröhre gegliedert sind, wie bei Epidosis oder ungegliedert, wie in den vorigen Gruppen.

Jedenfalls steht diese Gattung der Bryocrypta sehr nahe, ist aber noch mehr als diese, wegen der Gestalt der unteren Wui-zel des Cubitus, berechtigt, in die Kpidos'is-G:v\\])\)Q gereiht zu werden.

o. G. Holoneuriis Kieff.

(Ann. Soc. Ent. France, 1894, S. 312 und ol6, sub IJoUnwura.)

Taster viergliedrig. Dritte Längsader ungegabclt, den Ilintcr-

rand erreichend; daher der Name i^ci/oncur«« (ö'/or, rtvoor). Krallen

einfach. Geisselglieder beim c/ mit einem, beim 9 mit zwei wenig

deutlichen Bogenwirteln.

In diese Gattung gehören folgende Arten:

1 (2). Farbe bräunlichgelb. Haftballen nur halb so lang als Kralle.

Grosse Art. Larve schmutzigweiss: . 6'. 11. ftdvnfi n. sp.

2 (1). Farl)e Heischroth. Kleinere Arten. Larven roth. .') (()). Haftballen und Krallen etwa gleichlaug.

4 (5). Zangenklaue mit winzigem Zahn an der Spitze. Hinterleib

mit schwarzen Binden: 1. 11. cinctas Kieff.

5 (4). Zangenklaue dicht beborstet an der Spitze. Hinterleib ein-

farbig: 2. H. c Ulli tun n. sp.

() (.o). Haftballen nur halb so lang als die Krallen.

7 (10). Zangcnklaue mit drei Fortsätzen.

8 (9). Fortsätze an der Spitze der Zangenklaue:

ö'. 11. iriderädttib- u. sp.

9 (8). Fortsätze an der Innenseite der Zangenklaue:

4. H. museicohi n. sp. 10 (7). Zangenklauc mit einem zweilappigen Fortsatz an der Spitze:

ö. 11. seliger n. sp.

Bemerkung. Unter den wunderschönen, durch die Brust- und

Bauchhäkchen ausgezeichneten Larven dieser Gattung, ist die des U.ful-

vus mit keiner anderen zu verwechseln. Anders aber verhält es sich

12 J. J. Kieffer:

mit den fleischrotlien kleineren Arten, die ich als zu einer und der- selben Art gehörend zuerst betrachtet und deshalb zusammen in das- selbe Zuchtglas gebracht hatte. Erst bei Untersuchung der daraus erhaltenen Mücken erkannte ich unter ihnen vier verschiedene Arten. Ich sammelte darauf wieder, an verschiedenen Stellen, Larven, die ich, wie die vier vorigen Arten, unter Buchenrinde entdeckt hatte und erkannte nun, dass dieselben durch die Gestalt der Dorsalpa- pillen zu unterscheiden seien. Ich unterschied vier Formen dieser Dorsalpapillen, n.ämlich 1. mit brauner Borste; 2. mit hyaliner Borste; 3. mit langem walzenförmigem Gebilde; 4. mit sehr kurzem walzen- förmigem Gebilde. Die zweite Form entpuppte sich als H. cinctus, die vierte als H. tridentatus; zu letzterer gehört auch die später entdeckte Larve von H. museicola. Die erste sowie die dritte Form gelangte nicht zur Entwickelung.

1. Spec. typica. H. cinctus Kieff. (Ann. soc. ent. Fr. 1894, S. 316.)

Taf. I, Fig. la: Bauchsegment der Larve von unten (6 Ventral- und

4 Lateralpapillen). Taf. I, Fig. Ib: Einzelnes Ventralhäkchen.

,, ,, ,, 2: Gräte, mit zwei Sternalpapillen.

,, 24: Taster der Mücke.

,, II, 31: Geisselglieder (9).

,, ,, ,, 11: Legeröhre.

Imago. Fleischroth. Augen, Fühler, Brustmitte, drei Binden des Rückenschildes, Hinterrücken, breite Querbinden des Hinterleibes und Zange schwärzlich; die langen Beine dunkel.

Männchen. Endglied der Taster etwas länger als das vorletzte. Fühler 2+ 11-gliedrig, kaum so lang als der Körper; erstes Geissel- glied am Grunde verschmälert, 2^ 4 mal so lang als dick, mit einem Halse, welcher - ;>, seiner Länge erreicht; die folgenden allmählich kleiner werdend. Haarwirtel sehr lang, der mittlere wagerecht. Flügel sehr lang, länger als der Körper, irisirend; 1. L.-A. dem Vorderrande näher als der unteren Wurzel der 2. L.-A. Schwinger mit weisslichcr, länglicher Kolbe, welche fast die Länge ihres Stieles erreicht. Krallen stark gekrümmt, den Haftballen nicht überragend. Zange mit dicker, am Ende etwas verschmälerter Klaue, deren Spitze mit einem win- zigen Zahn versehen ist. Obere Lamelle zweilappig, etwas länger als die Basalglieder; die mittleren zweilappig und kürzer; Griffel von zwei dunklen, linealen, am Ende nach aussen gekrümmten An- liängseln umgeben; diesell)en können sich nach aussen, also seitlich bewegen, indem sie sich vom Griffel, der sich alsdann verlängert, mehr oder weniger entfernen. P^ndlich unterseits des Griffels be-

Neuer Beitrag zur Kennlniss der Kpidosis-Gmppe. 13

finden sicli nocli zwei längere, hyaline, ebenfalls unbehaarte und lineale Anhänge.

Weibchen. Fühler 2+ 10-gliedrig, nur so lang wie Kopf und Thorax. Geisselglieder dreimal so lang als dick ; die halsartige Ein- schnürung nur ein Fünftel so lang als das Glied. Erstes Geissel- glied mit einem Stiele, der ein Drittel desselben erreicht; Endglied länger, mit verschmälertem Halse. Die Legeröhre ist wenig hervor- streckbar; die beiden oberen Lamellen zweigliedrig; Endglied letzterer 2' 4 mal so lang als breit. Körperlänge: 2,10 mm.

Puppe. Dieselbe liegt unter einer bräunlichen, kaum gewölbten Hülle, die der Unterseite der Rinde, mit deren Färbung sie ziemlich übereinstimmt, schildartig aufliegt. Unter dieser äusseren Hülle be- findet sich noch eine sehr dünne von weisser Farbe. Scheitelborsten der Puppe klein, nur zwei- bis dreimal so lang als ihr Höcker. Am Grunde der Fühlerscheiden ein grosser, dreieckiger, nach vorn ge- richteter Zahn. Thoraxstigmen länger als die Scheitelborsten, den Scheitel überragend, nach vorn eingekrümmt. Hinterleib mit Verru- cae abdominales ohne spinulae dorsales, am Ende zweilappig. Hinterleibstigmen ziemlich lang röhrenförmig hervorragend.

Larve. Fleischroth, elliptisch, 2 mm. gross, etwas flach ge- drückt. Gräte braun, dreilappig; mittlerer Lappen um ein Viertel länger als die seitlichen. Analsegment mit zwei stumpfen Lappen. Ober- und unterseits mit Wärzchen, welche auf der Basalhälfte des Kopfes und auf den Brustringen einfach und wenig hervorstehend, auf den Hinterleibsringen aber gross, stumpf kegelförmig hervor- ragend und mit Längsfurchen versehen sind; zerdrückt haben letztere daher ein sternförmiges Aussehen. Dorsalpapillen zu sechs, am vor- letzten Segmente aber zu vier; alle mit kurzer, liyaliner Borste. Lateralborsten zu je vier; an den zwei ersten Brustringen sind sie n.'ihe beisammen, an den folgenden aber entfernt; sie endigen eben- falls in eine kurze, hyaline Borste. Vom dritten Brustringe ab zeigt die obere, d. h. dem Stigma am nächsten stehende Lateralpapille ein braunes, walzenförmiges Gebilde, welches fünfmal so lang als dick und wenigstens doppelt so lang als die Dorsalpapillen ist; Analseg- ment mit sechs oder acht Terminalpai)illen, von denen je eine wie die Lateralpapille, die übrigen wie die Dorsalpapillen gestaltet sind. Liiiere Pleuralpapillen aus drei gleichweit entfernten Wärzchen zu- sammengesetzt; äussere Pleuralpapillen an allen drei Brustringen gross und in eine kurze, dicke Borste verlängert. Sternalpapillen am ersten Brustringe beiderseits des mittleren Lappens der Gräte, von dem sie ül)erragt werden. Ventralpapillen zu sechs und ohne Borste i die vier vorderen stehen am Hinterrande der Dornwärzchenreihen

14 J. J. Kieffer:

und zwar so, dass die zwei innoreii, welche kleiner unihoft sind, et- was höher und genähert erscheinen; die zwei hinteren stehen dem Plinterrande des Segmentes näher als den Dornwä,rzchen und befinden sich seitlicher als die vorderen; diese zwei hinteren Ventralpapillen fehlen am vorletzten Segmente. Am Analsegmente je fünf Analpapillen, nämlich je zwei längs der Spaltöftnung und je drei auf der Unter- seite des Läppchens. Dornwärzchen sehr spitz, ziemlich gross, vom zweiten Brustringe bis zum Analringe reichend; an letzterem bilden sie nur einige Querreihen am Vorderrande; längs der Spaltöffnung werden sie durch dichte, braune, haarartige Gebilde ersetzt. Be- sonders merkwürdig ist diese Larve durcli die braunen Häkchen (uncinuli ventrales), welche man auf ihrer Unterseite bemerkt. Dieselben sind fadenförmig, in der unteren Hälfte durch ein gelb- liches, abgestutzt kegelförmiges Band mit dem Segmente verbunden, am freien Ende bogenförmig nach aussen gekrümmt (Tf. I, Fg. 1 b). Sie l)eginnen am zweiten Brustringe und stehen da, wie auch auf dem dritten, zu zwölf in einer Querreihe in der Mitte des Vorder- randes, vor den Dorn wärzchenreihen. Auf den vier ersten Bauch- ringen befinden sie sich etwa in der Mitte oder im vorderen Drittel der Doinwärzchenreihen und zeigen eine Lücke in der Mitte ihrer Reihe, so dass sie eigentlich zwei Qnerreihen darstellen, deren jede aus acht Häkchen besteht; ihre Zahl ist somit hier grösser als an den Brustringen. An den vier darauf folgenden Bauchringen (5., (i., 7. und 8.) fehlen sie; an ihrer Stelle zeigen sich an dem 5., (!. und 7. Bauchringe einige verlängerte, etwas eingekrümmte, kaum gelbliche Dornwärzchen, welche viel kleiner und nicht wie die Häkchen ge- staltet sind, weshalb ich sie auch eher für Dornwärzchen als für Häkchen holte. Man erkennt dadurch, dass die Uncinuli nur um- gebildete Verrucae spiniformes, nicht aber Pseudopodien sind, wie ich es, wegen ihrer fussähnlichen Gestalt und ihrer freien Be- wegungen, zuerst glaubte. Am 8. Bauchringe, d. h. am vorletzten Körpersegmente, ist keine Spur von Häkchen vorhanden; statt der- selben ist in der Mitte der Dornwärzchenreihen eine glatte Stelle sichtbar. Am Vorderrande des Analsegmentes befinden sich wieder sechszehn Häkchen, aber in einer ununterbrochenen Querreihe und hinter den Dornwärzchenreihen. Auch sind sie da mit ihrem freien PiUde nicht mehr nach vorn, sondern nach hinten gerichtet und scheinen somit umgekehrt zu sein, was ich bei allen untersuchten Arten beobachtet habe; ferner sind diese noch dunkler gefärbt und stärker besehaffen als die übrigen. Welches mag nun der Zweck diese)' Gebilde sein? Dass sie zur Fortbewegung dienen, konnte ich nicht wahrnehmen, lialte es jedoch für wahrscheinlich. Sicher ist,

Neuer Beitnu/ zur Kenntniss der I'Jjndosis-Griippe. 15

dass sie auch zum Festhalten dienen, weshalb diese Larven sich nicht so leicht als andere mit einer Nadel von dem Holze trennen lassen; es geschah sogar, dass ich den voi'deren Theil einer Larve von H. fulvus mit einer Nadel von dem Holze zurückgeschlagen hatte und dass dennoch das Thier sicli mit dem unteren Körpertheil fest zu halten vermochte.

Ei. Die Eier sind gelbroth, zahlreich, zwei- bis dreimal so lang als dick, an beiden Enden verschmälert.

Lebensweise und Vorkommen. Die Larven dieser Art, ebenso wie die der drei folgenden, leben unter der Rinde abgefallener Ruchenzweige. Ich fand sie in in Wiildern um Ritsch.

2. Holoneurits ciUatus n. sp.

Männchen. Von vorigem verschieden durch den einfarbig rothen Hinterleib, die kürzeren Flügel, die Gestalt der Fühler und der Zangenklane. Fühler 2+ 1 1-gliedrig; Geisseiglieder fast zweimal so lang als dick; Hals von der Länge der Glieder; erstes Geissei- glied am Grunde kaum verschmälert, nur l'^mal so lang als dick und doppelt so lang als die halsartige Verlängerung; Endglied mit kurzem Griffel. Klaue der Zange an der Spitze ohne Zahn, sondern mit kurzen, dicht stehenden Rorsten besetzt; daher ihr Name.

Larve wie bei voriger Art. von der sie wahrscheinlicli durch die Gestalt der Dorsalpapillen, der Wärzchen sowie die Zahl der Häkchen zu unterscheiden ist.

3. Holoneuriis tridentotus n. sp.

Taf. I, Fig. 25: Kralle der Mücke.

,, n, ,, b: Zangenklaue.

,, ,, ,, 8: Legeröhre, von oben gesehen.

,, ,, 9: Legeröhre, von unten gesehen.

20: Fühlerglieder des Männchens.

ni, 4: Flügel.

Männchen. Fleischroth. Drei Rückenstriemen, ein Fleck beiderseits zwischen Vorder- und Mittelhüften, Augen und Fühler braun. Fühler 2 + 12-gliedrig; Geisselglieder dick, etwas länger als breit, zuletzt kuglig, um ein Drittel länger als der Hals; Endglied eiförmig. Viertes Tasterglied 1 ' j mal so lang als das dritte. Flügel 1,80 mm. lang, länger als der Körper; Cubitus nur wenig gebogen; Wurzelzelle vier- bis fünfmal so lang als breit; Hinterrandzelle etwas breiter als die Unterrandzelle; obere Wurzel von der Richtung des Cubitus abbiegend, dem Haken näher als der Mündung der 1. L.-A.; die dritte Längsader verschwindet ein wenig vordem llinteirande. Kolbe der Schwinger umgekehrt eiförmig, kürzer als der Stiel. Krallender Füsse

10 J. J. Kieffer:

doppelt so lang als der Ilaftlappen. Zangenldaue kurz, sehr breit, am Ende mit drei kurzen Fortsätzen; obere und mittlere Lamelle gleichlang, zweilappig, zwei Drittel der Basalglieder erreichend. Der dicke Griffel kann bis zur Spitze der Basalglieder hervorgestreckt werden. Untere Lamellen, wie bei den zwei vorigen Arten, wurden hier nicht beobachtet. Körperlänge: 1,70 mm.

Weibchen. ^V) Fühler 2 + 10-gliedrig; Geisselglieder zweimal so lang als dick und dreimal so lang als ihr Hals; das erste am Grunde nicht verschmälert, aber plötzlich in einen sehr kleinen Stiel eingeschnürt; Endglied mit einem Knöpfchen. Lamellen der Lege- röhre kurz; die letzten kaum länger als breit. Alle Holoneurus- Arten zeigen unterseits, am Grunde der Legeröhre, ein winziges Läppchen (Taf. II, Fig. 9); bei den Bewegungen der Legeröhre wird dasselbe mehr oder weniger hervorgestreckt oder auch ganz eingezogen.

Anmerkung. Ich kann nicht mit Sicherheit behaupten, dass dieses Weibchen zu dieser Art gehört; ich zog dasselbe aus Larven, deren Beschreibung folgt.

L a r v c. Von den vorigen durch folgende Merkmale zu unterscheiden : Oberscits mit flachen, undeutlichen, seitlich mit flachen, spitzen Wärz- chen. Hals glatt. Dorsalpapillen am ersten Brustringe mit hyaliner Borste; an den folgenden Ringen alle sechs in ein schwarzbraunes, walzenförmiges, l'_>mal so lang als dickes Gebilde verlängert. Die obere der vier Lateralpapillen i)raun, walzenförmig, am Ende etwas verschmälert, zwei- bis dreimal so lang als dick; die drei übrigen in eine hyaline Borste endigend. Terminalpapillen zu sechs; die vier inneren den Dorsalpapillen gleich, die äusseren aber den unteren Lateralpapillen. Bauchhäkchen zu zwölf vereinigt am zweiten und dritten Brustringe; in zwei Reihen getrennt und zu je sieben an den fünf ersten Hinterleibsringen; zu vierzehn vereinigt und umgekehrt am Analsegment.

Lebensweise und Vorkommen wie bei den vorigen Arten.

4. Holoneurus miiscicola n. sp

Taf. II r, Fig. 13: Zangenklaue. I, M 8: Bauchsegment einer Larve, von der Seite gesehen.

Imago. Fleischroth; Fühler, Oberseite des Thorax und Beine l)raun.

Männchen. Fühler 2+ 11-gliedrig; erstes Geisseiglied am Grunde verschmälert, doppelt so lang als dick; die vier oder fünf folgenden etwa 1' ■_> mal so lang als dick, die übrigen fast kuglig; Endglied etwas kleiner als vorletztes, mit dickein, stumpf eiförmigem Ansatz. Hals des ersten und vorletzten Geisseigliedes ein Drittel

Neuer Beitrag zur Kenntniss der J^pidosis-Oriippe. 17

kürzer als das Glied, an den übrigen so lang als dasselbe. Flügel an der Basis lang keilförmig; Wnrzelzelle (zwischen beiden Wurzeln, von dem Häkchen ab) fünfmal so lang als breit; Cubitus fast gerade, kaum hinter der Flügelspitze mündend. Hinterrandzelle viel schmä- ler als die Unterrandzellc, welche ein Drittel der Flügelbrcite er- reicht, wodurch diese Art ausgezeichnet ist; obere Wurzel von der Richtung des Cubitus so sehr abweichend als die untere. Krallen stark gebogen, doppelt so lang als der Haftbalien. Zange gelbroth; obere und untere Lamelle zweilappig, die Spitze der Basalglicder erreichend; Klauenglied zweimal so lang als dick, am Innenrande mit einem Zahn an der Spitze und einem hervorstehenden Stück in der Mitte; letzteres schwarz, durch einen schwachen, bogenförmigen Ausschnitt in zwei Zähne endigend, deren oberer länger und fast hakenförmig nach unten gebogen ist. Körperlänge: 0,80 1,20 mm.

Weibchen. Fühler 2+ 10-gliedrig; Geisselglieder zuerst halb so lang, zuletzt ein Viertel so lang als dick; Endglied fast doppelt so lang als dick, am Ende verschmälert. Hals ein Drittel so lang als die Glieder. Die oberen Lamellen der Legeröhre kurz und kaum länger als breit, gestaltet wie bei H. tridentatus. Körperlänge: 1 1' 4mm.

Puppe. Scheitelborsten zwei- bis dreimal so lang als ihr grosser Höcker; Thoraxstigmen wenig gebogen, 1' ■.. mal so lang als die Schei- telborsten. Hinterleibsstigmen zweimal so lang als dick. Gesicht und Tasterscheiden glatt; papillae faciales mit kurzer Borste, welche an den oberen von der Länge der Papille, an den unteren aber kaum wahrnehmbar ist. Ohne spinulae dorsales. Dorsal- papillen ohne deutliche Borste. Verrucae abdominales spitz, die oberen grösser als die der Unterseite; hintere Hälfte der Ringe glatt. Aeussere Hülle wie bei vorigen Arten.

Larve. Dorsal- und Lateralpapillen wie bei voriger Art. Bauch- häkchen am 2. und 3. Brustringe in einer Querreihe von IG, an den fünf ersten Bauchringen in zwei Querreihen zu je 8, seltener 9; am <)., 7. und 8. Bauchringe fehlend und die Verrucae spiniformes an diesen Ringen unverändert; am Analsegmente in einer Querreihe von 16 vereinigt. Sonst den vorigen Arten gleich.

Lebensweise und Vorkommen. Ich zog die Mücke ein erstes Mal aus Larven, welche zwischen Moosen an einem Buchen- stamme lebten, ein zweites Mal aus solchen, die unter Buchenrinde lagen. Bitsch.

ö. Holoneurus setiger n. sp. Taf. IL Fig. 2: Zange. ,, ,, 17: Legeröhre. Image. Fleischroth. Fühler 2 + 11-glicdrig; erstes Geisseiglied

XLI. Heft I. 2

18 J. J. Kieffer:

am Grunde in einen Stiel versclimälert, der ein Drittel seiner Länge beträgt; alle 1' 4 mal so lang als dick; Hals von der Länge des Gliedes. Tarsen der Vorderbeine wie 2' 2:19:9:4:3. Zange gelb; Klauenglied schwärzlich, an der Spitze des Innenrandes mit einem zweizähnigen Fortsatze, über welchem zwei oder drei dickere, hyaline Borsten sichtbar sind; obere Lamelle sehr lang, bis zur Mitte des Klauengliedes reichend; die mittlere endigt an der Spitze der Basal- glieder, die untere an der Mitte derselben. Krallen do]ipelt so lang als der Haftballen. Körperlänge: 1,50—2 mm.

Weibchen. (?) Die Legeröhre des wahrscheinlich hierzu go- h()renden Weibchens zeigt das Endglied der oberen Lamellen etwa zweimal so lang als breit.

Larve. Im allgemeinen gestaltet wie die von //. cinctuft, mit welcher sie verwechselt wurde. (Vergl. Bemerkung auf S. 11.)

0'. Holoncurus fuknts n. sp. Taf. T, Fig. 6: Kopf der Larve. ,, 9: Taster der Mücke. ,, ,, ,, 13: Puppe. ,, ,, 14: Walzenförmige Verlängerung der oberen Lateralpapille

der Larve. ,, ,, 15: Verlängerung der Dorsalpapille. ,, ,, 23: Gräte (mit 2 Sternal- und seitlich 3 Pleuralpapillen:

unterseits mit Ventralhäkchen und Dornwärzolien). ^, 11, 4: Zange; Fig. IG: Legeröhro; Fig. 22 und 21: Fi'ililer-

glieder (c/ 9)- III, 6: Flügel.

Image. Bräunlichgelb; Gesicht und Fühlerbasis hellgelb; Füh- lergeissel und drei Rückenstriemen braun.

Männchen. Tastcrendglied l'^mal so lang, aber schmiiler als voriges. Fühler etwas länger als der Körper, 2 + lo-gliedrig; Geissei- glieder walzenförmig, zweimal so lang als dick; Hals ein Viertel länger als das Glied, am ersten aber nicht länger als dasselbe ; End- glied 3' 2 mal so lang als dick, mit kurzem, grifl^'elartigem Fortsatze, oder auch kleiner als das vorletzte Glied und am Ende mit einem stumpf kegelförmigen, dicken Ansatz, der ein Drittel seiner Länge erreicht; in letzterem Falle ist der Hals des vorletzten Gliedes nur halb so lang als das Glied. Der mittlere Haarwirtel ist stets wage- recht ausgebreitet und sehr lang; angedrückt, würde er bis zum zweiten darauf folgenden Gliede reichen. Wurzelzelle des Flügels acht- bis neunmal so lang als breit; Hinterrandzelle kaum breitei- als IJnterrandzelle. Cubitus in seinem letzten Drittel stark gebogen. deutlich hinter der Spitze mündend. Die obere Wurzel führt die Richtung des Cubitus fort und ist der Mündung der 1. L.-A. näher

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Epidosis-Grtippe. 19

als dem Haken. Schwinger mit obovaler Kolbe, dunkel behaart, mit langem, weisslichem Stiele. Schiene kurz, nur halb so lang als das zweite Tarsenglied. Krallen doppelt so lang als der Haftlappen. Zangenklaue mit einem langen, schwärzlichen Zahn am Ende; obere Lamelle so lang als die Basalglieder, die mittlere kaum überragend; beide zweilappig. Griffel dick, zwischen zwei subhyalinen, unbehaarten, linealen Lamellen liegend; an seiner Spitze bemerkt man ein braunes, kappenförmiges Glied: dieses enthält den Griffel und kann mit ihm und mit den zwei hyalinen Lamellen nach oben gehoben werden; wenn es sich nach unten zurücklegt, so tritt der Griffel frei hervor. Körperlänge: 2,G0 mm.

Weibchen. Fühler 2 + 10-gliedrig; erstes Geisselglied am Grunde mit stielartiger Einschnürung von der Hälfte seiner Länge, was auch für die Fühler des Männchens der Fall ist; alle walzen- förmig, 2' :! mal so lang als dick und ein Drittel länger als ihr Hals; vorletztes mit kürzerem Halse; Endglied 1' 4 mal so lang als voriges, im oberen Drittel verschmälert. Legeröhre mit kurzen Lamellen; Endglied der oberen nicht länger als breit; die beiden unteren kaum halbkreisförmig hervorragend. Körperlänge: 3 mm.

Puppe. 3 mm. lang. Scheitelborsten klein, nur ein Viertel so lang als die grossen, spitzen, den Scheitel weit überragenden und oben eingekrümmten Thoraxstigmen. Zahn am Grunde der Fühler- scheide kurz, spitz; beide sehr weit voneinander abstehend. Stigmen des Hinterleibes zweimal so lang als dick. Endsegment zweilappig. Diese Puppe befindet sich unter einer weisslichen, durchscheinenden, kreisförmig ausgebreiteten und nur schwach gewölbten Hülle, welche sie oberseits deckt; eine ähnliche, aber kleinere liegt unter der Puppe.

Larve. Die 3 mm. lange Larve ist von elliptischem Umrisse, ziemlich flach, schmutzig weiss gefärbt, so dass ihre Farbe von der des faulen Holzes kaum zu unterscheiden ist. Kopf und Hals glatt; die übrigen Segmente oberseits mit ovalen, stumpfen, zerstreut liogondcn Wärzchen; seitlich mit Wärzchen, welche in eine Spitze auslaufen. Kopf sowie die linealen Verlängerungen des Kiefergerüstes schwarzbraun. Endglied der Fühler dreimal so lang als dick. Dorsal- pnpillen des ersten Brustringes mit hyaliner Borste, welche an den zwei inneren kaum länger als die Pai)ille, an den vier äusseren aber viermal so lang als dieselbe ist. Vom zweiten Brustringe ab endigen die Dorsalpapillen in ein schwärzliches Gebilde, welches dreimal so lang als dick ist und sich an der Spitze blumenartig erweitert, indem es sich an der Spitze in mehrere Lappen theilt (Taf. I, Fig. 15); die beiden äusseren stets länger als die inneren. Terminalpa])illen zu sechs; die vier inneren wie die Dorsalpapillen gestaltet. Lateral-

2*

20 J. J. Kieffer:

Papillen am ersten Brustringe mit hyaliner Borste; an den übrifien Ringen zeigt die obere ein schwarzbraunes, walzenförmiges, an der Spitze kaum erweitertes Gebilde, das sechsmal so lang als dick ist; die drei unteren mit liyaliner Borste. Gräte braun; Seitenlappen schmäler und nur halb so gross als der mittlere, welcher die Sternal- papilleu überragt. Bauchhäkchen schwach gelb, zu KJ am 2. und 3 Brustringe, zu je zehn an den fünf ersten Bauchringen (am fünften sind sie schwächer), am r»., 7. und H. fehlend, am ^^. oder Analring zu zwanzig, stark entwickelt, braun gefärbt, umgekehit und am Ilinterrande der hier sehr kleinen Dornwärzchen stehend. Das übrige wie bei H. cinctus.

Vorkommen und Lebensweise. In dem faulen Holze abge- fallener Eichenäste, wo auch die Verwandlung stattfindet. In Wäldern um Bitsch.

4, G. Dicroneurus Kieff. (Berl. Ent. Nachr. 1895, S. 122.) Dritte liängsader gegabelt, wodurch diese Mücken von Holo- neurns zu unterscheiden sind {tiiy.oo^^rtvoof)^ mit welcher sie das übrige Flügelgeädcr gemein haben. Taster viergliedrig. Geisseiglieder der Fühler in beiden Geschlechtern walzenförmig und halsartig verlängert (scheinbar gestielt); ohne Bogenwirtel. Krallen einfach, bogenförmig, nicht erweitert. Hinterleib nicht nach oben gekrümmt. Die tyi)ische Art ist:

Dicroneiirus lineatus Kieff. (Ann. soc. ent. Fr. 1894, S. 320—321). Taf. T, Fig. 4: Gräte (mit 2 Sternalpapilleii, 2 inneren zusammen- gesetzten und 1 äusseren einfachen Plenralpapilie). 22: Taster des Weibchens. ,, ,, 32: Analsegment der Larve. ., II, ,, 12: Klauenglied der Zange. ,, „18: Legeröhre. 30 u. 29: Geisselglieder (c/Q). III, 10: Flügel.

Fig. 1 : Kopf und Hals der Larve von oben. Gelb; Geisselglieder, drei kleine Längsbinden auf dem Rücken- schild, breite Querbinden auf der Ober- und Unterseite des Hinter- leibes, sowie die Zange braun; auf der Oberseite sind die Querbinden in der Mitte unterbrochen, so dass eine Längslinie von der Grund- farbe übrig bleibt. Beine dunkel; die drei letzten P'ussglieder der Hinterbeine und die zwei letzten oder noch die Endhälfte des dritt- letzten der beiden vorderen Beinpaare weiss; oder auch nur die zwei letzten der Hinterbeine und das letzte mit der Endhälfte des vor-

Nester Beitrag zur Kenntniss der EiAdosis-Gruppe. 21

letzten von dieser Farbe. Klaue einfach, bogenförmig, nicht erweitert, liAnger als der Haftballen. Erstes Geisselglied am Grunde verschmälert.

Männchen. Taster viergliedrig und lang; die Glieder verhalten sich wie 4 :.'5^ o:-!:?; Endglied in beiden Geschlechtern nach dem ersten Drittel eingeschnürt. Fühler 2+ 14-gliedrig; Geisseiglieder walzenrund, 174 mal so lang als dick, in der unteren Hälfte so lang als ihr Hals, dann ein wenig kürzer als derselbe; Endglied mit ab- gerundeter Spitze. Mittlerer Haarwirtel wagerecht und sehr lang; oberer anliegend, die Basis des folgenden Gliedes erreichend. Flügel mit langer und schmaler Wurzelzelle; Cubitus im letzten Drittel ziemlich gebogen, hinter der Spitze mündend; untere Wurzel nicht stark ausgebuchtet. Hinterrandzellen deutlich höher als die Unter- randzelle. Schwingerkolbe im Umrisse elliptisch. Fussglieder wie 4:30: 18: 10:o' o. Zange mit kurzer, dicker, am Ende zweizähniger Klaue. Obere Lamelle zweilappig und kürzer als die unteren, welche die Spitze der Basalglieder erreichen. Körperlänge: 3 mm.

Weibchen. Fühler 2+ 11-gliedrig, kaum die Hälfte des Körpers überragend; Geisselglieder 2',.. mal so lang als dick, dreimal so lang als ihr Hals; Endglied etwas länger als vorhergehendes, am Ende abgerundet, oder mit sehr kurzer Spitze. Ein anderes Exemplar zeigte nur zehn Geisselglieder, deren erstes aber doppelt so lang als das zweite war. Legeröhrc massig hervorstreckbar; obere Lamellen zweigliedrig; erstes Glied lUmal so lang als breit, das zweite ei- förmig; unter ihnen zwei kleine Läppchen.

Puppe. Scheitelborsten 2' - mal so lang als ihr Höcker. Tho- raxstigmen gross, die Länge der Scheitelborsten erreichend. Fühler- zahn braun, spitz, nach vorn gerichtet. Diese Puppe befindet sich in einer weisslichen, ellipsoidalen Hülle, welche an verschiedene, die Buchenstämme überziehende Moose oder Flechten geheftet wurde.

Larve. Als ich vor einigen Jahren, an einem Waldrande bei Metz, die Gallen von Oligotrophus corni zum ersten Male fand und einsammelte, umhüllte ich sie mit feuchtem, von einem Baurastamme gelösten Moose, um auf diese Weise ein Vertrocknen derselben zu verhindern. Am Abend desselben Tages, bei einer genauen Durch- musterung dieser Gallen, fand ich sowohl auf den Cornus- Blättern als auch zwischen dem Moose mehrere rothe Maden mit langer Gräte, welche ich für die reifen, aus den Gallen wandernden Larven des Ölig, corni hielt (vergl. Ent. Nachr. 189:5, S. 22), Als ich aber später auch Larven aus diesen Gallen nahm und eine zweilappige Gräte an denselben beobachtete, da war es mir klar, dass erstere Art einer von Ölig, corni verschiedenen Mücke angehören müsse. Es kam mir dabei auch der Gedanke, dass dieselbe aus dem zur

22 J. J. Kieffer:

Umhüllung gebrauchten Moose herrühren könnte. Nach vielem Suchen in der Umgegend von Bitsch gelang es mir endlich, nicht nur ver- schiedene, interessante Gallmückenlarven unter Moosen zu entdecken,') sondern auch diese wieder aufzufinden und zwar am 14. December, bei + 8" C; die Thiere bewegten sich sowohl unter Flechten (Parmelia saxatilis) als unter Moosen, welche einen Buchenstamm überzogen. Leider ist die Zucht nicht gelungen. Im März des folgenden Jahres kehrte ich an dieselbe Stelle zurück und sammelte auf diesem Buchenstamm mehrere Puppen, aus denen ich die soeben beschriebene Mücke erhielt. Ich kann somit nicht mit Sicherheit behaupten, dass die Larve, deren Beschreibung folgt, zu dieser Mücke gehöre; dass dieses aber sehr wahrscheinlich ist, folgt nicht nur aus dem Gesagten, sondern auch noch aus dem Umstände, dass die be- treffende Larve denen von Holoneurus sehr nahe steht. Fleisch- roth, ziemlich flach und ellipsoidal. Von den rothen Holoneurus- Larven, denen sie täuschend ähnlich ist, mit Hülfe der Lupe nur durch die lanzcnförmige, dunkelbraune Gräte zu unterscheiden; diese erreicht die Sternalpapillen. Ohne Bauchhäkchen. Die sechs Dorsal- und die vier Lateralpapillen, ebenso die äussere Pleuralpapille au allen Brustringen mit kurzer Borste. Oberseits und seitlich mit spitzen, fast stacheligen Wärzchen dicht besetzt, unterseits sowie am Kopfe uud am Halse glatt oder undeutlich gerunzelt. Verrucae sp iniform es sehr spitz, vom zweiten Brustringe bis zum zwei- lappigen Analring incl. reichend; statt derselben, längs der Spalt- öffnung, braune, haarartige Gebilde. Pleural-, Ventral- und Anal- l)apillen wie bei Holoneurus; Terminalpapillen zu je drei oder vier, in eine kurze Borste endigend. Auf der Oberseite des Kopfes wurden hier acht papillae cephalicae wahrgenommen; dieselben sind wie in der Campi/lonii/za-Gn\m)e geordnet. Kopf und die streifenförmigen Verlängerungen des Kiefergerüstes schwärzlichgrau; nur die Basis der Fühler hell; Endglied der Fühler zweimal so lang als dick.

Eine zweite, zu derselben Gattung gehörende Larve fand ich in faulem Hainbuchenholze. Farbe orangeroth, zugespitztes Ende der Gräte länger; sonst wie vorige.

Eine dritte, von fieischrother Farbe, beobachtete ich si)äter unter Buchenrinde; der zugespitzte Theil der Gräte ist an der Basis su breit als hoch. Kopf und Hals wie Fig. 1.

') Vergl. Eut. Nachr. Berlin 1895, S. 113—123: (Uober moo«- bcwohneiide Gallinückcnlarvcn), .sowie Miscellanca e ii t oiiiolog i ca. Narbonne 1895. (Essai sur le groupe Campylomyza.)

Neuer ße'itrcuj zur Kenntniss der J^piäüsis-Grupjje. 23

5. G. Epidosis (H. Lw.) (H. Lw. Gallm. 1850, S. 21, non H. Lw. 1851.)

Unterscheidet sich von voriger Gattung durch die Gestalt der Krallen, welche einfach, in der oberen Hälfte fast rechtwinklig ge- bogen, unter der Spitze stark erweitert sind (Taf. III, Fig. 15), ferner durch die Gestalt der Fühler. Wird von H. Loew a.a.O. charakterisirt wie folgt: „Epidosis hat ausser der überaus schiefen Lage der Querader und der Ausbuchtung des Wurzelabschnittes der 2. L.-A. zu charakteristischen Merkmalen die starke Beugung der 2. L.-A. nach hinten und die Schlankheit der Beine; beim Q 10—12 Geisselglieder, die längliche, mehr oder weniger deutliche, ziemlich langgestielte Dopi)elglieder sind ; beim cf stets etliche Geisseiglieder mehr; Gestalt derselben rundlich, Wirtelhaare sehr lang. Gliederstiele ausserordentlich lang." Dicroneurus und Epidosis sind ferner durch den nicht zurückgekrümmten Hinterleib und durch die nicht stark ausgebuchtete hintere Wurzel von Camptomyia zu unterscheiden. Die Epidosis-harven sind durch die dichte Behaarung ihres Körpers von allen bisher bekannten Gallmückenlarven sofort zu unterscheiden.-)

H. Loew betrachtet dieses Genus als identisch mit dem Ron- dani'schen Forricondyla (Rondani 1840). Das von Rondani gegebene Gattungsmerkmal, nämlich „15 Fühlerglieder in beiden Ge- schlechtern" passt aber für keine der mir bekannten Gattungen der Epidosis-(ji\'\\^'pQ\ selbst die von Rondani als tj^pische Form auf- geführte albitarsis Meig. hat nach Meigen nur 12 Fühlerglieder (Q). Ich behalte deshalb den Namen Epidosis,^) da ich nicht ermitteln kann, welche Mücken von Rondani gemeint waren. Hierzu gehören wahrscheinlich folgende Epidosis- Arten: fraßilis H. Lw., leucopeza (Meig.), albitarsis (Meig.), longipes H. Lw. und sericata H. Lw., also die fünf ersten der von H. Loew beschriebenen sechs Arten (1850); ferner /brmosa Bremi und citrina Kielt". Winnertz giebt die Gestalt der Fühlerglieder nicht an. Nach Fig. 3, Taf. IV würde seine Ep. gracilis nicht hierzu gehören. Die typische Form ist:

0 Anders verhält es sich aber mit der Rondani 'sehen Gattung Uasyneura; dieselbe umfasst Arten, deren Flügelvorderrand, weg'en der Schuppen, verdickt ist, was der Name Dasyneura wohl bedeuten Süll, deren 2. L.-A. mehr oder weniger vor der Flügelspitzc mündet, deren typische Form D. ohscura (1840), später (186U) D. sisymbrii Schrank sein soll. Der Name Uichelomyia Rübs., welcher Arten be- zeichnet, deren typische Formen die 2. L.-A. ebenso gestaltet haben (Berliner Ent. Zeit. 1892, S. 347), muss demnach vor dem älteren Ron- dani 'sehen weichen.

-) Vergl. jedoch S. 31.

24 J. J. Kieffer:

Epidosis albimana (Wiiui.) P. (Ann. soc. eilt. Fr. Paris 1894, S. 319—320, Fig. 1. PI. 4, Fig. 1—9. Taf. III, Fig. 12: Ventralhäkchen der Lai've mit Dornwärzchenu. Borsten. ,, ,, 15: Kralle der Mücke.

Die Geisseiglieder des Weibchens stellen langgestielte Doppel- glicder dar (die vier unteren). Eine ausführliche Beschreibung der Mücke wurde a. a. 0. veröffentlicht.

Puppe. Thorakalstigmen gerade, ziemlich lang und schmal, fast walzenförmig. Gesichtsborsten kaum länger als ihre Papille. Verru- cae abdominales gewöhnlich. Spinulae dorsales fehlend. Hülle der Puppe ellipsoidal und weisslich gefärbt; sie deckt aber die Puppe nur oberseits und seitlich, so dass letztere auf dem Holze liegt.

Larve. Dieselbe ist schmutzig weiss, ellipsoidal und ziemlich flach. Zweites Fühlerglied dreimal so lang als dick. Kopf hellbraun, die Verlängerungen des Kiefergerüstes schwarz. Kopf und Hals glatt; letzterer mit sechs Collarpapillen. Der übrige Körper ringsum dicht behaart; auf der Oberseite erreichen diese Haare ein Achtel der Länge der Segmente, unterseits sind sie etwas kleiner. Dorsalpapillen zu sechs; sie endigen in eine lange Borste, welche die Hälfte der Länge der Segmente erreicht. Die vier des vorletzten Segmentes sowie die vier Terminalborsten etwas kleiner, nämlich so lang als die Lateralborsten; letztere zu je vier, deren unterste von den anderen weit entfernt und den Ventralpapillen nahe liegt. Sternal-, Ventral- und Analpapillen ohne Borste: erstere an allen drei Brustringen vor- handen. Innere Pleuralpapillen aus drei kleinen, spitz kegelförmigen Wärzchen zusammengesetzt; die äussere mit langer Borste von der Länge der Lateralborsten (ein Viertel der Länge des Segmentes). Sternal- und Plenralpapillen befinden sich auf einer unbehaarten Stelle; eine ähnliche, aber kleinere Stelle erscheint auf der hinteren Hälfte der sieben ersten Bauchringe und enthält die sechs papillae ventrales; die vier vorderen Ventralpapillen zu je zwei zusamnien- stossend. Vorletzter Körperring mit vier getrennten Ventralpapillen. Analpapillen zu je vier. Verrucae spiniformes oberseits fehlend, unterseits am 2. und 3. Brustringe zwei Querreihen darstellend, an den übrigen Segmenten fehlend oder doch nur mit einer Spur solcher Gebilde. Uncinuli ventrales fast hyalin, halbmondförmig, zu sechs bis acht in einer Querreihe vor den Dornwärzchen, am 'L und H. Brustriuge, an den übrigen fehlend.

In faulem Buchen- und Hainbuchenholze bei Bitsch.

G. G. Colomyia Kieff. (Berl. Ent. Zeit. 1891, S. 259-262, Fig. 1—3. Ann. Soc. Ent. Fr. 1894, S. 316, Taf. IV, Fig. 19—21.) Wie Dicroneurus, aber Taster zweigliedrig, Fühler c/Q kuglig

Neuer Boitnuj zur Kennlniss der Kpidosis-Gruppe. 25

und 3. L.-A. ungegabelt, woit vor dem Flügelrandc aiit'liörciul. Krallen gespalten; drei gleiclilangc Haftballen. Mit einem (</) oder zwei (9) Bogenwirteln. Die typische Art ist:

1. Coloniyia clauata Kieff. Taf. Iir, Fig. 14: Gräte mit 2 Sternalp., einer äusseren einfaclifn iind 2 inneren zusammengesetzten Pleurjilpapillcn. ,, ,, ,, 17; Kopf der Larve von unten. ,, ,, 22: Zweites Geisselglied (Q) mit den Bogenwirteln.

Iniago. Der früher gegebenen Beschreibung habe ich noch Fol- gendes beizufügen: Die beiden Tasterglieder, welche den Rüssel nicht überragen, sind bald gleichlang, bald Endglied kürzer, beide doi)pclt so lang als breit; 2. Glied mit fünf steifen Borsten am Ende und einer dreimal so langen in der Mitte; erstes Glied mit steifer Borste an der Spitze der Innenseite. Rüssel nach unten gerichtet, aus zwei zugespitzten Lippen bestehend ; letztere umschliessen die Zunge. Die Geisseiglieder, welche in beiden Geschlechtern kuglig sind (mit Aus- nahme des ersten, welches spindelförmig und des letzten, welches ei- förmig ist), zeigen in ihrer Mitte einen kurzen aber deutlichen Bogen- wirtel; ausserdem beim Weibchen noch einen zweiten am Ende. Hals zuerst so lang, dann länger als das Glied (c/) oder zuerst fast gleich- lang, in der oberen Hälfte nur halb so lang als das Glied (Q). Fuss des zweiten Beinpaares wie 2' -:22: 10:7:4. Kralle gespalten, doppelt so lang als die drei Haftballen. Zangcnklaue am verdickten Ende mit fünf steifen Borsten. Die nach Innen schalenförmigen Lamellen der Legeröhre etwas nach oben gebogen, einfach und nicht länger als breit; am Rande mit gereihten Borsten. Hinterleib {cfQ) seitlich mit Schwielen, die eine längere Behaarung zeigen.

Puppe. Eine Scheitelborstc ist an der Puppe nicht sichtbar, wohl aber an der Puppenhülle; dieselbe ist nur halb so lang als der Höcker und schwer wahrzunehmen. Thoraxstigmen gross, dick, braun, fast gerade, den Scheitel überragend, am Ende zugespitzt; Ilinter- leibstigmen kaum hervorragend. Papulae dorsales und laterales wenig deutlich, spitz kegelförmig. Spinulae dorsales fehlend; Verrucae abdominales spitz und dicht stehend, auf der Mitte der Unterseite und am Analringc fehlend. Unter brauner, auf der Rinde der Buchcnstämme schildförmig ausgebreiteter Hülle.

Larve. Orangeroth, depress, ellipsoidal, glatt. -Kopf kurz, ohne dunkel gefärbte Verlängerungen des Kiefergerüstes; ich habe nur vier Papillen daran beobachtet, nämlich zwei oben und zwei unten. End- glied der Taster nicht länger als dick. Gräte nur an dem bogen- förmigausgeschnittenen Ende gelb, sonst snbhyalin, die Sternalpapillen nicht erreichend. An allen Brustringen sind die inneren Pleural-

26 J. J. Kieffer:

Papillen aus zwei Wärzchen zusammengesetzt und die äussere, wie übrigens alle Papillen, ohne Borste. Ich habe nur vier Ventralpapillen, deren äussere von den Verrucae spiniformes entfernt stehen, finden können; ebenso nur je drei Lateralpapillcn. Sechs Dorsal- papillen; am vorletzten Körperring stehen die Stigmen seitlich am Hinterrande, wie \iQ\ Conto r ini a ; die obere der drei Lateralpapillcn befindet sich da innerhalb, aber nahe an dem Stigma, so dass man auch hier sechs Dorsalpapillen annehmen könnte. Analring klein, in zwei Häkchen endigend; vor diesen befindet sich oberseits eine Querreihe von vier Papillen, und unterseits, längs der Spaltöft'nung, je zwei Analpapillen und etwas weiter noch eine dritte. Verrucae spiniformes überaus fein, ober- und unterseits vom zweiten Brust- rjnge bis zum vorletzten Körperringe incl. reichend.

2. Colomyia picta Kieff. (I. c, C clavata var. picta.)

Von voriger verschieden durch den schön gefleckten Hinterleib, sowie das zweite Tasterglied, welches kürzer als das erste ist.

Was ich als var. minor (1. c) bezeichnet habe, scheint nur eine kleinere Form der C. clavata zu sein.

Wahrscheinlich gehören hierzu noch C defecta (H. Lw.) und C. WinnertziKiG^. {defecta Winn.). Vergl. Ann. soc. ent. Fr. 1894, Seite 317.

7. G. Dirhiza H. Lw. (H. Loew, Die Gallmücken, 185U, S. 21.)

Wird von H. Loew (1. c.) charakterisirt wie folgt: „Dirhiza zeichnet sich nebst Epidosis dadurch aus, dass die besonders aus- gebildete Querader eine so schiefe Lage hat, dass sie wie der Anfang der "2. L.-A. aussieht und deren eigentlicher Anfang einen zweiten längeren Wurzelast zu bilden scheint; sie unterscheidet sich von Epi- dosis dadurch, dass dieser längere Wurzelast nicht nach hinten aus- gebogen und dass die Geisselglieder selbst bei dem cf ungestielt oder doch fast ungestielt sind." Nach Herrn Rübsaamen sind die Taster viergliedrig und die Zange ohne Klaue. (Berliner Ent. Zeit. 1892, S. 396—397, Taf. X, Fig. 8 (Flügel); Taf. XL Fig. 15 (Zange); Taf. XIV, Fig. .") (Kopf). Die dritte Längsader ist gegabelt. Die typische Art ist D. lateritia H. Lw., zu welcher noch D. rhodo- phda Hardy Q zu stellen ist.

8. G. Caniptomyia Kiett. (Ann. soc. ent. Fr. Paris 1894, S. 323.) Von Dicroncurus durch den schlanken, in beiden Geschlechtern nach üben zurückgeschlagenen Hinterleib verschieden [y.aftTtro^). Ferner

Neuer Beitrag zur Kenntniss der tJpidosis-Oruppc. 27

ist die untere Wurzel des Cubitus stark ausgebuchtet, die Geissel- gliederzahl eine grössere und die Taster länger.

Bei dem Männchen ist nur ein sehr schwach entwickelter Bogen- wirtel sichtbar; beim Weibchen sind deren zwei vorhanden, die aber nur aus je einem Bogen zusammengesetzt sind und wenig deutlich er- scheinen; an ihren Enden sind die zwei unteren Bogen mit den beiden des oberen Wirteis durch einen etwas hinüberragenden Längs- faden verbunden, wie es Fig. 21, TaL III (mittleres Geisseiglied der durch die gelben Fühler ausgezeichneten Campt, lidescens m.) ver- anschaulicht; es stehen somit zwei solcher Verbindungsfäden einer dem andern gegenüber; hat man durch Kalilauge das Fühlerglied durchscheinend gemacht, so kann man deutlich den unteren Faden durchschimmern sehen. Bei oberflächlicher Betrachtung ist von den zwei Bogenwirteln nur beiderseits die in der Gestalt eines hyalinen Knotens hervorragende Spitze des Wirteis sichtbar, wie es Fig. 30 u. ol, Taf. I zeigen. Die Puppen sind ohne Hülle; Thorakal- und Hinter- leibsstigmen weit hervorragend.

Die Larven sind glatte, weiss, gelblich bis orange gefärbte, vvalzenrunde und langgestreckte Springmaden, deren Giäte wenig chitinös, schmal und am Ende hutförmig erweitert ist. Analsegment mit zwei Häkchen, vor denen vier Papillen in einer Querreihe liegen. Alle Papillen sehr klein und ohne Borste. Die inneren Pleural- papillen aus drei Wärzchen zusammengesetzt, deren eine von den beiden anderen kaum weiter entfernt liegt. Nur vier Ventral- papillen, die von den Dornwärzchen weit entfernt sind. Je drei Analpapillen. Dorsalpapillen zu zehn; die äussere beiderseits den drei Lateralpapillen genähert; am vorletzten Körperringe sind die Dorsalpapillen wie bei Colomyia gestaltet, so dass auch hier von sechs Dorsalpapillen die Rede sein könnte, da die obere der Lateral- papillen auf der Innenseite der auf den Seiten des Segmentes liegenden Stigmen erscheint, während die eigentlichen vier Dorsalpitpillen viel höher in einer Querreihe stehen. Sternalpapillen des ersten Brust- ringes gewöhnlich von der Gräte nicht erreicht. Collarpapillen zu sechs. P]ndglied der Fühler nicht verlängert.

1. Caniptoim/ia recta n. sj). Taf. I, Fig. 29: Taster. ,, 30 u. 31: Üeiöselglicdcr (9). ,, ,, 33: Puppe. ,, II, ,, 14: Legeröhre. ni, 8: Flügel. Aus Larven, die unter der Rinde von Rhamnus Frangula lebten und auch in Gestalt und Farbe denen von C. erythroiutna

28 J. J. Kieffer:

gleich schieneil, zog ich (1894) eine Mücke mit schwarzen Augen, weissen Tarsen und 2 + 28 Fühlergliedern; ein zweites Exemplar mit 2 + 23 und ein drittes mit 2+16 Fühlergliedern! Körper gclb- roth; drei Rückenstriemen und Brust grösstentheils schwärzlich. Von allen gefleckten Camptomyia ist sie durch die bogenförmige hintere Zinke und die am Grunde nicht bogenförmige vordere Zinke zu erkennen. Tasterglieder wie 3: 4 :?:!•; die zwei ersten Glieder dicker. Erstes Geisseiglied drei- bis viermal so lang als dick, die folgenden nur zweimal, dann nicht länger als dick. Hals zuerst ein Sechstel, dann ein Viertel, an den meisten aber halb so lang als das Glied; Endglied eiförmig, doppelt so lang als dick. Von Campt, erythromma unterscheidet sie sich durch die schwarzen Augen, die weissen Tarsen, besonders aber durch das Flügelgeäder. Körperlänge: 3 mm.

2. Camptomyia erythromma Kieff.

(Berl. ent. Nachr. Is'sS, S. 200—202.) Fig. 3: Flügel. Die F'lügel dieser Art sind schmäler als die der vorigen; Cubitus am Ende mehr gebogen und hinter der Flügelspitze mündend. Flü- gelhaken oder Wurzelquerader über dem ersten Sechstel der unteren Wurzel liegend. Der vordere Gabelast am Grunde deutlich nach oben gebogen, also nicht die Verlängerung des Stieles darstellend; der hintere kaum gebogen. Wurzelzelle viermal so lang als breit, llinterrandzellen wenig breiter als die Unterrandzelle.

9. G. Ruehsaamenia Kieff. (Ann. soc. ent. Fr. Paris 1894, S. 333.)

Vier einfache Längsadern; die vordere Wurzel des Cubitus mit der 1. L.-A. parallel. Hinterleib nach oben gekrümmt. Thorax nicht halsartig verlängert. Vier Tasterglieder. Krallen einfach; nur ein Haftballen. Beine sehr lang. Die hierzu gehörenden Mücken haben den Habitus der Camptomyia.

Larven ober- und unterseits mit mehr oder weniger deutlichen Wärzchen, walzenförmig, lang gestreckt, gelblich oder röthlich. Ohne Gräte. Dornwärzchen ober- und unterseits vorhanden und zwar am Halse und am ersten Brustringe schwach entwickelt, an den folgenden bis zum drittletzten Körperring incl. stark entwickelt. Sternalpapillen an allen drei Brustringen hinter den Dornwärzchen; am 2. und 3. Brustringe sind sie stärker als am ersten hervorstehend. Die sieben ersten Bauchringe zeigen in der Mitte der Dornwärzchenreihen zwei walzenförmige, am Ende kaum erweiterte Pseudopodien. Einen Kranz

Neii.er Beitrag zur Kennt.mss der Epi d osis-Oruppe. 29

von winzigen, borstenartigen Gebilden, wie er am erweiterten Ende der Pseudopodien von J^estodiplosis vorkommt, habe ich hier nirht wahrgenommen. PIeuralpai)illen regehnässig; die beiden inneren l)ciderseits bestehen also aus drei gleichnahen Wärzchen. Die acht Bauchringe mit viei- Ventrali)apillen. Stigmen von mehreren con- centrischen Ki'oisen umgeben. Jjateralpapillen zu je drei, schwiich kegelförmig; am vorletzten Körperring ist die unterste aber in einen grossen, kegelförmigen, mit (jnei-gereihten Wärzchen besetzten Zajjfen umgewandelt, wodurch diese Larve schon mit Hülfe einer linjie zu ei-- kennen ist. Analpapillen zu je fünf, nämlich je drei längs der Spalt- öffnung und zwei genäherte an der Spitze der beiden stumpfen J^appen des Analsegmentes. Zehn Dorsalpapillen ; am vorletzten Körperring aber nur vier. Zwei Terminali)apillen. Fühler nicht verlängert.

Die typische Art ist R. pecloralis Winn, [hirticornis Zett. ?), deren Larve gelblich und deutlich mit Wärzchen bedeckt ist. Ich habe ferner die Larve von R. flava m. beobachtet; dieselbe ist röth- lich und in der Mitte der Oberseite eher nur gerunzelt als mit Wärz- chen versehen. Von R. flava werden hier abgebildet:

Taf. L Fig. 11: Taster der Mücke. ,, II, ,. 23: F'ühlerglieder des Weibchens. III, 2: Flügel.

Beide Arten leben im Larvenzustande unter der Rinde abgefallener Bnchenzwcige oder auch unter den diese Zweige überziehenden Moosen.

10. G. Asynapta (H. Loew) non Rond. (H. Loew, Die Gallmücken, 1850, 8.21.)

Flügelgeäder wie bei Ruebsaamenia. Hinterleib nicht nach oben zurückgeschlagen. „Thorax stets mehr oder weniger halsartig verlängert" (1. c.\ etwa wie hei Clinorhi/ncha.') Taster viergliedrig. Krallen einfach und kürzer als der Haftballen. Zahl der Fühlerglieder wohl stets über 2 + 12. Die typische Art ist A. longicoUis H. Lw., von dieser und von A. longicauda H. Lw. war nur das Weibchen bekannt. Von ersterer zog ich das Männchen aus faulem Buchen- holze. (Vgl. Ann. soc. ent. Fr. 1894, S. H39-340.) Letztere von H. Rübsaamen näher beschrieben (Berl. Ent. Z. 1892, S. 400). In dieselbe Gattung gehört auch .\s. Thuraui Rtibs. (Ent. Nachr. Berlin 189o, S. Kiti). wahrscheinlich auch As. aurora Mann.

') Auf derselben Seite, bei Clinorhi/ncha, heisst es: „Der Thorax ähnelt in seiner Bildung dem der Gattung Asynapta." Trotzdem wohl nicht als Gattungsnierkmal aufzufassen, da H Lw. für A. longicauda schreibt: „Thorax vorne nicht so verlängert", und für As. Thwaui keine Verlängerung erwähnt wird.

30 J. J. Kieffer:

11. G. Clinorhytis Kioff, (Ann. soe. cnt. Fr., S. 313 sub Clinorhiza; nicht S. .'.40.) Flügelgeäder etwa wie bei Btiehsaamema. Wegen der schiefen oberen Wurzel Clinorhytis genannt. Hinterleib nicht zurückgeschlagen. Thorax nicht halsartig verengt. Taster viergliedrig. Krallen einfach. Drei IIaftlai>pen, welches Merkmal diese Gattung mit OliffofropJnift, l^hopalomyia und Colomyia gemein hat.

Larve (?). In demselben faulen Baumstrunke, aus dem ich die soeben beschriebene Mücke zog, fand ich später (1895) mehrere höchst merkwürdige Larven, die zweifellos zur Fypidosis-(jv\\\^\\(}. und wahrscheinlich, wegen ihres Wohnortes und ihrer Grösse, zu Clino- rhytis gehören. Dieselben waren rosa gefärbt, 4 mm, lang, ziemlich breit, etwas flach gedrückt und an beiden Enden stark verschmälert. Analsegment fast so lang als die beiden vorigen Glieder zusammen und in zwei lange, divergirende Lappen endigend. Kopf und die beiden lincalen Verlängerungen des Kiefergerüstes dunkelbraun; die Fühler, deren Endglied 2' j mal so lang als dick ist, sind sowie ihre Umgebung hyalin; am Ilinterrande oberseits vier und unterseits zwei hyalin umhofte Papillen; ferner zeigt die Oberseite, zwischen den Fühlern, noch zwei kleine Pai)illen. Die sechs Collarpapillen gross und sehr deutlich. Während der Kopf und der Hals glatt erscheinen, zeigen sich die übrigen Ringe ziemlich dicht behaart, wie es für Epi- (losis der Fall ist; nur die Mitte der Unterseite der Ringe und die vordere Hälfte des Aualsegmentes ober- und unterseits glatt; letzteres an der Endhälfte sehr dicht und quergereiht behaart; um die Spalt- öttnung ist diese Behaarung noch dichter, bräunlich und stark ver- längert. Nur eine kleine Stelle auf der Unterseite der Bauchringe beiderseits, nahe dem Hinterrande, mit flachen Wärzchen besetzt. Merkwürdig sind die Dorsal- und Lateralpapillen, welche theils hyalin und kurz beborstet, theils braun, doppelt so lang als dick und mit einem sehr langen stäbchenförmigen Gebilde versehen sind, wodurch die Gleichwerthigkeit der Borsten und der Stäbchen erhellt.') Am

^) In der am Anfang dieser Arbeit erwähnten Schrift hat Prof. Dr. Thomas über meine Ansicht betr. die Papillen der Galhnückenlarven sich auf folgende Weise geäussert: „Dass Papillen durch borstenfragendo Höcker sich ers^etzt finden können, hat Kübsaamen schon 181>1 (I.e. S. 384) für die Pleuralpapillen dargethan, und das Vorkommen einer iliisserst kleinen Centralborste in übrigens typischen Papillen wurde von mir, und zwar zuerst, gesehen." (S. 436). Diese Angabe bedarf einer Berichtigung. Rübsaanien hat allerdings (1801) angegeben, dass an Stelle der äusseren Pleuralpapille eine Borste stehen könne. Dass aber bei den Galhnückenlarven einfache Papillen an Stelle von Borsten (d. h, von borstenl ragenden Papillen) vorkommen können, war schon zuvor

Neuer Beitraij zur Kenntviss der £pidus}s-Gruppe. 31

ersten Brustringe sind die zwei inneren (p. d. internae) nnd die zwei äusseren Dorsalpapillen (p. d, externae) hyalin, erstere mit etwas längerer Borste; die zwei mittleren Dorsalpapillen (zwischen den inneren und äusseren, p. d. intermediae) mit einem Stäbchen, das die drei Viertel der Höhe des Segmentes beträgt; von den drei Lateralpapillen ist die obere (p. 1. superior) ebenfalls in ein Stäb- chen verlängert, welches aber so lang als der Ring und am Ende zu- gespitzt ist, während alle übrigen Stäbchen eine stumpfe Spitze zeigen; die beiden unteren Lateralpapillen (p. 1. inferiores' mit kurzer hyaliner Borste. Am 2. nnd M. Brustringe endigen nur die zwei inneren Dorsalpapillen in ein Stäbchen, welches l'^mal die Länge des Segmentes beträgt; von den Lateralpapillen tragen beiderseits die obere und die erste der unteren ein Stäbchen, das die Länge des Segmentes nicht übertrifft; diese Anordnung der Dorsal- und Lateralpapillen gilt auch für das »5. und 7. Hinterleibssegment. Die fünf ersten Hinterleibsringe haben dagegen nicht nur die zwei inneren Dorsalpapillen in ein braunes, 1% bis 2 mal die Länge des Gliedes erreichendes Stäbchen verlängert, sondern auch noch die zwei äusseren; ferner sind da die mittleren mit einer bräunlichen, zweimal die Länge der Papille erreichenden Borste vorsehen ; Lateralpapillen wie am 2. und o. Brustringe. Am achten Hintcrleibsringe sind die Lateral- papillen wie am L Brustringe gestaltet, die Stigmen dem Vorderrande etwas näher als dem Hinterrande und nicht weiter von einander als vom Seiteni'ande entfernt; zwischen diesen Stigmen, aber hinter den- selben, stehen zwei kleine mit kurzer, hyaliner Borste versehene Dorsalpapillen, und noch tiefer zwei innere Dorsalpapillen mit einem Stäbchen, welches die Länge des Gliedes nicht überragt, Jeder Lappen des Analringes trägt zwei Papillen mit kurzer Borste. Ster- nalpapillen am L Brustringe von der lanzenförmigen Gräte, deren

von mir, und zwar zuerst nachgewiesen, so dass auch hierin Rübsaamon sich wieder, um mich seines Ausdruckes zu bedienen, „an mich anlehnen durfte". Ich habe nämlich zuerst für die Segmente einer Dasyneura (Dichelomyia) in der W. E. Z. 1889, S. 264 eine Reihe von Borsten erwähnt; ebenda, im Januar 1890, habe ich zuerst für eine Gallmücken- larve das Vorhandensein einer Querreihe von borstenlosen Papillen auf den Körperringen erkannt. Somit ist die Beobachtung, dass bei ge- wissen Larven einfache Papillen an Stelle der bei anderen Arten vor- kommenden Borsten (d. h. borstentragenden Papillen) vorhanden seien, weder Herrn Rübsaamen noch Herrn Thomus zuzuschreiben, da die- selbe schon vorher von mir veröffentlicht worden war. Dass ferner die Borsten ob lang oder äusserst klein, dies kommt hier nicht in Betracht von einer Papille ausgehen, war schon den älteren Autoren bekannt; so z. B. Perris 1856 (Coprodiplosis entomopMla) und 1870 (Lestodiplosis septemgutiata m. = pictipennis P.)

82 J. J. Kieffer:

braune, läiigor als breite Spitze allein deutlicb ist, weit überragt. Alle Pleiiralpapillon mit kurzer Borste; die inneren aus drei gleich- naben Wärzcben zusaninicngesptzt. Von den acbt Ventralpapillen lieffon die vier vorderen in den Dornwärzchenreihen: von den vier hinteren ist die äussere in eine kurze Borste verlängert; am vor- letzten Körperi'inge sind nur vier genäherte, hinter den Dornwärzcbeu liegende und borsteulosc Ventralpapillen zu sehen. Die sehr feinen Dornwärzchen nur unterseits, vom 2. Brust- bis vorletzten Körper- ringe vorhanden; mit Ausnahme des 8. Ilinterleibsringes haben die übrigen in der Mitte der Dornwärzchenreihen eine grosse, halbkreis- förmige Erhöhung, auf der die beiden inneren der anderen Ventral- papillen liegen. Diese Larven sind träge und krümmen sich ein, wenn sie gestört werden.

Anmerkung. Diese Larve steht somit der von mir in den Ent. Nachr. 1S9,'"), S. 113 beschriebenen nahe. Ich habe doshalb letztere wieder genau untersucht und gefunden, dass auch hier sechs Dorsalpapillen, am vorletzten Körperring aber vier vorhanden seien; die Papillen ohne Stäbchen klein und mit sehr kurzer Borste, so dass sie leicht übersehen werden können. Zur Unterscheidung beider Larven können, abgesehen von der dottergelben Farbe und der ge- ringen Grösse letzterer, folgende Merkmale angeführt werden: Letztere hat den Körper nicht mit Haaren, sondern mit sehr flachen Wärz- chen bedeckt, die Fühler verlängert, die Grätenspitze breiter als hoch und hyalin, den 1. Brust- und den (>. Hinterleibsring mit den inneren und mittleren Dorsalpapillen stäbchenförmig, also gestaltet wie auf den fünf ersten Hinterleibsringen. Diese Larve ist somit ebenfalls zweifellos zur Kjndosis-GrwY^i^Q. gehörend, und bildet eine der vorigen nahe stehende Gattung. Ob die von Rübsaamen 1)eobachtete Larve (Ent. Nachr, 1895, S. 12) hierzu gehört, ist aus der von diesem Autor gegebenen dürftigen Beschreibung nicht zu ermitteln.

Die typische Art ist:

CUnorhytis ßavitarsis n. sp. Q Taf. in, Fig. 20: Mittleres und Endglied der Fühler. Fig. 2: Flügel.

Körperlänge: 6 mm.; somit die grösste der bekannten Gallmücken! Dottergelb; Oberseite des Thorax sowie ein grosser Fleck zwischen Vorder- und Mittelhüften glänzend schwarz; Hinterhaupt, mit Aus- nahme eines schmalen Streifens am Augenrande, Stirn, mit Ausnahme eines runden Fleckens über den Fühlern, breite Binden des Hinter- leibes oberseits und eine Querlinie unterseits sowie Beine matt schwarz; die Binden der Oberseite schliessen je einen runden Flecken

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Epidosis-Gruppe. 33

und oberhalb desselben noch eine Qnerlinie von der Grundfarbe ein; auch ist die schwarze Querlinie der Unterseite an einigen Ringen an beiden Enden rechtwinklig nach vorn gebogen; die vier Endglieder der Tarsen der Hinterbeine und die drei Endglieder der Vorder- und Mittelbeine gelb. Taster und Fühler dunkel. Erstere viergliedrig, nicht ausserordentlich lang; Endglied Länger als die übrigen. Füh- ler 2+ 12-gliedrig; Geisseiglieder etwas mehr als doppelt so lang als dick, fast walzenförmig, zweimal, das vorletzte aber dreimal so lang als ihr Hals; Endglied nicht länger als das vorhergehende, mit kurzer, fast kegelförmiger Verlängerung. Letztes Tarsenglied aller Beine unterseits von einer Längsfurche durchzogen; letztere, in den zwei P^nddritteln des Gliedes, von linealen, kurzen, borstenähnlichen, gereihten Gebilden umgeben; dieselben sind nach Abreibung der übrigen Haare besonders auffallend. Kralle gross, einfach, bogen- förmig, schwarz, wenigstens doppelt so lang als die drei kleinen, gleichlangen Ballen.') Flügel irisirend, 5,40 mm. lang und 2 mm. breit; 1. L.-A. vom Vorderrande und unterer Wurzel gleich weit ent- fernt. Cubitus am Ende stark gekrümmt und deutlich hinter der Spitze mündend ; die obere Wurzel führt die Richtung des Cubitus fort, während die untere bogenförmig aus demselben entspringt. Die Mündung der 3. L.-A. ist der 4. L.-A. kaum näher als dem Cubitus. Tiegcröhre wenig hervorstreckbar; obere Lamellen dreigliedrig.

Lebensweise und Vorkommen. Aus einem faulen Baum- strunk, bei Bitsch.

12. G Witinerfzia Rond. (Rondani, Stirpis C'ecidom. genera revisa 18G0.) Krallen gespalten. Nur ein Haftballen. Vier einfache Längs- adern; Querader wie bei Diplosis, also nicht aus der Wurzel der 1. L.-A. entspringend, auch nicht parallel mit ihr verlaufend, so dass sie kaum als vordere Wurzel des Cubitus anzusehen ist. Beine nicht verlängert; das letzte Tarsenglied des Weibchens hat stets unterseits, in der Endhälfte, etwa zwölf lineale, gleichlange und gereihte Gebilde wie Vlmorliytis. Die Specics typica ist Winn. lugubris Winn. Die zahlreichen Arten haben alle viergliedrige Taster und 2 + 12-gliedrige

') Die Angabe (W. E. Z. 1893, S. 125), dass CUnorhiza nur mit einem Haftballen versehen sei, bezieht sich auf die drei später aus dieser Gattung ausgeschiedenen und zu Winnertzia gestellten Arten, nämlich anomala, pictipes und nigripennis; wegen ihrer gespaltenen Krallen hatte ich letztere zuerst von Winnertzia Salicis (houclieana) getrennt, indem ich damals nicht wusste, dass die von Rübsaamen gemachte Mittheilung, die Krallen letzterer seien einfach, auf Irrtlium beruhe. Vgl. hierüber Bull. soe. ent. Fr. 1895, S. CCCXIX.

XLI. Heft I. 3

34 J. J. Kieffer:

Fülller, mit schwachen Bogenwirteln. Ihre Farbe ist meist schmutzig gelb oder braun; W. Salicis Bouche und W. rubra Kieff. zeigen jedoch eine rothe Färbung. Puppen ohne Hülle; Thorax- und Tlinterleibstigmen nicht hervorragend (ob immer?). Die Larven sind dicht l.ängsgestrichelte oder doch wenigstens an den Seiten mit einigen Längsstrichen versehene Springmaden. An den Papillen weichen diese Längsstriche auseinander (vgl. Taf. I, Fig. ."i). Analsegment mit zwei Häkchen. Gräte linealförmig, am Ende hutförmig erweitert oder auch lanzenförmig verschmälert, meist schwach chitinös. Den früher (Ann. soc. ent. Fr. 1894, S, 340 347) gegebenen Beschreibungen mögen hier noch folgende hinzugefügt werden.

1. Winnertzia Salicis (Bouche) (houcheana H. Lw.). Da H. Loew selbst die Identität der beiden Mücken zugab, so war er nicht berechtigt, den älteren von Bouche (1834) gegebeneu Namen in einen andern umzuändern. Bouche hat nicht nur die Mücke, sondern auch die liarve beschrieben. Von letzterer wird mit- getheilt, dass „sie gelblich-weiss, fast walzig und nackt" sei, die Gräte als „schmaler, rothbrauner Streifen auf der Unterseite des Metathorax" bezeichnet und das Analsegment als ein „verschmälerter, hinten stumpfer, mit 2 kegligen, an der Spitze rothbraunen Erhöhungen" versehener Ring beschrieben. Sie wurden in mürbem Weidenholze gefunden. Die Mücke hat einen „rothbraunen Hinterleib mit zwei Reihen schwarzbrauner, lang behaarter Rückenflecke".

2. Winnertzia anomala m. Taf. I, Fig. 7: Haken des Analsegmentes der Larve. ,, 12: Taster der Mücke (c/).

„10: Gräte der I^arve (mit 2 Sternalpapiilen und je 1 zu- sammengesetzten inneren Pleuralpapiile). ,, II, ,, 3: Zange. ,, ,, ,, 25: Geisseiglieder {cf). HI, 5: Flügel (cf).

Von diesem Thiere habe ich (Ann. soc. ent. Fr. 1894, S. 340; sub Clinorhiza ciirina^) eine kurze Diagnose gegeben. Es gehört, sowie die beiden folgenden, zu den grösseren Arten. Kopf, Thorax- seiten und Hinterleib citronengelb. später bräunlich; Augen, Fühler Thorax und breite Querbinden auf dem Hinterleib schwarzbraun. Beine dunkel mit helleren Füssen.

Männchen. Fühler 2 + 12-gliedrig. Geisseiglieder subcylindriscli, zweimal so lang als dick, um ein Viertel länger als der Hals; vor-

') Audi die beiden folgenden Arten wurden an derselben Stelle zu C^morAi^a gereiht, aber nicht beschrieben.

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Kpidosis-Orvppe. 85

letztes Glied mit sehr kurzem Halse; p]nflglied eiförmig, ohne Ilals, kleiner als voriges. Fuss wie 2: 13:S:»J:3. Klauen dick, kaum länger als der Ilaftballen. Flügel wenig getrüht. Geäder wie Fig. 5, Tf. III zeigt. Querader der Mündung der 1. L.-A. deutlich näher als dem Haken. Cubitus vor der Flügelspitze mündend. Zangenklaue sub- ellipsoidal, am Ende in einen kräftigen, nach Innen gerichteten Haken endigend. Obere Lamelle die Basalglieder überragend, am Ende aus- gerandet.

Weibchen. Fühler nur so lang wie Kopf und Thorax, 2 + 12- gliedrig; Geisselglieder walzenförmig, 1^2 mal so lang als dick, am Ende kegelförmig verengt aber nicht in einen Hals endigend; die beiden letzten Glieder miteinander verwachsen, so dass sie nur ein einziges, sehr langes, an der Spitze abgerundetes Glied darstellen. Legeröhre lang hervorstreckbar; die zwei oberen Lamellen dreigliedi-ig, zusammen einen halbirten Cylinder darstellend; Endglied derselljen zweimal so lang als breit. Flügellänge: 2,15 mm.; Flügelbreite: 0,90 mm.; Körperlänge: 3,20 mm.

Larve. Die weisse, walzenförmige, 5 mm. grosse Larve weicht von allen bekannten Arten durch den fast glatten Körper ab; nur an den Seiten desselben sind oben und unten je drei bis fünf un- regelmässige Längsstriche sichtbar. Gräte dunkelbraun, kräftig, etwa glcichbreit, nur an der stumpfen Spitze verschmälert. Analsegment in zwei grosse, braune, durch einen bogenförmigen und tiefer als breiten Ausschnitt getrennte Haken endigend. Dornwärzchen gross, kaum zugespitzt, ober- und unterseits, vom 2. Brustringe bis zum drittletzten Körperring incl. vorhanden. Sechs Dorsalpapillen, am vorletzten Ringe nur vier; am Analsegmente zwei Querreihen von vier Terminalpapillen. Sechs Collarpapillen. Je vier Lateralpapillen, deren drei unter dem Stigma liegen und die vierte höher als dasselbe, am Vorderrande des Segmentes in der Nähe der Verrucae spini- formes der Unterseite; diese vierte ist querelliptisch. Sternalpapillen des ersten ßrustringes breit umhoft, dem Ende der Gräte gegenüber liegend. Innere Pleuralpapillen aus je drei Wärzchen zusammen- gesetzt, deren dritte von den beiden anderen weiter entfernt ist; äussere Pleuralpapille dicker. Acht Ventralpapillen; von den vier vorderen stehen die beiden inneren von den Dornwärzchen weiter ab als die beiden äusseren. Je fünf Analpapillen, nämlich je vier längs der Spaltöffnung und je eine der Seite genähert; alle zehn stellen rundliche Wärzchen dar, was auch für die beiden folgenden Arten der Fall ist.

Lebensweise und Vorkommen. In faulem Buchen- und Hainbuchenholze. Verwandlung ohne Hülle. In Wäldern um Bitsch.

3*

36 J. J. Kieffer:

3. Winnertzia nigripennis n. sp.

Taf. I, Fig. 3: Gräte (mit 2 Sternal- und 3 Pleuralpapillen [2 innere zusammengesetzt, l äussere einfach]).

16: Puppe.

„17: Taster.

,, II, ,. 1: Zange.

,, ,. ,,15: liegerölire.

26: Geisselglieder ((/) und 27 (Q).

III, 7: Flügel.

Imago. Schwarz; Gesicht, hinterer Augenrand, Thoraxseiten, RrnstflecK'cn, die vier Pocken des Rückenschildes gelb. Hinterleib schmutzig gelb, unterseits mit breiten, braunen Querbinden, oberseits mit schwarzen Querbinden, nämlich eine schwache am 1. Ringe, eine breite, in der Mitte unterbrochene vom 'l. bis 4. Ringe, vom 5. Ring ab nur je seitlich ein schwarzer Fleck. Beine und Zange dunkel.

Männchen. Taster wie 2:3'^:4:7. Fühler 2+ 1'2-gliedrig; Geisseiglieder IS mal so lang als dick, an der Basis abgestutzt, am Knde verschmälert, zuerst ein Viertel länger als ihr Hals, in der Knd- hälfte demselben gleich; erstes Geisselglied am Grunde verschmälert; das letzte zweimal so lang als dick, am Ende mit stumpf kegel- f(')rmiger Verlängerung. Mittlerer Haarvvirtel wagercclit. Krallen dick, kaum länger als der einfache Haftballen. Flügel gross, schwärz- lich mit blauem Schimmer, 3,15 mm. lang und 1,35 mm. breit. Qiier- ader dem Haken der 1. L.-A. näher als der Mündung derselben. Cu- l)itus etwas hinter der Spitze mündend. Die dritte Längsader ist an ihrer Mündung von dem Cubitns und der 4. L.-A. gleichweit ent- fernt. Schwinger schwärzlich behaart; Kolbe oboval. küi'zer als der Stiel. Zangenklaue dick, mit einem nach Innen gerichteten Haken am Ende; dieser erscheint bei starker Vergrössernng aus mehreren Stacheln zusammengesetzt. Obere Lamelle fast die Spitze dei- Basal- glieder erreichend, am Ende kaum ausgerandet; mittlere Lamelle etwas länger und zweilappig. Körperlänge: 4 mm.

Weibchen. Fühler nur so lang als Kopf und Thorax. 2+12- gliedrig; Geisselglieder zweimal so lang als dick, walzenförmig, am Ende in einen kaum merklichen Hals allmählich verschmälert; End- glied nicht länger, mit einer stumpf kegelförmigen Verlängerung, welche ein Viertel seiner Länge erreicht. Die Legeröhre kann so lang als der Hinterleib hervorgestreckt werden; Endglied der oberen La- mellen doppelt so lang als breit, länger als das vorletzte. Körper- länge: 4' 2 mm.

Larve. Weiss, walzenförmig, 5 6 mm. gross, gestaltet wie vorige, von welcher sie durch folgende Merkmale zu unterscheiden ist. Körper dicht und regelmässig längsgestrichelt; etwa 120 parallele

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Epidosis-Gruppe. 37

Längsrisse oberseits und ebensoviel unterseits; nur in der Mitte des Halses und der drei Brustringe feblen solche. Analsegmeiit ober- und unterseits unregelmässig längsgestriclielt, am P^nde zwischen den beiden kürzeren braunen Haken ein bogenförmiger, breiter als tiefer Ausschnitt. Nur vier Ventralpapillen am vorletzten Körperringe. Gräte braunschwarz, linealförmig, am Ende hutförmig erweitert, die Sternalpapillen nicht erreichend.

Puppe. Nackt. Zähne am Grunde der Fühlerscheiden klein, voneinander weit abstehend. Scheitelborsten lang. Thorax- und Hin- terleibstigmen nicht hervorragend. Endsegment zweilappig, beiderseits beulenartig hervorgetrieben.

Ei. Weiss, 4—5 mal so lang als dick, subcylindrisch, an einem P^nde abgerundet, an dem anderen stumpf kegelförmig verschmälei-t, zahlreich, etwa 300 in einem Thiere.

Lebensweise und Vorkommen. In und unter der Rinde alter Kiefernstrünke, wo auch die Verwandlung stattfindet. Bitsch,

4. Winnertzia pictipes n. sp. Q Taf. I, Fig. 5: Gräte der Larve (mit Sternal-, Pleural- und 5 Lateral- papillen). Kralle der Mücke. Legeröhre. Fühler (9). Flügel (Q).

Von allen verwandten Arten durch die Färbung der Beine zu unterscheiden; diese sind schwarz, alle Gelenke aber, sowie die zwei unteren Drittel der Sehenkel und die zwei letzten Tarsenglieder weiss. Körper schwärzlich; Stirn, Untergesicht und Taster gelblich; Hinterleib zuerst schwefelgelb, dann bräunlich, seine Behaarung schwarz, die des Thorax gelblichgrau, die des Kopfes weiss. Schwinger milchweiss. Taster wie 2:2:3:5. Fühler 2 + 12- gliedrig; Geisseiglieder zuerst 1' ^mal so lang als dick, walzenförmig, am Ende allmählich verschmälert, die letzten Glieder 1 'A mal so lang als dick und in einem sehr kurzen Halse endigend; letztes Glied all- mählich in eine stumpfe Spitze endigend. Flügel dunkel, 2 mm. lang; Querader der Mündung der 1. L.-A. deutlich näher als dem ILakcn; 2. L.-A. in die Spitze mündend; 3. L.-A. von der 4. L.-A. und dem Cubitus an ihrer Mündung gleichweit entfernt. Krallen wie bei voriger Art, d. h. dick und nicht oder kaum länger als der Haft- ballen. Legeröhre lang hervorstreckbar; Endglied der oberen La- mellen 2' -2 mal so lang als breit; untere Laraelle kürzer als das erste Glied der oberen. Körperlänge: 3 mm. Puppe wie bei voriger Art.

,

,,

26:

n,

n

13:

28:

ni,

3:

Wei

beben

38 J. J. Kieffer:

Larve. Von voriger nur durch folgende Merkmale zu unter- scheiden: die Längsstriche fehlen nur auf der Mitte der Unterseite des ersten Brustringes; am Änalsegmente fehlen sie oborseits gänz- lich, untcrseits sind nur einige unregelmässige Striche vorhanden. Die Zahl der Längsstriche eines mittleren Segmentes beträgt 90 untcr- seits. Auch hier stehen die Sternalpapillen des ersten Brustringes weit vor der Si^itzc der dunkelbraunen, hutförmig erweiterten Gräte. Länge: 4—5 mm.

Ei. Weiss, 4 5 mal so lang als dick, spindelförmig, zahlreich.

Lebensweise und Vorkommen. In faulem Buchcnholze, wo auch die Verwandlung geschieht. In Wäldern um Bitsch.

13. G. D iallactes Kietf. (Ann. soc. ent. Fr. 1894, S. 347.) Von allen Gattungen durch das Flügelgeäder zu unterscheiden. Zwischen Vorderrand und erster Längsader eine blasse Hilfsader; die untere Wurzel des Cubitus sendet eine Schaltader nach dem Hin- terrande aus, wie in der Campyloniyza-GiYWT^\iQ\ vierte Längsader ungegabelt. Die Mücke gehört trotzdem zu den Cecidomyinae, wegen der Fussbildung und der Abwesenheit der Punktaugen, und zwar in die Jßpidosis-Gruppe, wegen des zweiwurzligen Cubitus. Indem dieses Thier nicht nur im vollkommenen Zustande, sondern auch in den ersten Ständen Merkmale der Cecidomyinae und der Lestreminae in sich vereinigt, bildet es den Uebei'gang von einer Subfamilie zur anderen und ist somit das Glied, welches beide mit- einander verbindet; daran soll der Name Diailactes [SifdXay.Tt]^, Versöhner) erinnern. Die einzige Art ist:

Diailactes croceus Kieff. Taf. I, Fig. 18: Taster.

,, ,5 51 ^^•' Erster Brustring der Larve, von unten gesehen.

,, ,, ,, 28: Analsegmcnt, von unten gesehen.

II, ,, 6 u. 7: Zange und einzelnes Glied der unteren Anhänge.

,, ,, ,, 10: Legeröhre.

19: Kopf des Weibchens.

24: Fühlerglieder ((/).

III, 1: Flügel. Ferner Taf. I, Fig. 10; Gräte der mit Diailactes verwandten Lestre- mine (mit den 2 Sternalpapillen). Image. Gelb; Hinterhaupt, die oben breit zusammenstossenden Augen und Spitze der Zangenklaue schwarz; Fühlergeissel, Querbinden auf der Ober- und Unterseite des Hinterleibes und drei Längsbinden des Rückenschildes braun; Beine bräunlichgelb, i^twas unter der Hälfte des Gesichts (von Basis der Fühler bis Basis des Rüssels) zeigt

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Epidosis-Gruppe. 39

sich ein stärker als gewöhnlich mit Borsten besetzter Höcker, der nach unten allnülhlig abnimmt. Lippen nach vorn gerichtet und lang hervorstehend; Zunge als eine dünne, walzenförmige, am Ende etwas eingekrümmte Röhre durchscheinend.

Männchen. Taster viergliedrig, nicht so lang als der Kopf hoch ist; die drei ersten Glieder etwa zweimal so lang als dick, das vierte in der Basis deutlich verschmälert, fast doppelt so lang als voriges. Wie bei den übrigen Mücken aus der Fjpidosis-ijiV\\\)\>c^ sind auch hier die Tasterglieder, ausser der gewöhnlichen längeren Behaarung, mit sehr kurzen, in Querreihen stehenden Börstchen ver- sehen. Fühler 2+14-gliedrig; Geisseiglieder zweimal so lang als dick, etwas kürzer als der lange Hals; Endglied klein, gestreckt eiförmig. riaarwirtel gross; der mittlere wagerecht abstehend. Bogcnwirtel am letzten Drittel des Gliedes, klein und das Glied nicht überritgend. Flügel subhyalin, "2,10 mm. lang und 0,85 mm. breit. Vorderrand, zweite und vierte Längsader dick. Die blasse Hilfsader hört wenig vor der Spitze der \. L.-A. auf. Untere Wurzel des Cubitus bogen- förmig aus der 4. L.-A. ausgehend, dann gerade, zuletzt winklig nach oben abbiegend; an dieser Stelle verzweigt sie sich, indem sie unterseits, in der Richtung ihres Basalstückes, eine sehr blasse Ader bis in die Nähe der Mündung der 2. L.-A. aussendet; ihr Spitzenstück ist kaum länger als die obere Wurzel und bildet, ebenso wie diese, einen Win- kel mit dem Cubitus; letzterer im Enddrittel sehr stark gebogen und weit hinter der Flügelspitze mündend. 4. L.-A. einfach. Zwei Längs- falten, nämlich eine längs der Schaltader, die andere zwischen dieser und der vierten Längsader. Schwingerkolbe oboval und schwarz be- haart. Beine verlängert; zweites Tarsenglied so lang als die Schiene; Glieder des Vorderfusses wie 2:16:12:8:3. Krallen einfach, wenigstens doppelt so lang als der kurze Haftballen. Hinterleib doppelt so lang als Thorax. Zangenklaue dick, fast kolbenförmig, mit dickem, schwar- zem Fortsätze am Ende; letzterer schön kammförmig, indem er eine Querreihe schwarzer, linealer und gleichlanger Zähne darstellt. Obere und mittlere Lamelle zweilappig; statt der unteren Ijamellen zwei bräunlichgelbe Lappen, welche an ihrem Ende vier hyaline, finger- artige Fortsätze tragen (Taf. H, Fig. 7); diese Fortsätze sind bald ausgestreckt, bald auch auf den dicken, kurzen Griffel eingekrümmt. Körperlänge: 2,50 mm.

Weibchen. Fühler ebenfalls 2M4-gliedrig; Geisseiglieder etwa wie die des (f gestaltet, jedoch erreicht ihr Hals nur zwei Drittel, an den vier letzten Gliedern nur die Hälfte oder ein Drittel ihrer Länge. Endglied länger als das vorhergehende. Legeröhre oberseits mit zM'ei gewölbten, dreigliedrigen Lamellen, unterseits mit einer

40 J. J. K reff er:

grossen, zweitheiligen Lamelle, welche bis zur Mitte der oberen reicht. Körperlänge: 4 mm.

Puppe. Lang gestreckt; o mm. gross und nur 0,50 mm. breit. Analring am p]nde mit je einem nach Innen eingebogenen und eben- falls mit Verrucae abdominales bedeckten Haken. Thorax und Hinterleib ohne hervorragende Stigmen. Scheitelborsten ziemlich lang. Die zwei oberen Gesichtspapillen verhältnissmässig lang, n<äm- lich -/s so lang als die Scheitelborsten. Kein Zahn am Grunde der Fühlerscheiden. Ohne Hülle.

Larve. Dieselbe ist glatt, walzenförmig, dick, fleischroth und 4^ 2 mm. gross. Endglied der Fühler nicht länger als das Basalglied. Gräte schwarz und gross; ihre Erweiterung, die ein Fünftel der Ring- breite erreicht, ist durch tiefe Einschnitte in drei fast gleichgrosse, am Ende bräunlich gefärbte Lappen getheilt; mittlerer Lappen am Grunde eingeschnürt. Stiel der Gräte am Grunde erweitert. Die feinen und lang zugespitzten Dornwärzchen fehlen auf der ganzen 01)erseite, ferner am 1. und 2. Brustringe (wie in der Campylomyza- Gruppe) und an den zwei letzten Körperringen unterseits. Sechs Collarpapillen. Ebenfalls sechs, am vorletzten Körperring aber nur vier Dorsalpapillen. Lateralpapillen je vier. Das erste Paar der Sternalpapillen zwischen den Lappen der Gräte, von welchen es überragt wird. Am ersten Brustringe bestehen die inneren Pleural- papillen aus drei Wärzchen, deren drittes sehr klein, kaum wahr- nehmbar und entfernt ist: die äusseren Pleuralpapillen gross, deut- lich umhoft und viel höher, nämlich so hoch wie die Sternalpapillen stehend. Am 2. und 3. Brustringe bestehen die inneren Pleuralpapillen nur aus zwei Wärzchen, wie es bei allen mir bekannten Lestreminen der Fall ist. Acht Ventralpapillen; die vier hinteren wechseln in ihrer Stellung mit den vorderen ab und zwar so, dass die äussere derselben beiderseits der Seite des Segmentes näher liegt als die äussere der vorderen Ventralpapillen, was auch für Winnertzia der Fall ist. Die spaltförmige Analöffnung mit schildförmigen Wärzchen umgeben; Analpapillen zu je fünf, deren je zwei an den Seiten des Segmentes liegen. Letzteres zweilappig; jeder Lappen mit drei schwarz- braunen, nach oben zurückgekrümmten Haken, deren äusserer kleiner und weiter entfernt ist.

Diese Larve scheint mit einer Lestremine, die ich leider nicht zur Verwandlung bringen konnte, nahe verwandt zu sein. Beide zeigen in der Grösse, Farbe und Gestalt die grösste Aehnlichkeit, werden aber leicht durch das Analsegment unterschieden. Bei der Lestremincn-Larve nämlich endigt das Analsegment in eine kleine, ein- und ausstülpbare Ptöhrc und trägt unterseits zwei Querreihen

Neuer Beitrag zur Kenntniss der Ejndosis-Gruppe. 41

von je vier Papillen nnd am Ende je drei Lateralpapillen, oberseits acht Terminalpai)i]len, nämlich sechs in einer Querreihe und zwei etwas tiefer liegende. Ferner sind die Pleuralpapillen am 1. Brust- ringe wie an den beiden folgenden gestaltet. Die Gräte derselben weicht nur wenig von derjenigen der Diatlactes-Larxe ab. (Vergl. Taf. I, Fig. 10.)

Lebensweise. In faulem Buchenholze, ineineni Walde bei Bitsch.

4

® ®

1.

Dicronciirus.

Clinorhijtis.

Caiiqd. eri/thromma.

Anhang.

In meinen Angaben über die Papillen der Äc/dra-Larven') habe ich Wärzchen erwähnt, welche nicht einen kreisförmigen Umriss zeigen, wie es für die Labral- und Infra-maxillarpapillen und alle übrigen Wärzchen der Fall ist, und auch nicht eine winzige Borste tragen, wie ich bei allen untersuchten Sciarinen für die Sternal-, Pleural-, Ventral-, Lateral- und Dorsalpapillen wahrgenommen habe, sondern borstenlos erscheinen und eine quer-ellipsoidale Gestalt zeigen. Sie liegen zum Theil in den wohl bei allen Sciarinen vor-

^) In „Essai sur Ic groupe Catnpi/loitii/za" (Mlsccllanea Entonio- logica 1895).

42 J. J. Kieffer:

handenen Querreihen der Verrucae spiniformes. Diese papillae ellipsoidales, wie ich sie 1. c. nannte, deren Vorhandensein ich auch für die Lestreniinen erwiesen habe, kommen ferner in der Kp'i- dos^s-Grn\)\^G vor; wenigstens gilt dies für Winnertzin, CanifAomyia und Diallactes. Unterseits stellen sie eine aus vier Papillen be- stehende Querreihe dar, welche hier vor den Dornwärzchen und zwar vom ersten Bauch- bis zum vorletzten Körperring incl. sichtbar ist; oberseits stehen sie zu zwei an denselben Ringen; am vorletzten Körperring sind diese EUipsoidalpapillen ober- und unterseits vom Vorderrande weiter entfernt, da keine Dornwärzchen an diesem Seg- mente vorhanden sind Am zweiten und dritten Brustringe kommen unterseits nur zwei solcher Wärzchen und zwar dicht hinter den Dornwärzchenreilicn vor. Am Halse ebenfalls zwei unterseits und zwei oberseits.

Nener Beitrag zur Kinntniss der F.puiosis-Grxtppe. 43 Erklärung der T a f e 1 n J )

Tat'. 1. 1. a. Baiicliscgiiient der Larve von HolonQurns cinctus, von unten gesehen, b Einzelnes Ventralhcäkchen. 2. Gräte von Holo- neurus cinctns mit dem ersten Paare von Sternalpapillen. 3. Gräte von Winnertzia nigrrpennis mit den Sternalpapillen. 4. Gräte von JJicroneurus lineatus? 5. Gräte von Wim7erlzia pictipes. (i. Kopf der Larve von Holoneiirtts fxdvus. 7. Haken des Analsegmentes der Larve von Winnertzia anomala (a. von oben; b. von der Seite). 8. Seitenansicht eines Bauchsegmentes von HoLoneurus muscicola (Larve). 9. Taster von Iloloneuriis fidvus. 10. Gräte der mit Diallartes verwandten Lestreminen-Larve. 11. Taster von Kucb- saawenia flava. 12. Taster von Winnertzia anomala. 13. Puppe von Holoneurns fulvus. 14, Verlängerung einer Lateralpapille der Larve von Holoncariis fnlinis. 15. Verlängerung einer Dorsalpapille derselben Larve. 16. Pui^pe \onWinnertzia nigripennis. 17. Taster dieser Mücke. 18. Taster von Diallactes croceus. 19. Gräte von

Winnertzia anomala. 20. Kralle von Bryocrypta dttbia. 21. Kralle von Diallactes croceus. 22. Taster von Dicroneuriis lineatus. 23. Gräte von Holoneurus fidvus. 24. Taster von Holoneurus cinctus. 25. Kralle von Holoneurus tridentaius. 26. Kralle von

Winnertzia pictipes. 27. Erstes Brustsegment der Larve von Di- allactes croceus (Gräte, Sternal-, Pleural- und Lateralpapillen). 28. Analsegment derselben Larve. 29. Taster von Camptomyia recta. 30 und 31. Fühler dieser Mücke (Q). 32 Analsegment der Larve von Dicroneurus lineatus? 33. Puppe von Camptomyia recta.

Taf. IL L Zange von Winnertzia nigripennis. 2. Zange von Holo- neurus setiger. 3. Zange von Winnertzia anomala. 4. Zange von Holoneurus fulvus. 5. Zangenglied von Holoneurus tridentatus. 6. Zange von Diallactes croceus. 7. Einzelnes Glied der unteren Anhängsel dieser Zange, s. Legeröhre von Holoneurus tridentatus (von oben). 9. Dieselbe von unten gesehen. 10. Legeröhre von Diallactes croceus. 11. IjQ^QYiShvevow Holoneurus cinctus. 12. Klauen- glied der Zange von Dicroneurus lineatus. 13. Legeröhre von Winnertzia pictipes. 14. Legeröhre von Camptomyia recta. 15.

') Die Tafeln wurden von Herrn Rübsaamen nach meinen Skizzen und nach dem von mir erhaltenen Material dargestellt. Auf Taf. III wurden Fig. 9 sowie 11 bis 22 von mir später (1895) hinzugefügt; ebenso auf Taf. II, Fig. 1 b, 2 und 20.

44 J. J. Kieffer: Never Beitr z. Kennt, d. £pid.-Griippe.

Legeröhre von Winnertzia nigripennis. 16. Legeröhre von Holo- neiirus fidvns. 17. Legeröhre von Holoneurus setiger. 18. Lege- röhre von Dicroneiiriis Hneatus. 19. Koi)f von Diallactes croceus (Q). 20. Fühler von Holoneurus tridentatus (cf). 21. Fühlerglieder von Holoneurus fnlvus (Q), 22. Idem (c/). 23. Fühlerglieder von Rnebsaamenia flava (9). 24. Fühlerglieder von Diallactes cro- ceus icf). '25. Fühlerglieder von Winnertzia anomala (c/). 26. Füh- lerglieder von Winnertzia nigripennis ((f). 27. Idem (9). 28, Füh- ler von TT'iwze'r/^ia p?V/?/>^s (9). 29. Fühlerglieder von Dicroneurus Hneatus (P). 30. Idem (cf). 31. Fühlerglieder von Holoneurus cinctus (9).

Taf. IIL 1. Flügel von Diallactes croceus. 2. Flügel von Ruebsaamenia flava. 3. Flügel von Winnertzia pictipes. 4. Flügel von Holo- neurus tridentatus. 5. Flügel von Winnertzia anomala. 6. Flügel von Holoneurus fulvus. 7. Flügel von Winnertzia nigripennis. 8. Flügel von Camptomyia recta. 9. Flügel von Bryocrypta dubia. 10. Flügel von Dicroneurus lineatiis. 11. Gräte von Colomyia cla- vata. 12. Ventralhäkchen der Larve von Epidosis albimana. 13. Klauenglied der Zange von Holoneurus muscicola. 14. Gräte der auf Seite 5 beschriebenen Larve. 15. Kralle von Epidosis albi- mana. 16. Zange von Bryocrypta dubia (von unten gesehen). 17. Kopf der Larve von Colomyia clavata (von unten gesehen). 18. Füh- lerglieder von Bryocrypta dubia (cf). 19. Idem (9). 20. Mittleres und Endglied der Fühler von Clinorhytis ßavitarsis (9)- 21. Mitt- leres Geisseiglied von Camptomyia lutescens (9) mit den zwei Bogenwirteln. (Die Haarwirtel wurden weggelassen.) 22. Zweites Geisselglied von Colomyia clavata (9) mit den Bogenwirteln.

[Berliner Entomolog. Zeitsclirift Bd. XLI, Jahrg. 189(;, Heft I.] 45

Zur Biologie von Claviger testaceus Preyssl.

Von Alfred Hetschko in Teschen.

Obwohl Proyssler den merkwürdigen Clnviqer testaccvs in einem Ameisenneste entdeckt hatte, blieben ihm doch die Beziehnngen dieses Käfers zn den Bewohnern desselben unbekannt. Krst J. P. W. Müller lernte die eigenthümliche Lebensweise des Keulenkäfers kennen und beschrieb dieselbe in Gei'mar's „Magazin dei' p]ntomologie" (3. Band 1S18, p. ;")? 112). Müller beobachtete die Fütterung des Keulenkäfers durch die Ameisen, war aber noch mehr verwundert über das Benehmen der Ameisen, die er an den gelben Haarbüscheln der Käfer eifrig lecken sah. P'r folgerte daraus, „dass die Ameisen nur darum diese Käfer so gerne um sich dulden, weil sie aus ihren Haarbüscheln eine ihnen wohlschmeckende Feuclitigkeit saugen, also einen Vortheil dabei finden". In seiner ausführlichen Beschreibung des Käfers beiichtigte Her einige irrthümliche Angaben Preyss- ler's und beschrieb die für die echten Myrmecophilcn charakteristischen Haarbüschel an den llinterecken der verkümmerten Flügeldecken und am Grunde des Hinterleibes, die Prey ssler ganz übersehen hatte, wie aus seiner Beschreibung und Abbildung des Käfers (Verzeichnis böhmisciier Insekten, Prag 17H0, S. 71, Taf. II, Fig. 5) hervorgeht. Von den Jugendstadien des Keulenkäfers kannte Müller bereits die Puppe. Die Larve wurde von I^. von Hey den nur kurz beschrieben, weil das einzige von C. von Hey den im Jahre 1832 bei Bingen ge- sammelte Exemplar schlecht erhalten ist. (Jahrbücher des Nassanischen Vereins f. Naturk., Jahrg. 29 und 30, 187G-77, p. 201.) Seither wurden die Larven nicht wieder aufgefunden. Dies gab mir Veran- lassung, die Kenlenkäfer in Lubl)ock 'sehen Glasnestern und in kleinen Glasschalen zu halten, um über die Metamorphose Aufschluss zu erhalten. Bisher waren diese Zuchtversuche erfolglos, doch habe ich über die Lebensweise dieses Ameisengastes einige Beobachtungen gemacht, die ich in Folgendem mittheilen will.

46 Alfred Hetschko:

CJaviper testaccns kommt in Sclilesien, wie anderwärts, fast aus- schliesslich in den Nestern von Lasius flavus vor. Nur ausnahms- weise findet man ihn bei Lasius niger. So traf ich heuer in zwei starken Colonien von Lasius niger auf der Kiczera bei Cameral- Ellgoth Keulenkäfer an, allerdings nur in einigen Exemplaren. In einem Neste befanden sich in dem Larvcnlager der Ameisen zahl- reiche todte Lasius flavus. Mit Vorliebe hält sich der Keulenkäfer in Nestern der gelben Ameise auf, die unter flachen Steinen und an sonnigen Stellen angelegt sind; seltener traf ich ihn in den kegel- förmigen Erdbauten derselben.

Oft findet man starke Colonien, die nur einige ('laviger be- herbergen, während manchmal weniger zahlreiche Ameisengesell- schaften viele Käfer besitzen. Der Käfer überwintert in den Ameisen- nestern; ich habe ihn nämlich wiederholt schon im März beim Aus- graben der Ameisen aus dem hartgefrorenen Boden angetroffen. In meinen Glasnestern, die sich im geheizten Zimmer befanden, über- winterte er regelmässig. Im Mai und Juni ist er am häufigsten und meistens in Copula zu treffen. Gegen den Herbst nimmt die Zahl der Käfer bedeutend ab und verbleiben gewöhnlich nur einige Exem- plare in den Nestern. Nur einmal ("2. September 1893) sammelte ich in einer kleinen Colonie, die ganz frisch ausgeschlüpfte, noch unaus- gefärbte Ameisen enthielt, 32 Claviger. Wasmann und Nickerl fanden die Keulenkäfer fast nur in Nestern, die auch Ameisenlarven enthielten, vermissten sie dagegen in solchen mit Puppen und ge- flügelten Geschlechtern. (Stettiner entom. Zeitg. 1891, p. 9.) Ich habe in den letzten Jahren die Nester in dieser Hinsicht nicht unter- sucht, finde aber in meinen Notizen folgende Angaben. Am .'). August 1884 bemerkte ich in einem Ameisenneste (in Cameral-Ellgoth) mit zahlreichen Puppen zwei Claviger; am 14. August in einem Nest mit ungemein vielen Ameisenweibchen und Männchen ebenfalls zwei Claviger und am 1. September in einer Colonie mit geflügelten Ge- schlechtern, die sich gerade zum Schwärmen anschickten, sechs Cla- viger.^ von denen zwei auf Ameisenmännchen sassen. Einmal sah ich auch ein Ameisenweibchen, auf dem ein Claviger sass. In meinen Beobachtungsnestern stiegen die Käfer häuftg auf die Weibchen und hielten sich oft paarweise auf dem Halsschilde, dem Hinteileibe und auch auf den Flügeln auf. Selbst die Puppen der Ameisenvveibchen werden schon von den Käfern besetzt, und diese benutzen die Ge- legenheit, um gleich auf die frisch ausgeschlüpften Weibchen zu kriechen. Wenn Arbeiterameisen mit Clavigern besetzt sind, schleppen sie sich oft nur mühsam weiter und suchen sich der ungebetenen Reiter zu entledigen. Sie legen sich auf den Rücken und bearbeiten

Zur Biologie von Claviger testaceus Preyssl. 47

die Käfer mit ihren Kiefern, meistens jedocli ohne Erfolg, weil diese sich mit ihren Krallen ungemein fest anklammern können.

Mit Vorliebe suchen die Keuleukäfer das Larvenlager der Ameisen auf; sie sitzen entweder träge neben den Larven, oder, wenn diese die Grösse der Käfer erreicht haben, auf denselben. Käfer, die sich zu weit vom Larvenlager entfernt haben, werden von den Ameisen mit den Fühlern betastet, an den Haarbüscheln beleckt und dann gewöhnlich in das Innere des Nestes zurückgetragen. Dabei ergreifen die Ameisen ihren Gast meistens bei dem schmalen Halsschilde, während dieser die Beine an den Leib zieht und sich ganz ruhig verhält. Seltener erfassen sie ihn bei den gelben Haarbüscheln an den Flügeldecken. Es geschieht dies bisweilen, wenn bei einer plötz- lichen Störung die Ameisen ihre Larven und Gäste in höchster Eile zu bergen suchen.

Nach den Beobachtungen Müll er 's, die später von anderen Forschern bestätigt wurden, galt es als feststehend, dass die Keulen- käfer ihre Nahrung nicht selbständig aufnehmen können, sondei'n von den Ameisen gefüttert werden müssen. Nachdem schon Bargagli einen Claviger {appenninus Bandi) beobachtet hatte, der an einer todten Ameise zehrte (Bull. soc. entom. Ital. L 2. 1870, p. 175), wurde durch Wasmann die Thatsache festgestellt, dass die Claviger sich auch von den Larven dei- Ameisen nähren. „Besonders bei Lasius alieniis und ßavus," so berichtet Wasmann, „sah ich oft einen oder mehrere Claviger auf einer grossen weiblichen Larve sitzen, in welche sie ihren Kopf eingebohrt hatten. Am liebsten be- nutzten sie hierzu eine bereits wunde Stelle. Da die von den Cla- vigern behandelten Larven rasch einschrumi)ften und braune oder schwarze Flecken an den Stellen, wo die Claviger ihren Kopf ein- senkten, entstanden, ist nicht zu zweifeln, dass die Käfer an den- selben wirklich zehrten. Neben der Fütterung durch ihre Wirthe fressen auch die Gäste ähnlich den Atemeies und Lomechusa manch- mal selbständig und zwar auf Kosten der Ameisenbrut." (Stettin, entom. Zeitg. 1891, p. 9.)

Ich kann diese Beobachtungen nur bestätigen. Bisweilen ver- sammelten sich 10 bis IG Claviger auf einer Larve, um an ihr zu zehren. Noch auffallender erschien es mir aber, dass jedesmal, wenn ich meine Ameisen mit Fliegen fütterte, sich die Käfer ebenfalls ein- fanden und an der Mahlzeit theilnahmen. Sie frassen noch stunden- lang an dem Cadaver, nachdem sich die Ameisen entfernt hatten.

Um zu ermitteln, ob die Claviger auch ganz selbständig leben können, habe ich folgenden Versuch angestellt. Am 12. Juni v. Jahres setzte ich IG Claviger in eine Glasschale, in der sich feuchte I]rde

48 Alfred H etschko:

und einige Arbeiterlarven befanden. Die Schale wurde mit einer Glastafel zugedeckt. Die Larven wurden von den Käfern nicht be- achtet und waren alle schon am 21. Juli todt. Da die F^rde in- zwischen stark ausgetrocknet war, befeuchtete ich diesel))e und sah, wie die Käfer das Wasser eifrig aufsogen. Darauf legte ich eine Fliege, deren Kopf ich abgerissen hatte, in die Schale und beobachtete schon nach einer Viertelstunde einen Ciaviper, der an der wunden Stelle zehrte. Am nächsten Tage sassen 5 Claviger auf der Fliege und bohrten ihre Köpfe in dieselbe ein. Bei einem Käfer, der eben seinen Kopf aus dem Fliegenkörper herausgezogen hatte, konnte ich mit der Lupe deutlich die Bewegungen der Mundtheile sehen. Am 3. Juli lebten noch 12 Clavif/er; 10 davon fanden sich an diesem Tage auf dem Körper einer zerschnittenen Fliege schon nach wenigen Minuten ein. Trotzdem nahm die Zahl der Käfer fortwährend ab. Am 29. Juli waren nur noch drei am Leben und nm 7. August war auch der letzte Käfer todt. Dieser ist somit 57 Tage isoliert ge- wesen und hat sich während dieser Zeit ganz selbständig ernährt.

Da an dem raschen Absterben der Claviger möglicherweise der Feuchtigkeitszustand der Fjrde Schuld getragen hatte, so setzte ich am (S. August in ein Glasschälchon, das mit lockerer, schwarzer Erde aus einem Z/(7si'/<s-Neste gefüllt war, (! Claviger ein. Dieselben waren am 1. September noch alle am Leben, trotzdem sie bis dahin noch kein Futter erhalten hatten. An diesem Tage gab ich ihnen eine todte Fliege, die sofort besetzt und angefressen wurde. Am 24. September waren noch 4 Claviger, am G. October noch einer vorhanden, der bis zum 28. October lebte. Während dieser Zeit wurden die Käfer jeden dritten oder vierten Tag mit Stubenfliegen gefüttert. Bei diesem Versuche sind somit 4 Claviger 48 Tage und einer 82 Tage lang am Leben geblieben. Es besteht dnlier kein Zweifel, dass die Claviger sich längere Zeit selbständig ernähren können und zwar nicht nur von den Larven der Ameisen, sondern auch von anderen Insekten, die von den Ameisen in das Nest ge- schleppt werden. Wahrscheinlich werden sich die Claviger auch ausserhalb der Ameisennester einige Zeit am Leben erhalten können. Dass auch Ameisen von den Clavigern verzehrt werden, habe ich wiederliolt beobachtet. In einer Glasschale, in welche ich am G. August v. J. 56 Claviger, 70 Arbeiter und 4 Weibchen von Lasius flavus gesetzt hatte, verminderten sich die Ameisen in auftallender Weise, trotzdem sie mit Zucker und Fliegen gefüttert wurden. Zuerst gingen die Weibchen zu Grunde und wurden von den Arbeitern und Clavigern verzehrt. Aber auch Arbeiterameisen gingen in der Regel ein, wenn sie von 2 .S Käfern besetzt waren und wurden

Zur Biolofjie von Clavifier testaceus Preyssl. 49

dann benagt. Am 14. November waren von der ganzen Colonie nnr nocb 40 Ciavifier am Leben. In den Ameisennestern widmen sich nur die Arbeiter der Pflege und Fütterung ihrer Gäste und lecken dafür den Saft, den diese in ihren Haarbüscheln absondern. Die Weibchen und Männchen der Ameisen beachten in der Regel die Clav'uier gar nicht und werden bekanntlich auch von den Arbeitern gefüttert. Wie sich isolierte geschlechtliche Ameisen den Myrme- cophilen gegenüber benehmen, ist bisher noch nicht beobachtet worden. Ich setzte zu diesem Zwecke am 17. Juli v. J. ein geflügeltes Weibchen und zwei Männchen von Lasins ßavus nebst S Clavigern in eine zum Theil mit Erde gefüllte Glasschale. Nach einigen Tagen legte ich ein angefeuchtetes Stückchen Zucker hinein, an welchem alle drei Ameisen eifrig leckten. Um ihre Gäste kümmerten sich die Ameisen augenscheinlich gar nicht. Sie waren auch so scheu, dass sie jedesmal, wenn ich den Deckel von der Glasplatte abhob, äusserst unruhig in dem Schälchen umherliefen. Die beiden Männ- chen starben schon nach vier Tagen. Das Weibchen legte am 7. August einige Eier, die aber bald eintrockneten. Als ich die Erde einmal stärker anfeuchtete, trug es zuerst Erdklümpchen herbei und setzte diese an der feuchten Stelle ab, erfasste dann aber auch einen Cla- viger^ um ihn in derselben Weise zu verwenden. Am 2('). August beobachtete ich zum ersten Male die Fütterung der Clavifier von Seiten des Weibchens. Ich hatte demselben ein angefeuchtetes Zucker- stückchen gegeben, an dem es einige Zeit leckte; dann kehrte es zu den vier noch lebenden Clavigern zurück und fütterte einen, während sich die übrigen ebenfalls herandrängten. Diesen Vorgang konnte ich später, als das Weibchen seine ursprüngliche Scheu abgelegt hatte, wiederholt beobachten. Die Käfer hielten sich beständig in der Nähe des Weibchens auf, krochen demselben auf den Kopf oder Hinterleib und Hessen sich herumtragen. Mehrmals konnte ich auch sehen, wie das Weibchen die Haarbüschel der Käfer beleckte. Das geschilderte Verhalten der /.a.«?»« -Weibchen lässt die Vermuthung nicht so unwahrscheinlich erscheinen, dass der Keulenkäfer durch schwärmende Weibchen verbreitet werden könnte. Die Vorliebe, mit welcher sich derselbe gerade auf den geflügelten Weibchen aufhält und der Umstand, dass die von Clavigern bewohnten Lasivs-'^e^iQT oft weit von einander entfernt sind, würden dafür sprechen. Be- kanntlich benutzen die Meloelarven das Flugvermögen gewisser Bienenarten um sich in deren Nester tragen zu lassen; warum sollte der blinde und unbeholfene Claviger die Ameisenweibchen nicht zu demsell)en Zwecke verwenden? Auch auf die eigentbümlichen Ge- wohnheiten mancher Cheliferiden, die man auf Fliegen und Käfern

XLI. Heft I. ^

50 Alfred Hetschko: Z. Biol. v. Clav, testacciis Prei/ssl.

mit gutem Flugvermögen angetroffen hat, könnte man hinweisen, wenn niclit die in neuerer Zeit gemachten Beobachtungen mehr für ein Parasitieren dieser Thiere spreclien würden. Immerhin dürfte diese Art der Verbreitung, wenn sie einmal beobachtet werden sollte, nur ganz ausnahmsweise erfolgen. Von den Tausenden schwärmender Weibchen gehen die meisten zu Grunde und man müsste es als einen glücklichen Zufall bezeichnen, wenn einmal gerade ein Weibchen mit einem Clavicier-'Pävchen oder einem befruchteten Claviger -Weihchen eine Colonie gründen würde. Auch der Fall könnte eintreten, dass ein solches Weibchen in der Nähe eines Lasius-^estes sich nieder- lässt und dann von den Ameisen aufgefunden und verzehrt wird, während die Claviger in das Nest getragen werden.

Lespes hat allerdings bei einer anderen Clav i<j er- Art [Cl. Du- valii Sanlc.) die Beobachtung gemacht, dass diese von Ameisen aus solchen Gegenden, wo der Claviger nicht als regelmässiger Gast vor- kommt, feindlich behandelt wird. Für Claviger testaceiis trifft dies jedoch nicht zu. Bereits Müller hat beobachtet, dass nicht nur Claviger testaceus, sondern auch Claviger longicornis, dessen nor- male Wirtsameise Lasius umbratus Nyl, ist, von fremden Lasius ßaviis freundlich aufgenommen wird. Ich habe wiederholt zu Ameisen {Lasius flavHs) aus der Umgebung von Bielitz und Teschen Claviger aus dem Ellgother Gebirge gesetzt und nie ein feindseliges Verhalten gegen die fremden Gäste beobachtet. Aber nicht nur Lasius ßaviis und umbratus, auch andere Ameisenarten, bei denen der Käfer sonst gar nicht angetroffen wird, verhalten sich diesem gegenüber als Freunde. Ueber diese „internationalen Beziehungen" der Claviger hat Wasmann, der ausgezeichnete Beobachter der Myrmecophilen, eingehende Mittheilungen in Aussicht gestellt.

[Berliner Fhitomolog. Zeitschrift Bd. XLI, Jahrg. 189(;, Heft I.] 51

Preussens Bernsteinkäfer.

IL)

Neue Formen aus der Helm 'sehen Sammlung im Danziger Provinzialmuseum,

beschrieben von

Camillo Schaufuss.

Unter einer Anzahl mir von Herrn Stadtrath Otto Helm zur Dnrclisicht gesandten Bernstein-Käfereinschlüsse befinden sich zwei Tliiere, deren Studium zwar mit erheblichen Schwierigkeiten ver- bunden war, weil sie ziemlich ungünstig liegen, aber für die zeit- raubende und augenverderbende Mühe reichlich gelohnt hat. weil beide Objekte hochinteressante Gruppenvertreter einer untergegangenen Thierwelt bilden und doch recenten Gattungen angehören. Das eine Thier ist ein hübscher kleiner Clidicus, der in seinem Habitus sich seinen Gattuugsgenossen von den Sunda-Inseln eng anschliesst, das andere ein Pavsside, der den australischen Arihropterus sehr ähnelt und, wenn er nicht etwa in seinen in dem mir vorliegenden Stücke unerkennbaren Mundtheilcn Abweichungen aufweisen sollte, auch von der Gattung nicht zu trennen ist.

Clidicus halticus Schauf. H. Klom/atvs, angusliis, rithropiceus, pilosus. Antennae undechn- articidatae, aenindatae; articidus primus cylindriciis, elongatns. robnstns, fere tres sequentes cunctos longitudine aeqiians et se- cundo latior, apice stipra eoscisus; articnli ceteri liberi, secundus tertio pariim longior, clavatus, 3. 10. gradathn latiores, obconici nsqi«' ad trianguläres, longitudine autem inter se subacquales, undecimus praecedenti dhnidio longior.. angustior, ovatu.f, acumi-

1) I. Berl. Ent. Zeit. Bd. XXXVI, 1891, p. 53— G4.

4*

52 Camillo Schavfnsf!:

nahis. e.rtns apice parvm svhtruncatus (?). Palpi maxillares arüctdo seeundo apice parwii modo ampliato; articidus terthis tenMÜer petiolatiis, e.r media ^jr/r/g ampliatus, apice truncatus; articulns idtimiis semi-obovatus, dimidiae tertii. longitudinis, fertio aufjiistior. Octdi mediocres. Caput conveamm. Thorax latitudine lomjior, (flohosus, cordatus, ante hasin constrictus nee non pimctis magnis sinpulis transverse-seinatim hnpressis ornatufi, linea tenuis inarginalis hasalis impressa. FÄytra elongato-ovata, anf/Hsta, ad humeros rotundato-angustata, daplicis latititdinis /ongitndine, ahdomen non ohtectantia ; apice singid um rotundatnm ; profunde punctatostriata , punctis mediocrihus satis densis; inter- stitia conve.va. Pedes mediocres; femora clavata, tihiae simplices; tarsi pilosi, anteriores robustiores, postici Jiliformes longiores, hinis unguibus validis armati.

Long.: 4 mm.; lat.: l^-i mm.

Das Exemplar wurde mir für meine Sammliinj? freundlichst überlassen.

Das Thier ist auf einen mitten durch das Bernsteinstück gehenden Sprung gebettet, der Kopf ist in Wolken gehüllt, ein Theil der Hals- schildbasis und die Flügeldecken mit Luftbläschen besäet. So kann ich nicht mit Sicherheit feststellen, ob an der Basismitte des Hals- schildes eine kleine Längsrinne oder ein Kielchen vorhanden ist.

Nach der Schulter zu scheinen die Interstitien der Flügeldecken zu alterniren und treten dort hervor.

Ein zweites mir von Herrn Stadtrath Helm nach Rücksendung der Type freundlichst übermitteltes Exemplar desselben Thieres giebt mir Veranlassung zu nachfolgenden Nachträgen und Verbesserungen; icii halte es für gut, dieselben der Originalbeschreibung, die übrigens auch dem Berliner Entomologischen Vereine schon eingereicht ist, nur anzugliedern, schon um zu zeigen, wie sehr man optischen Täuschungen selbst bei sorgfältigster Untersuchung von Bernstein- einschlüssen ausgesetzt ist.

Das zweite Palpenglied ist nach vorn verdickt, lang, wenig gekrümmt.

Das erste Fühlerglied ist nicht cylindrisch, sondern zur Keule angeschwollen und gekrümmt; die übrigen Glieder sind an Länge unter sich nicht gleich, sondern nehmen nach vorn zu je etwas, wenn auch wenig, zu. Uebrigens sind die Fühler lang abstehend beborstet, vor den Augen von einander weit entfernt eingelenkt.

Augen kugelig, granulirt.

Kopf von oben besehen quer-elliptisch, du''ch eine tief eingesenkte Längsmittellinie in zwei sehr convexe Hälften getheilt. punktirt. Der \\\\ Verhältniss zum Kopfe sehr schmale Hals ist scharf abgeschnürt.

Deutlicher als beim ersten Exemplare liegen bei dem zweiten die

Pt^eussens Üernsteinkäfer. 53

Flügeldecken. Die eine (linke) zeigt, dass die Naht sich nach vorn zu etwas angeschwollen erhebt und vor dem Schildchen bogig nach aussen verläuft, sodass sie das erste und das verkürzte zweite Inter- stitium übergreift; das dritte und vierte Interstitium geht bis zur Basis durch, das fünfte verdickt sich wulstig zur Schulter. (Die rechte Decke zeigt bei der Lage des Einschlusses schon wieder ein verschobenes Bild, denn hier scheint sich der zweite Streif mit der Nath zu vereinigen; dies beruht aber auf Täuschung.) Insgesammt erhebt sich der Discus der Elytren nach der Nath zu rundlich zu gelindem Buckel.

Noch will ich bemerken, dass man sich unter den „punctis medio- cribus" immerhin grössere, scharf eingepresste Punkte vorzustellen hat.

Unterseits ist die Brust grob, der Hinterleib etwas feiner punktirt. Letzterer besteht aus sechs lose übereinander liegenden Ringen, von denen 2—5 unter sich fast gleichbreit sind (der zweite wenig breiter) und ebenso 1 und 6 an Breite concurriren.

Alle drei Koxenpaare sind konisch, abgerundet, hochständig. Das erste und zweite erscheinen genähert, nur durch einen Kiel getrennt, der sich über die Hinterbrust, sich verbreiternd, fortsetzt, das dritte Paar wenig entfernt.

Schenkel ziemlich dünngestielt; Hinterbeine länger, deren Schen- kel wenig gekrümmt. Hintertarsen: 1. Glied nach vorn zu allmählich und wenig verdickt, doppelt so lang als 2., 3. oder 4., die nach vorn zu an Länge und Breite wenig abnehmen; Glied 5 so lang als 1, doch dünner, nach vorn zu wenig verdickt und wenig gekrümmt. Die Glieder 1—4 laufen seitlich in Borsten aus, sodass sie im Bernsteine wie lappig erscheinen können.

Dieses Exemplar befindet sich in der Helm'schen Sammlung des Danziger Provinzialmuseums.

Arthropterus Helmi Schauf. H.

Niger, 7iitidus. Antennarum art'iculi 2 4 gradatim latiores, ö -10 latitucUne inter se aequales, paralleli, 2 9 longHudine tnter se aequales, dechrms suhsemicircidaris, longitudine latior. Oculi globosi. Thorax quadratus, deplanatus. -parum convexiis, linea longitudinall mediana impressa; lateralHer marg'matus, margine ad angidos anticos posticosque intits ampliato (disco ab margine conveoce-elevato) ; latera sinuata, anguli antici et postici rolmidato- recti. Hflytra latitudine fere duplo longiora; humeri prominuli, anguli antici producti; Striae suturales distindae. Pedes brevcs. fcmora lata, compressa.

Long.: 5 mm.; lat.: 2 mm.; long, antenn.: 2 mm.

Coli. Helm. Mus. Dantisc.

Der Käfer hat sich reichlich in Wolken gehüllt, von dei' Unter-

54

Camillo Schaufuss: Preussens Bernsteinkäfer.

Seite ist gerade nur noch zu erkennen, dass die Tibien am Ende zur Aufnahme der Tarsen eingedrückt sind; es will scheinen, als ob sie mit einem kleinen Dornanhang versehen seien.

Die bei dem Unicum schlecht sichtbaren Flügeldecken weisen die gewissen recenten Arten ebenfalls eigene geringe Auszeichnung der Schultern, u. zw. wie mir scheint in zwei kurzen Punkt- streifen auf.

Wenn auch zu dieser Art noch ergänzende Notizen bei Wieder- auffinden der Sjiecies hinzuzufügen sind, ist sie doch nach obiger Diagnose gut erkennbar.

Ich widme sie dem um das Zusammentragen von Bernsteininclusen und um das Studium des Bernsteines selbst verdienten Herrn Stadt- rath Otto Helm.

von Motschulsky hat die unglückliche Idee gehabt, auf flüch- tige Betrachtung hin der damals im Besitze von Professor Menge in Danzig befindlichen Sammlung von Bernsteinkäfern eine Anzahl solcher Einschlüsse zu benamsen und die Namen durch grobe Skizzirung von Aeusserlichkeiten zu unterlegen. Wenn auch diese dürftigen Brocken des russischen Reisenden von Niemand ernst genommen werden können, will ich doch erwähnen, dass Arthropterus Helrni mit dem, von Herrn Stadtrath Helm in der Menge 'sehen Samm- lung übrigens nicht wiedergefundenen, „Paussoides J\lengei" ^) nicht verwandt sein kann, weil Letzterer siebcngliedcrige Fühler mit riesiger viergliederiger Keule haben soll.

^) Etudes enfomologiques 1856. Voyagcs. Lettros de M. de Mot schulsky ä M, Menetries. No. 4, pag. 26.

[Berliner Eutuniolüg. Zeitschfift Bd. XLI, Jahrg. 189G, Heft I.] 55

Aufzählung 1 Professor in Brasilien gesammelten Histeriden

der von Herrn Professor F. Sahlberg

von Joh. Schmidt.

Die im Folgoiiden besprochenen Histeriden wurden vor fast einem hall)en Jahrhundert (in den Jahren 184!I und äO) im District von Rio Janeiro gesammelt. Die grosse Zahl der Arten, von denen damals kaum der fünfte Theil bekannt war, sowie die vielen inter- essanten kleinen Spccies zeugen von dem Eifer und der Findigkeit ihres Flntdcckers. Im Laufe der Zeit sind theils nach anderweit auf- gefundenen Exemplaren, theils auch nach hier- und dorthin ab- gegebenen Stücken der Sahlberg'schen Sammlung die meisten Arten beschrieben worden, immerhin bleiben noch etwa ein Dutzend Nova, darunter ein sehr merkwürdiges, jedenfalls myrmecophiles Genus. Auch Marseul scheint eine Anzahl der von Sahlberg entdeckten Arten durch Bohemann erhalten uud im Supplement seiner Mono- graphie — 1860-62 publicirt zu haben. Die meisten, als deren Fundort er Rio Janeiro angiebt, fanden sich noch in der mir vor- liegenden Sammlung, einige wenige waren nicht mehr vorhanden. Um ein vollständiges Bild des einstigen Umfangs dieser schönen Collektion zu geben, habe ich auch diese, mit einem *) bezeichnet, mit aufgeführt. Schliesslich kann ich nicht umhin, Herrn Professor J. Sahlberg für die freundliche Mittheilung der Sammlung, sowie für die Liebens- würdigkeit zu danken, mit welcher er mir auch die Unica über- lassen hat. J. Tri/ponaeus thoracicus F. Syst. El. H, p. 385. Petropolis.

2. Tryponaeus volvulus Er. Jahrb. 1834, p. 200. Boa Sorta.

3. Tryponaeus himaculatus Er, Jahrb. 1834, p. 201,

Boa Sorta.

56 Joh. Schmidt: Aufzählung der von Herrn Professor

4. Tryponaeics Petropolitanus n. sp. Petropolis.

9. Ci/lindricus, nigro-hrunneus, nitidus; fronte opaea, sub- inipressa, rostro brevi convecco ohtuso; pronoto antice sat dense, postice minus pimctato, Stria marginati breviter interrupta; ely- tris mimde, ad suturam densius punctatis; pygidio brevi conico acuminato. sat dense jntnctulato ; prosterno antice paididum an- gustato mesosternoque marginatis vix perspicue, metastcrno di- stinctins punctidatis. Long. 4 mm.

cf. Exemplar unicum capite pygidioque orbatum exstat.

Thorace subtilius pnnctato, ante scidellum fere laevi, impressione

pone Caput lunata tuberculisque duobus mimdis, paulo pone medium

foveolato; sterno vix distincte puncttdafo, prosterno paulnlumlatiore.

Eine ausführliche Beschreibung dieser und der folgenden Art hoffe ich demnächst in einer Revision der Gattung Tryponaeus zu geben. ö. T'ryponaeus obesus n. sp. Petropolis.

Q. Cylindricus, brevis, niger pedibus brunneis. Fronte im- pressa, dense punctata, rostro obtuso; pronoto parum dense punc- tato, Stria marginali vix interrupta ; elytris minute sparsim puncta- latis; pygidio dense punctnlato, apice rotundato depresso bre- vissime piloso; prosterno parallelo lateribus acute elevatis; meso- sterno duplo latiore Stria antice integra, basi evanescente, mimde, metasterno densius distinctius punctulato. Long. 4^ 2 mm.

6. Tryponaeus plagiatus Lew. Ann. a. Mag. N. IL 1891,

p. 401. Petropolis.

7. Phylloma corticale F. Syst. El. I,p. 91.— Boa Sorta, Petropolis.

8. Hololepta excisa Mars. Mou. 185B, p. 149, t. 4, f. G. Rio

Janeiro. .9. Hololepta cubensis Er. Jahrb. 1834, p. 92. - Boa Sorta.

Ein recht kleines FiXemplar, sonst aber mit Stücken von

Cuba übereinstimmend. lU* Hololepta Januarii Mars. Mon. 1860, p. 602. Jl. Hololepta humilis Payk. Mon. p. 109. Boa Sorta. J2. Hololepta curta Mars. Mon. 1853, p. 187. S. Rita.

13. Lioderma quadridentatum F. Ent. Syst. L p. 7-1.

S. Rita, Petropolis.

14. Lioderma punciulatum Mars. Mon. 1853, p. 208, t. 5, f. 6

Hololepta Sahlbergi Lew. Ann. a. Mag. N. H. 1885,

p. 205. Boa Sorta.

Da unter der von Lewis angegebenen Nr. ein Exemplar des

L. punciulatum Mars, steckte, kann ich an der Identität der beiden

nicht zweifeln. Die Beschreibungen stimmen vollständi<i'. Lewis

F. Sahlhcrg in Urdsiiicn (jesanimelten JJisleridcn. 57

vergleicht die Art mit L. rhnosum und miniitwn, stellt sie aber des breiten Prosternums wegen zu Hololepta^ während Marscul sie der gezähnten Unterkante der Hinterscliienen wegen mit L'ioderhia vereinigt; ein weiterer Beweis für die Unhaltbarkeit der letzteren Gattung.

15. Omalodes omega Kirbj-. Trans. Linn. Soc. Xll, p. 394.

S. Rita.

16. Omalodes angulatus F. Syst. El. I, p. 85. Boa Sorta,

Petropolis.

17. Omalodes foveola Er. Jahrb. 1834, p. 120. S. Rita.

18. Omalodes Jrasi/ianws Mars. Mon. 1853, p. 513. Petropol. 10. Omalodes serenus Er. Jahrb. 1834, p. 123. - Boa Sorta,

S. Rita.

Hypohletus n. gen.

Corpus ovatiim plus minusve depressum; capid retractum, clypens emarginatus, lahntm valde transversum curvation; an- tennae sub frontis margine insertae ; fossa siib angido thorads\ pronotum antice siniiatum, marginatum; scideUion distinctum, elytra striata; pygidhim declive; prosternum lubatnm, basi rotun- datiim, mesostermim late shniatum vel subbishmatum ; tibiae an- ticae extus pluridentatae, fovea tarsaii recta, extiis Jiaiid mai'gl- nata; tibiae posticae subdilatatae, extiis vioc armatae, spinidis 2 3 tantum versus apieem.

Ich stelle diese Gattung für eine Reihe bisher zu Apohletes und Platysoma gestellter südamerikanischer Arten auf. Es sind dies: Apobl. subridens Mrs., ridens Mrs., parensis Mrs., semirufus Lew, conneciens Low; Platysoma delicatum Lew., wozu noch die unten folgende und 2 demnächst zu beschreibende Bolivianische Species kommen. Mit Platysoma oder Apobletes können dieselben wegen der graden, aussen nicht scharf begrenzten Tarsalgruben nicht ver- einigt werden. Diese beiden Gattungen scheinen überhaupt im süd- lichen Amerika zu fehlen, bis auf die cylindrische Plafysoma-Form^ welche in Mexico und Parä einige Repräsentanten zählt. Hypobletas steht dem Phelister viel näher und eine scharfe Unterscheidung von diesem vielgestaltigen Genus ist nicht leicht. Das Mesostcrnum ist ja anscheinend bei Hypoblctus sehr verschieden, im Bogen von einer Ecke zur andern ausgerandet; bei einzelnen Arten ist aber diese Ausrandung schwach zweibuchtig und andrerseits kennen wir auch Phelister mit einfach ausgcrandetem Mesosternum. Dagegen fehlt der hintere Querstreif des Mesosternum, den sämmtliclie bekannten Phelister besitzen. Das Epistom ist ausgerandet und die Oberlippe scliliesst sicli in Form eines ganz schmalen Bogens an dasselbe an;

ÖS J oh. Schmidt: Aufzählung der von Herrn Professor

die Hinterschienen haben über der Spitze höchstens 1 oder 2 feine Dörnchen; hierin ist die Gattung Baconia ähnlich, dieselbe besitzt aber ganz andre Vorderschienen und eine nicht gebogene Oberlippe. Die Streifen-Sculptur der Oberseite besitzt einige Eigentliümlichkeiten, die bei andern Gattungen nicht vorzukommen scheinen. Dazu gehört namentlich die mehrfach sich findende Abkürzung des vierten Dorsal- streifs, während der fünfte fast die Basis erreicht, und die eigenthüm- liche Gabelung des Suturalstreifs an der Spitze. H. connectens Lew., bei dem diese Gabelung sehr deutlich ist, ist in dieser Hinsicht nicht von suhridens verschieden, denn auch von diesem sagt Marseul: „la suture est accompagnee au bout d'une courte striole." Es scheint ein der ganzen Gattung gemeinsames Merkmal zu sein, dass der Nahtstreif sich kurz vor der Spitze der Naht zuwendet; bei mehreren Arten ist er durch ein kurzes, die ursprüngliche Rich- tung beibehaltendes Stück ergänzt, welches sich zuweilen mit dem Nahtstreif verbindet und mit ihm eine Gabel bildet.

Die Stirn ist bei allen bekannten Arten nur neben den Augen gerandet. Das Halsschild besitzt einen, dem Rande sehr genäherten Lateralstrcif, welcher jederseits hinter den Augen unterbrochen ist, der mittlere Thoil oft hakenförmig zurückgebogen; der Marginalstreif ist sehr fein, tritt hinter den Vorderecken auf die Seitenkante, so dass er von oben nicht sichtbar ist, und erlischt bald. Möglich, dass er auch einigen Arten ganz fehlt (ridens? parensisf die Angaben Marseul's sind unbestimmt). Dies eigcnthümliche Ensemble der Streifen spricht sehr dafür, dass wir es hier mit einer recht natürlichen Gattung zu thun haben. Als typische Form der Gattung betrachte ich nicht die folgende in mancher Hinsicht abweichende Spccies, sondern suhridens Mars, und die mit ihm verwandten Arten. 20. Hypohletus orhatus n. sp. Rio Janeiro.

ParaUelo-ovatüs, snbdepressus. rufo-bi^unneus. Fronte im- pressa, punctulata, laterihns striata. Thorace laterihus punctiäis sparsis, Stria marginali ienui, basi abbreviata, laterali margini propinqua in angidis anticis hamata, parte media pone capid a margine remota, late disjuncta, ante scuteUum foveola hn- pressioneque indistincta longitiidinali. Elytris Stria subhumerali dejecta, apieali, medium vi.v attingente, dorsalibns punctatis 3 integris 4' vix breviore J ' niedio suturali basi parum abbrevi- ata. Propygidio sat fortiter denseque, pygidio basi punctata apice fere laevi. Prosterno sat lato, striis antice vioc. basi bre- i'iter diirergentibus, lobo rnarginato; mesosterno late sinnato, stria marginali integra; tibiis anticis 5- uel 6-denticulatis. Long. l'ö mm.

F. Sahlherg in Brasilien (jesammeltcn IJistcriden. -yd

Die Längenverhältnisse der Dorsalstreifen und vor allem der Subhumeralstreif unterscheiden diese Art von den verwandten. Der letztere liegt hart neben dem kräftigen, einzeln punktirten Epipleural- streif und ist wegen seiner Feinheit leicht zu übersehen. Das Py- gidium hat an der Basis eine ziemlich regelmässige, in der Mitte etwas zurücktretende Querreihe kräftiger augenförmiger Punkte, da- hinter ist es unregelmässig, hinter der Mitte viel feiner, an der Spitze kaum punktirt. Die Art ist auch mehr gewölbt als die übrigen, mir bekannten. 57.* Fhelister Biouka Mars. Mon. 1861, p. 158.

22. Fhelister dives Mars. Mon. 1861, p. 157. Petropolis.

23. Fhelister haemorrhous Mars. Mon. 1858, p. 476.

Boa Sorta.

24. Fhelister brevistrius Mars. Mon. 1853, p. 485. - S. Rita.

25. Fhelister distractus n. sp. Rio Janeiro.

Late ovatits, sitbconvexus, <