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Flora von Bayern
Flora von Bayern
Von
Dr. Franz Vollmann
Kgl. Studienrat und Gymnasialprofessor in München
Mit 21 Abbildungen im Texte
Stuttgart 1914 Verlagsbuchhandlung Eugen Ulmer
Verlag für Landwirtschaft und Naturwissenschaften
VL5
Alle Rechte vorbehalten.
Chr. Belsersche Buchdruckerei, Stuttgart.
Vorwort.
Sit dem Erscheinen von Dr. K. Prantls Exkursionsflora für das Königreich Bayern (Stuttgart, Ulmer, 1884) sind nahezu drei Jahrzehnte dahingegangen. Wie in den Nachbarländern so haben auch in Bayern die systematischen, floristischen und pflanzengeographischen Studien in diesem Zeitraum einen unverkennbaren Aufschwung zu verzeichnen. In systematischer Hinsicht machten sich inzwischen grundlegende neue Auffassungen geltend, die Pflanzen- geographie schlug neue Bahnen ein und entwickelte sich wie nie zuvor. Die floristische Forschung in Bayern lieferte, gefördert durch zahlreiche Kenner und Freunde der Pflanzenwelt, nicht zum geringen Teile aber durch die Tätig- keit der Bayerischen Botanischen Gesellschaft in München, der K. B. Bota- nischen Gesellschaft in Regensburg, der Naturhistorischen Gesellschaft und des Botanischen Vereins in Nürnberg, der Botanischen Vereinigung in Würzburg, des Naturwissenschaftlichen Vereins in Augsburg, der Gesellschaft Pollichia in der Rheinpfalz u. a. in mühevoller Kleinarbeit zahllose Bausteine zur botani- schen Erforschung des Landes. Zeugnisse für die Richtigkeit dieser Behauptung bilden die umfangreichen Schriftenverzeichnisse, die Dr. H. Poeverlein veröffentlichte unter dem Titel: Die seit Prantls ‚‚Exkursionsflora für das König- reich Bayern‘ erschienene Literatur über Bayerns Phanerogamen- und Gefäß- kryptogamenflora (Denkschr. K. Bot. Ges. Regensburg 1899; Ber. Bayer. Bot. Ges. München VIII 1 (1902); IX (1904); X (1905); XI (1907); XII 1 (1909); AI 2 (1910); XIII (1912)).
Im vorliegenden Buche, das nach seinem Inhalte und Umfange nicht als Exkursionsflora betrachtet werden kann, sondern den geänderten Bedürfnissen und dem Verlangen nach einer genaueren, eingehenderen Darstellung der Pflanzendecke des Landes Rechnung zu tragen sucht, wurde die in genannten Verzeichnissen niedergelegte Literatur bis Ende 1912 nach Möglichkeit ver- arbeitet; vom Jahre 1913 konnte nur mehr ein Teil Berücksichtigung finden. Daß bei der Abfassung die Synopsis von Ascherson und Graebner, Hegis Flora von Mitteleuropa, die Floren von Ascherson und Graebner, Beck von Mannagetta, Dalla Torre und Sarnthein, Fritsch, Garcke, Prantl, Schinz und Keller, A. Schwarz, Thome u.a. vortreffliche Dienste leisteten, seihiemit dankbarst anerkannt. Außer- dem bildeten neben dem eigenen, reichhaltigen, in den meisten Teilen Bayerns vom Verfasser selbst gesammelten Pflanzenmaterial das Herbarium der Bayerischen Botanischen Gesellschaft und die von der K. B. Gesellschaft in Regensburg herausgegebene Flora exsiccata Bavarica wichtige Quellen für die Bearbeitung, desgleichen die brieflichen und persönlichen Mitteilungen vieler botanischer Freunde, denen an dieser Stelle der wärmste Dank zum Ausdruck gebracht sei,
VI Vorwort.
so vor allem Herrn K. H. Zahn in Karlsruhe, der mich bei Bearbeitung der Gattung Hieracium öfters mit seinem sicheren Urteil unterstützte, ebenso wie Herrn Dr. H. Paul, Assessor an der K. Moorkulturanstalt, der die Güte hatte, sich an der Korrektur der Druckbogen zu beteiligen.
Wie auf allen Gebieten des Wissens ist auch in systematischer Botanik Arbeitsteilung nötig, da ein einziger kaum imstande ist, alle schwierigen Gat- tungen zu beherrschen. Dem Verfasser schien es daher angezeigt, für einige Gattungen, für die Bayern gründliche Spezialisten besitzt, Mitarbeiter heran- zuziehen. Mit dankenswertester Bereitwilligkeit bearbeiteten die Herren
Alfred Ade, K. Bezirkstierarzt in Brückenau, die Gattung Rubus;
Dr. Joseph Schwertschlager, K. Lyzealprofessor in Eichstätt, die Gattung Rosa;
Adolf Toepffer, Herausgeber des Salicetum exsiccatum, die Familie der Salicaceae (Populus u. Salix).
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Neuen Ansichten auf dem Gebiete der Systematik wurde, soweit es an- gängig schien, gebührend Rechnung getragen und den schwierigen, formen- reichen Gattungen besondere Aufmerksamkeit geschenkt, wenn auch ein Ein- gehen auf die taxonomisch unbedeutendsten Formen gerade bei kritischen Gattungen aus praktischen Erwägungen vermieden werden mußte, obwohl das Material hiefür gesammelt vorlag. Wo nur immer es möglich war, wurde von der Aufstellung einer f. genuina oder typicaim Interesse der Kürze Umgang ge- nommen, vielmehr in der Hauptdiagnose der Arten durch kleinere Zusätze, wie „meist“, „beim Typus“ u. dgl., die Normalform gekennzeichnet, während andere Formen bei den Abänderungen folgen. Verhältnismäßig umfangreicher gestaltete sich die Behandlung der Gattung Rubus, was aber unvermeidlich war, wenn die abgeklärten Arbeiten von Prof. Sudre in Toulouse als Grundlage dienen sollten; dafür bietet sie den Vorzug, daß zum ersten Male in deutscher Sprache die Rubusflora eines größeren Gebietes nach diesen für die Zukunft maßgebenden, auf der Bewältigung eines ungeheuren Materials beruhenden Ansichten bearbeitet ist und daher auch über Bayerns Grenzen hinaus von Bedeutung sein dürfte.
Von Unterarten, Varietäten und wichtigeren Formen wurden fast nur solche aufgenommen, die bisher im Gebiete beobachtet wurden. Zur Förderung einer biologischen Betrachtungsweise, die ja die Würze botanischer Studien bildet, wäre es freilich wünschenswert gewesen, stets auch die Entstehungsgründe solcher Abänderungen, die Bedingungen, unter denen die einzelnen Formen zustande kommen, wenigstens in Kürze beifügen zu können. Oft erzeugen feuchter oder trockener, kühler oder warmer, nährstoffarmer oder -reicher, lockerer oder fester Boden, schattiger oder sonniger Standort u. a. sehr verschiedene Formen. Aber hierin ist unser Wissen Stückwerk und es bietet sich noch ein reiches Feld für Beobachtungen in der Natur wie für Kulturversuche. In zahllosen Fällen ist es bisher unentschieden, ob nur eine zufällige Aberration oder eine geographische Rasse vorliegt, ob erbliche Konstanz von Merkmalen auch bei geänderten Lebensbedingungen gegeben ist oder die Kennzeichen, die die Benennung einer Form veranlaßt haben, durch Änderung der äußeren Einflüsse verschwinden.
Die Anordnung der Familien und Gattungen folgt im allgemeinen Ad. Eng- lers Syllabus der Pflanzenfamilien (7. Aufl. Berlin 1912). Bei den Sektionen der Gattungen wurde nach Möglichkeit der engeren natürlichen Verwandtschaft Rechnung getragen; die Aufführung der einzelnen Arten jedoch ist dem Zwecke angepaßt, den eine Flora zu erfüllen hat.
Vorwort. VII
Die Übersichten zur Bestimmung der Familien beruhen auf dem natürlichen System; das System Linnes wurde als der Geschichte der Pflanzenforschung angehörig nicht berücksichtigt.
Bei jeder Familie wurden in kurzer Fassung die wichtigsten charakteristi- schen Merkmale vorangesetzt, jedoch in der Regel nur solche, die ihren einheimi- schen Vertretern eigen sind. Letzteres gilt auch bei den Bestimmungsschlüsseln für Familien und Gattungen, wobei, wenn irgend möglich, solche konstante und augenfällige Eigenschaften Verwendung fanden, die in verschiedenen Entwick- lungsstadien der Pflanze auftreten. Für die Form des Schlüssels wurden nicht die fortlaufenden Ziffern gewählt, wie sie sich in vielen neueren Floren finden, sondern auf mehrfachen Wunsch die bisher in unseren heimischen Floren übliche Gliederung beibehalten, die den Vorteil leichterer UÜbersichtlichkeit hat; bei vielgliedrigen Gattungen, wie z. B. bei Carex, Rubus, Hieracium, wurde überdies zur Erleichterung noch die Seitenzahl des Gegensatzes einer Gruppe beigefügt.
Die weniger bedeutenden Abänderungen (Varietäten, Formen), die für Anfänger oder solche, die sich nur allgemeinere Kenntnisse aneignen wollen, fast nicht in Betracht kommen, sowie die (nicht eingebürgerten) Adventivpflanzen, erscheinen in Kleindruck. Ebenso fehlen in den Schlüsseln die gelegentlich ein- geschleppten Pflanzen, sie sind auch nicht numeriert und nur dann kurz beschrieben, wenn sie des öfteren auftreten, alles, um den Umfang des Buches nicht ins Ungemessene auszudehnen. Die mehr individuellen Abänderungen der Blütenfarbe, die bekanntlich, besonders bei blau oder rot blühenden Pflanzen, häufig wiederkehren, wurden wohl in der Diagnose erwähnt, aber nicht mit Bezeichnungen belegt; anders, wenn die Abweichung der Blütenfarbe eine eigene Rasse darstellt, die konstant in großer Individuenzahl und oft in bestimmten Gegenden auftritt; das gleiche gilt auch für die abweichende Farbe von Früchten.
Die Bastarde sind nicht am Schlusse der einzelnen Gattungen zusammen- gestellt, sondern eingefügt, sobald beide Erzeuger behandelt sind.
Bezüglich der Nomenklatur wurden die Regeln des Wiener und Brüsseler Kongresses tunlichst beobachtet; freilich ist auch jetzt noch manche strittige Frage ungelöst; manche Änderung wird die weitere Forschung noch mit sich bringen. Um jedoch über die Bezeichnungen keine Zweifel aufkommen zu lassen, wurden den neuen Namen stets die wichtigsten der bisher üblichen in Klammern beigefügt. Bei Unterarten, Varietäten und Formen wurde derjenige Autor beigesetzt, der den Namen geschaffen hatte. Steht der Autor in Klammern, so ist dadurch angedeutet, daß er ihn in anderer Bewertung (z. B. als Art statt als Varietät) anwendete. Schleppende Weitschweifigkeit wurde hiebei möglichst zu vermeiden gesucht.
Die dem Texte beigegebenen Detailabbildungen, die, soweit sie Originale sind, der gewandten, bewährten Hand des Kunstmalers E. Pfenninger in München entstammen, sind, ebenso wie der Abschnitt ‚‚Erklärung botanischer Ausdrücke“, dazu bestimmt, das Verständnis für die Eigenart der Organe mancher Familien zu wecken und so dem Anfänger oder noch wenig Fort- geschrittenen über die ersten Schwierigkeiten hinwegzuhelfen.
Alle jetzt gültigen Pflanzennamen sind mit Akzent versehen, mit Ausnahme von zweisilbigen Wörtern, die den Ton ausnahmslos auf der ersten Silbe haben. Bezüglich der mehrsilbigen Wörter gilt ja zwar die Regel: Ist die vorletzte Silbe lang, so hat sie den Ton; ist sie aber kurz, so erhält ihn die drittletzte Silbe. Da sich jedoch Länge und Kürze oft nicht schlechtweg erkennen lassen und erfahrungsgemäß kaum auf einem Gebiete so große Unsicherheit herrscht wie auf dem der Betonung und Aussprache der Pflanzennamen, mag vielen die Beigabe
VIII Vorwort.
des Akzentes willkommen sein. Es gibt allerdings einzelne Fälle, in denen auch für Berufene eine sichere Entscheidung unmöglich erscheint, weil die Ableitung der Wörter dunkel ist.
Von Abkürzungen wurde nur in beschränktem Maße (bei oft wiederkehrenden Bezeichnungen) Gebrauch gemacht, weil, namentlich für Anfänger, ein Übermaß zur Undeutlichkeit des Textes führt.
Was die Verbreitung der einzelnen Arten im Gebiete betrifft, so wurde ihr eingehendste Aufmerksamkeit geschenkt und dadurch in sehr vielen Fällen ein Bild gewonnen, das von dem bisherigen erheblich abweicht. Daß bei den Hun- derttausenden von notierten Fundortsangaben sich da und dort ein Irrtum ein- geschlichen haben kann, wage ich nicht zu bestreiten; für verbessernde Mit- teilungen werde ich stets dankbar sein. Ältere Angaben, die sich nie bestätigt haben — manche Lokalfloren haben in dieser Hinsicht oft ganz unglaubliche Dinge gemeldet —, oder unwahrscheinlich klingende Angaben, für die keine Belegexemplare vorliegen, wurden ohne weitere Begründung weggelassen, um mit unnötigem, jahrelang sich in der Literatur fortschleppendem Ballast auf- zuräumen; sollte sich die eine oder andere von ihnen trotzdem bestätigen, so kann der Nachtrag an anderer Stelle erfolgen. In zweifelhaften Fällen wurde ein Fragezeichen zum Fundorte gesetzt.
Die Zuweisung des Fundortes zu einem bestimmten geologischen Substrat begegnete stellenweise unlösbaren Schwierigkeiten, zumal einerseits in den Quellen hierauf nicht immer genügend Rücksicht genommen ist, andererseits es in jeder geologischen Formation eine außerordentliche Mannigfaltigkeit an chemisch und physikalisch verschiedenen Böden gibt. Es gibt Fälle, wo gerade das Vorkommen einer Pflanzenart auf das Substrat schließen läßt, während hinwiederum bisweilen z. B. typische Sandpflanzen auf Kalk auftreten und umgekehrt Kalkpflanzen auf kieselhaltigen Boden übergehen. Von der Verwen- dung des Prädikates ‚gemein‘ wurde bei Verbreitungsangaben abgesehen, weil erfahrungsgemäß manche sogenannte gemeine Art in einzelnen Distrikten doch weniger häufig auftritt als sonst. Es möge die Angabe ‚‚verbreitet‘‘ genügen, die im allgemeinen allerdings in einer Landesflora eine etwas andere Bedeutung hat als in einer Lokalflora; denn eine Art kann im Lande verbreitet sein, wenn sie auch in einzelnen kleineren Gebieten seltener auftritt oder ganz fehlt.
Bei allen Arten wurde in möglichster Kürze ihre Gesamtverbreitung auf der Erde angegeben, wodurch im Verein mit der Bezeichnung der Standorte, an die sie gebunden sind, sich ein spezieller pflanzengeographischer Abschnitt erübrigt. Eine Erläuterung solcher Angaben ist auf Seite XX VII vorangeschickt.
Auf den im vorstehenden gegebenen Grundsätzen beruht vorliegendes Buch, das die Bestimmung haben soll, wiederum auf eine Reihe von Jahren die Grundlage für botanisch-systematische, floristische und pflanzengeographische Studien in unserem engeren Vaterlande zu bilden und neue Anregung zu schaffen. Möge es seinem Zwecke entsprechen und die viele darauf verwendete Mühe lohnen !
München, im Dezember 1913.
Dr. F. Vollmann.
IX
Abkürzungen der Namen von Autoren.
A. Br. = Alexander Braun. Adans. = Adanson.
Ait. = Aiton.
Alef. = Alefeld.
All. = Allioni.
Anderss. = Andersson.
Andız. = Andrzejowsky.
Ard. = Arduino.
Arrh. = Arrhenius.
Arv.-Touv. = Arvet-Touvet. Asch. = Ascherson.
Asch. u. Gr. = Ascherson u. Graebner. Auct. = Verschiedene Autoren.
Bab. = Babington. Bak. = Baker.
Bartl. = Bartline. Bast. = Bastard. Baumg. = Baumgarten.
Bechst. = Bechstein. Beckm. = Beckmann. Benth. = Bentham.
Bernh. = Bernhardi.
Bert. = Bertoloni.
Bess. = Besser.
Bill. = Billot.
Bisch. = Bischoff.
Bl. N. Sch. = Bluff, Nees u. Schauer. Bl. u. Fing. = Bluff u. Fingerhut. Boenn. = Boenninshausen.
Boiss. = Boissier.
Borb. = Borbäs.
Borkh. = Borkhausen.
Bornm. = Bornmiiller.
Boul. = Bonlay.
B. u. Pierr. = Boulay u. Pierrat.
Brig. = Briquet.
Brüsg. = Brüsger.
B. S. P. = Britton, Stern, Poggenbure. Buch. = Buchenau.
Burn. = Burnat.
Bus. = Buser.
© A. Mey. = Karl Anton Meyer.
Casp. = Caspary.
Cass. = Cassini.
Cav. = Cavanilles.
Cel. = Celakovsky.
Chab. = Chabert.
Cham. = Chamisso.
Cham. u. Schl. = Chamisso u. Schlechtendal.
Chaub. = Chaubaıt.
Chr. = Christ.
Clairv. = Clairville.
Coss. u. Dur. = Cosson u. Durieu. Coss. u. Germ. = Cosson u. Germain. er = Crantz
Crep. = Crepin.
Cust. = Custer.
DC. = De Candolle. Dahlst. = Dahlstedt.
Desegl. = Deseelise. Desf. = Destontaines. Desp. = Desportes. Desr. = Desrousseaux. Desv. = Desvaux. DIES —=7 Dauer Torre. Dougzl. = Douglas. Duch. = Duchesne. Dum. = Dumortier. Dun. = Dunal.
Dur. = Durieu. Ehrh. = Ehrhart.
E. Mey. = Ernst Meyer. Endl. = Endlicher. Engl. = Eneler. Erdn. = Erdner.
F. = Focke.
Favr. = Favrat. Fck. = Funck.
Fig. = Figert.
Fisch. = Fischer.
Fleisch. = Fleischer.
Fl. Wett. = Flora der Wetterau von Waeıtner. Meyer u. Scherbius.
Forsk. = Forskal.
Fr. = Fiies.
Fres. = Fresenius.
Fröl. = Frölich.
F. Sch. = Friedrich Wilhelm Schultz.
Gaertn. = Gaertner.
Gars. = Garsault.
Gaud. = Gaudin.
Gcke. = Garcke.
Genev. = Genevier.
G. E. Sm. = Gerard Edward Smith. Gil. = Gilibert.
Gmel. = Gmelin.
God. = Godet.
X E Abkürzungen.
Godr. u. Gren. = Godron u. Grenier. Good. = Goodenoueh. Gr. = Graebner. Gren. = Grenier. Griseb. = Grisebach. Gron. = Gronovius. Gugl. = Gugler. Gunn. = Gunner. Guss. = Gussone. Hack. = Hackel. Hacq. = Hacquet. Hal. = Haläcsy. Hall. = Haller.
Hand.-Maz. = Handel-Mazzetti.
Hartm. = Hartman.
Haußkn. = Haußknecht.
Hausm. = Hausmann.
Haw. = Haworth.
Hay. = Hayek.
H. Br. = Heinrich Braun.
H., B.u. K. = Humboldt, Bonpland u. Kunth. Hegetschw. = Hegetschweiler.
Herb. Bot. Mag. = Herbarium Botanicum Magyaricum. Herrm. = Herrmann.
Heuff. = Heufiel.
Heynh. = Heynhold.
Hochst. = Hochstetter.
Hoffm. = Hoffmann.
Hoffmsgg. (u. Lk.) = Hoffmannsegg (u. Link).
Hol. = Holuby.
Hook. = Hooker.
Hoppe u. Hornsch. = Hoppe u. Hornschuch.
Hornem. = Hornemann.
Hornsch. = Hoinschuch. Hort. = Gartenname. Huds. = Hudson.
Jacq. = Jachuin.
Janch. = Janchen.
J. B. Kell. = J. B. Keller. Jord. = Jordan.
Jur. = Juratzka.
Juss. = Jussieu.
Kaltenb. = Kaltenbach. Kcke. = Körnicke.
Kell. = Keller.
Kern. = A. Kerner von Marilaun.
Kirschl. = Kirschleger. Kit. = Kitaibel.
Kitt. = Kittel. Klinggr. = Klinggraeff. Köhl. = Köhler.
Köl. = Köler.
Kost. = Kosteletzky. Kras. = Krasan.
Krock. = Krocker. .
Kth. = Kunth. Ktze. = Kuntze, Kük. = Kükenthal, Kütz. = Kützing. L. = Linne.
L. f. = Linn filius. Lach. = Lachenal. Laest = Laestadius.
Lag. = Lagaska. Lagg. = Lagger.
Lam. = Lamarck. Lap. = Lapeyrouse. Latour. = Latourette.
Lec. u. Lam. = Lecoq u. Lamotte. Ledeb. = Ledebour.
Lef. = Lefevre. Lehm. = Lehmann. Leigsht. = Leizhton. Lej. = Lejeune.
Lej. u. Court. = Lejeune u. Courtois. Lem. = Leman.
Less. = Lessing.
Leyss. = Leysser.
L’Her. = L’Heritier.
Lightf. = Lightfoot.
Lind. = Lindley.
Ljungstr. = Ljungström.
Lk. — Tanke
Löfl. = Löfline.
Lois. = Loiseleur Deslongehamps. Lumn. = Lumnitzer.
Malinv. = Malinvaud. Marsa. = Marsson.
Mart. = Martius.
Maxim. = Maximowiez. M. B. = Marschall Bieberstein. Med. = Medikus.
Mer. = Merat.
Mich. = Micheli.
Michx. = Michaux.
Mik. = Mikan.
Mill. = Miller.
M. u. K. = Mertens u. Koch. Mnch. = Mönch.
Monn. = Monnier.
Moq. = Moquin-Tandon. Mor. = Moretti.
Moug. = Mougeot. Mühlenb. — Mühlenberg. Müll. = Müller.
Murb. = Murbeck.
M. u. Z. = Murr u. Zahn.
N, = Nees. Näg. = Nägeli. Neck. = Necker.
Neilr. = Neilreich. Nestl. = Nestler.
Neum. = Neuman. N.M.W. = Neuman, Murbeck, Wittrock. XNorrl. = Norrlin.
NP. = Nägeli u. Peter. Nutt. = Nuttall.
Nym. = Nyman, Pall. = Pallas. Panz. = Panzer, Parl. = Parlatore.
P. B. = Palisot de Beauvois,
Perr. u. Song. = Perrier u. Songeon.
Pers. = Persoon.
Peterm. = Petermann.
P. J. Müll. = P. J. Müller. Poev. = Poeverlein.
Poir. = Poiret,
Poll. = Pollich.
Posp. = Pospichal.
Pourr. = Pourret.
Prog. = Progel.
Pug. = Puget.
Raf. = Rafinesque.
Ram. = Ramond.
Rap. = Rapin.
R. Br. = Robert Brown. Rchb. = Reichenbach. Rchb. f. = Reichenbach filius. Reb. = Rebentisch.
Red. = Redoute.
Retz. = Retzius.
Reyn. = Reynier.
Rich. = Richard.
Rip. = Ripart.
R. Kell. = R. Keller. Roch. = Rochel.
Röhl. = Röhling.
Rohrb. = Rohrbach.
Röm. u. Sch. = Römer u. Schultes, Rottb. = Rottböll.
Roz. = Rozier.
R. u. Pav. = Ruiz u. Pavon. Rubn. = Rubner.
S. = Sudre.
Sabr. = Sabransky.
Sacc. = Saccardo.
Sadl. = Sadler. Sag. = Sagorski. Sal. = Salisbury.
Sarnth. = Sarnthein.
Saut. = Sauter.
Schäff. = Schäffer.
Sch. Bip. = Schultz-Bipontinus. Schimp. = Schimper.
Schimp. u. Sp. = Schimper u. Spenner.
Schk. = Schkuhr.
Abkürzungen.
Schlechtd. = Schlechtendal. Schleich. = Schleicher. Schleid. = Schleiden. Schlimp. = Schlimpert. Schnittsp. = Schnittspahn. Schönh. = Schönheit, Schrad. = Schrader, Schreb. = Schreber. Schrk. = Schrank.
Schübl. = Schübler.
Schübl. u. Mart. = Schübler u Martens.
Schult. = Schultes. Schumm. = Schummel. Sch. u. Thell. = Schinz u. Thellung.
Schwgg. u. K. = Schweigger u. Körte,
Schwrt. = Schwertschlager.
Scop. = Scopoli.
Seb. u. M. = Sebastiani u. Mauri, Seml. = Semler.
Sendtn. = Sendtner. Ser. = Seringe.
Sibth. = Sibthorp. Sieb. = Sieber.
Simk. = Simonkai. Sm. = James Edward Smith. Sol. = Solander.
Sond. = Sonder.
Soy. = Soyer-Willemet. Spenn. = Spenner. Spreng. = Sprengel, Sprib. = Spribille.
Sprun. = Spruner.
Steph. = Stephan.
Stern. = Sterneck.
Sternb. = Sternberg.
Sternb. u. H. = Sternberg u. Hoppe. Stev. = Steven.
Sut. = Suter.
Sw. = Swartz.
Ten. = Tenore.
Thell. = Thellung. Thuill. = Thuillier. Thunb. = Thunberg.
Timb. = Timbal-Lagrave. Torg. = Torges.
Torr. u. Gr. = Torrey u. Gray. Tratt. = Trattinick.
Trev. = Treviranus.
Trin. = Trinius.
Uechtr. = Uechtritz.
Velen. = Velenossky. Vent. = Ventenat. Vierh. = Vierhapper. vill. = Villars.
Viv. = Viviani. Vollm. = Vollmann.
XI Abkürzungen. Wahlb. = Woahlenberg. Willd. = Willdenow. Waisb. = Waisbecker. Willk. = Willkomm. Wallr. = Wallroth. Wimm. = Wimmer. . Walp. = Walpeıs. Wimm. u. Gr. = Wimmer u. Grabowski. Wartm. = Wartmann. Wirtg. = Wirtgen. Web. = Weber. With. = Withering. Wender. = Wenderoth. Wittr. = Wiittrock. Wettst. = Wettstein. W. u. K. = Waldstein u. Kitaibel. Wh. = Weihe. Wulf. = Wulien. Wh. u. N. = Weihe u. Nees. . Wib. = Wibel. G. = Zehn. Wiesb. = Wiesbaur. Zimm. = Zimmeter. Wigg. = Wiegers. Zuce. = Zuccarini, Wikstr. = Wikström. Sonstige Abkürzungen. Adv. = adventiv. St. = Stengel; Stbl. (od. St.bl.) = Stengelblatt.
beob. = beobachtet.
Bl. = Blatt, Blätter, Laubblatt, Laubblätter. (Nebenbl.)
Bl.chen = Blättchen.
Bit. = Blüte; Blth. = Blütenhülle; Bltsch. =
Blütenschaft; Blthlb. = Blüten- hüllblatt.
em. —= emendavit (hat verbessert).
f. = forma.
ig. = förmig, z. B. herzig., eiig.
Fr. = Frucht, Früchte; also auch Scheinfr.,
Teilfr.; Frbl. = Fruchtblatt. Fr.chen = Früchtchen. Frk. = Fruchtkelch. Frkn. = Fruchtknoten. Geb. = Gebiet. Gegens. = Gegensatz. Gr. = Griffel, H. = Hülle. Hbl. = Hüllblatt, H.spelze = Hüllspelze, Blth. = Blütenhülle. i.e. $S. = im engeren Sinne. K. = Kelch(e). (K.röhre = Kelchröhre.) Kr. = Krone. (Krbl. = Kronblatt.) kult. = kultiviert. L. = Lippe (Oberl., Unter!.).
lus. = lusu.
monstr. = monströs. N. = Narbe(n).
P. = Pollen.
Pfil. = Pilanze. Rh. = Rhizom.
S. = Samen. Sch. = Schaft. Schößl. = Schößling.
spor. = sporadisch. ssp. = Subspezies.
Stbb. = Staubbeutel.
Stbbl. = Staubblatt, Staubblätter.
Sthi. = Staubfaden, Staubfäden.
U.-A. = Unterart.
u. zw. = und zwar.
var. = varietate.
verbr. = verbreitet.
verw. = verwildert.
vor. = vorige.
W. = Wurzel(n) (w.ähnlich = wurzelähnlich). 2.7. = Szıımareil.
z. gr. T. = zum großen Teil.
go -= männlich.
Q — weiblich.
9 = zwitterig.
© = einjährig.
© = einjährig-überwinternd (d. h. im Herbste
keimend, im nächsten Frühjahr mit der Fruchtreife absterbend).
OO = zweijährig (d.h. im Frühjahr keimend, im Sommer des nächsten Jahres mit der Fruchtreife absterbend).
2| = ausdauernd, aber krautig.
N, = ausdauernde Holzptlanze.
T = Giftpflanze.
> = mehr zur vorhergehenden als zur nach-
folgenden Form neigend.
< = mehr zur nachfolgenden als zur vorher-
gehenden Form neigend. —= zw. zwei Arten intermediär.
mehr oder weniger.
Bastard.
— zwischen 2 Arten stehend und wahr-
scheinlich durch Bastardierung ent- standen.
Il
XXH | |
AIII
Kurze Anleitung zum Gebrauche des Buches.
Man schlage zunächst die Übersicht des natürlichen Pflanzensystems (S. 1f.) auf und prüfe, zu welcher der Hauptabteilungen eine zu bestimmende Pflanze gehört. Am Ende jeder dieser Übersichten über die einzelnen Ab- teilungen ist die Zahl der Seite angegeben, wo man alsdann den Schlüssel für die Bestimmung der Familien findet. Hier steht hinter jeder Familie in arabischer Ziffer die Nummer, unter der sie im folgenden behandelt ist. Bei den Familien und Arten sind dann wiederum Schlüssel zu finden, die zu der zu bestimmenden Art führen. Man achte darauf, daß bisweilen die Gegensätze nicht nur wie gewöhnlich zwei-, sondern auch drei- (selten, z. B. bei Rubus, mehr-)gliederig sind.
Anfängern sei aufs wärmste empfohlen, sich mit dem Abschnitte „Er- klärung botanischer Fachausdrücke“ (S. XIV ff.) eingehend vertraut zu machen. Ebenso sei auf die den einzelnen Familien vorangesetzten allgemeinen Merk- male und die darin vorkommenden Fachausdrücke sowie auf das Verzeichnis der Abkürzungen besonders hingewiesen.
XIV
Erklärung botanischer Ausdrücke.)
abfallend, abfällig (deeiduus), Pflanzenteile, die nach kurzer Zeit im Gegensatz zu bleibenden Teilen abfallen; hierher auch die Blätter der Laub- bäume und der Lärche im Winter.
abgebissen (praemörsus), von einem Wurzelstock, der nicht allmählich in eine Spitze verläuft, sondern plötzlich mit einer + unebenen Fläche endigt; z. B. Suceisa pratensis, Crepis praemorsa, Leontodon autumnalis.
Achäne, s. Fruchtformen.
Achsenbecher (ci4pula), becherförmig ausgehöhlter Blütenboden, eine hochblattartige Bildung.
adventiv, eingeschleppt, nicht einheimisch.
Ähre, Ährchen, s. Blütenstand.
aktinomorph, strahlig, radiär, regelmäßig, von Blüten, deren Kelch und Krone nach allen Seiten hin gleichmäßig entwickelt sind, so daß sie sich durch 2 oder mehrere durch die Blütenmitte gehende Vertikalebenen in je 2 Spiegelbilder zerlegen lassen, z. B. Gentiana, Primula, Capsella.
androgyn, & und 9 Blüten im nämlichen Ährchen.
Apophyse, rautenförmige Verdickung an der Spitze der Zapfenschuppen von Pinus.
Arillus, Samenmantel, eine äußere, saftige, lappige oder sackartige Hülle, die sich nach der Befruchtung am Samen bildet, meist von auffälliger Farbe.
ästival, frühblühend (Mai, Juni), s. Saisondimorphismus.
aufstrebend (assüurgens), ein an seinem Grunde liegender und dann + vertikal aufgerichteter Stengel.
Ausläufer (stolönes), teils oberirdische, dünne, niederliegende, oft wurzelnde, teils in der Erde kriechende Seitensprosse; z. B. Aiuga reptans, Hieracium- Arten.
Außenkelch, s. Blüte.
autumnal, spätblühend (Juli-Oktober), s. Saisondimorphismus.
Bastard, Hybride, eine durch Kreuzung entstandene Form.
bewimpert, am Rande mit abstehenden Haaren besetzt.
1) Ausdrücke, die an sich ohne weiteres verständlich sind, wurden weggelassen.
Erklärung botanischer Ausdrücke. XV
Blatt, seine Teile und Formen. Laubblätter entweder einfach oder zusammen- gesetzt.
Blättchen, ein einzelnes Teilblatt eines zusammengesetzten, d. h. aus mehreren voneinander gesonderten Teilen bestehenden Blattes. Zu- sammengesetzte Blätter sind entweder gefiedert (pinnätus), wenn die Blättchen hintereinander auf beiden Seiten einer gemeinsamen Spindel stehen, und zwar einfach-, doppelt-, dreifach- bis mehrfach gefiedert, je nachdem sich die Teilung wiederholt oder nicht, unpaarig gefiedert, wenn der Mittelnerv ein endständiges Blättchen trägt, sonst paarig-gefiedert; oder gefingert (digitätus), 5—mehr- zählig, wenn 5 oder mehr Blättchen, 3zählig, wenn nur 3 Blättchen am Ende des gemeinsamen Blattstieles entspringen. Blattformen: rundlich (subrotündus), wenn annähernd kreisrund: elliptisch (elliptieus), höchstens doppelt so lang wie breit, größte Breite in der Mitte;
eiförmig (ovoideus, opätus), höchstens doppelt so lang wie breit, größte Breite im unteren Drittel;
verkehrt-eiförmig (obovätus), größte Breite im oberen Drittel, sonst wie voriges;
länglich (oblöngus), 2—3mal so lang wie breit, größte Breite in der Mitte;
eilänglich (ovdto-oblöngus), größte Breite unter der Mitte, sonst wie voriges;
spatelig (spathulatus), oben rundlich oder löffelförmig, gegen den Grund lang verschmälert;
lanzettlich (lanceolätus), 3- oder mehrmals so lang wie breit, mit + gebogenen Seitenrändern;
lineal (linearis), langgezogen, mit größtenteils parallelen Seitenrändern. (Auch Kombinationen einzelner Bezeichnungen möglich, wie lineal-
lanzettlich u. a.) Blattgrund: geöhrt (auritus), mit kleinen, lappenförmigen Anhängseln versehen; herzförmig (cordätus), mit spitzwinkligem Einschnitte; nierenförmig (reniförmis), mit seichterem, gerundetem Ein- schnitte;
pfeilförmig (sagittätus), mit spitzwinkligem, tiefem Einschnitt in die + 3eckige Blattfläche;
spießförmig (hastätus), mit stumpfwinkligem Einschnitt in die + 3eckige Blattfläche; öfters der Grund fast gerade abgeschnitten oder neben dem Stiel kurz vorgezogen.
stengelumfassend (amplexicaülis,, halbstengelumfas- send, wenn ein sitzendes Blatt den Stengel mit seinem lappigen Grunde ganz oder zum großen Teile umgibt;
durchwachsen (perfolidtus), wenn die ungeteilte Spreite den Stengel völlig umgibt.
Blatthäutchen (lgula), ein häutiger Auswuchs als Fortsatz der Blattscheide an der Trennungsstelle von Spreite und Scheide, z. B. bei Gramineae, Cyperaceae.
Blattnerven, Blattadern (nervus). Ein Blatt ist streifennervig, wenn Nerven parallel, z. B. Gramineae;
XVI Erklärung botanischer Ausdrücke.
fiedernervig, wenn vom Mittelnerv mehrere Seitennerven ab- gehen, und zwar anastomosierend, wenn die letzten Ver- zweigungen der Seitennerven sich gegen den Rand hin wieder mit- einander vereinigen, netzadrig, wenn die Adern ein + ver- flochtenes Netzwerk bilden; handnervig, wenn mehrere Nerven vom Blattgrunde aus strahlen- förmig verlaufen, z. B. Acer. Blattrand: ganzrandig (integerrimus); gezähnt (dentätus), Zähne kurz, spitz; Einschnitte gerundet, seicht; gekerbt (crenäatus), Zähne stumpf oder abgerundet, Einschnitte spitz, seicht; gesägt (serrätus), mit spitzen, + geradlinigen Zähnen und spitz- winkligen Einschnitten; ausgeschweift (repändus), mit seichten, bogenförmigen Ein- schnitten; buchtig, gebuchtet (sinuatus), mit breiten, zugerundeten Zacken und ebensolchen, etwa !/, der Blattbreite betragenden Ein- schnitten; gelappt, lappig (lobatus), mit breiten, bis etwa 1/, der Fläche ein- dringenden, innen + spitzwinkligen Lappen; fiederspaltig (pinnatifidus), bis zur Hälfte eingeschnitten, mit breiten Einschnitten, schrotsägeförmig (runcindtus), wenn die Spitzen der Zipfel gegen den Blattgrund gerichtet sind; fiederteilig (pinnatipartitus), bis über die Hälfte eingeschnitten; auch fiederschnittig, wenn bis fast zur Mittelrippe ein- geschnitten, Jeierförmig, wenn der Endlappen größer; unter- brochen-gefiedert, mit abwechselnd größeren und kleineren Abschnitten: handförmig oder fingerförmig-gelappt, -geteilt oder -eingeschnitten bei handnervigen Blättern. Blattspitze: stachelspitzig (mucrondtus), eine aufgesetzte Stachelspitze tragend; zugespitzt (acumindätus), in eine + längere Spitze mit einwärts gekrümmten Winkelschenkeln endigend. (Die übrigen Formen schlechthin verständlich.) Blattteile (der eine oder andere von ihnen kann auch fehlen): Blattscheide (vagina), der untere, den Stengel röhrig oder blasig umschließende Teil eines Blattes, z. B. bei Gramineae, Umbelliferae; Blattstiel (petiolus); Blattspreite oder Blattfläche (lamina).
Blüte und ihre Teile:
Blütenstiel (pedünculus),, Blütenstielchen (pedieellus);
Außenkelch, Außenhülle, „Hülle“ (calyeulus), ein von Hochblättern oder Kelchnebenblättern gebildeter, der Blüte genäherter zweiter Kelch, z. B. Dianthus, Malva, Potentilla, Compositae;
Kelch (calyx), der äußere Kreis einer doppelten Blütenhülle, meist grün, aus freien oder verwachsenen Blättern (sEpala) bestehend;
Blumenkrone, Krone (corölla), der innere Kreis einer doppelten Blütenhülle, verschieden gefärbt, aus freien oder verwachsenen Blättern
Erklärung botanischer Ausdrücke. XVIl
(petala) bestehend; Kronröhre (tubus), der untere, engere Teil einer verwachsenblätterigen Krone im Gegensatz zum ausgebreiteten oder erweiterten Saum (limbus);
Perigon (Perianth), eine aus unter sich gleichartigen Blättern bestehende Blütenhülle;
Staubblätter (stämina), in ihrer Gesamtheit auch Androec&um ge- nannt, die männlichen Organe; jedes Staubblatt aus Staubfaden (filamentum) und Staubbeutel (Anthere) bestehend, von denen letztere den Blütenstaub (Pollen) enthalten; das Zwischenband zwischen beiden heißt Konnektiv.
Staminodien, umgewandelte Staubblätter, die keinen oder nur un- fruchtbaren Pollen enthalten, z. B. Parnassia, Linum.
Fruchtknoten (Gynoeceum), die Gesamtheit der Fruchtblätter, die Samenanlagen einschließend, in eine Narbe (stigma) endigend und mit dieser meist durch einen Griffel (siylus) verbunden. Der Fruchtknoten ist
oberständig, wenn oberhalb der Einfügung der Blütenhülle und Staubblätter,
unterständig, wenn unterhalb des Kelches und der Blüten- hülle überhaupt stehend,
halbunterständig, wenn der Fruchtknoten in ein becher- oder krugförmiges Gebilde der Blütenachse (Achsenbecher) zum großen Teile eingesenkt ist, während die Blütenhülle und Staub- blätter am oberen Ende des Achsenbechers stehen.
Nektarium, zuckerhaltigen Saft (Nektar) ausscheidendes Organ, bald in Grübchen (,Honiggrübchen“) am Grunde der Kronblätter, bald im Sporn (z. B. Viola), bald an der freien Oberfläche der Kronblätter, öfters auf dem Diskus, einer verschieden gestalteten, besonders ringförmigen Achsenwucherung meist zwischen Krone und Staubblättern, seltener zwischen Kelch und Krone; bei den Umbelliferen auf fleischigem Griffel- polster.
Blütenstand (Infloreszenz).
Ähre (spica), mehrere bis viele ungestielte Blüten an + gestreckter
.. gemeinsamer Spindel.
Ährchen (spieula), ährenförmiger Teilblütenstand einer Ähre oder Rispe, bei „Ährengräsern“ öfters kurz gestielt, z. B. Hordeum, Tri- ticum, Lolium.
Kolben (spadix), eine Ähre mit verdickter Hauptachse und sehr vielen dichtstehenden, meist kleinen Blüten, z. B. Typha.
Kätzchen (amentum), eine (oft verkürzte) Ähre mit krautiger, schlaffer meist hängender Spindel, z. B. Salix.
Zapfen (conus), eine Ähre, deren Spindel und Schuppen später ver- holzen.
Kopf oder Köpfchen (capitulum), mehrere bis viele Blüten an verkürzter Hauptachse dicht nebeneinander sitzend und oft von gemeinsamer Hülle umgeben.
Traube (rac&mus), mehrere bis zahlreiche übereinanderstehende, gestielte, unverzweigte Blüten an gemeinsamer, verlängerter Spindel.
Dolde (umbella), mehrere gestielte Blüten, die strahlig an der Spitze und zwar scheinbar an einem Punkte der verkürzten Hauptachse entspringen (einfache Dolde); die Blüten der äußeren Doldenstrahlen
Vollmann, Flora. I
XVII Erklärung botanischer Ausdrücke.
öffnen sich zuerst. Schließen die einzelnen Doldenstrahlen nicht
mit einer einzelnen Blüte, sondern mit einem „Döldchen‘“ ab, so
entsteht die zusammengesetzte Dolde, wie meist bei den Umbelliferae.
Doldentraube (corymbus), traubiger Blütenstand mit verlängerten unteren und verkürzten oberen Ästen, so daß er oben einer Dolde gleicht.
Rispe (panicula), von der einfachen Traube durch verzweigte Seiten- äste und pyramidale Gestalt verschieden. Bei den „Rispengräsern‘“* tragen die einzelnen Äste nicht Einzelblüten, sondern Ährchen. Die Scheinähre ist eine Rispe mit verkürzten Ästen.
Trugdolde, cymöser Blütenstand (cyma), wenn der Blütenstand mit einer sich zuerst öffnenden Einzelblüte abschließt, unter der 1 bis mehrere sie überragende Blütenäste entspringen; und zwar danach: Pleiochasium, vielgabelige Trugdolde, wenn unter der Endblüte
3 oder mehr Blütenäste entspringen; oft einer Dolde ähnlich, aber innere Blüten sich eher als die äußeren öffnend.
Dichasium, mit 2 fast gegenständigen Seitensprossen unter der Endblüte, die sich dann weiter verzweigen, z. B. Myosotis, Caryo- phyllaceae. Endigen bei einer von beiden Formen sämtliche letzte Verzweigungen in einer Ebene, so entsteht der Eben- strauß.
Monochasium oder Sympodium, eingabelige Trugdolde, indem unter der Endblüte der Hauptachse nur 1 den Hauptsproß übergipfelnder Seitensproß steht, und zwar Schraubel, wenn die aufeinanderfolgenden Seitenachsen alle nach der gleichen Seite, aber quer zu ihrer letzten Abstammungsachse stehen, z. B. bei Hypericum, dagegen Wickel, wenn sie abwechslungsweise nach rechts und links stehen, z. B. Sedum, Sempervivum, Drosera.
Knäuel (glömerus, glomerulus),ein cymöser Blütenstand, dessen Einzel- fast sitzend und unregelmäßig gehäuft sind, z. B. Chenopodium, Herniaria, Adoxa.
Scheinquirl, verkürzte, gegenständige Trugdolden.
Brutknöllchen (bulbillus), in den Blattachseln oder in den Blütenständen sich entwickelnde Knöllchen, die der Fortpflanzung dienen, z. B. Dentaria bulbifera, Ranunculus Ficaria, Polygonum viviparum, Lilium bulbiferum.
chalazogam, wenn die Befruchtung nicht wie gewöhnlich durch die Mikro- pyle (d. h. den an der Spitze der Samenanlage befindlichen Eingangskanal), sondern durch die Chalaza, d. h. den Basalteil des Nucellus (des Eichens), erfolgt.
chasmogam, zur Zeit der Bestäubung geöffnete Blüten.
Chlorophyll (= Blattgrün), ein grüner Farbstoff, erzeugt von Körpern, die im Protoplasma der Zellen liegen.
CGupula, s. Achsenbecher.
diözisch, zweihäusig, und 2 Blüten auf verschiedenen Pflanzen der gleichen Art.
Dorn (spina): 1. ein harter, spitziger, aus dem Holzkörper entspringender Kurztrieb (Sproßdorn), z. B. Prunus spinosa, Crataegus, Genista germanica, Ononis; 2. umgewandeltes Blatt (Berberis) oder umgewandeltes Nebenblatt (Robinia Pseudacacia).
Drüsen (gländulae), in dieOberhaut der Pflanzenteile, besonders der Blätter ein- gesenkte, eineölige oder wässerige Substanz enthaltende Zellen oder Behälter.
Erklärung botanischer Ausdrücke. XIX
Drüsenhaare (pili glanduliferi), oft nur kurz Drüsen genannt, längere oder kurze Haare, die an ihrem Ende ein kleines Köpfchen, eine kugelige Drüse, tragen.
einhäusig, monözisch, $ und 2 Blüten getrennt, aber auf dem gleichen Pflanzenindividuum.
filzig (tomentösus), mit weicher, dichter, geschlossener Haarbekleidung.
Fruchtformen:
I:
II.
III.
Schließfrüchte. Trockenschalig, meist einsamig, bei der Reife
sich nicht öffnend.
a.Nuß (nur), Fruchtwand (Perikarp) lederig oder holzig, meist knochen- hart; z. B. Corylus, Cannabis, Chenopodium, Amarantus.
b.Grasfrucht (caryöpsis), Fruchtwand hautartig dünn, mit der Samenschale verwachsen, reich an Eiweiß; z. B. Getreidekörner.
c.Achaene oder Nüßchen (achaenium, nücula), wie vorige, aber Fruchtwand mit der Samenschale nicht vollständig verwachsen; z. B. Compositae.
Spring- oder Kapselfrucht. Trockenhäutig, meist vielsamig
und bei der Reife aufspringend.
a.Balgfrucht (folliculus), aus einem einzigen Fruchtblatt bestehend, nur an einer einzigen, der Blütenachse zugekehrten Naht (Bauchnaht) aufspringend, z.B.Paeonia, Aconitum, Delphinium, Sempervivum,Sedum.
b.Hülse (legümen), gleichfalls nur aus einem Fruchtblatt bestehend, aber in 2 Klappen (Seitenwänden) an der Bauchnaht und an der Mittel- linie des Rückens von der Spitze her der Länge nach aufspringend; Samen an der Bauchnaht stehend, hieher Leguminosae; bisweilen quer- fächerig geteilt, z. B. Astragalus.
c.Schote (siliqua), aus 2 Fruchtblättern bestehend, die sich bei der Reife von einer stehenbleibenden Scheidewand von unten nach oben ablösen; Samen am Rande der Scheidewand sitzend; so Cruciferae. Schötchen (silicula), wenn die Frucht nur so lang oder kürzer als breit, z. B. Capsella, Thlaspi.
d. Kapsel (cäpsula) im engeren Sinne, aus mehreren Fruchtblättern gebildet, 1- bis mehrfächerig, in verschiedener Weise mit kurzen Zähnen oder bis zum Grunde reichenden Längsrissen, mit einem Deckel oder mit Löchern sich öffnend.
Spaltfrucht (schizocärpium), eine bei der Reife in 2 oder mehrere
einsamige, nicht aufspringende Teilfrüchte zerfallende Frucht, z. B. Um-
belliferae, Malvaceae, Labiatae, Boraginaceae, Acer, Galium, Asperula.
.Beere (baca), eine wenigstens bei der Reife fleischig-saftige Frucht, in
deren Fruchtbrei die meist zahlreichen, hartschaligen Samen liegen; z. B. Vitis, Vaccinium, Ribes, Solanum; auch Sorbus, Pirus, Malus, Cucumis gehören hieher. Steinfrucht (drupa), eine fleischig-saftige Frucht, die einen den Samen bergenden Stein enthält, z. B. Prunus, Juglans. Scheinfrucht heißt eine Frucht, die nicht aus dem Frucht- knoten allein, sondern auch durch die Beteiligung anderer Organe, z. B. der Blütenachse (z. B. Fragaria, Rosa, Hippopha&, Scleranthus u. a.) oder der Blütenhülle (z. B. Morus, Blitum) gebildet wird. Die meisten Gramineae, Hyoscyamus, Physalis, auch Pappus-, Kätzchen und Zapfen- träger können hieher gerechnet werden.
XX Erklärung botanischer Ausdrücke.
Sammelfrüchte entstehen, wenn eine Blüte mehrere Frucht- knoten enthält, von denen sich jeder zu einem Früchtchen ausbilden kann; z. B. Ranunculaceae, Rubus, Sparganium.
Fruchtknoten, s. Blüte.
Gefäßbündel (Leitbündel), feine, die Wurzeln, Sprosse und Blätter durch- ziehende Stränge, die der Leitung des Wassers und der Baustoffe dienen.
gefiedert, s. Blättchen.
gefingert, s. Blättchen.
geflügelt (alätus), Pflanzenteile, die der Länge nach mit einem vorspringen- den Hautstreifen versehen sind; so auch Flügelfrucht, z. B. Ulmus.
glauk, blaugrün; glauzeszierend, ins Bläulichgrüne spielend, beides besonders von der Blattfarbe.
gegenständig (oppösitus), wenn die Organe einer Pflanze, insbesondere die Blätter, am Sprosse zu 2 gegenüberstehen.
glockenförmig,glockig (campanulätus), wenn Kelch oder Krone sich aus bauchiger Röhre nach dem Rande hin erweitern.
Granne (arista), haar- oder borstenförmiger Fortsatz, z. B. an den Spelzen der Gramineen, an Blattspitzen.
Grundachse, Wurzelstock, Rhizom, der im Boden befindliche Sproßteil (Stengelteil), oft mit schuppigen Niederblättern und mit Knospen für die Erneuerung der Pflanzen (dadurch von der Wurzel zu unterscheiden).
gsynodiözisch, die 2 Blüten derselben Pflanzenart befinden sich auf anderen Individuen als die $ Blüten.
gynodynamisch, die 2 Blüten einer Form sind gut entwickelt, während die $ + verkümmert sind, z. B. bei Menta.
eynomonözisch, $ und 2 Blüten auf dem gleichen Individuum.
herablaufend (decürrens), Blätter, die sich vom sitzenden Blattgrunde noch in Form flügelartiger Leisten am Stengel nach unten fortsetzen.
heterostyl (= ungleichgriffelig), Heterostylie, wenn die einen Individuen einer Art einen längeren, die Staubblätter überragenden Griffel, andere einen kurzen, von den Staubblättern überragten Griffel tragen, z. B. Primula, Hottonia, Pulmonaria, Linum, Fagopyrum. S. Abb. XVI S. 582.
Hochblätter (bräcteae), zwischen den obersten Laubblättern und den Blüten oder unter den Einzelblüten eines Blütenstandes befindliche Blätter oder Bildungen, bisweilen auffallend gefärbt; hieher z. B. auch der schein- bare Kelch bei Anemone Hepatica, die Cupula bei Buche, Eiche etc.
homogam, Blüten, deren Staub- und Fruchtblätter gleichzeitig reif sind.
Honiggrübchen, s. u. Nektarium bei Blüte.
Hüllblätter, die eine Blüte oder einen Blütenstand umgebenden Hoch- blätter.
Hülle (invöluerum), Hüllchen (involueellum) s. Umbelliferae S. 549, Compositae S. 713.
Hüllkelch, Hüllschuppen, s. Compositae S. 713.
Hüllspelze, s. Gramineae S. 46.
hybrid (kfbridus), durch Bastardierung erzeugt; hybridogen, ursprüng- lich aus Bastardierung hervorgegangen, aber bereits selbständig geworden.
Interkalarblätter, s. Saisondimorphismus.
Internodien, Sproßstücke, die sich zwischen den Ansatzstellen zweier aufeinander folgender Blätter oder Blattgruppen erstrecken.
isodiametrisch, von den Maschen des Adernetzes, die ziemlich kreis- rundlich ausgebildet sind.
Erklärung botanischer Ausdrücke. XXI
Kaulom (von caulis), Stengelgebilde, Stengel.
kleistogam, von stets geschlossenen Blüten; nur Selbstbestäubung möglich.
Knolle (tuber), verdickter Wurzelstock oder Teile eines solchen zur Aufspeiche- rung von Nährstoffen für die Pflanze.
krugförmig (urceolätus), eine bauchige Röhre mit verengtem Halse.
Leitbündel, s. Gefäßbündel.
Lodiculae, s. Gramineae S. 47.
lippenförmig (labidtus), nach oben und unten gleichmäßig entwickelte zygomorphe Kelche oder Kronen, daher Oberlippe, Unterlippe.
Lusus, eine sich nur vereinzelt oder vorübergehend bildende individuelle Abänderung.
monomorph, s. Saisondimorphismus.
monözisch, s. einhäusig.
monströs, eine Mißbildung darstellend.
mukronat, mit kurzer Stachelspitze; mukronuliert, mit kurzem Stachelspitzchen.
Nagel (ünguis), der untere, stielförmig verschmälerte Teil eines Kronblattes, z. B. bei Caryophyllaceae.
Nebenblätter (stipulae), zu beiden Seiten des Blattstieles oder am Blatt- grunde entspringende blattartige Gebilde; z. B. Rosa, Viola.
Nebenkrone, ein zwischen der Blütenhülle und den Staubblättern auf- tretender, kronblattähnlicher Kranz, z. B. bei Narcissus.
Nektarien, s. Blüte.
Niederblätter, meist am Grunde einer Pflanze über der Wurzel oder am Wurzelstock befindliche, ober- oder unterirdische, schuppenförmige Blätter, z. B. Dentaria, Lathraea, Tozzia, Corydalis intermedia.
oberständig, s. Fruchtknoten bei Blüte.
Papillen, kurze, kegelförmige Haargebilde, Ausstülpungen der Oberhaut- zellen.
Parasit, Schmarotzer, d. h. auf lebenden Pflanzen wohnende und sich völlig von ihnen nährende Gewächse, z. B. Orobanche; Halbparasiten, die einen Teil ihrer Nahrung auch auf dem gewöhnlichen Wege beziehen, z. B. Euphrasia, Pedicularis.
Parthenogenesis, die Fortpflanzung durch Bildung von Keimlingen aus Eizellen ohne vorausgegangene Befruchtung.
Pelorien, Blüten von strahligem (aktinomorphem) Bau an Pflanzen, die im übrigen zygomorphe Blüten bilden), z. B. Antirrhinum, Digitalis, Lamium, Nepeta u. a.
Perigon, s. Blüte.
plankonvex, auf der Innenseite flach, auf der äußeren gewölbt.
Platte (lämina), der dem Nagel aufsitzende, verbreiterte Teil eines Kron- blattes, z. B. Dianthus.
Pollinium, Pollenmasse, s. Orchidaceae S. 157, Asclepiadaceae S. 601.
polygam, s. vielehig. Pr
Quirl (vertieillus), quirlständig (vertieillätus), wenn 3 oder mehr Äste, Blätter oder Blüten auf gleicher Höhe entspringen; oft nur scheinbar: Scheinquirl; z. B. Galium, Asperula (Blätter); Lamium, Menta, Polygonatum verti- eillatum (Blüten).
radförmig (rotätus), wenn bei fehlender oder verkürzter Röhre der ver- wachsenblätterigen Blumenkrone der Saum flach ausgebreitet ist, z. B. Solanum.
XXI Erklärung botanischer Ausdrücke.
Randblüten, s. Compositae S. 713.
Ranke oder Wickelranke (cirrhus), fadenförmige, einfache oder ver- zweigte Stengel- oder Blattteile, namentlich verlängerte Mittelnerven von Blättern, die zum Festhalten an anderen Körpern dienen, z. B. Vitis, Vieia.
Röhrenblüten s. Compositae S. 713.
Rosette (rösula), dicht an- und übereinanderliegende, dem Boden + aul- liegende, grundständige Blätter, z. B. Plantago, Sempervivum, Saxifraga, Compositae-Arten.
Saisondimorphismus. Von Wettstein erkannte Erscheinung, indem sich bei verschiedenen Pflanzengattungen, wie Euphrasia, Alectorolophus, Gentiana, Galium, einzelne Arten in frühblühende (ästivale) und spät- blühende (autumnale) Rassen gliedern. Die beiden Rassen unter- scheiden sich auch durch gewisse äußere Merkmale, so durch die Blattform, durch die Verästelung und die Beschaffenheit der Internodien. Während der frühblühende Typus wenig und meist nur oberwärts verästelt ist, + gerade aufwärts abstehende Äste treibt, sowie wenige, längere Internodien besitzt, weist der spätblühende Typus starke, schon im unteren Teile der Pflanze beginnende Verästelung, bogig aufsteigende Äste, zwischen der obersten Verästelung und der untersten Blüte meist mehrere eingeschaltete Blattpaare (Interkalarblätter) sowie zahlreiche Internodien auf. Daneben kommen auch, besonders im Gebirge und dessen Vorland, monomorphe (monophyle) Rassen vor, die in ihren Merkmalen zwischen den beiden saison- dimorphen Rassen stehen und in manchen Fällen wohl den ursprünglichen Typus darstellen. Vgl. Abb. XVIII, S. 672.
Saprophpyt, eine sich von abgestorbenen organischen Substanzen nährende Pflanze.
Scheibenblüten, s. Compositae S. 713 und Abb. XX.
Schiffchen, s. Leguminosae S. 458.
Schmetterlingsblüte, s. Leguminosae S. 458.
Schleier (indüsium), ein dünnes Häutchen, das die Fruchthäufchen (Sporangienhäufchen, sori) der Farne bedeckt.
schülferig, mit kleinen, schildförmigen, als Haargebilde zu deutenden Schüppchen, so besonders auf der Unterseite von Blättern.
Schwammparenchym, ein durch einen Verband von Zellen gebildetes schwammiges Gewebe mit vielen Zwischenräumen, z. B. am Fruchtschlauch von Carex contigua.
sitzend, Gegensatz von gestielt.
Spelze, s. Gramineae $. 46.
Sorus, Fruchthäufchen der Gefäßkryptogamen.
Spindel (rhachis), gemeinsame Achse des gefiederten Blattes, des Blüten- und Fruchtstandes, daher Blatt-, Blüten-, Fruchtspindel.
Sporen, Sporangien, S. Pteridophytae S. 1.
Sporn (calcar), ein hohler, + kegelförmiger, am Grunde eines Kron- oder Kelchblattes befindlicher Fortsatz, der meist zur Honigabsonderung dient.
Spreublättchen, Spreuschuppen (pdleae): 1. schuppenförmige, blattartig verbreiterte Haargebilde an den Blättern der Farne; 2. kleine, oft bleiche Deckblättchen zwischen den dichtstehenden Blüten vieler Kom- positen.
Stachel (aculeus), harte, stechende, aus der Oberhaut eines Stengels oder Blattes entspringende und daher leicht abreißbare Auswüchse, zu den Haar- gebilden gehörig, z. B. Rosa, Rubus.
Erklärung botanischer Ausdrücke. XXIII
Staminodium, s. Blüte.
steifhaarig (hispidus), mit steifen Haaren, steifborstig (setäceus) mit noch starreren, fast stechenden Haaren besetzt.
steril (sierilis), unfruchtbar.
Sternhaare, auch Flocken genannt, auf kurzem Fuße strahlenförmig ver- zweigte Haare, z. B. bei vielen Hieracien.
Strahlblüten, s. Compositae S. 713.
Striemen, s. Umbelliferae S. 549.
su b- oder häufiger sup er- (seltener per-) in Zusammensetzungen bedeutet nahe oder näher bei einer Art stehend, z. B. Carex inflata X vesicaria f. super- vesicaria, näher bei vesicaria stehend.
Subspezies, Unterart, eine Pflanzenform, die sich von der nächstver- wandten zwar durch einige wichtige Merkmale unterscheidet, aber mit ihr durch gelegentlich vorkommende nichthybride Zwischenformen verbunden ist.
Tälchen, s. Umbelliferae S. 549.
tellerförmig (hypocrateriförmis), eine Blüte mit ziemlich gleichmäßig dicker, walzlicher Röhre und flachem Saum, z. B. Myosotis.
Tetraden, zu 4 zusammenhaftend, z. B. Pollenkörner.
Thallus, ein nicht oder nur unvollkommen in Stamm und Blatt gegliederter Pflanzenkörper.
Tragblatt (bräctea), ein Blatt, dessen Achsel andere Organe, insbesondere Blüten, entspringen.
Trichom = Haargebilde.
trichterförmig (infundibuliförmis), von Blütenteilen, die sich aus engem Grunde allmählich kegelförmig erweitern, z. B. Convolvulus, Datura, Crocus.
unterständig, s. Fruchtknoten (bei Blüte).
Varietät (varietas), eine Abstufung von geringerem systematischem Wert als Art und Unterart; noch unbedeutender: Form (forma).
vielehig, wenn zwitterige und eingeschlechtige Blüten auf demselben Pflanzenindividuum.
viermächtig (teradynamus), wenn von 6 Staubblättern 4 länger sind als die beiden anderen.
Vorkeim (Prothallium) s. Pteridophytae S. 1.
wechselständig oder schraubig (alternus), wenn die Blätter in ungleicher Höhe am Stengel stehen, nie 2 oder mehrere einander gegenüber.
Zackenhaare, wenn um ein langes, + steifes Haar an dessen Grunde kurze Büschelhaare gruppiert sind, z. B. Potentilla puberula.
Zungenblüten, s. Compositae S. 713.
zweigeschlechtig, zwitterig (hermaphroditus), eine Blüte, die 3 und 2 Organe enthält.
zweihäusig, s. diözisch.
zweimächtig (didynamus), wenn von 4 Staubblättern 2 länger sind als die beiden anderen.
Zwiebel (bulbus), ein von einer Knolle dadurch verschiedener Sproßteil, daß sie am Grunde eine flache oder kuchenförmige Scheibe trägt, aus der nach unten die Wurzeln, nach oben dichtgestellte, saftig-fleischige Blätter (Nieder- blätter) entspringen, die die Speicherorgane bilden; sie bergen oft kleine Zwiebelchen, Brutknöllchen (bulbilli).
zygomorph, Blüten, die sich nur durch einen durch ihre Mitte gehenden senkrechten Schnitt in 2 Spiegelbilder zerlegen lassen, z. B. Labiatae, Legu- minosae, Viola. (Starke Anpassung an Insektenbesuch!)
XXIV
Gliederung des Gebietes,
A: Alpengebiet. Abgrenzung nach Sendtner, Die Vegetationsverhält-
Hbo:
nisse Südbayerns. Obwohl den nördlichen Kalkalpen angehörig, beher- bergen unsere Alpen doch in manchen Schichten, die in ihrem Gestein höheren Kieselgehalt aufweisen, auch eine Reihe von Pflanzenarten, die sonst mehr in den Zentralalpen verbreitet sind, wodurch sich das Floren- bild mannigfaltiger gestaltet; besonders ist dies der Fall im Algäu, ober- halb des Schachen im Wettersteingebirge, auf der Reiteralpe und ia der Umgebung des Königsees.
Die ‚Alpen scheiden wir in: Algäuer Alpen. Östlich bis zum Lech. Nordgrenze: Immenstadt, Pfronten, Füssen (bei beiden letzteren Orten das Gebiet sehr schmal). Bayerische Alpen. Zwischen Lech und Inn. Nordgrenze: Hohenschwan- gauer und Ammergauer Berge, Kochelsee, Benediktenwand, Südufer von Tegernsee und Schliersee, Wendelsteinstock. Salzburger Alpen. Zwischen Inn und Salzach. Nordgrenze: Heuberg, Kampenwand, Hochfelln, Staufen. Hochebene von den Alpen bis zur Donau. Sie gliedert sich in: Bodenseegebiet und zwar (nach Ade): Gegend vom See bis zur Hügelreihe; dazu gehören die Seeufer mit ihrer bemerkenswerten Flora und die Ebene um den See (Bodenseebecken) mit den Südabhängen der begrenzenden Weinberge; sie sind durch einige sonst im Gebiete nicht vorkommende atlantische und mediterrane Arten besonders ausgezeichnet. Das sich anschließende Hügelgebiet (— 1100 m) bis in die Gegend von Weiler. Obwohl es in mancher Hinsicht hinsichtlich seiner Pflanzen- decke mit Ho übereinstimmt, rechtfertigt sich doch die Abtrennung, da es infolge seiner südwestlichen Exposition manche Elemente enthält, die der oberen Hochebene sonst fehlen. Obere Hochebene, vom eigentlichen Alpengebiete im Süden bis zu einer Linie von Heimertingen bei Memmingen über Mindelheim, Kaufering, Menterschwaige am Südende von München, Kraiburg am Inn bis zur Salzachmündung. Sie erstreckt sich demgemäß von ca. 500 m Meeres- höhe aufwärts und ist reich an alpinen Pflanzenarten, nicht nur an den Flußufern, sondern auch abseits von diesen auf Höhenzügen und in Schluchten; ihre Moore bergen noch zahlreiche Glazialrelikte (Überreste aus der Eiszeit), ihre Heidewiesen dagegen viele pontisch-mediterrane Elemente. Untere Hochebene, von genannter Grenzlinie im allgemeinen bis zur Donau, also in einer durchschnittlichen Meereshöhe von 500—300 m. Bei Dillingen, Ingolstadt, Regensburg, Straubing und Deggendorf greift die Ebene stellenweise auch auf das linke Donauufer über, während bei Weltenburg und Kelheim der Jura, von Vilshofen bis Passau der Böhmer-
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N
Gliederung des Gebietes. XXV
wald auf das rechte Ufer der Donau übergreift. Die untere Hochebene begünstigte durch ihre flache Bodengestaltung und geringe Erhebung mit ihren (im Vergleiche mit Ho) höheren Temperaturen und geringeren Temperaturgegensätzen die Einwanderung wärmeliebender östlicher und mediterraner Flora und bildet in dieser Hinsicht eine Brücke zum Jura.
: Das den ältesten Erdperioden, der archaischen und paläozoischen Periode,
angehörige, größtenteils aus Urgestein aufgebaute Waldgebirge, das sich vom Neuburger Wald bei Passau entlang der oberösterreichisch-böhmi- schen Grenze bis zur Nordgrenze Bayerns in die Gegend von Rothen- kirchen und Ludwigstadt erstreckt. Drude rechnet diese Mittelgebirgs- landschaft zu seinem ‚„‚Herzynischen Florenbezirk‘“.
Seine Teile: Der Bayerische (Böhmer-)Wald, vom Neuburger Wald bei Passau bis zur Linie Cham-Furth; im übrigen ist als Grenze (namentlich gegen SW.) das Vorhandensein des Urgesteins maßgebend.!) Der Hauptzug, etwa durch den geradlinig verlaufenden Quarzrücken des Pfahls begrenzt, ist ärmer an Pflanzenarten als der Vorderzug, enthält aber manche alpine und subalpine Elemente. Der Oberpfälzer Wald, von der Linie Furth-Cham bis in die Gegend von Mähring-Tirschenreuth-Erbendorf; die Westgrenze bezeichnet wiederum das Vorhandensein des Urgesteins. Das Fichtelgebirge, dessen Hauptmasse aus Granit besteht, wozu sich insbesondere noch Gneis und Basalt gesellen. Der Frankenwald, mit Einschluß des bayerischen Anteils am Thüringer- wald. Dieses Gebiet, das in früheren Floren vom Fichtelgebirge nicht getrennt war, weist letzterem gegenüber unverkennbare Unterschiede auf, was eingehend von Hanemann nachgewiesen wurde. Ver- schieden ist der geologische Aufbau des Frankenwaldes, der zum großen Teil aus devonischen und silurischen Tonschiefern, ferner besonders aus Grünstein, Grauwacke und Serpentin besteht, verschieden das physiogno- mische Gepräge mit seinen tiefeingerissenen Schluchten und Tälern, seinen ausgedehnten Hochplateaus und unbedeutenden Erhebungen. Wie abweichend die Pflanzendecke ist, wird eine genauere Prüfung vorliegen- den Buches erkennen lassen. Trotzdem ist die Abgrenzung gegenüber dem Fichtelgebirge nicht überall leicht. Wir folgen (mit Hanemann) einerseits einer Linie Wirsberg-Markt-Leugast-Helmbrechts-Hof-Gassen- reuth (wo der Frankenwald in das ähnliche Vogtland übergeht), anderer- seits der Linie Wirsberg-Stadtsteinach-Seubelsdorf-Zeyern-Burggrub bis zur Landesgrenze, die in ihrem Verlaufe im NW. und N. das Gebiet abschließt. Das nördliche Bayern mit Ausschluß von W und der Rhön. Es umfaßt die Landschaft, die geologisch dem Jura, stellenweise auch der Kreide (Kr), dem Keuper, Muschelkalk und Buntsandstein angehört; dazwischen finden sich oft tertiäre und diluviale Überlagerungen (Tert, Dil), so daß, wie bereits oben bemerkt, eine strenge Scheidung oft den größten Schwierigkeiten begegnet. Trotzdem haben wir uns entschlossen, fol- gende von Prantl gegebene und in einigem ergänzte Gliederung für das Gebiet zu wählen, um dessen genauere Erforschung sich namentlich Aug. Schwarz bleibende Verdienste erworben hat.
1) S. Gümbel, Geologische Übersichtskarte von Bayern. München, Piloty und Loehle,
XXVI
Nj: Nk:
2 R
Nb:
Pv:
Pm:
Pn:
Gliederung des Gebietes.
Juragebiet, und zwar Njl: Weißer Jura od. Malm, Nj?: Dogger, Nj®: Lias. Keupergebiet; von den an sich oft hinsichtlich ihrer geognostischen Be- schaffenheit sehr ungleichen Schichten des Keupers wurde stellenweise der Gipskeuper (Nkg) ausgeschieden, dessen Flora vielfach auffallende Verwandtschaft mit der des Weißen Jura hat.
Muschelkalkgebiet. In der Hauptsache auf Unterfranken beschränkt und stellenweise nach Mittelfranken übergreifend tritt der Muschelkalk jedoch auch vereinzelt östlich von Bayreuth und Kulmbach auf, oft auf den Höhen von Diluvium überlagert, was sich schon aus dem Vorkommen mancher Sandpflanzen erkennen läßt, während der Muschelkalk sonst größtenteils Kalkflora trägt.
Buntsandsteingebiet. Diese Formation nimmt den Nordwesten von Franken ein und ist in der Aschaffenburger Gegend zum Teil von Urge- stein durchsetzt. Pflanzengeographisch macht sich hier bereits der Einfluß des Rheingebietes geltend. Auch mehr im Osten, in der Gegend von Kronach und Kulmbach, tritt der Buntsandstein noch einmal zutage. Rhöngebiet. Die Abgrenzung ist nicht leicht, weil der Rhön in geologi- scher Hinsicht der einheitliche Charakter fehlt und die einzelnen For- mationen in andere Gebirge übergreifen. Eine Beschränkung auf die großenteils basaltische Hohe Rhön ist nicht angängig, weil die nach Süden vorgelagerten Bergzüge geographisch zur Rhön gerechnet werden. In Übereinstimmung mit den besten Kennern des Gebietes, namentlich Goldschmidt, wurde folgende, mehr künstliche Grenze gezogen, innerhalb deren Basalt und Buntsandstein einen breiten Raum einnehmen, jedoch auch Muschelkalk vorkommt: von der Landesgrenze (im O.) süd- lich Henneberg über Eußenhausen und Mellrichstadt zur Streu bis zu ihrer Mündung in die Saale; deren rechte Talseite entlang mit Einschluß der Basaltzone des Reußenberges und Sodenberges bei Hammelburg bis Gemünden; von hier ab dem linken Ufer der Sinn folgend bis zur Landes- grenze (im W.). Der Charakter der Pflanzendecke ist demgemäß auch kein einheitlicher, zumal sich auch in den höheren Lagen einzelne alpine Elemente eingemischt haben.
: Rheinpfalz. Entsprechend ihrer vom übrigen Teile des Gebietes ent-
fernten Lage und den abweichenden klimatischen Verhältnissen birgt sie eine Reihe von Pflanzenarten, die im rechtsrheinischen Bayern fehlen, namentlich relativ viele mediterrane und atlantische Elemente. Unter Beibehaltung der Scheidung von Prantl teilen wir das Gebiet in: Vorderpfalz mit Rheinebene und den der Haardt vorgelagerten tertiären Kalkhügeln.
Mittelpfalz. Ihre Grenze bildet im Osten der Rand der Vogesias und des Haardtgebirges, im Norden eine Linie von Waldmohr über Landstuhl und Kaiserslautern bis Grünstadt, von wo sie in nördlicher Richtung gegen die Landesgrenze verläuft.
Nordpfalz, der übrige, nördliche Teil des Kreises, der im Donners- berggebiete die mannigfachste Entfaltung der Flora bietet.
XXVI
Erläuterung der pflanzengeographischen Angaben.
Die heutige Floristik ist eine andere als vor einem Menschenalter. Sie steht in enger Fühlung mit der Pflanzengeographie; die Flora eines Landes muß von dem Gesichtspunkte der Gesamtverbreitung der Arten auf der Erde betrachtet werden. Aus dieser Erwägung erwuchsen die, wenn auch in Rücksicht auf den Charakter des Buches kurzgefaßten, pflanzengeographischen Angaben am Schlusse der Diagnose jeder Art. Sie beruhen auf den Arbeiten von Ascherson und Graebner, Eichler-Gradmann-Meigen, Engler, Hegi, Paul, Podpera, den Bearbeitungen in Englers ‚‚Natürlichen Pflanzenfamilien‘ und ‚Pflanzenreich“ sowie anderen neueren Monographien.
Die Angaben sollen den Schwerpunkt der Verbreitung der einzelnen Arten festlegen, ohne die eigentliche Heimat treffen zu wollen, die ja oft über- haupt nicht festzustellen ist; in zweifelhaften Fällen wurde jedoch auch diese, soferne sie sich bei einer Art und ihren Verwandten auf ein bestimmtes größeres oder kleineres Gebiet der Erde beschränkt zeigt und diese hier eine vielgestaltige Entwicklung erfuhren, zum Entscheide herangezogen. Einwanderungen jüngsten Datums in den verschiedenen Erdteilen blieben hiebei, soweit nichts Besonderes bemerkt ist, außer Betracht. Die unterschiedenen Hauptgruppen sind folgende:
1. Kosmopolitische Arten, d. h. solche, die in allen Erdteilen unter den ver- schiedensten klimatischen Verhältnissen vorkommen.
2. Zirkumpolare Arten. Ihre Verbreitung erstreckt sich, wenn auch des öfteren mit Unterbrechungen, über die nördliche Halbkugel in Europa, Asien und Nordamerika.
3. Arten der alten Welt, d. h. solche, die im gemäßigten Europa, Asien und
Afrika bis zu den Tropen verbreitet sind.
. Eurasiatische Arten.) Ihr Areal ist Europa und Asien bis China und Japan, südlich bis zum Himalaja. Sie bilden als Wald- und Wiesenpflanzen das Übergewicht in unserem heimischen Florenbestande und zählen zur Sso- genannten „baltischen‘‘ Gruppe.
5. Eurosibirische Arten‘). Ihre Verbreitung zieht sich durch Europa und die
Westhälfte des gemäßigten Asien bis zum Altai.
6. Europäische Arten. Nur in Europa verbreitet; der Kaukasus wurde zu Europa einbezogen.
7. Atlantische Arten. Das Zentrum ihrer Verbreitung liegt in den Küsten- ländern und auf den Inseln des westlichen Europa. Manche dieser Arten sind auch in Makaronesien (Cap Verden, Canaren, Madeira, Azoren) und an den atlantischen Küsten des gemäßigten Nordamerika vertreten.
$. Mediterrane Arten. Pflanzen, die die an das Mittelmeer und seine'Teile an- grenzenden Gebiete bewohnen. Der größte Teil von ihnen besitzt xerophilen Charakter, d. h. Anpassung an ein trocken-warmes Klima. Manche von
HB
2) Wenig glücklich abgekürzt statt europäisch-asiatisch, europäisch-sibirisch.
XXVII Erläuterung der pflanzengeographischen Angaben.
ihnen bewohnen mehr den östlichen, andere den westlichen Teil des Gebietes,
daher die Bezeichnungen „ostmediterran“, ‚‚westmediterran‘“, „‚europäisch-
mediterran“, wenn sich die Verbreitung auf die Mittelmeerländer Europas beschränkt. Andere Arten hinwiederum sind zugleich im mittleren, d.h. dem mehr gemäßigten Europa bis zum 50. Grad (— 55. Grad) nördlicher Breite an geeigneten Lokalitäten + verbreitet; wir nennen sie mediterran-mittel- europäisch.
9, Pontische Arten. Der Schwerpunkt ihrer Verbreitung liegt vom ungarischen
Tiefland an in den Ebenen und Steppen Südosteuropas und Westasiens. 10. Alpine Arten (im weiteren Sinne). Sie fallen stets unter eine der vorher-
gehenden Gruppen, können also z. B. zirkumpolar oder eurasiatisch sein;
sie bewohnen vorherrschend höhere Gebirgslagen, besitzen aber eine im
einzelnen oft voneinander abweichende Verbreitung, weshalb für sie fol-
gende Bezeichnungen (nach Hegi, Beiträge zur Pflanzengeographie der
Bayerischen Alpenflora, Ber. d. Bayer. Bot. Ges. X. 1905) verwendet wurden:
a) Mitteleuropäisch-alpin (oder endemisch-alpin): im Hochgebirgssystem von
den Pyrenäen bis zu den Gebirgen Vorderasiens einschließlich der im Norden und Süden vorgelagerten Mittelgebirge vorkommend. (Mittel- europäisch ist dabei im folgenden nicht im streng geographischen Sinne zu fassen, sondern bedeutet nur den Ausschluß des südlichsten und nörd- lichsten Europas.)
b) alpin (i. e. S. = im engeren Sinne), nur in unseren Alpen heimisch und
sporadisch in angrenzenden Mittelgebirgen (z. B. Jura) auftretend.
c) ostalpin, auf die Ostalpen beschränkt und zum Teil auch in den Kar-
pathen, in Siebenbürgen und auf dem Balkan vorkommend.
d) praealpin, Arten, die insoferne eine Zwischenstellung zwischen der alpinen und montanen Gruppe einnehmen, als sie in den Alpen teils in die alpine teils nur in die montane Zone aufsteigen, in den tieferen Lagen jedoch mehr verbreitet und deutlich an das Alpenvorland gebunden sind. arktisch-alpin, im europäischen Alpensystem und in der Arktis, aber nicht in Zentralasien vorkommend. Einige wenige Arten, die wohl eine vor- herrschend nördliche Verbreitung haben, aber in der Arktis selbst und in der eigentlichen Alpenkette fehlen oder ganz sporadisch auftreten, sind als subarktisch bezeichnet.
f) alpin-altaisch, das europäische Alpensystem und die zentralasiatischen
Hochgebirge bewohnend, aber in Nordamerika und in der Arktis fehlend. 11. Endemische Arten. Nur in Bayern vorkommend (bezw. beobachtet).
Bisweilen wurden auch die Bezeichnungen montan, d.h. in derjenigen Bergregion der Hoch- und Mittelgebirge vorkommend, wo noch die Buche gedeiht, oder subalpin, d.h. in dem Gürtel zwischen oberer Buchengrenze und oberer Nadelwaldgrenze wohnend, hinzugefügt.
Öfters waren auch andere als die bereits oben genannten Kombinationen von Bezeichnungen nötig, z. B. pontisch-mediterran, mediterran-atlantisch; da und dort wurden, wenn die Verbreitung nicht die alleinige Anwendung einer umfassenderen Gruppenbezeichnung rechtfertigte, auch die Namen der an die Hauptverbreitung sich anschließenden Länder genannt, wo eine Art außerdem vorkommt.
e
—
Übersicht des natürlichen Pflanzensystems.
Nach dem natürlichen System, das sich auf die Fortpflanzungsverhältnisse gründet, zerfallen die Pflanzen (nach A. W. Eichler, bezw. A. Engler) in folgende Abteilungen:
I. Thallöphytae. Lagerpflanzen. Pflanzen ohne deutliche Gliederung in Stengel, Blätter und Wurzeln. Vegetationskörper ein Thallus, der aus einer oder vielen Zellen bestehen und + verzweigt sein kann. Fortpflanzung durch Sporen. Meist kein Generationswechsel (s. unten bei Pteridophytae). Hierher gehören die Schleimpilze, Spaltpilze (Bakterien), die verschiedenen Gruppen der Algen, die echten Pilze (Fadenpilze), sowie die Flechten.
II. Embryöphytae asiphonögamae (Archegoniätae). ‚Asiphonogamen, Arche- goniaten,
a. Bryöphytae. Moose. Pflanzen mit oder ohne Gliederung in Sprosse, Blätter und Wurzeln. Fortpflanzung durch Sporen. Generationswechsel vorhanden (s. Pteridophytae). Hierher gehören die Lebermoose und die Laub- moose.
I und IIla werden in diesem Buche nicht behandelt.
b. Pteridöphytae. Gefäßkryptogamen. Pflanzen mit 2 Generationen. Die ungeschlechtliche Generation mit Wurzeln, Stengeln und Blättern, die von Gefäßbündeln durchzogen werden. An den Blättern oder am Grunde derselben in besonderen Behältern (Sporangien) ungeschlechtliche Fortpflanzungsorgane (Sporen). Aus diesen entsteht die geschlechtliche Generation, der kleine, hin- fällige Vorkeim (Prothallium), der männliche Fortpflanzungsorgane (Antheridien) mit zahlreichen, mikroskopisch kleinen Befruchtungszellen (Spermatozoiden) oder weibliche Fortpflanzungsorgane (Archegonien) mit je einer Eizelle oder beide zusammen trägt. Nach der Befruchtung bildet sich der Keim (Embryo), aus dem sich wieder die sporentragende Pflanze entwickelt. S. Seite 3.
Die vorstehenden Gruppen werden auch Kryptiogamen genannt.
III. Embryöphytae siphonögamae. Siphonogamen, Phanerogamen, Blüten- pflanzen, Samenpflanzen. Pflanzen mit Wurzeln, Stengeln, Blättern und Blüten. Die männlichen Fortpflanzungsorgane, Staubblätter, entwickeln kleine Zellen (Pollenzellen), die weiblichen Organe (Fruchtblätter) bilden Samenknospen aus, die eine große Zelle (Embryosack) enthalten. Die Zelle des Embryosackes wird vermittels des ihm entgegenwachsenden Pollenschlauches befruchtet. Dadurch entsteht der Same, dessen Hauptbestandteil der Keimling (Embryo) ist; aus ihm entwickelt sich nach Durchbrechung der Samenschale (Keimung) eine neue Pflanze. Auch die vegetative Fortpflanzung ist nicht selten.
Vollmann, Flora.
2 Übersicht des natürlichen Pfllanzensystems.
Sie zerfallen in:
a. Gymnospermae. Nacktsamige Samenpflanzen. Hierher im Gebiete nur Coniferae, Nadelhölzer. Holzgewächse, meist harzlführend. Blätter nadel- oder schuppenförmig, meist mehrjährig. Blüten in normalem Zustande nicht zwitterig, 1- oder 2häusig, ohne Blütenhülle; $ Blüten nur aus Staubblättern bestehend, zu Blütenständen (Kätzchen) vereinigt oder einzeln (Juniperus), end- oder achselständig; Fruchtblätter offen, nicht zu einem Fruchtknoten verwachsen, Griffel und Narbe fehlend, Samenanlage nackt. Frucht teils zapfenähnlich, d. h. aus an einer langen Achse stehenden Fruchtblättern bestehend, die auf ihrer Oberseite 2 Samenanlagen (Fruchtschuppen) tragen und zur Zeit der Fruchtreife die Zapfenschuppen (Deckschuppen) darstellen, teils beerenförmig teils beerenzapfenartig. Zapfen öfters am oberen Teile ihrer Schuppen mit einem verdickten Felde (Schuppenschild, Apophyse), in dessen Mitte ein warziger Höcker (Nabel); Keimblätter 2— viele. S. Seite 24.
b. Angiospermae. Bedecktsamige Samenpflanzen. Blüten meist außer den Staubblättern und Fruchtblättern noch mit einer einfachen oder doppelten Blütenhülle versehen, alle ihre Teile meist quirlig angeordnet. Fruchtblätter Höhlungen (Fruchtknoten) bildend, in denen die Samen eingeschlossen sind, mit 1—mehreren Narben. S. Seite 29.
Sie zerfallen in:
1. Monoeotyledöneae. Einsamenlappige Samenpflanzen. Keimling mit nur einem, die Keimknospe scheidenförmig umgebenden Keimblatt. Gefäßbündel des Stengels im Wachstum begrenzt, geschlossen, auf dem Querschnitt zerstreut erscheinend, Stengel nie holzbildend. Blätter meist parallelnervig, selten netz- aderig, ungeteilt. Blütenkreis 3- (seltener 2- oder 4-)zählig. Blütenhülle meist einfach; wenn in Kelch und Krone geschieden, diese je 3zählig.
S. Seite 29.
2. Dieotyledöneae. Zweisamenlappige Samenpflanzen. Keimling meist mit 2 gegenständigen Keimblättern. Gefäßbündel des Stengels offen, d. h. im Wachstum unbegrenzt, auf dem Querschnitt fast immer in einem Kreise an- geordnet. Blätter gewöhnlich netznervig. Blütenkreis 4-, häufig 5- oder mehr- zählig (selten wenigerzählig). Blütenhülle aus 1 oder 2 Kreisen und in letzterem Falle meist aus Kelch und Krone bestehend. S. Seite 174.
— Hz —
Pteridophytae (Schlüssel). 3
A. Pteridöphytae. Gefäßkryptogamen.
A. Stengel nicht gegliedert; Blätter nicht wirtelständig, nicht in Scheiden verwachsen.
I. Sporenbehälter zu Gruppen (Sori) vereinigt, auf der Unterseite der Blätter oder an besonderen, umgestalteten Blattabschnitten; Blätter mehr ent- wickelt als der Stamm, oft geteilt.
a. Landpflanzen; Blätter nicht lineal; alle Sporen gleichgestaltet.
1. Sporangienhäufchen auf der Unterseite der Blätter, punkt-, streifen- oder fleckenförmig, bald fast die ganze Unterseite bedeckend, bald randständig und vom umgerollten Blattrande — verdeckt; Sporangien mit einem Querriß aufspringend. Polypodiaceae 1.
2. Sporangien fast immer an einem gesonderten oberen Teile des Blattes, untere Blattabschnitte laubig, unfruchtbar.
a. Pflanzen groß, 50—150 em hoch; unfruchtbarer Blatteil doppelt gefiedert, fruchtbarer einfach gefiedert; Sporangien der Länge nach aufspringend. Osmundäceae 2.
ß. Pflanzen klein, 5—25 cm hoch; unfruchtbarer Blattteil ungeteilt oder einfach gefiedert, fruchtbarer Teilam Grunde seiner Innenseite entspringend; Sporangien quer aufspringend. Ophioglossäceae 5.
b. Wasser- oder Sumpfpflanzen; Sporangien verschieden gestaltet, teils
Makrosporangien, nur eine einzige Spore (Makrospore) enthaltend, teils
Mikrosporangien, zahlreiche kleinere Sporen (Mikrosporen) enthaltend;
Sporangien in kugelige oder bohnenförmige, am Grunde der Blätter
stehende Behälter (Sporenfrüchte, Sporokarpien) eingeschlossen.
1. Schwimmende Wasserpflanzen; Blätter klein, rundlich oder rhombisch- elliptisch, in der Knospenlage der Länge nach gefaltet; Makro- und Mikrosporangien in besonderen Sori. Salviniäceae 4.
2. Stengel kriechend; Blätter teils szählig, kleeblattähnlich, teils einfach, pfriemlich, in der Knospenlage spiralig eingerollt; Sporangien mit Makro- und Mikrosporen. Marsiliäceae 3.
I. Sporangien einzeln in der Achsel von Blättern, auch von Hochblättern, oft ährenartig angeordnet, oder am Grunde der Blattoberseite.
a. Landpflanzen; Blätter klein, an den meist verzweigten Stengeln sitzend.
1. Blätter ohne Ligula; Sporangien gleichartig nierenförmig, nur eine Art von Sporen enthaltend. Lycopodiäceae 7.
2. Blätter mit Ligula; Sporangien verschieden gestaltet: Makrosporangien 4klappig, mit 4 Makrosporen, und Mikrosporangien 2klappig, mit zahlreichen Mikrosporen. Pflanzen moosähnlich, Laubsprosse dem Boden angedrückt. Selaginelläceae 8.
b. Unter Wasser lebende Pflanzen; Blätter nur grundständig, binsenarlig, an den Makrosporangien mit vielen Makrosporen, Mikrosporangien mit
noch zahlreicheren Mikrosporen. Isoetäceae 9.
B. Stengel gegliedert, Äste quirlig, oft fehlend; Blätter an den Stengelknoten in ringsum geschlossene, gezähnte Scheiden verwachsen; Sporangien an der
Spitze des Stengels, oft auch der Äste in zahlreichen Quirlen ährenartig
angeordnet. Einzige Familie: Equisetäceae 6.
4 Fam. 1. Polypodiaceae.
Fam. 1. Polypodiäceae. Echte Farnkräuter.
Ausdauernd. Grundachse und Stamm unter- oder oberirdisch kriechend. Bl. jung eingerollt, stets deutlich gestielt, oft mit Spreuschuppen besetzt. Sporangien in verschieden gestalteten Gruppen (Sori) auf der Unterseite der Bl., mit vertikalem Ring, oft vor oder bis zur Reife von einem Schleier (In- dusium), d. h. einem häutigen Auswuchse der Bl.fläche bedeckt. Die frucht- baren, sporentragenden Bl. öfters anders ausgebildet als die unfruchtbaren, sporenlosen. Vorkeim laubartig, grün, oberirdisch.
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Abb.I au.b. Dryopteris Filix mas. «a) Oberer Teil eines Blattes (Unterseite); 5) Sorus mit Indusium. c—e. Blechnum Spicant. c) Teil eines unfruchtbaren Blattes; d) Teil eines fruchttragenden Blattes; e) Einzelfieder, den langen Schleier zeigend, unter dem sich die Sori befinden.
A.Sporentragende und sporenlose Bl. gleichgestaltet.
I. Bl. ober- und unterseits (von den Sporen abgesehen) nicht auffällig ver- schieden gefärbt, beiderseits grün.
a. Sporangien am Rande der Fiederchen eine ununterbrochene Linie bildend, von einem unterständigen, dem umgebogenen Bl.rande anliegen- den Schleier bedeckt; Bl. einzelnstehend, groß, 2—3fach gefiedert, im Umriß 3eckig. Pteridium 10.
b. Sori nicht am Rande der Fiederchen eine Linie bildend.
1. Sori mit einem fast bis zum Grunde in haarfg. Zipfel geteilten Indusium bedeckt. Kleine Felsenpfl. mit einfach gefiederten Bl. Woödsia 6. 2. Indusium anders gestaltet oder fehlend. a. Sori rundlich. | aa. Bl. tieffiederteilig; Indusium fehlend. Polypödium 12. bb. Bl. mindestens doppelt fiederschnittig.
Fam. 1. Polypodiaceae. B)
1*. Indusium kreisrund, schildförmig, in der Mitte befestigt; Bl. meist derb. Pfl. mitielgroß bis groß. Polystichum 3, (= Aspidium z.T.) 2*, Indusium nierenfg. oder fehlend. Mittelgroße bis sehr hohe Pflanzen. Dryöpteris 2, (= Phegopteris u. Aspidium z.T.) 3*,. Indusium eifg. Zarte, dünnstengelige Pil. Cystöpteris 4. ß. Sori haken- oder ungleich hufeisenfg., länglich oder lineal. aa. Bl. ungeteilt, lang zungenfg.; Sori lineal. Phyilitis 8. (= Scolopendrium.) bb. Bl. 1—4fach gefiedert oder unregelmäßig gabelig, 2—Steilig. 1*. Kleine bis mittelgroße Pfl. Sori länglich oder lineal, öfters gegen die Reife zusammenfließend, mit Indusium; Spreu- schuppen gegittert, starr, oft borstlich, dunkelgefärbt; Bl.stiel mit 1—2 im Querschnitt nicht hufeisenig. Leit- bündeln. Asplenum (z. gr. T.) 9. 2*, Große Pfl. Sori wenigstens in der Jugend haken- oder ungleich hufeisenfg.; Spreuschuppen nicht gegittert, weich, heller oder dunkler braun; Bl.stiel mit 2 bandartigen, oben zu einer im Querschnitt hufeisenfg. Rinne vereinigten Leit- bündeln. Athyrium 1. II. Bl. deutlich 2farbig (oberseits dunkelgrün, unterseits durch dichtstehende Spreuschuppen anfangs silbergrau, später rotbraun), fiederteilig. Asplenum Ce6terach 9 B. Sporentragende Bl. von den sporenlosen auffallend verschieden. I. Sporentragende Bl. einfach gefiedert. a. Sporentragende und sporenlose Bl. fiederschnittig, mit ganzrandigen
Fiedern, erstere länger, ihre Fiedern schmäler. Bleehnum 7. b. Sporenlose Bl. fiederspaltig bis fiederteilig, sporentragende stielrundlich eingerollt, viel kürzer als die sporenlosen. Onoclea 5.
II. Sporentragende Bl. 3—4fach gefiedert, ihre Fiederchen bis zur Fr.reife zurückgerollt, daher lineal erscheinend; die sporenlosen Bl. mit breiteren, im Umriß länglichen Fiederchen. Urgebirgspfl. Allosörus 11.
1. Athyrium Roth. Waldfarn, Frauenfarn.
A. Schleier bleibend, gewimpert.
1. A. Filix f&mina (L.) Roth. Gemeiner W. Bl. 2—3fach geliedert, 30—100 cm hoch, beiderseits verschmälert; Spreuschuppen am Grunde des Bl.stieles lanzettlich, dunkelbraun, oberwärts spärlich; Fiedern abwechselnd, länglich-lineal oder lineal-lanzettlich; Fiederchen länglich, eingeschnitten-gesägt, nicht stachelspitzig; Sori ansehnlich, länglich oder ungleich hufeisenfg. gekrümmt; Sporen sehr feinkörnig warzig bis glatt, mit vielen Leisten. 2|. 7—8. — Zirkum- polar, s. bis Nordafrika, spor. Peru, Java.
Wälder, Gebüsche, selten Mauern. Verbr. (A — 1460 m).
Formen: var. dentdtum Döll. Bl. doppelt gefiedert, mit einfach gesägten Fiederchen. — var. fissidens Döll. Bl. doppelt gefiedert, mit fiederspaltigen, an der Spitze 2—3zähnigen Fiederchen. —var. multidentdtum Döll. Bl. 3fach gefiedert; die Fiederchen 3. Ordnung am ganzen Rande eingeschnitten-gesägt. — Alle 3 Formen gleich häufig.
6 Fam. 1. Polypodiaceae.
B. Schleier verkümmert, nur in der ersten Jugend vorhanden.
2. A, alp6stre (Hoppe) Rylands. Gebirgs-W. Bl. 60—180 cm hoch; Spreu- schuppen am Grunde des Bl.stieles breiter, länglich, hellbraun oder kupfer- farben; Fiederchen stumpfer, breiter und kürzer gezähnt; Sori kleiner, nur in der Jugend länglich oder hufeisenfg., später rundlich; Sporen dunkler braun, mit wenigen, weitläufig netzmaschigen Leisten; im übrigen wie vor. 2|. 7—8. — Zirkumpolar (aber Asien und Amerika selten) u. zw. arktisch-alpin.
Wälder, Krummholz, Weiden. (A — 1800 m.) Aa verbr., Am u. As zerstr.; Hbo Iberg bei Riedholz, 920 m; Wb höhere Berge des Hauptzuges von 1000 m aufwärts häufig; (Wf£r Steben ?).
Ändert ab: /. monstr. glomerdtum Baenitz. Blattspitze eingerollt bleibend. Frostform. Häufig.
2. Dryöpteris Adans. (= Phegopteris und Aspidium z. T.).
Wurmfarn. A.Indusium fehlend.
I. Bl. fiederschnittig, nur im unteren Teile mit 1—2 freien Fiederpaaren; unterstes Fiederpaar nicht oder kaum größer als die übrigen.
3. D. Phegöpteris (L.) C. Christensen (= Phegopteris polypodioides Fee) Buchen-W. Bl. 15—30 cm hoch, im Umriß 3eckig-eifg., lang zugespitzt, zerstreut behaart, ihr Stiel mit Spreuschuppen; Fiederchen länglich, stumpf, meist ganzrandig. 2l. 7—8. — Zirkumpolar.
Wälder, Felsen. Meist nicht selten (A — 1682 m), bes. Wb u. Nk verbr.; Njl Bittenbrunn b. Neuburg a. D., (Monheim ?); Nm fehlend.
II. Bl. doppelt gefiedert, unterstes Fiederpaar wesentlich größer als die übrigen.
a. Bl. kurzdrüsig.
4. D. Robertiäna (Hoffm.) C. Christensen (= Phegopteris Robertiana A. Br.). Ruprechtsfarn. Bl. 10—40 cm hoch, im Umriß 3eckig-eiförmig, ziemlich steif; Stiel nur bis 113mal so lang wie die Spreite. 2. 7—8. — Zirkumpolar.
Wälder, Felsen, bes. auf Kalk. A (— 1750 m), Ho, Hu, Nj, Nm verbr.; Hbu fehlend; Hbo Weiler; Wb 'Scheibelberg bei Donaustauf, Hauzenberg, Fürsteneck, Erlauschlucht bei Obernzell; wi Marktschorgast: Wir Seibelsdorf, Steben; (Nb früher Partenstein); R nicht beob.; Pv Lambrecht, Deidesheim; Pm Zweibrücken: Pn Geisfels am Nahetal.
b. Bl. kahl.
5. D. Linnaeäna C. Christensen (= Phegopteris Dryopteris Fee). Eichenfarn. Bl. 10—40 cm, im Umriß dreieckig, Stiel 2—3mal so lang wie die weiche, etwas schlaffe Spreite. 2l. 7—8. — Zirkumpolar.
Wälder, Felsen. Hbu Rickenbacher Tobel; Njl Neuburg a. D., Eichstätt, zw. Weltenburg u. Schelneck, Labertal; Kr Veldensteiner Forst; Nm fehlend; sonst verbr. (A — 1682 m). B. Indusium vorhanden.
I. Fiederchen ganzrandig oder sehr schwach gezähnelt; Indusium klein, hinfällig. a. Spreite am Grunde nicht oder nur wenig verschmälert; 6. D. Thelypteris (L.) A. Gray. (= Aspidium Telypteris Sw.) Sumpf-W. Rh.
kriechend; Bl. 10—80 cm hoch, langgestielt, drüsenlos; sporentragende Fieder- chen am Rande zurückgerollt, daher fast 3eckig. 2. 8. — Fast Kosmopolit.
7
Fam. 1. Polypodiaceae.
Zwischen-, selten Flachmoore. (A — 850 m.) Aa Birgsau; Am Hohenschwangau, Garmisch; As Weitsee u. Lödensee s. v. Ruhpolding, Thumsee bei Reichenhall; Hb u. Ho zieml. verbr.; Hu Wertingen, Indersdorf, Stätzling bei Augsburg, Mintraching im Donautal, zw. Plattling u. Moos; Wb (früher Reiflding bei Donaustauf), Gonnersdorfer Moor b. Wutzlhofen, Metten; Wo Neuen- hammer b. Bernrieth; Dil im Ries: Schwalbmühlen; Nk zieml. häufig; Nb Aschaffenburg, Treb- gast; Pv Maudach, Friedelsheim, Wachenheim, Forst, Bienwald; Pm zw. Wörschweiler u. Beeden, Kaiserslautern; Pn Donnersberg.
b. Spreite am Grund sehr verschmälert, mit breiten Fiedern.
7. D. montäna (Vogler) 0. Ktze. (= Aspidium montanum Asch. = A. Ore- opteris Sw.) Berg-W. Grundachse aufsteigend, kurz, dick; Bl. 30—100 cm hoch, kurzgestielt, unterseits gelbe Drüsen tragend, sporentragende Fieder- chen flach. 2. 7—8. — Zirkumpolar.
Wälder, bes. auf feuchtem Lehmboden. A (— 1650 m) verbr.; Hbu Hangnach; Hbo u. Ho zieml. häufig; Hu ?; Wb Scheibelberg b. Donaustauf, Mitterfels, Rindberg und Edenstetten b. Metten; im Hauptzug verbr,; Nj! Donauwörth, Wemding; Monheim; Nj2, Nk, Nb, R u. P zerstr.
Ändert ab: f. crenäta Milde. Fiederchen gekerbt. Nj? mehrfach im mittl. Teile.
II. Fiederchen wenigstens vorne gesägt oder fiederspaltig; Indusium bis zur Reife bleibend.
a. Bl.stiel höchstens halb so lang wie die Spreite, nebst der Bl.spindel reichlich spreuschuppig.
1. Bl. meist einfach gefiedert; Indusium kahl.
8. D. Filix mas (L.) Schott (= Aspidium Filix mas Sw.). Gemeiner W. Bl. 30—120 cm, Bl.spreite nach dem Grunde etwas verschmälert, mit gespaltenen oder geteilten Fiedern, oberseits kahl, seltener mit vereinzelten Haaren; Fiederchen genähert, vorne gesägt, ohne Stachelspitze. Vgl. Abb. I au. b, S. 4. 2|. 7—9. — Fast Kosmopolit.
Wälder, steinige Abhänge. Verbr. (A — 1700 m).
Ändert ab: var. subintegra Döll. Fiederchen nur an ihrer Spitze gezähnt. Seltener, z. B. Hbo, Ho. — var. crendta Milde. Fiederchen am Seitenrande gesägt. Verbr. — var. deorsilobäta Moore. Fiedern am Grunde gefiedert; Fiederchen kerbig gesägt, die untersten ohrförmig vorgezogen. Seltener, z. B. Pm. — f. monstr. erösa Döll. Fiedern unregelmäßig eingeschnitten. Ho, Wb. — f. monstr. heleöpteris Milde. Mittelnerv der Blätter spärlich spreuhaarig; Fiedern gedrängt, Fiederchen entfernt. Nj®.
2. Bl. doppelt gefiedert; Indusium drüsig.
9. D. rigida (Hoffm.) Underwood (= Aspidium rigidum Sw.). Starrer W. Bl. 20—45 cm; Spreuschuppen gelblich; Bl.spreite im Umriß länglich-lanzettlich, mit genäherten Fiedern, etwas derb, bes. unterseits mit gelblichen Drüsenhaaren besetzt; wenigstens die unteren Fiederchen fiederteilig mit kurz stachel- spitzigen Zähnen. ?2|. 7—8. — Mediterran-mitteleuropäisch-alpin.
Felsen u. Geröll, Karrenfelder, bes. auf Kalk. (A 1170—2150 m.) Aa Haldenwangeralpe; Am Höllental, Schachen, Propstenalpe an der Benediktenwand; As häufiger, besonders Reiteralpe und gegen den Funtensee.
b. Bl.stiel halb so lang bis länger als die oberwärts samt der Bl.spindel
spärlich spreuschuppige Spreite. 1. Bl. einfach gefiedert.
10. D. eristäta (L.) A. Gray (= Aspidium eristatum Sw.). Kamm- förmiger W. Bl. 30—45 cm hoch, Spreite schmal länglich; Fiedern 3eckig eifg., nicht zugespitzt, untere kürzer, die sporentragenden rechtwinklig gegen die Bl.fläche gestellt, aufrecht abstehend; Zähne stachelspitzig; Schleier drüsen- los. 21. 7—9. — Zirkumpolar, mit vorherrschend nördl. Verbreitung.
Moorgebüsche, Waldsümpfe. Hbu Schönbühel; Hbo Iberg bei Riedholz; Ho Memmingen, Wielenbach b. Weilheim, Leutstetten, Kirchseeon, Aßling, Rieder Filz; Hu Haspelmoor, Stätzling
6) Fam. 1. Polypodiaceae.
b.Augsburg; Nj? Deusmauer bei Parsberg; Nk Klardorf, Weiden, Schwalbmoos bei Heideck, Schwein- furt; Pm Johanniskreuz, Lambrecht, Würzbacher Weiher, Fischbach, Taubental bei Zweibrücken (ob noch?), (früher Kaiserslautern).
Ändert ab: f. monstr. bifurcäta und multidentädta Milde. Bl. an der Spitze 2-, bez. mehrspaltig. Z. B. Nj® Deusmauer.
2. Bl. wenigstens unten 2—4fach gefiedert.
11. D.spinulösa (Müll.) ©. Ktze. (= Aspidium spinulosum Sw.). Dorniger W. Bl. beim Typus (eu-spinulosa Asch.) 40—90 cm lang, meist drüsenlos, Spreite eifg.(-3eckig) bis länglich, unten doppelt gefiedert, hell- oder dunkelgrün; Fiedern zugespitzt, die unteren + abgerückt, eifg. bis lanzettlich, meist ohne Sori; Fiederchen etwas entfernt, mit stachelspitzigen Zähnen; Spreuschuppen am Stengelgrunde lanzettlich, einfarbig hellbraun; Schleier drüsenlos. 2. 7—8. — Zirkumpolar mit vorherrschend nördl. Verbreitung.
Feuchte Wälder, Grabenwände im Hochmoor. Verbr. (A — 2170 m).
Ändert ab: var. exaltäta Lasch. Bl. groß, zieml. weich, dunkelgrün, im Umriß länglich-eifg. — var. elevdta A. Br. Bl. schmäler, steifer, hellgrün.
ssp. D. dilatäta (Hoffm.) €. Christensen. Bl. oft höher (bis 150 cm); Spreite dunkelgrün, oft mit gelblichen Drüsenhärchen besetzt, bis 3—4fach gefiedert, lang zugespitzt, eifg. länglich bis 3eckig; Fiedern meist sämtliche genähert, lang zugespitzt; Spreuschuppen breiter, mit dunkler Mitte; Schleier am Rande kurz drüsig. Sonst wie der Typus. 2|. 7—8. — Weiter nach Norden gehend als der Typ.
Standorte wie beim Typus, mit dem die U.-A. durch viele Übergänge verbunden ist. Durch das ganze Geb. zerstr.; Wb verbr.
D. cristata x spinulosa (= D. Boötü (Tuckermann)). Nj? Deusmauer, oberstes Tal der Schwarzen Laber.
D. Filix mas x spinulosa (eu-spinulosa). Ho Farnbachufer bei Station Thalham.
D. Filix mas x spinulosa ssp. dilatata. Hbo zw.Oberstein und Eberschwande, jetzt in einem Garten in Lindau.
3. Polystichum Roth (= Aspidium z. T.). Schildfarn.
A. Bl. einfach gefiedert.
12. P. Lonchitis (L.) Roth. Lanzen-Sch. Bl. 15—40(—60) cm hoch, über- winternd, Spreite lanzettlich, derb; Fiedern zahlreich, sichelfg. aufwärts ge- krümmt an ihrem Grunde vorderseits spitz geöhrt, + dicht stachelig-gesägt- gezähnt. 2|. 7—8. — Zirkumpolar-alpin und -montan.
Steinige, buschige Abhänge, Felsspalten. A (— 2000 m) verbr.; Hbo zw. Brugg und Isny- berg; Ho Wolfratshausen (früher bis Pullach), Reisach b. Wallenburg, Burghausen; (Wb früher Metten; W£ früher zw. Gefrees u. Bischofsgrün, wohl angepflanzt); Nj Kipfenberg, Etzelwang b. Sulzbach, um Hersbruck, (Wasserzell b. Eichstätt, wohl urspr. angepflanzt).
B. Bl. doppelt gefiedert. I. Bl. starr, meist überwinternd.
13. P. aculeätum (L.) Roth. Stacheliger Sch. Bl. 30—80 cm, meist über- winternd; Spreite lang zugespitzt, mehrmals länger als der Stiel; Fiedern zahl- reich; Fiederchen stachelig oder stachelborstig-gesägt. 2. 7—8. In 2 Unter- arten:
ssp. P. lobätum Huds. Bl. oberseits dunkelgrün, glänzend; Spreite lanzettlich, nach dem Grunde deutlich verschmälert; Spreuhaare an der Spinde] ziemlich locker; Fiederchen vorwärts geneigt, meist sitzend, spitz, das unterste vordere (geg. die Bl.spitze zu gerichtete) deutlich größer als das folgende; Sori meist rückenständig. — Eurasiatisch-montan.
Fam. 1. Polypodiaceae. 9
Wälder, Gebüsche. A (— 1500 m) u. Hbo verbr.; Hbu Mozacher u. Rickenbacher Tobel; Ho Kaufbeuren, Tölz, Rechlberg b. Tölz, Gmund, Mühlthal, Petersbrunn, Pähler Schlucht, Dietrams- zell, Fendberg, Farnbachufer, Warngau, Schloß Altenburg, Valley, Thalham, zw. Obing u. Seeon, Bernau, Haslach b. Waging, Burghausen; Hu zw. Kellmünz u. Fitzingen, Dinkelscherben, Augsburg, Bayerdilling, Braunau; Wb Hilling b. "Metten, Bodenmais, Hoher Bogen, Össer, Klingen- brunn, Gr. Falkenstein, Lakkaberg, Lusen, St. Oswald; Wo um Waldmünchen; wi Gefrees; Wir Nordeck, Elbersreuth, Bernstein a. we Seibelsdort, Döbra, Steben; Njl Neuburg 2 D, Kaisheim, um Hersbruck, Hetzles b. Erlangen, Tlischwang, Sackdilling, Riedenburg, Muggendorf, "Gailenreut, Velburg; Dil d. Rieses: Wemding, Nonnenholz; Nj? zw. Siedamsdorf u. dem Kröttenstein b. Weis- main; Nk Dechsendorf, Giltholz b. Großlangheim, Dinkelsbühl, Hauptsmoor b. Bamberg, (?), Haßberge; Nb Aschaffenburg, Kahl, Amorbach, (Kissingen ?); Nm Schweinfurt; R Teufelsmühle = neben; Pm Zweibrücken, Homburg; Pn Wildensteiner Tal am Donnersberg, Königsberg . Wolistein.
Ändert ab: var. aristätum Christ. Bl. schmäler, Mittelstreifen dichter spreuhaarig; Fiederchen klein, gedrängt, tief- und langstachel-borstig gesägt. Aa Retterschwang; As Förchen- bachtal, Rauschberg b. Ruhpolding, Reichenhall, Untersberg. — var. Plukenetii (Lois.). Bl. kleiner, fast einfach gefiedert, Fiedern gespalten; Sori oft fehlend. Teils Jugend-, teils Kümmer- form. Am Hohenschwangau, Partenkirchen, Birkenstein, Schliersee; Nj Moritzberg b. Lauf, Forrenbach, St. Kolomann b. Velburg.
ssp. P. anguläre Kit. Spreite länglich-lanzettlich, weniger nach dem Grunde verschmälert; Spreuhaare auch am Mittelstreifen dicht; Fiederchen rechtwinklig abstehend, sämtlich kurz gestielt, das unterste vordere nicht oder wenig größer als das folgende; Sori meist endständig. — Gebirgspfl. der tropischen und gemäßigten Zone der alten Welt, auch Kalifornien bis Chile und Australien.
Könnte in P vielleicht noch aufgefunden werden, weil nahe der Grenze mehrfach vorkommend. Die Angaben von Nj u. Nk beziehen sich auf Formen der vor. U.-A.
P. aculeatum ssp. lobatum x Lonchitis. Aa zw. Käseralpe u. Älpele, Sperrbachtal, Einöds- bach; Am Spitzingsattel, Brecherspitze, Ankelgraben u. Bayerischzell; As Rötwand.
II. Bl. weich, nicht überwinternd.
14. P. Braünii (Spenn.) Fee. Brauns Sch. Bl. 30—70 cm hoch; Spreite lanzettlich, nach dem Grunde stark verschmälert, beiderseits zerstreut behaart; Fiedern meist rechtwinklig abstehend, Fiederchen jederseits bis. zu 15, kurzgestielt, trapezoidisch-länglich, stumpf, mit aufgesetzter Stachel- borste, das grundständige vordere (gg. die Bl.spitze gerichtete) nicht oder wenig größer als das nächste; Sori bis zuletzt getrennt, meist endständig. 21. 7—8. — Zirkumpolar-montan, aber zerstr.
Wälder. Aa Hinterstein; Am Ammergau; (Wb Erlauschlucht b. Passau ?).
4. Cystöpteris Bernh. Blasenfarn.
A. Grundachse kurz, dichtbeblättert; Bl. im Umriß lanzettlich oder länglich, ihr Stiel meist kürzer als die Spreite.
15. €. frägilis (L.) Bernh. Zerbrechlicher B. Bl. 10—40 cm hoch, 1—3fach gefiedert; Fiederchen länglich, gezähnt oder fiederspaltig; Zähne stumpf oder spitz, mehrnervig; Nervenenden größtenteils in die Spitzen der Zähne aus- laufend. 21. 7—8. — Fast Kosmopolit.
Felsritzen, Geröll, Mauern. Verbr. (A — 1620 m); Nm seltener.
Ändert ab: var. dentäta Hook. Bl. einfach gefiedert, Fiedern nur fiederteilig. Wb, Njl, Nk zerstr, Pn. — var. pinnatipartita Koch. Bl. doppelt bis 3fach gefiedert. Verbr. — var. woodsioides Christ. 10 cm hoch; Fiedern 3eckig, tief fiederspaltig, nur am Grunde gefiedert; Abschnitte dichtstehend; Sori die ganze Unterseite der Bl.fläche bedeckend. As. — f. monstr. furcans Moore. Wedel gegabelt. Am.
ssp. C. regia Presl. (= C. alpina Desv.). Bl. 3fach gefiedert, mit kleineren, linealen oder lanzettlichen Abschnitten letzter Ordnung; Nerven meist in die Ausrandungen der Fiederchen verlaufend.
(A — 2360 m.) Aa häufig; Am u. As zerstr.; Wb Seewand am Arber (1040 m).
10 Fam. 1. Polypodiaceae.
Zerfällt in die Formen: var. fumariilörmis Koch. Letzte Abschnitte gedrängt, lanzettlich. Am, As, Wb.— var. alpina Bernoulli. Letzte Abschnitte lockerer stehend, lineal.e. Aa, Am, As.
B. Grundachse kriechend, entfernt beblättert; Bl. im Umrisse 3eckig oder eifg., ihr Stiel länger als die Spreite.
I. Indusium kahl od. fast kahl.
16. C. montäna (Lam.) Desv. Berg-B. Bl. 15—35 cm; Spreuhaare am Rande drüsig; Spreite dunkelgrün, 3(—4)fach gefiedert, 3eckig bis 3eckig-eiförmig; Fiederpaare ungleichhälftig; unterstes Paar der Fiederchen länger als die folgenden. 2L. 7—8. — Zirkumpolar u. zw. arktisch-alpin.
Schattige, felsige, feuchte Plätze der Alpen (— 2240 m). Aa zerstr., z. B. Einödsbach, Breitach- klamm, Willersalpe u. Pfannenhölzle b. Hinterstein; Am u. As verbr.
IH. Indusium dicht drüsenhaarig.
17. C. sudetica A. Br. u. Milde. Sudetischer B. Spreuhaare am Rande meist drüsenlos; Spreite im Umriß eifg. bis 3eckig-eifg.; Fiederpaare weniger ungleichhälftig; das unterste hintere Fiederchen kürzer oder nicht länger als das folgende. 2. 7—8. — Eurasiatisch; im Geb. Westgrenze.
Schattige Schluchten. Nur As Alpeltal am Göll.
5. Onoclea L. Straußfarn.
18. ©. Struthiöpteris (L.) Hoffm. (= Struthiopteris germanica Willd.). Gemeiner St. Grundachse mit langen Ausläufern; sporenlose Bl. 30—150 cm, trichterfg. gestellt; Spreite länglich, hellgrün, untere Fiedern sehr kurz, + schmal, in der Jugend weißlich; Fiederchen ganzrandig oder undeutlich ausgeschweift; sporentragende Bl. in der Mitte stehend, steif, Fiedern anfangs zylindrisch zusammengerollt, braun. Oft nur sterile Bl. 2. 8—9. — Zirkumpolar.
Ufer, bes. von Waldbächen. Wb Wiesent, Mitterfels, Metten, zw. Kalteneck u. Fürsteneck, Erlautal, Obernzell, Jochenstein unterhalb Passau. Wfr Wirsberg; (Pm Zweibrücken, angepflanzt).
6. Woödsia R. Br. Wimperfarn.
19. W. ilvensis (L.) R. Br. Bräunlicher W. Im Geb. nur in ssp. W. rufidula (Michx.) Asch. Bl. 5—20 cm, mit kurzem, glänzend rotbraunem Stiel; in allen Teilen mit Spreuschuppen und Gliederhaaren besetzt; Fiedern eifg.-länglich, mit stumpfen, bes. am vorderen Rande gekerbten Abschnitten, oft bräunlich- grün gefärbt. 2. 7—8. — Zirkumpolar u. zw. arktisch-alpin.
Sonnige Urgesteinsfelsen. Nur R Rabenstein.
7. Blechnum L. Kippenfarn.
20. B. Spieant (L.) With. Glänzender R. Bl. 20—45 cm, gebüschelt, unfruchtbare oft am Boden ausgebreitet, überwinternd, mit schmallänglichen Abschnitten; sporentragende stets aufrecht, sommergrün, mit mehr entfernten, linealen Abschnitten; Sori beiderseits auf einem Längsnerven aufsitzend und von einem langen, am Außenrand des Bl. befestigten, häutigen, gewölbten Schleier bedeckt; Stiel dunkelbraun. (8. Abb. Ic—e, S.4.) 21.7—8. — West- und Mitteleuropa, Ostasien, Westküste von Nordamerika.
Wälder, bes. Nadelwälder, auf humosem Boden, gerne auf lettenartigem, verwittertem Flyschboden; auch in Mooren. A (— 1900 m), Hbo, Ho, W, Nj?, Nk, Nb verbr.; Hu zerstr.; Nj!
Fam. 1. Polypodiaceae. 11
Ried b. Neuburg a. D., Monheim (diluv. Überdeckung); R Sommerleite b. Bischofsheim; Pna Hammelstal b. Dürkheim, Wachenheimer Tal, Edenkobener Tal, Kaiserslautern bis Homburg, Lautzkirchen bis Kirkel; Hbu, Nj?, Pv u. Pn jehlend.
8. Phyllitis Hill (= Scolopendrium Sm.). Hirschzunge.
21. Ph. Scolopendrium (L.) Newman (= Scolopendrium vulgare Sm.). Ge- meineH. Bl. 15—30 cm, kurzgestielt, aus herzfg. Grunde lanzettlich, am Rande oft wellig; Sekundärnerven mit plötzlicher Verdickung vor dem Rande endigend; Sori lineal. 2. 7—8. — Zirkumpolar-montan.
Schattige Kalkfelsen u. -geröll, selten in Brunnen. (A— 1500 m.) Aa Oberstdorf; Am Hohen- schwangau, Garmisch, Kochel, Jocheralm, Lenggries, Propstenwand, Roßstein, Schwarzetenn- alpe, Fischbachau, Petersberg, Ramboldplatte; As Ruhpolding, Mösereralpe b. Reit i. Winkel, Reichenhall, um den Königssee mehrf.,; Hbo Ibergkugel; Ho Bernau, Aschau, Mühltal b. Weyharn; (Hu früher Isarböschung i. d. Hirschau b. München); Nj Wellheim, zw. Ensfeld u. Konstein, Welten- burg, Riedenburg, zw. Griesstett u. Deising a. d. Altmühl, zw. Pielenhofen u. Duggendori a. d. Naab, Schupf, Föhrenbach, Sulzbach i. O., Pommelsbrunn, Hartmannshof, Hersbruck, (früher Etterzhausen u. Viehhausen); Pv Grünstadt; Pm Zweibrücken. — Außerdem öfters verw.: München, Nürnberg, Schweinfurt, Handtal im Steigerwald (ob hier nicht wirklich wild ?), Blieskastel, Dürk- heim a. H.
Monströse Formen: f. erispum (Willd.) Luwerssen. Ränder des Blattes stark wellig, oft gekerbt. As, Njl, Pv. — f. cornütum Milde. Mittelnerv unter der Spitze horn- artig austretend. Njl.
9. Asplenum L. Muüz- oder Streifenfarn.
A.Bl. einfach fiederteilig; Sori anfangs unter den dichten Spreuschuppen verdeckt; Indusium verkümmert, öfters fehlend.
22. A. Ceterach L. (= Ceterach officinarum Willd.). Spreuschuppiger M. Bl. 10—20 cm hoch, überwinternd, kurzgestielt, im Umrisse lanzettlich, mit eifg. und eilänglichen, stumpfen Fiederlappen, oberseits kahl. 2|. 7—8. — Atlantisch-mediterran, östl. bis zum Himalaja.
Mauern, Felsen. Nj Friesener Warte bei Bamberg; Nk Poppenheim (von hier auf d. Nürnberger Stadtmauer gepflanzt), Kaltenbronn, Feuchtwangen, Kanal b. Bamberg, zw. Iphofen u. Schwanberg; Nm (früher Schweinfurt), Veitshöchheim; Nb Miltenberg, Bürgstadt, Gotthard b. Amorbach, Klingenberg, Bräuberg, Gottelsberg b. Aschaffenburg, Wernfeld b. Gemünden; (R früher Reußenberg b. Höllrich;) Pm Dürkheim, Neustadt, Wachenheim, Wilgartswiesen, Dörrenbach b. Bergzabern, Pirmasens, (früher Zweibrücken), zw. Weidental u. Neidenfels, zw. Erlenvach u. Busenberg; Pn Nahetal geg. Norheim (ob noch?), Alsenzmündung.
B. Bl. ein- bis mehrfach gefiedert, unterseits grün, erst bei der Sporenreife oft ganz von den braunen Sori bedeckt.
I. Bl. undeutlich gefiedert, unregelmäßig gabelig, 2- bis Steilig.
23. A. septentrionale (L.) Hoffm. Nordischer M. Bl. 5—15 cm lang, über- winternd, derb, kahl; Abschnitte keilfg., lineal-lanzettlich, der unterste meist mit einem seitlichen Fiederchen. 2|. 7—9. — Zirkumpolar (aber Amerika selten).
Felsen kieselhaltigen Gesteins. Aa Point- u- Ochsenalpe im Bärgündele, auf Kalkhornstein (1500 m); Ho auf errastischem Dioritblock b. Starnberg; Wb im Vorderzuge verb., im Hauptzuge Kaitersberg Zwiesel bis St. Oswald, Eisenstein, Hoher Bogen; sonst W verbr.; Nk Tennenlohe; Nb Gottelsberg b. Aschaffenburg, Klingenberg, Amorbach; R häufig; Pm Heidenburg im Lautertal unterh. Kaiserslautern, Wilgartswiesen, Dürkheim, Neustadt, Tal der Waldlauter u. Wieslauter, Landau, Schönau; Pn Donnersberg, im nördlichsten Teile nicht selten.
II. Bl. deutlich ein- bis mehrfach gefiedert. a. Bl. einfach gefiedert. 1. Bl.stiel ungeflügelt, oberseits + tief rinnig.
24. A. viride Huds. Grüner M. Bl. 5—25 cm, seltener überwinternd ; Stiel mindestens oberwärts und Spindel grün, oberseits mit 2 wulstigen Rand-
12 Fam. 1. Polypodiaceae.
leisten, ziemlich tief rinnig; Fiedern rundlich-eifg., einfach bis doppelt ge- kerbt, deutlich gestielt, öfters am Grunde keilig, nicht von der Spindel abfallend. 2. 7—8. — Zirkumpolar.
Felsen, Geröll, Mauern. A (— 2300 m), Ho verbr.; Hbo zerstr.; Hu Augsburg, Landshut, Rabeneck b. St. Wolfgang; Wb Deggendorf, Arber (?), Osser (?); Wf Ruine Waldstein, Münch- berg; Wfr Peterlesstein b. Kupferberg; Nj! auf Dolomit im mittl. u. nördl. Teile verbr., im südl. Teile seltener; Nk Gibitzenhof (Kanalschleuse); Nb zw. Wertheim u. Miltenberg; Pm Zwei- brücken, (Trifels ?).
Ändert ab: var. incisum Bernoulli. Fiedern auf 1/; bis 1/, eingeschnitten. A, Ho zerstr.
25. A. adulterinum Milde. Bastard-M. (Vielleicht A. Trichomanes X viride). Stiel oberseits seicht oder tiefer rinnig, mit wulstigen Rändern, rot- braun wie der untere Teil der Spindel; Fiedern ziemlich derb, horizontal, daher zur Blattspindel senkrecht gestellt. 2l. 7—8. — Östl. Mitteleuropa, montan.
Auf Serpentin. Wf£f Schwarzenbach a. S., Oberkotzau, Wurlitz, Förbau, Gottmannsgrün; Wfr Peterlesstein b. Kupferberg.
2, Bl.stiel mit 2 sehr schmalen, geflügelten Randleisten, oberseits + flach.
26. A. Trichömanes L. Schwarzstieliger M. Bl. 5—25 cm, überwinternd; Stiel und Spindel glänzend schwarzbraun; Fiedern eifg. bis länglich, fast un- gestielt, meist nur gekerbt, zuletzt einzeln von der Spindel abfallend. 2. 7—8, — Fast Kosmopolit.
Felsen, Mauern, auf Kalk und Urgestein. Verbr. (A — 1400 m); stellenweise selten: Hw
(z.B. um Augsburg) u. Nk (z.B. um Feuchtwangen); Wb im Hauptzuge über 800 m nur Hoher- bogen, adv. Bahnhof Eisenstein.
Ändert ab: var. auriculdtum Milde. Yiedern am Grunde der vorderen Hälfte (selten beiderseits) geöhrt. Am, Wfr, Nj, Nk.— var. Harrövii Milde. Fiedern am Grunde- fast spießförmig. Ho, Nj, Nk. — var. lobatocrendtum Lam. u. DC. Fiedern gelappt bis fiederspaltig.. W#f, Nj, Nk. — var. umbrösum Milde. Schattenform mit schlaffen Blättern u. größeren Fiedern. Nj, Nk. — var. microphyllum Milde. Form sonniger Standorte mit niedrigem Wuchs und kleineren Blättern. Wf#f, Nj, NK.
A. septentrionale X Trichomanes (= A. germänicum Weis). Deutscher M, Durch die lineal-keilfg. Bl.abschnitte, das ganzrandige Indusium und den fast bis an die Spreite kastanienbraunen Stiel leicht von A. Ruta muraria zu unter- scheiden.
Kieselhaltiges Gestein, im Geb. nur mit den Erzeugern. Wb Lichtenwald u. Scheibelberg b. Donaustauf, Schönberg u. Ramspau b. Regenstauf, Hals u. Oberhauser Leite b. Passau; Wo Ulrichsgrün, Engelmannsbrunn, Arnstein, Nabburg; Wf Berneck bis Gefrees, Oberkotzau; Wir Wirsberg, Guttenberg, Neumühle, Wildenstein, Grafengehaig, Wartenfels, Bernstein a. W., Ober- rodach, Tal d. Wild. Rodach, Steinwiesen, Geroldsgrün, Naila; Nb Miltenberg, Klingenberg; Pn (Donnersberg gg. das Langenwalder Tal?), unteres Alsenztal (ob noch?), (Nahetal, Kusel?).
A. pertrichomanes X septentrionale (= A. Heufleri Reichardt). Unter- scheidet sich von A. germanicum: Bl.stiel und Mittelstreif der Spreite bis an oder über die Mitte der Spreite kastanienbraun; letzte Abschnitte verkehrt eifg. bis rhombisch.
Im Geb. in var. Baumgartneäri (Dörfler) Asch. u.Gr. Spreite schmal-lanzett- lich, am Grunde doppelt gefiedert. Nb Kreuzwertheim u. Hasloch im Spessart.
b. Bl. doppelt bis 4fach gefiedert. 1. Bl.stiel ungefähr so lang oder länger als die Spreite. &. Indusium fransig-gezähnt.
27. A. Ruta muräria L. Mauer-M. Bl. 5—25 cm, glanzlos, kahl, im Umriß dreieckig-eifg. oder länglich-lanzettlich, 2—3fach gefiedert; Abschnitte eifg. oder länglich, am Grunde keilig, im übrigen sehr vielgestaltig; Stiel grün, nur nahe dem Grunde schwärzlich. 2l. 7—8. — Zirkumpolar.
Fam. 1. Polypodiaceae. 13
Felsen u. Mauern, auf Kalk u. Urgestein. Verbr. (A — 1959 m); doch Wb im Hauptzuge sehr selten, z. B. zw. Lohberg u. Lam, adv. Bahnhof Eisenstein.
Ändert ab: A. Bl, meist nicht über 6 cm lang u. im Umriß dreieckig. var. Brunf&lsii Heufler. Fiederchen oben abgerundet u. gekerbt. Verbr. —var. Matthioli Heufler. Fiederchen oben abgerundet u. fast ganzrandig. Njl. — var. brevifölium Heufler. Fiederchen oben gestutzt, kammförmig gezähnt. Nj. —B. Bl. über 10 cm lang, meist 3fach zefie- dert u. im Umriß oft verlängert. — var. pseudo-germänicum Heufler. Fiedern entfernt, Fiederchen schmal rhombisch od. keilförmig, am Rande eingeschnitten-gezähnt. Verbr. — var. leptophöllum Wallr. Fiedern genähert, Fiederchen gekerbt; Bl. bis 12 cm lang. Njl. — var. elätum Lang. Fiedern genähert, Fiederchen eingeschnitten-gezähnt; Bl. oft bis 25 cmlang. W£f, N. — var. heterophüjllum Heufler. Sporentragende Bl. teils doppelt gefiedert, teils 3zählig. Nj.
ß. Indusium ganzrandig oder etwas gekerbt. a. Bl. derb, Fiederchen eifg. oder länglich, am Grunde oft keilfg.
23. A. Adiäntum nigrum L. Schwarzer M. Bl. dicht büschelig, 15—40 cm; Stiel dunkelbraun bis schwarzpurpurn, oft in seiner oberen Hälfte oberseits grün, wie die Spindel flachrinnig; Spreite 3eckig-eifg. bis lanzettlich, doppelt bis 4fach gefiedert, kurz oder lang zugespitzt, selten stumpf. 21. 7—10. — Pfl. der alten Welt, insbes. mediterran-afrikanisch.
Zerfällt in folgende Unterarten:
ssp. A. euneifölium Viv. (= var. serpentini Koch). Im Geb. in var. anthrisci- fölium Milde. Bl. nicht glänzend, im Herbste absterbend, feiner zerteilt als bei den folgenden U.-A.; Fiedern gerade und spitzwinkelig abstehend; Fiederchen keilfg. bis keilfg.-verkehrt-eifg., in ihrer unteren Hälfte ganzrandig, in der oberen eingeschnitten-gezähnt.
Serpentinfelsen. Wf£f Erbendorf, Oberkotzau; Wfr Kupferberg.
ssp. A. nigrum Heufler. Bl. glänzend, lederig, überwinternd; Fiedern gerade abstehend; Fiederchen eifg. bis breit-verkehrt-eiig.
Felsen kieselhaltigen Gesteins. Wb (früher Scheibelberg b. Donaustauf), Metten, auf Mauern, wohl ursprünglich angepflanzt. Nb Aschaffenburg (Schmerlenbacher Wald, Büchelberg), Klein- ostheim, Klingenberg, Wernfeld b. Gemünden; R Rupboden bei Brückenau, Sandberg b. Neustadt a. S.; Pm Dürkheim, Neustadt, Wachenheim, Grünstadt, Waldfischbach, Dahn, Ernstweilerer Tal, zw. Wörschweiler u. Beeden; Pn Altenbamburg, Donnersberg.
ssp. A. Onöpteris Heufler. Bl. glänzend, lederig, überwinternd; Fiedern
aufwärts gekrümmt, zusammenneigend; Fiederchen meist länglich. Felsen. Nb Wernfeld b. Gemünden, Hasloch im Spessart.
b. Bl. zart, fein zerteilt mit lineal-keilfg. Fiederchen.
29. A. fissum Kit. Zerteilter M. Bl. 10—20 cm, hellgrün, dichtgebüschelt, aufrecht; Stiel unterwärts schwarzbraun, oberseits seicht-rinnig mit Mittelleiste; Spreite im Umriß länglich-lanzettlich, 3—4fach gefiedert. 2. 7—9. — Ostalpin.
Kalkgeröll. As Seehauser Kienberg bei Ruhpolding, 750—1140 m; (Watzmann (?), „auf dem Loibl‘“ b. Berchtesgaden (?)).
2. Bl.stiel kürzer als die Spreite.
30. A. lanceolätum Huds. (= A. Billötü F. Sch.). Lanzettblätteriger M. Bl. 14—40 cm, überwinternd; Stiel wie der untere Teil der Spindel glänzend rotbraun; Spreite doppelt gefiedert, im Umrisse länglich, am Grunde nicht ver- breitert; Fiedern sehr kurz gestielt; Fiederchen eifg., stachelspitzig-gesägt bis fast fiederspaltig. 21. 7—8.
Vogesensandstein. Pm südl. von Fischbach.
14 Fam. 1. Polypodiaceae. — Fam. 2. ÖOsmundaceae.
10. Pteridium Kuhn. Adlerfarn.
31. P. aquilinum (L.) Kuhn. Gemeiner A. Grundachse weitkriechend; Bl. 50—150 cm, im Umrisse dreieckig, steif, meist hellgrün, 2—3fach gefiedert, unterseits in der Regel kahl oder auf den Nerven behaart; die Gefäßbündel des Stiels bilden auf einem nahe dem Grunde etwas schief geführten Querschnitt die Figur eines Doppeladlers. 21. 7—9. — Fast Kosmopolit.
Waldblößen u. -ränder, unbebaute, seltener bebaute, früher bewaldete Orte, Bahndämme, gerne auf sandigem, kalkarmem Boden. Verbr. (A — 1140 m), auch auf diluvial. oder kretazischer Überdeckung von Njl nicht selten; spärlicher Nm.
Ändertab: var.lanuginösum Hook. Spreite unterseits dichter kurzhaarig bis seidig- wollig. Ho, Wf, Nk, Nb.
11. Allosörus!) Bernh. Roll- oder Roßfarn.
32. A. erispus (L.) Bernh. (= Cryptogramme crıspa R. Br.). Krauser R. Grundachse verzweigt, kurzkriechend; Bl. 10—30 cm, zart, hellgrün, langgestielt; Abschnitte der unfruchtbaren Bl. breiter und dichter stehend als die der sporen- tragenden. 2l. 8—9. — Europäisch-arktisch-alpin; Japan.
Gneisfelsen. Wb Keitersberg (1000—1040 m), Arber (1380—1430). 4
Adiäntum Capillus Veneris L. Venushaar. Bl. 2—4fach gefiedert, Abschnitte letzter Ordnung aus schief-keilföürmigem Grunde verkehrt-eifg., vorne meist eingeschnitten-gelappt; Sori von umgeschlagenen, braunen Randlappen bedeckt.
Heimat: Mittelmeerländer, Tropen. — Wb Schloß Egg, aus dem Glashaus verwildert an einer Gartenmauer (1883).
12. Polypödıum L. Tüpfelfarn.
33. P. vulgäre L. Gemeiner T. Bl. 10—35 cm, überwinternd, im Umrisse eifg. bis lanzettlich, Fiedern lineal-länglich, meist gesägt und vorne gerändert, Sekundärnerven größtenteils 2mal gegabelt; Bl.stiel und Spindel strohgelb oder grünlich. 21. 7—9. — Zirkumpolar, aber auch Südafrika, Kerguelen.
Schattige Felsen, Baumstämme. Verbr. (A — 1360 m) od. zerstr.; seltener: Hbu Schönbühel; Nj Neuburg a. D., Monheim, Deggingen, Eichstätt bis Kipfenberg, Riedenburg, Weltenburg, Regens- burg, Amberg; Nm Hammelburg.
Ändert ab: var. attenudtum Milde. Abschnitte vom Grund an verschmälert, spitz. Ho, Nj?2, Nk. — var. angüstum Hausm. Sekundärnerven der Bl.abschnitte nur einmal gegabelt; Spreite auffällig schmal. Aa, Wb, Njl u. Nj2.,
In Kümmerformen und Spielarten: f. pyvgmatum Schur. Sehr niedrig u. mit nur wenigen Fiedern. Wf. — lus. auritum Wallr. Fiedern, bes. der unteren Abschnitte, teil- weise geöhrt. Ho, Wf, Pm.— f. monstr. furcdtum Milde u. f. monstr. trifidum Zimmermann. Bl. einfach od. 2fach gegabelt. Pm.
Fam. 2. "Osmundäceae. Rispenfarngewächse.
Ausdauernd, mit unterirdischer Grundachse. Bl. in der Knospenlage ein- gerollt, ohne Spreuschuppen. Sporentragende und sporenlose Bl.teile sehr verschieden gestaltet, erstere + rispig. Vorkeim laubartig, grün, oberirdisch.
Osmünda L. Rispenfarn.
34. O0. regälis L. Königsfarn. Bl. 50—160 cm, langgestielt, doppelt- gefiedert, hellgrün; unfruchtbare Bl. oder Bl.teile mit schief gestutzten, läng-
1) Griech. d/Aog und 0000g, Haufe,
Fam. 3. Marsiliaceae. — Fam. 4. Salviniaceae. 15
lichen Fiederchen ; sporentragende Bl.teile endständige Rispen oder seitenständige Ähren an unfruchtbaren Bl.zweigen bildend. 2. 6—7. — Fast Kosmopolit.
Feuchte, moorige Wälder. Nk Forkendorf b. Bayreuth (ob spontan ?); Pv Bienwald; Pm Deidesheim, Wachenheim, Speyerdorf, Edenkoben, Gleisweiler (Kohleck am Blättersberg u. Hain- bachtal), Wilgartswiesen, Waldfischbach, Kaiserslautern, Kirkel, Eppenbrunn, Pirmasens, St. Remig an d. Lauter, (früher Zweibrücken).
Fam. 3. Marsiliäceae. Schleimfarngewächse.
St. kriechend. Bl. in der Knospenlage spiralig eingerollt. Sporangien mit Makro- und Mikrosporen, in eine bohnenfg. oder kugelige, fr.ähnliche H. ein- geschlossen.
A.Bl. langgestielt, 4zählig, kleeblattähnlich. Marsilia 1. B. Bl. pfriemlich. Piluläria 2.
1. Marsilia Baumg. Kleefarn.
35. M. quadrifölia L. Vierblätteriger Kl. St. bis 50 cm; Bl.abschnitte ganz- randig, vorne abgerundet, ausgewachsen kahl; Sporangien zu 1—3, gestielt, etwas über dem Grunde des Bl.stieles. 21. 9—10. — Zirkumpolar (aber Amerika nur Connecticut).
Stehende Gewässer, Gräben. (Ho früher Schechen nördl. von Rosenheim); Pv Altripp, (früher Germersheim). Fruchtet nur außerhalb des Wassers. — f. aqudtica A. Br. Üppiger entwickelt, nie fruchtend. Pv.
2. Piluläaria L. Pollenfarn.
36. P. globulifera L. Kugelförmiger P. Bl. jung schneckenfg. eingerollt, später aufrecht, meist 5—10 cm hoch, binsenartig; Sporangien einzeln am Bl.grunde sitzend, bis erbsengroß, kugelig, kurzhaarig, zuletzt dunkelbraun. 2l. 7—9. — Europäisch, mit atlantischem Charakter.
Schlammige Stellen, bes. Weiherränder, Moorgräben. Ho Werdensteiner Moor b. Immen- stadt; Nk zieml. verbr.; (Nb früher Kahl b. Aschaffenburg); Pv Neustadt, Haßloch, Speyer; Pm Neustadt, (Zweibrücken [?]. Kaiserslautern [?]J); Pn Landstuhl.
Die Form mit Schwimmblättern (f. natans Mö£rat) Pm zw. Misau u. Bruchmühlbach b. Homburg.
Fam. 4. Salviniäceae. Schwimmfarngewächse.
SchwimmendePil. Bl. in der Knospenlage der Länge nach gefaltet. Makro- und Mikrosporangien in getrennten Sori.
A. Stämmchen spärlich verzweigt; Bl. quirlig. gestellt, davon zwei ungeteilte Luftbl. und ein untergetauchtes, w.ähnliches, verzweigtes Wasserbl.
Salvinia 1.
B. Stämmchen reich verzweigt; Bl. zweizeilig, zweiteilig, nur % mm lang, wirkliche Wasserw. vorhanden. Azölla 2.
1. Salvinia Mich. Schwimmfarn.
37. S. natans (L.) All. Schwimmfarn. St. 2-6 cm; Schwimmbl. aus schwach herzfg. Grunde elliptisch, stumpf, oberseits bläulichgrün, warzig, unterseits dicht angedrückt behaart; Sporangien am Grunde des Wasserbl. ©. 9—10. — Mediterrangebiet bis China und Japan.
"“ "Auf stehenden Gewässern schwimmend. Nk um Nürnberg („eingesetzt“), Knittelsbach a. d._Wörnitz (1891); Pv Maudach, Neuhofen b. Ludwigshafen (im Altrhein), Germersheim.
16 Fam. 4. Salviniaceae. — Fam. 5. Ophioglossaceae.
2. Azölla Lam.
A. caroliniäna Willd. Pil. nur fingernagelgroß, gabelig verzweigt; Bl. grün, unterseits oft rot, ihr oberer Abschnitt länglich-rhombisch, stumpflich: Trichome der Oberseite papillös, oft 2zellig. 2]. 8—10.
Heimat: Wärmeres Amerika. — Nk An tiefen, ruhigen Stellen der Rednitz u. Regnitz bei Nürnberg (Stein, Allmoshof, Lohe) u. Baiersdorf aufgetreten.
A. filiculoides Lam. Wuchs größer, Verzweigung ech oberer Bl.abschnitt stumpfer, mit einzelligen Trichomen, sonst wie die vorherghd. Art. . 8—10
Heimat: Trop. Amerika. — Nk in mehreren Gewässern um Nürnberg (‚eingesetzt‘).
Fam. 5. Ophioglossäceae. Natternzungengewächse.
Ausdauernde, krautartige Gewächse. Fruchtbare Bl. aus 2 Teilen bestehend. Der hintere, unfruchtbare Teil laubartig, fleischig-dicklich, ungeteilt oder fiederig; der vordere eine gestielte Sporangienähre oder -rispe. Sporangien ohne Ring, mit einem Querriß aufspringend. Vorkeim sehr klein, unterirdisch, nicht grün. A. Sporentragender Bl.abschnitt eine Ähre, unfruchtbarer ganzrandig. Ophioglössum 1.
B. Sporentragender Bl.abschnitt eine + verzweigte Rispe, unfruchtbarer 4—4fach gefiedert. Botrychium 2.
1. Ophioglössum L. Natternzunge.
38. O0. vulgatum L. Gemeine N. Bl. einzeln, 5—20 cm, unfruchtbarer Bl.abschnitt eifg. oder eifg. bis lanzettlich, mit kurz-keiligem Grunde, netz- aderig; sporentragender Bl.teil am Grunde des anderen entspringend, zuletzt ihn weit überragend, bisw. 2—3 ährig. 2|. 6—7. — Europa, Nordamerika zerstr.
Feuchte Wiesen u. Triften. (A — 940 m.) As Scharitzkehl, Staufen; Hbu um Lindau; Ho Murnau, Waakirchen, zw. Oberalting u. Meiling; zw. Bernau u. Rottau a. Chiemsee, Piding;.Hu Breitenbronn bei Zusmarshausen, Schleißheimer Weiher, Schwarzhölzl im Dachauer Moor, Föhring b. München, Sempter Heide, Haag a. d. Amper, St. Gilla b. Regensb., Hadersbach b. Mallersdorf, zw. Deggendorf u. Plattling; Nj (meist Nj?2) Rohrberg b. Weißenburg, Hersbruck, Amberg, Hetzles, Pinzberg, Seehof b. Bamberg, Spießberg u. Wolfsloch westl. Altenkundstadt, (früher Weltenburg); NK häufiger; Nb Aschaffenburg, zw. Döhlau u. Untersteinach b. Bayreuth; R Pilsterkopf D: Römers- hag, Dammersfeld, Ziegenhölzlein b. Stockheim; Pv Speyer, Germersheim, (früher Frankenthal, Dürkheim, Schifferstadt (ob noch ?)); Pm Landstuhl, Zweibrücken, Kirkel, Hornbach (ob noch 9).
2. Botrychium Sw. Mondraute.
A. Unfruchtbarer Bl.teil im Umrisse länger als breit, länglich bis eifg.-dreieckig, stets ganz kahl.
I. Sporentragender Bl.teil + langgestielt.
39. B. Lunäria (L.) Sw. Gemeine M. Pil. 5—20 cm; unfruchtbarer Bl.teil einfach gefiedert oder nur fiederteilig, im Umriß länglich, seine Fiedern halb- mondlig., obere keilfg., vorne breit abgerundet, meist gekerbt oder ganzrandig, gabelnervig, ohne Mittelnerv; fruchtbarer Teil 2—3fach gefiedert, zuletzt zusammengezogen. ?2l. 6—9. — Fast Kosmopolit.
Trockene Wiesen, steinige Berghänge. A (— 2150 m), Ho u. W verbr.; Hbu Unterhochsteg; Hbo nicht beob.; Hu Dinkelscherben, Kreut b. Neuburg a. D., Baiern im Donaumoos, Augsburg, Kaufering, München, Landshut, Regensburg, Straubing; Nj zerstr.; Nk Dinkelsbühl, Buschschwabach, zw. Zumberg u. Heilbronn b. Feuchtwangen, Nürnberg, Klardorf, Schwandorf, Bamberg, Bayreuth, Schweinfurt; Nm Lindelbach b. Randersacker, Hammelburg; Nb Striet b.Aschaffenburg, Rohrbrunn;
Fam. 5. Ophioglossaceae. — Fam. 6. Equisetaceae. 17
R nicht selten; Pv Iggelheimer Wald, Dürkheim, Haßloch, Maxdorf; Pmm zerstr., z. B. Kaiserslautern, Homburg, Blieskastel; Pn Donnersberg.
Ändert ab: f. incisum Milde. Fiedern bis über die Mitte — eingeschnitten. Aa,
II. Sporentragender Bl.teil kurzgestielt.
40. B.rutäceum Willd. (= B. matricariaefolium A. B.'). Rautenblätterige M, Pfl. 8—20 cm; unfruchtbarer Bl.teil mit fiederspaltigen Fiedern, im Umriß eifg. bis eifg.-dreieckig, Fiedern lineal-länglich, mit rundlichen oder länglichen, stumpfen Fiederlappen und mit deutlichem Mittelnerv; sporentragender Teil meist sehr breit verästelt, kürzer oder länger als der übrige Bl.teil. 2|. 6—7. — Europa, auch Antarktis.
Trockene Hügel, Triften, offene Waldstellen. Wb Zwiesel, Eisenstein, Brennessattel gg, Kl. Arbersee, zw. Racheldiensthütte u. Waldhäusern; Wf Hebanz b. Marktleuthen, Grundmühle nördl. Marktschorgast; Wfr Birken b. Presseck; Nk Klardorf, um Nürnberg, zw. Tennenlohe u, Erlangen, Ebersbrunn im Steigerwald; R Schwabenhimmel; Pn Eppenbrunn.
B. Unfruchtbarer Bl.teil im Umrisse breiter als lang, dreieckig, 2—4fach fieder- schnittig, mindestens in der Jugend behaart.
I. Unfruchtbarer Bl.teil fleischig.
41. B. Matrieäriae (Schrk.) Spreng. (= B. rutaefolium A. Br. = B. ternatum A. europaeum Milde). Kamillenblätterige M. Pfl. 5—20 cm; unfruchtbarer Bl.teil überwinternd, neue 1—2, über der Abtrennungsstelle des ihn stets überragenden sporentragenden Teiles langgestielt; letzte Abschnitte rund- lich- bis länglich-eifg., ganzrandig oder schwach gekerbt. 2|. 7. — Zirkum- polar, aber zerstr.
Lichte Waldstellen, kurzgrasige Wiesen. (Hu früher Hagforst b. Hadersbach, Bez. Mallers- dorf); Wo zw. Beerenfels u. Blaublumenfels b. Waldmünchen; Wf Waltershof b. Wunsiedel; Nj früher im Paintener Forst (zw. Nußhausen u. Meierhofen) sowie b. d. Zigeunertafel zw. Kelheim u. Hemau; im Hienheimer Forst b. Weltenburg (Antonimartersäule; ob noch ?); Nk zw. Dutzend- teich u. Altenfurth.
II. Unfruchtbarer Bl.teil dünn.
42. B. virginianum (L.) Sw. Virginische M. .Pfl. (im Geb.) 7—20 cm, unfruchtbarer Bl.teil sommergrün, fast sitzend, letzte Abschnitte länglich, eingeschnitten-gezähnt bis fiederspaltig; sporentragender Teil langgestielt, zierlich. 2. 7—8. — Zirkumpolar, mit nördl. Verbreitung.
Lichte Waldplätze. As am Steinberg b. Ramsau 975 m.
Fam. 6. Equisetäceae. Schachtelhalmgewächse.
Ausdauernd, krautig. Grundachse tief in der Erde liegend, verzweigt. St. hohl, meist gefurcht, durch Knoten gegliedert. Bl. zu Scheiden verwachsen, oben zahnfg. Äste, wenn vorhanden, die Scheiden am Grunde durchbrechend. Der ährenfg. Sporangienstand aus schildfg. Trägern bestehend, die an ihrer Innenseite die Sporangien tragen. Sporen alle gleichfg., von 2 schraubig ge- wundenen Bändern (Schleudern, Elateren) umgeben. Prothallium grün und bl.artig, verzweigt, unregelmäßig geschlitzt. Vgl. Abb. II a—d.
1) Bezügl. B. ramosum vel. G. E. Davenport, The ferm Bull. XIV. 1906, Vollmann, Flora. 2
18 Fam. 6. Equisetaceae.
Equisetum L. Schachtelhalm.
A. Sporentragende St. weißlich oder rötlich, von den unfruchtbaren verschieden.
I. Sporentragende St. meist vor den Laubst. erscheinend, astlos, (fast) ohne Chlorophyll, nach der Reife absterbend.
a. Scheiden des fruchtbaren St. 6—12zähnig.
43. E. arvense L. Acker-Sch. St. 5—40 cm, Scheidenzähne des frucht- baren St. lanzettlich, zugespitzt; unfruchtbare St. grün,‘ 6 bis 19rippig, ihre
Abb. Ia—d. Equisetum arvense. a) Stück eines unfruchtbaren Stengels; 5) Sporangienstand; e) Sporangienträger; d) Spore mit Elateren (e u. d vergrößert).
eg. Lycopodium clavatum. e) Ende eines Stengels mit Sporangienähren; /) Sporen-
tragendes Blatt, vergrößert; g) Keimpflanze mit Prothallium (P‘), letzteres tief unter
der Erdoberfläche (punktierte Linie), etwa 2/3 natürl. Größe (g nach Bruchmann).
Scheidenzähne dreieckig-lanzettlich; Äste unverzweigt oder verzweigt, Zähne ihrer Scheiden dreieckig, lang zugespitzt. 21. 3—4. — Zirkumpolar. Äcker, Wegränder, Bahndämme. Verbr. (A — 1360 m).
Ändert ab: An sonnigen Standorten Stengel den Ästen gleichfarbig: var. agr&ste Klinge, Äste unverzweigt (so am häufigsten). — var. ramulösum Ruprecht, Äste verzweigt. — An schattigen Orten Stengel blasser grün als die 4- oder 3rippigen, horizontal abstehenden (rar. nemorösum A. Br.) od. aufrechten (rar. comösum Wörlein) od. 5Srippigen, reichlich verzweigten (rar. pseudosilvrdtieum Milde) Äste. — var. campöstre F.Sch. Sporentragende St. mit den Laubst. erscheinend u. diesen ähnlich. Selten.
b. Scheiden des fruchtbaren St. 20—35zähnig.
44. E. maius Gars. (= E. Telmateia Ehrh. = E. maximum Lam.). Großer Sch. St. 10-130 cm, fruchtbare und unfruchtbare St. beinweiß oder etwas grünlich,
Fam. 6. Equisetaceae. 19
nicht gefurcht; Scheidenzähne lanzettlich-pfriemenfg.; Äste der Laubst. meist unverzweigt. 2l. 4—5. — Zirkumpolar.
Feuchte, tonige Wälder, Flachmoore. A (— 1360 m), Hb, Ho, Nj? u. Nk verbr.; Hu zerstr., z. B. Neuburg =D, Augsburg, München, Freising, u ne Nji Marxheim, Lechsend, Altisheim, Oberndorf b. Abbach; Nj?2 Tiefenellern b. Bamberg; Nm Döhlau b. Bayreuth; Nb Steinbach b. Aschaffenburg; R Haselbach b. Bischofsheim; Pm Zweibrücken, Bamberg, Bergzabern, Neustadt.
Ändert ab: var. serötinum A. Br. Laubsproß mit Sporangienähre. Hbo, Nj?. — var. hümile Milde. Fruchtbarer St. niedrig, Scheiden sich größtenteils deekend: bes. Herbstform. — var. breve Lange. Laubst. niedrig (5—25 cm), Internodien kurz. / Antrockenen, aber auch an feuchten, sonnigen Orten. Ho nicht selten. — f. monstr. digitätum Luers»- sen. Ähre der Sporenst. wiedchois gegabelt. Ho.
II. Sporentragende St. gleichzeitig mit den Laubst. erscheinend, anfangs astlos, nach der Sporenreife grüne Äste entwickelnd und dann den Laubst. ähnlich.
a. Zähne der St.scheiden zu 3—: lanzettlichen, — stumpflichen Lappen
verbunden.
45. E. silväticum L. Wald-Sch. St. 15—60 cm; Laubst. mit quirlig ver- zweigten, —5rippigen, meist zurückgeschlagenen, dünnen Ästen und 3seitigen Ästchen; St.scheiden glockig, unterwärts grün, oberwärts braun, ihre Zähne so lang wie die Röhre; Scheiden der Ästchen mit 3 pfriemlichen Zähnen. 2. 5—6. — Zirkumpolar.
Wälder u. feuchte Triften. Verbr. (A — 1430 m); Hbu nur Schönbühel oberh. Mozach;
ne f. arvönse Baenitz. Niedriger, heller grün; Äste dicker u. dichter. Sonnige Standorte. — Zus. polystäckyum Milde. Ähren auch a. d. Spitzen der Äste. Hu.
b. Zähne der St.scheiden 10—15, spitz, trockenhäutig.
46. E. pratense Ehrh. Wiesen-Sch. St. 7—30 em; Laubst. mit meist ein- fachen, 3rippigen Ästen; Scheiden der Äste mit 3 eifg., spitzen Zähnen. 2. 5—6. — Zirkumpolar.
Feuchte Waldwiesen, Gebüsche. Hu Schwarzwöhr b. Plattling (?); Wf Entenmühle b. Ge
frees; Wfr zw. Nordhalben u. Tschirn; Nj zw. Treuchtlingen u. Pappenheim; Nk Aichig u. Bauern- höfen b. Bayreuth; Pv zw. Speyer u. Schifferstadt.
Ändert ab: var. ramulösum Ruprecht. Äste der Laubsprosse öfters 4rippig, etwas verzweigt. NK. i B. Sporentragende und unfruchtbare St. gleichgestaltet, grün. I. Ähre stumpf, Scheidenzähne bleibend, St. wenig rauh oder glatt, nicht überwinternd. a.St. tief 6—8furchig.
47. E. palüstre L. Sumpf-Sch. St. 20-50 cm, dünn, meist ästig; Scheiden locker anliegend, am Rücken mit rinnigen Längsfurchen, mit 6—10 dreieckig-lanzettlichen, oberwärts schwarzbraunen und breit weiß berandeten Zähnen; unterste Scheide der Äste schwarz. 21. 6. — Zirkumpolar.
Gräben, Ufer, Sumpfwiesen. Verbr. (A — 1800 m). ER rar. simplicissimum A. Br. St. nicht od. fast nicht ästig. Selten: Ho, Nk. — f. volystächyum Weigel. Äste mit einer Ähre abschließend. Nicht selten.
b. St. mit 12—25 seichten Rillen.
48. E. limösum L. (= E. Heleocharis Ehrh.). Schlamm-Seh. St. 30—120 cm, — dick, glatt, gewöhnlich astlos; Scheiden eng anliegend, ohne Rückenfurche, mit 12—25 lanzettlich-pfriemlichen, sehr schmal häutig berandeten Zähnen. 2. 6. — Zirkumpolar.
Sümpfe, Teiche, Seeufer. Verbr. (A — 1220 m).
20 Fam. 6. Equisetaceae.
Ändert ab: var. fluviätile (L.) Asch. St. beästet; Äste alsdann öfters Ähren tragend: f. polyvstächyum (Brückner) Lej. Beide nicht selten. — var. uliginösum (Mühlenb.) Milde. St. nicht hoch, dünn, mit weniger Rillen; sonst wie der Typus. Ho.
E. arvense x limosum (= E.litoräle Kühlewein).. Hu Donauwörth; Nk um Nürnberg mehr- fach, Tennenlohe b. Erlangen, Hirschaid; Pv Scheidt.
I. Ähre in ein Spitzchen endigend; Scheidenzähne häufig ganz oder teilweise abfallend; St. + rauh, oft überwinternd.
a. Scheidenröhre + so lang wie breit, fast zylindrisch; Zähne wenigstens der unteren und mittleren Scheiden frühzeitig abfallend; St.rippen flach oder kaum merklich gefurcht.
49. E. hiemäle L. Überwinternder Sch. St. 40—100 cm, dick, meist grau- grün, mit weiter Zentralhöhle, astlos oder am Grunde ästig; Scheiden flach gerieft, weißlich, vorne und oft auch am Grunde schwarz, nach dem Abfallen der (10—30) Zähne meist kurz- und stumpf-gekerbt. 2|. 5—6, auch 8—9. — Zirkumpolar (aber in Europa im eigtl. Mittelmeergeb. fehlend).
Feuchte Wälder, Schluchten. (A —. 1200 m.) Am Ammergau, Partenkirchen, Neuhaus b. Schliersee, Wendelstein; As Seehaus b. Ruhpolding, Hochfelln, Reichenhall; Hbu Unterhochsteg; Hbo zieml. verbr.; Ho nicht selten; Hu Neuburg a. D., Berg i. Gau, Rain, Lechfeldrand zw. Mering u. Bergen, Augsburg, zw. Gundelshausen u. Oberndorf, Ingolstadt, Landshut, Irlbacher Au, Deggenau b. Deggendorf, Simbach; Wb Passau; Nj Neuburg a. D., Gerolfing, Wemding, Mon- heim, zw. Kelheim u. Weltenburg; Nk Schwabach, Fürth, Ebensfeld, Bayreuth, Bamberg, Michelau b. Lichtenfels; Nm Schonungen; Nb Aschaffenburg, Niedernberg, Alzenau; R Dammersfeld; Pv zw. Speyer u. Schifferstadt, Frankental; Pm Leinbach zw. Altleiningen u. Peterskopf, Contwig (ob noch ?).
, Ändert ab: var. ramigerum A. Br. An den mittleren Scheiden 2—5 Quirle langer Äste. Hu. — var. Döllii Milde. Zähne wenigstens an den mittl. u. oberen St.scheiden größtenteils bleibend, etwas rauh u. gefurcht. Zerstr.
b. Scheiden länger als breit; Zähne ganz oder teilweise bleibend.
1. St.rippen konvex, ohne Rückenfurche; Scheiden (ohne Zähne) 7—15 mm lang, glockenfg. erweitert; St. sommergrün.
50. E. ramosissimum Desf. Ästiger Sch. St. zahlreich, büschelig und dann niedrig (bis 30 cm) und sehr dünn oder einzeln, aber höher (40—80 cm) und dicker, graugrün; Scheiden graugrün, mit 6—25 Rippen, unterer Teil der Zähne schwarzbraun, + breit weiß berandet. 2|. 6. — Zirkumpolar, beinahe Kos-
mopolit.
Sandige Stellen, Heiden. Ho Fridoliing bei Laufen; Hu Lechfeld b. Kaufering, Augsburg, Kissing, Mergentau, Ottmaring, Mering, Aindling u. Rain; Moosach, Ludwigsfeld b. München, Feldmoching, Freimann, Ober-Wöhrd in Regensburg, Dingolfing; Nj Kelheim; Pv Oggersheim, Frankenthal, Maxdorf, Ludwigshafen, Speyer, Haßloch.
d; Ändert ab: var. virgätum (A. Br.) Milde. St. astlos od. nur mit vereinzelten Ästen. Hu. — var. gräcile (A. Br.) Milde. St. mit regelmäßigen Astquirlen. Hu.
2, Jede St.rippe mit einer Rückenfurche; Scheiden (ohne Zähne) 4—5 mm lang; St. meist überwinternd.
&. Scheiden nach vorne etwas erweitert.
51. E. variegätum Schleich. Bunter Sch. St. 0,7—2 mm dick, 10—30 cm hoch, einfach oder nur am Grunde ästig, graugrün; Scheiden schwarz gesäumt, Zähne 4—12, aus breiterem Grunde plötzlich in eine pfriemliche, später ab- fallende, rauhe Spitze verschmälert. 2|. 7—8. — Zirkumpolar-montan, mit nördl. Verbreitung.
Feuchte, sandige Orte, Flußufer, Sümpfe, Waldschluchten. A (— 2100 m) u. Ho auch abseits von Flüssen verbr. Hbo Stockenweiler, Rohrachtobel; Hbu Laiblachmündung bis Wasserburg; Hu gegenüber Ho an Häufigkeit abnehmend, doch bis zur Donau gehend; Nj! zw. Neuburg u. Ober- hausen; Nk Fürth, Steinach, Staffelstein; Nb zw. Rauental u. Steinbach b. Aschaffenburg; Pv Mörsch, Oppau, Ludwigshafen.
Fam. 6. Equisetaceae. — Fam. 7. Lycopodiaceae. 21
Ändert ab: var. alpestre Milde. Scheiden ganz schwarz. — var, Wilsöni Milde. Rippen mit schwacher Rückenfurche, flach od. konvex; Scheiden schmal schwarz gesäumt. Pv.
ß. Scheiden eng anliegend.
52. E. trachyodon A. Br. Rauhzähniger Sch. St. 1,5—2,5 mm dick, 20—50 cm hoch, einfach, an den Kanten von einreihigen, runden Kieselhöckern sehr rauh; Scheidenzähne 8—14, schwarzbraun, lanzettlich-pfriemlich; Sporen sehr häufig fehlschlagend. (Vielleicht E. hiemale X variegatum.) 2.4 (an überwinterten St.) oder 7—8. — Atlantisch.
Sandig-kiesiger Boden, seltener Sumpfwiesen. Pv Mundenheim b, Ludwigshafen, Speyer.
Fam. 7. Lycopodiäceae. Bärlappgewächse.
Ausdauernd, mit gabelig verzweigten Wurzeln. St. verzweigt, meist kriechend, seltener aufsteigend, dicht mit kleinen, ungeteilten und ungestielten Bl. besetzt. Sporangien einzeln, in einem Querriß aufspringend. Sporen alle gleichgestaltet. Prothallium knollen- oder rübenfg., + unterirdisch, nicht grün. Vgl. Abb. ITe—g, 8. 18.
Lycopödium L. Bärlapp. A. Sporangien in den Achseln der normalen, nicht zu einer Ähre vereinigten Bl.
53. L. SelägoL. Tannen-B. St. 5—30 cm, aufsteigend, dick; Äste + gleich- hoch; Bl. lineallanzettlich, ganzrandig oder sparsam gezähnelt, zugespitzt, angedrückt oder ungleich-abstehend, nicht selten kurzgestielte Brutknospen an der Spitze der Sprosse tragend. ?|. 7—9. — Fast kosmopolitische Gebirgspfl.
Wälder, Moore. A (— 2080 m) verbr.; Hbu fehlend; Hbo u. Ho zerstr.; Hu Haspelmoor; W zieml. verbr., aber Wfr nur Geroldsgrün; Njl Monheim, Veldensteiner Forst; Nj? Neumarkt, Moritzberg b. Nürnberg, Hersbruck, Schnabelwaid, Burgkundstadt; Nk nicht selten; Nb Hain, Heigenbrücken; R zw. Werberg u. Kothen, zw. Untergeiernest u. Neuwirtshaus; Pm Neustadt bis Dürkheim, Retschbachtal, Dahn bis Bergzabern, Leinbachtal; Biebermühl bis Talfröschen, Tripp- stadt, Waldfischbach, Kaiserslautern.
B. Sporangien in den Achseln von Tragbl., eine endständige Ähre bildend. I. Ähre undeutlich; Sporangientragbl. den übrigen Bl. ähnlich.
54. L. inundatum L. Sumpf-B. St. kurz, wenig verzweigt, kriechend, mit vielen W. und lineal-pfriemlichen, ganzrandigen Bl. ; die sporentragenden Sprosse aufrecht, 2—10 cm hoch; Tragbl. der Ähre aus gezähneltem, eifg. Grunde lineal zugespitzt. 2|. 8—10. — Nord- und Mitteleuropa mit fast atlantischem Charakter; Nordamerika.
Schlammige Zwischenmoore, stellenweise, bes. in Nordbayern u. P auch auf Sand od. Lehm. A — 1400 m; Aa Oberstdorf, Tiefenbach, Fischen, Bolgen, Rohrmoos, Oberjoch. Straußberg- moor; Am Ferchen- u. Barmsee b. Mittenwald, Schliersee, Oberaudorf; As Röthel- u. Winkel- moor, Berchtesgaden; Hbu Wasserburger Bühel; Hbo zerstr.; Ho verbr.; Hu Haspelmoor, Vilstal (?); Wb Rusel, Breitenau, zw. Cham u. Thierlstein, Sommerau, Osser, Kl. Arbersee, Eisenstein, Höhen- brunnerfilz, Reichenau, Passau; Wo Rehberger Moor b. Neuenhammer; Wf zw. Platte u. Toten- kopf, Neubäu, Oberlind, Fichtelsee, Bischofsgrün; Njt zw. Buchdorf u. Daiting auf sandiger Über- deckung; Nk zieml. verbr.; Nb Sommerkahlergrund; Pv Maxdorf, Speyer, Bienwald, (früher. Ruppertsberg); Pm Haardtgebirge, Kaiserslautern bis Homburg, Ludwigswinkel bis Fischbach.
II. Ähre deutlich; Tragbl. von den Stbl. sehr verschieden. a.Ähre einzeln an den Astspitzen, sitzend. 1. Pfl. lebhaft grün. 55. L. annötinum. Sprossiger B. St. bis über 1 m lang, oberirdisch-
22 Fam. 7. Lycopodiaceae.
kriechend, oft gegabelt; Bl. sparrig abstehend oder zurückgekrümmt, lineal- lanzettlich, mit stechender, nicht haarspitziger Spitze, feingesägt; Tragbl. rundlich-eifg., mit zuletzt zurückgekrümmter, kurzer Spitze. 2]. 7—8. — Europa, Nordamerika.
Wälder, Felsgeröll, selten im Zwischenmoor. A (— 1860 m), Ho, W, Nk u. R verbr.; Hbu fehlend; Hbo u. Hu zerstr.; Njl Monheim, Wemding, Sackdilling b. Eschenbach; Nj? Heinrichsburg, Stockelsberg b. Neumarkt, Moritzberg u. Reutherberg, Kulmitz b. Burgkundstadt, Kordigast; Nm nicht beob.; Nb Sinntal; Pm Schönau, Eschkopf, Reisdorf u. Hinterweidental, Taubensuhl, Weinbiet b. Neustadt; Pn Nahetal.
Ändert ab: var. pungens Desv. Bl.5 mm lang, fast ganzrandig, starr. Wb Lusen- gipfel.
2, Pfl. bläulichgrün.
56. L. alpinum L. Alpen-B. St. bis 50 cm lang, oberirdisch kriechend, mehrfach büschelig-verzweigt; Zweige aufstrebend, + flach zusammen- gedrückt; Bl. an den unfruchtbaren Ästen vierzeilig; Tragbl. allmählich in eine stumpfliche Spitze verschmälert, mehr als um das doppelte länger als das Sporangium. 2|. 8—9. — Zirkumpolar-subalpin bis -alpin.
Gebirgstriften, selten Waldblößen, gerne auf kieselhaltigem Boden. (A — 2110 m.) Aa zieml. verbr.; Am Schachen, Kirchstein, Hirschberg, Rote Wand, Gr. Traithen; As Teisenberg, Reiteralpe, Eckerfirst, Gotzen, Funtensee, Priesberg, Hochsäul; Ho Gindelalpe; Wb Kaltenegg, Breitenau, Arber, Falkenstein, Scheuereck; R Schwabenhimmel.
b. Ähren zu (1—)2— mehr, langgestielt. 1. Bl. mit langer, farbloser Haarspitze, spiralig angeordnet.
57. L. elavätum L. Keuliger B., Schlangenmoos. St. bis über 1 m lang, kriechend, Nebenäste aufrecht; Bl. anliegend; Ährenstiele von Hochbl. locker besetzt; Ähren meist zu2. 21.7—8. Vgl. Abb. II eg. — Fast Kosmopolit.
Wälder, Heiden. Verbr. (A — 1620 m); fehlt aber in Hbu; stellenweise sehr selten in Pm, u eh ab: var. tristächyum Hook. Bl. oft weit abstehend; Ähren zu 3 u. mehr.
2, Bl. ohne Haarspitze, an den unfruchtbaren Ästen Azeilig.
58. L. complanätum L. Flachgedrückter B. St. meist unterirdisch, bis über 1 m lang kriechend, zahlreiche aufrechte Äste treibend; Zweige flach zusammengedrückt; Ährenstiele locker mit lineallanzettlichen Hochbl. besetzt; Tragbl. eifg., mit scharf abgesetzter, kurzer Spitze, um die Hälfte länger als das Sporangium. ?2L. 7—9. — Zirkumpolar mit mehr nördl. Verbreitung bis in die Arktis.
Zerfällt in 2 U.-A.:
ssp. L. anceps (Wallr.) Asch. Pfl. lebhaft grün, oft kräftig; Ästchen fächerfg.; seitenständige Bl. der unfruchtbaren Ästchen abstehend, eifg., breiter als die flächenständigen; von diesen die der Oberseite lanzettlich, die der Unterseite kleiner und schmäler. 2. 7—8.
Wälder, Heiden; mehr auf lehmigem Boden, in dichteren Waldschlägen. As Kugelbach b. Reichenhall; Hb fehlend; Ho nicht selten, bes. im Isargebiet; Hu Krumbach, Augsburg, Scheyern, zw. Heinzbach u. Teugn b. Abbach, Landshut, Vilstal; Wb Bodenmais, Eisenstein; Wo Vohen- strauß, Neuenhammer b. Bernrieth, Waldmünchen; Wf Redwitz, Wintersberg b. Holenbrunn, Stambach, Bischofsgrün, Wunsiedel, Marktschorgast, Weißer Weißenstein, Warmensteinach; Wfr Marktleugast, Kupferberg, Preßeck, Bernstein a. W., Schwarzenbach a. W.; Njl Weltenburg, Wotzendorf b. Bamberg; Nj? Riemenbrunn, Deining, Labersricht, Berg, Birkensee, Rothenberg, Giech; Nk Nittenau, Pleinfeld, um Nürnberg, Hahnbach, Erlangen, Dechsendorf, Bamberg, Neu- markt, Weismainer Forst, Creußen, Vilseck; Nm Kulmbach; Nb Aschaffenburg, Sailauf am Kammerberg, Heigenbrücken; Pm Schönau b. Zweibrücken.
ssp. L. Chamaeeyparissus (A. Br.) Döll. Pfl. grau- oder bläulichgrün, meist niedrig, Ästchen büschelig; seiten- und flächenständige Bl. + gleichgestaltet.
21. 8-9.
Fam. 8. Selaginellaceae. — Fam. 9. Isoötaceae. 23
Wälder, Heiden, bes. auf Sand. Wf Erbendorf; Wfr Weidmeser Berg unw. Marktleugast; Nj! Hohenmirsberger Platte; Kr Stegenthumbach; Nj? zw. Bernricht u, Oberreinbach, zw. Kalten- thal u. Wolfsloh, Schnabelwaid, Muthmannsreuth, Thurnau, Kordigast, Eschenfelden, Krottensee, Veldensteiner Forst, Süßer Berg, Amberg; Nk Bodenwöhr, zw. Schwandorf u. Kronstetten, um Nürnberg, Spalt, Eschenau, Hahnbach, Gräfenneuses i. Steigerw., Bamberg; Nb Schweinheim, ana ken; R Winkelsberg b. Bischofsheim; Pm nicht selten; Pn Donnersberg, Göllheim, Waldmohr.
Fam. 8. Selaginelläceae. Moosfarne.
Kleine, moosähnliche Gewächse mit gestrecktem St. Bl. klein, flach, nervig. Sporangien einzeln, am Grunde der Oberseite etwas umgestalteter Bl., ährenartig zusammengestellt. Mikrosporangien zahlreiche Mikrosporen, Makrosporangien meist 4 Makrosporen enthaltend. Prothallium verkümmert.
Selaginella P. B. Moosfarn.
A.Bl. fransig-wimperig-gezähnt.
59. 8. selaginoides (L.) Lk. (= 5. spinulosa A. Br.). Dorniger M. St. wenig- ästig; Bl. spiralig gestellt, alle gleichgestaltet, lanzettlich, zugespitzt; Ähren- triebe aufrecht, gelblich. 2L. 7—8. — Zirkumpolar, u. zw. arktisch-alpin.
Steinige u. felsige Abhänge, Triften, Heiden. A (— 2340 m) verbr.; Ho Bayersoien, Leng- gries, Tölz, Buchberg, Wolfratshausen, Schäftlarn, Isarauen b. München; Hu Lechfeld b. Mering, Ismaning, Erdinger Moor.
B. Bl. ganzrandig.
60. $. helvetica (L.) Lk. Schweizerischer M. St. dichtrasig; Äste zahlreich, dem Boden angedrückt; Bl. Azeilig, in ungleichen Paaren, die größeren eifg., die kleineren lanzettlich, öfters rot überlaufen. 2l. 6-7. — Eurasiatisch- montan.
Grasplätze, Triften, Heiden, Straßenböschungen, Mauern. (A — 1000 m.) Aa Füssen; Am meist verbr.; As verbr.; Hb fehlend; Ho Oberbeuren, Biessenhofen, Rotenrain, Tölz, Hechenberg, Gaißach, Reichersbeuern, Wolfratshausen, München, Aibling, Gars, Wasserburg, Salzachauen bis zur Mündung; Hu Augsburg, Mering, Garchinger Heide, Föhring, Freising, Landshut, Dingolfing, Schwarzwöhr b_ Deggendorf,!Simbach; Wb Passau; Nj zw.’Alling u. Bergmading b. Regensburg.
Fam. 9. Isoetäceae. Brachsenkräuter.
Ausdauernd, unter Wasser wachsend. Stamm unterirdisch, knollig. Bl. dichtgedrängt, binsenartig, ganzrandig, querfächerig, am Grunde scheidig ver- breitert. Sporenbehälter in einer Grube an der Oberseite des Bl.grundes u. zwar die Makrosporangien an den äußeren, die Mikrosporangien an den inneren Bl.
Isöetes L. Brachsenkraut.
61. I. lacüstre L. Gemeines B. Bl. 5—20 cm, oberseits flach rinnig, ober- wärts fast stielrund, kurz zugespitzt, steiflich, trüb dunkelgrün; Makrosporen feinwarzig. 2l. 7—8. — Europa, Nordamerika.
Seen. Ho Steinsee b. Grafing, 10—120 cm unter Wasser; (Wb außerhalb der Landesgrenze im Schwarzensee (nicht im Teufelssee) bis etwa 10 m unter Wasser)..
24 Gymnospermae (Schlüssel). — Fam. 10. Taxaceae. — Fam. 11. Pinaceae.
B. Gymnospermae. Nacktsamige Samenpflanzen. Im Geb. nur: Coniferae, Nadelhölzer. (Vergl. Seite 2). A.Samen von einem beerenartigen, roten Mantel (Arillus) umgeben; Harz
fehlend; Keimblätter 2—3. Taxäceae 10. B. Frucht zapfen- oder beerenzapfenfg., Harzgänge in Rinde und Nadeln vor- handen; Keimblätter 4— viele. Pinäceae 11.
Fam. 10. Taxäceae. Eibengewächse.
2 Blt. mit einer gipfelständigen Samenanlage; Samen großenteils frei- liegend, das Fr.bl. weit überragend.
Taxus L. Eibe.
62. T. bacäata!) L. Beerentragende E. Baum, bis 18 m hoch, oder Strauch; Rinde rot oder graubraun, abblätternd; Bl. oberseits dunkelgrün, glänzend, unterseits hellgrün, matt, schwach gekielt; Blt. achselständig, zweihäusig, selten einhäusig; $ Blt. ein kugeliges Köpfchen; 2 Blt. eine grünliche Samenknospe; S. schwarzbraun, + aus dem scharlachroten Mantel hervorragend. N. 3—4. — Europäisch (Schweden bis 61° n. Br.); auch Algerien, Westasien bis Persien.
In Laub-, seltener in Nadelwald eingemischt; meist nur mehr vereinzelt, seltener gesellig, wie z. B. in der Donauschlucht zwischen Weltenburg u. Kelheim; der schönste u. älteste Bestand des Gebietes bei Paterzell, westl. von Weilheim.
A (— 1400 m) u. Nj! verbr.; Hbo zieml. verbr.; Ho Ottobeuern, Murnau, Grasleiten u. Weil- heim, Bichl, Benediktbeuern, Zwiesel, Blomberg; Nicklasreuth—Auerberg—Feilnbach— Au— Irschenberg; Hu Landshut; Wb Rusel, Kirchdorf, Dießenbacher Riegel, in den Revieren Zwiesel, Spiegelau, Klingenbrunn nicht selten, Sperlbrunn bei Wegscheid; Wfr Breitengrund, Bernstein a. W., (früher auch Döbra u. Hesselbach); Nj? zw. Winkelfeld u. Teilenberg; Nk Wernfels b. Spalt (wohl gepflanzt). Außerdem häufig in Anlagen angepflanzt.
Fam. 11. Pinäceae. Nadelhölzer (i. e. S.).
A. Blt. einhäusig; Bl. nadelfg., wechselständig, einzeln oder gebüschelt; Fr. ein Zapfen mit holzigen Schuppen. I. Nadeln einzeln an den Zweigen (Langtrieben), mehrjährig; Zapfenschuppen ohne Schild (Apophyse). a. Nadeln zusammengedrückt-4kantig, im Querschnitt rhombisch, auf vorspringender Erhöhung (Blattpolster) sitzend; Zapfen hängend, ihre
Schuppen bleibend. Picea 1. b. Nadeln flachgedrückt, im Querschnitt elliptisch, ohne Bl.polster; Zapfen aufrecht, Schuppen von der bleibenden Spindel abfallend. Abies 2.
II. Nadeln teilweise oder alle in Büscheln (zu 2—5—30 an Kurztrieben). a. Nadeln an diesjährigen Langtrieben einzeln, an Kurztrieben zu vielen büschelig, im Herbste abfallend; Zapfenschuppen am Rande nicht verdickt. Larix 3.
1) bäca richtiger als bacca.
Fam. 11. Pinaceae. 25
b. Nadeln alle an seitlichen Kurztrieben gebüschelt, zu 2—5. in häutige Scheiden eingeschlossen, mehrjähr. ; Zapfenschuppen in ihrem oberen Teile
mit rhombischer Verdickung (Schuppenschild, Apophyse). Pinus 4.
B. Blt. meist 2häusig; Bl. nadelfg., alsdann gegenständig oder quirlig, oder
schuppenfg.; Zapfenschuppen zuletzt fleischig, einen Beerenzapfen (Schein-
beere) darstellend. Juniperus 5.
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Abb. III. Pinus silvestris. «) Zweig mit 1 verstäuhten 5 Blüte u. 2 @ Blüten (nach der Befruch- tung) sowie einem Zapfen des Vorjahres; Db) EN Blüte; e) Q Blüte; d) junge Frucht- schuppe mit den beiden Samenknospen; e) Einzelschuppe des reifen Zapfens, die beiden geflügelten Samen zeigend.
1. Picea Dietrich. Fichte.
63. P.exeelsa (Lam, u.DC.) Lk. Gemeine Fichte, Rottanne. St. 45—50 m; Rinde rotbraun; Nadeln rings um die Zweige angeordnet oder nur nach der Licht- seite hin abstehend, stechend, dunkelgrün; Zapfenschuppen meist rhombisch. 7). 4—5.— Europäisch (Skandinavien bis 690 ; Südeuropa fast gänzlich fehlend).
Verbr., bes. A (— 1900 m), H, W, Nk. Ursprünglich heimisch im größten Teile von Bayern mit Ausschluß des Gebietes von der Donau (etwa b. Höchstädt a. D.) bis an Bayerns Nordgrenze westlich des Frankenwaldes, ferner im Hardtgebirge (bei Dürkheim); jetzt auch sonst (z. T. mit geringem Erfolge) kultiviert.
Ändert ab: Zus. pendula Jacg. u. H£rincg. (Trauerfichte). Haupt- u. Neben- äste herabhängend. Selten. — Zus. vimindlis (Alströmer) Cas». (Hängefichte). Hauptäste horizontal, Nebenäste sehr lang, schlaff herabhängend. Häufig, bes. Ho, Nj, Nk.
2. Äbies Mill. Tanne.
64. A. alba Mill. (= A. pectinata Lam u. DC.). Weiß-T., Edel-T. St. bis 55 m; Rinde weißgrau; jüngste Triebe kurz, rauhhaarig; Nadeln oberseits dunkel-
26 Fam. 11. Pinaceae.
grün, unterseits mit 2 weißlichen Streifen, an den Seitenzweigen in eine Ebene gedreht, ausgerandet, an den Haupttrieben nicht kammförmig-gescheitelt, spitz; Zapfenschuppen trapezoidisch, an ihrem oberen Teile lang zugespitzt, zurück- gekrümmt. 7%. 4—5. — Europäisch (Nordgrenze in Norddeutschland.)
Einheimisch in Bayern in ursprünglich geschlossener Verbreitung von 350 m aufwärts {A — 1560 m; Wb strauchartig — 1448 m) mit Ausnahme des NW. von Ho, eines großen Teiles im Westen von Hu, des Wörnitzgebietes, des nordw. Mittelfrankens u. ganz Unterfrankens, sowie des größten Teils von P; jetzt auch hier auf besserem Boden kultiviert.
A. Nordmanniäna Spach. Nordmannstanne. Rinde schwärzlich-grau; Bl. nicht kamm- förmig gescheitelt, sondern seitlich u. aufrecht abstehend, halbzylindrisch. Angepflanzt, aus dem Kaukasus u. Kleinasien.
Pseudotsüga taxifölia Britton (= Tsuga Douglasii Carriöre). Douglastanne, Douglasfichte. Triebe bräunlich, sehr kurz rauhhaarig; Bl. öfters kammförmig gescheitelt, flach, bis 35 mm lang, stumpflich, oberseits glänzend, lebhaft grün, unterseits matt, graugrün, ohne Bl.kissen; Zapfen bis 18 cm lang, überhängend, als Ganzes abfallend; Deckschuppe so lang od. länger als die Fruchtschuppe.
Heimat: Westl. Nordamerika. In Bayern gegenwärtig in ca. einer Million von Exemplaren kultiviert. .
Tsuga canad£nsis (L.) Carriere. Schierlings- oder Hemlock-Tanne (-Fichte). Junge Triebe dicht zottig, zuletzt kurzhaarig; Bl. mit Bl.kissen, kammförmig gescheitelt, flach, 1—1,5 cm lang, stumpflich, oberseits glänzend, dunkelgrün, unterseits matt, mit 2 bläulichweißen Längsstreifen, gekielt; Stiel der $ Blt. die Schuppenh. nicht überragend; Zapfen 1,5—2,5 em lang, hellbraun, als Ganzes abfallend.
Heimat: Nordamerika; Zierbaum, seltener in Wäldern gepflanzt (Holz harzfrei).
3. Larıx Mill. Lärche.
65. L. decidua Mill. (= L.europaea DC.). Gemeine L. St. bis 40 m; Nebenäste hängend; Rinde anfangs gelbbraun, später grau; Nadeln gleichfarbig, hellgrün, spitz, weich; Zapfen eifg., klein, aufrecht; Deckschuppen langzugespitzt, länger als die Fr.schuppen, erstere zur Blt.zeit rot, selten schwefelgelb oder weißlich- grün. 7%. 3—5. — Europäisch; vorherrschend mitteleuropäische Gebirgspfl.
Einheimisch nur A (bis 2003 m), häufiger östlich der Loisach (selten Aa), vielleicht auch im südlichen Pfälzer Wald. Wb nur angepflanzt. Jetzt an vielen Orten häufig kultiviert.
L. leptölepis (Sieb. u. Zucc.) Gordon (1. iaponica Carriere). Japanische L. St. bis 30 m; Äste horizontal-abstehend, nicht überhängend; junge Zweige rotbraun, glänzend; Knospen etwas dunkler; Nadeln anfangs blaugrün, später oberseits frischgrün; Zapfen fast kugelig; Schuppen sehr dünn, jung gelblich-grün, reif rötlich hellbraun, an der Spitze zurückgeschlagen. RR: 4—h.
Heimat: Japan. In neuerer Zeit öfters in Wäldern u. Gärten kult.
4. Pinus L. Kiefer, Föhre.
A.Nadeln zu 2 in einer Scheide.
I. Nadeln oberseits bläulich; Schuppenschild matt; Rinde im oberen Teile des Baumes rotgelb; Krone anfangs kegel-, später schirmifg.
66. P. silvestris L. Gemeine K. St. bis 40 m; Rinde sich abblätternd, im Alter graubraun und rissig; Winterknospen nicht harzig; Nadeln 4—6 cm, 2—3 Jahre bleibend; Antheren gewöhnlich schwefelgelb; junge Zäpfchen lang- gestielt, zurückgebogen, reife Zapfen an ziemlich langem Stiele hängend; Zapfen graubraun; Apophysen meist ziemlich flach, auf der freien Seite scharf quer- gekielt; Nabel gleichfarbig, nicht schwarz umrandet. 7%. 5—6. — Eurasiatisch (Skandinavien bis 69°).
Ursprüngliche Verbreitung wie bei Abies alba, dazu auch in Nb mit Boden-, nicht mit Wärmegrenze, am liebsten auf Diluvial- u. Keupersand. (A — 1600 m.)
Ändert ab: var. hamäta Steven. Apophysen deutlich erhöht, an den unteren Schuppen nach dem Grunde des Zapfens zurückgekrümmt. Ho. — lus. erythranthöra Sanio. Antheren rosa bis karmin-braunrot. Nk.
Fam. 11. Pinaceae. 27
I. Bl. beiderseits dunkelgrün; Schuppenschild glänzend; Rinde überall grau- braun oder schwärzlich.
a. Winterknospen harzig; Bl. 2—5 cm lang, stumpflich.
67. P. montäna Mill. Berg-K., Krummholz-K. Aufrecht (Baum) bis 25 m hoch oder aufstrebend, 1— mehrstämmig, oder niedriger Strauch mit oft liegenden Ästen; Krone spitz, kegelfg.; Staubbeutel gelb oder purpurviolett; ‚Junge Zäpfchen kurzgestielt, wenig herabgebogen oder aufrecht; reife Zapfen fast oder völlig sitzend; Schuppenschild meist dunkelbraun, mit schwarz um- randetem Nabel. 9. 5—7. — Europäisch-alpin.
A, besonders von 1400—2200 m bestandbildend, häufig auch tief; Hbo, Ho namentlich in Mooren, seltener an Flußläufen; Hu selten; Wb häufig, Wf u. Nk zerstr., sonst bisweilen infolge von Samenverwechslung angepflanzt.
Abb. IV. Bau der Apophysen (Schuppen- schilde) der Unterarten von Pinus montana.
1a) ssp. P. uncinata var. rO- strata;
15) ssp. P. uncinata var. ro- tundata; 2) ssp. P. pumilio; 2 3 a 1 b
3) ssp. P. mughus. (Nach C. Schroeter.)
Erscheint in folgenden Unterarten, jede in Baum- oder Strauchform:
ssp.P.uneinätaRam, Zapfen unsymmetrisch ausgebildet, schon im 1. Jahre et- "was abwärts gebogen ; Apophysen desselben auf der einen Seite stärker entwickelt als auf der anderen und auf ersterer die Schuppenschilder hakenfg. zurückgebogen.
Ändert ab: var. rosträta Antoine (Hakenkiefer). Die Pyramide des Schuppenschildes höher als breit. Aa Oberstdorf, Linkersalpe u. Rappenseegegend, Hinterstein; Ho Blindhamermoor b. Westerham; Wb angepflanzt Arber, Zwercheck. (Westliche Rasse.)
var. rotundäta Antoine (Buckelkiefer). Pyramide des Schuppenschildes breiter als hoch. Aa zerstr., z. B. Oberstdorf; Am, As u. Ho verbr. Hu Moorenweis; Kloster Lechfeld; Wb Filze zw. 700 u. 800 m, z. B. Großer Filz b. Riedlhütte, Föhrauer Filz b. Spiegelau, Filz bei Bahnhof Klingenbrunn; Wf£ Fichtelberg, Fichtelsee, Seelohe am Ochsenkopf, Hölle b. Weißenstadt, Bischofs- grün, Ebnath, Selb, zw. Wunsiedel u. Markt-Redwitz, überall nur aufrecht, bis 12 m hoch; Nk Freihung, Manteler” Forst, Teufelslohe u. Mooslohe bei Weiden, Grafenwöhr, Bodenwöhr, Roding, Vilstal beim Leinschlag.
ssp. P. pumilio Hänke. (Zwergkiefer.. Zapfen symmetrisch ausgebildet, rings um die Achse gleichmäßig entwickelt; Zapfen erst nach dem Aufspringen abwärts geneigt; Apophysen in ihrem oberen Teil konvex, im unteren konkav; Nabel der Apophysen exzentrisch, deren obere Hälfte breiter als die untere; Nabel meist etwas eingedrückt und häufig ohne Stacheln.
A verbr.; Hbo nicht selten; Ho seltener als uncinata; Hu Haspelmoor; Wb auf fast allen höheren Bergen, auch Großer Filz zw. Plattenhausen u. Spitzberg u. Kleiner Arbersee; Wf zwischen Ochsenkopf u. Schneeberg, Kösseine, an beiden Stellen wahrscheinlich angepflanzt; Nk Unters- ‚dorf b. Großbellhofen u. Speinshart b. Eschenbach; zw. Kirchenlaibach u. Vorbach. (Früher ‚eingeschleppt R.)
ssp. P. mughus Seop. (Mugokiefer),. Wie vorige, aber Schuppenschilder zentrisch ausgebildet, Nabel also in der Mitte derselben.
Am Schachen; As Watzmann, zw. Krottensee u. Falkenseebach bei Inzell; Ho zw. Oster- münchen u. Tann, Rieder Filz, Murner Filz, Bernau am Chiemsee, Freifilz, Lienzinger Filz.
Übergänge zw. den Unterarten öfters beobachtet.
Nach der Wuchsform ist bei P. montana zu scheiden: var. arbörea Tubeuf. Baumförmige Bergkiefer, Spirke. Aufrecht, einstämmig, bis 25 m hoch; in A als Bergspirke zB, Aa: Hinterstein, As Wimbachtal; in Mooren als Moorspirke, z. B. Ho, Wb, Wi, Nk. — var. frutöscens er&öcta Tube uf. Aufrechte Buschform. Aufrecht, aber mehrstämmie. Häufig
28 Fam. 11. Pinaceae.
A, Ho, Wb. — var. prosträta Tubeu/f. Legjöhre, Latsche, Knieholz. Niederliegend, mehr-- stämmig. Verbr. A, Ho, Wh.
P. montana x silvestris. (Die Samen weniger entwickelt.) Am Garmisch (717 m), Mitten- wald; Ho Riederfilz, Murnerfilz, zw. Brannenburg u. Nußdorf, Bernau.
b. Winterknospen nicht harzig; Nadeln 8—15 m, lang, spitz.
P. nigra Arnold. Schwarzkiefer. Bis 30 m hoher Baum, mit breiteifg. Krone; Rinde schwarz- grau; Nadeln S—15 cm lang; Zapfen 5—8 cm lang, gleichseitig, glänzend, hellbraun; Nabel dunkler- braun. - 5—6.
Im Geb. in der Unterart: P. austriaca Höß. Bl. steif, dunkelgrün, mit gelblicher Spitze;. Kiel der mittleren und oberen Apophysen scharf. Heimat: Österreich, Balkanhalbinsel. In Anlagen u. Wäldern gepflanzt.
B. Nadeln zu 4-5 in einer Scheide.
68. P. Cembra L. Zirbel-K., Zirbel, Arve. Bis 20 m hoher Baum; Krone pyramidal, oben abgeflacht, später häufig mehrgipfelig; Rinde braun, lange glatt; junge Zweige fein rostgelb behaart; Nadeln steif, «—8 cm lang, dreikantig, oberseits bläulichgrün ; Zapfen aufrecht oder abstehend, eifg., unreif violett, reif zimmtbraun; Apophysen ebenflächig, Nabel an ihrem oberen Ende; Samen flügellos, groß. 7). 6—7. — Eurasiatisch-alpin (nördl. bis 68°).
Wild nur A, nicht in geschlossenen Wäldern, 1190—1960 m. Aa Iienstock, Gentschelpaß; Am Schachen u. Zirbelkopf, im Wetterstein, Rote Wand, Miesing, Ruchenköpfe; As Reiteralpe, Halsalpe, Funtensee bis Grünsee u. Sagereckalpe, Schwarzsee, Simmetsberg, Neuhütten, unterer Wildpalfen, Hirsch, Lehling, Hochscheibe, Schönbichelalpe, Hundstodgruben u. Graskopf, Wild- alm, Hanauerlaub, Schneibstein. Sonst bisweilen angepfl., z. B Wb, Wo.
P. Strobus L. Weymouths-K. Bis 40 m hoher Baum; Rinde aschgrau, lange glatt; junge Zweige kahl; Winterknospen schlank eiförmig, zugespitzt; Nadeln lang, dünn, schlaff; Zapfen spindelförmig, etwas gekrümmt, bis 20 cm lang, sehr kurz gestielt; Samen geflügelt. N: 4—)5.
Heimat: östl. Nordamerika. Im Gebiete in mehr als % Million von Exemplaren angepilanzt. (P seit 1740.)
Außerdem neuerdings angepflanzt: P. Banksiäna Lambert (Strauchkiejer), P. rigida Mill. (Pechkiefer). Beide aus Nordamerika.
5. Juniperus L. Wacholder. A.Bl. nadelfg., oberseits weißgestreift, am Grunde abgegliedert.
69. I. eommünis L. Gemeiner W. Bis 15 m hoher Baum, häufiger Strauch, mit aufrechten Ästen; Bl.quirle meist 5—10 mm von einander entfernt; Nadeln (5—)10—20 mm lang, + starr abstehend oder zurückgekrümmt, stechend, oft graugrün; Beerenzapfen beim Typus kürzer als die Nadeln, im 2. Jahre schwarz, blau bereift. N. 4—5. — Zirkumpolar.
Trockene, magere Hügel u. Heiden. Verbr. (A — 1600 m).
Ändert ab: var. We&ckii Gr. Nadeln 15—22 em lang, meist rückwärts gerichtet. Nj, R. —var. brevifölia Sanio. Bl.quirle dicht; Nadeln 4—8 mm lang, allmählich in die stechende- Spitze verschmälert, starr bis horizontal abstehend. Am Benediktenwand; Ho Woliratshausen. — var. intermedia Sanio. Bl.quirle dicht; Nadeln 7—10 mm lang, aufrecht abstehend od. locker anliegend. Ho Wolfratshausen. — var. montäna Ait. (= J. nana Willd.). Nieder- liegender Strauch; Bl.quirle sehr dicht; Nadeln anliegend, sich fast dachziegelig deckend, weicher, weniger spitz, kürzer, meist gekrümmt, die Beerenzapfen kaum überragend. A 1600—2300 m verbr., selten tiefer; Ho Wolfratshausen, hier höher, fast aufrecht. Arktisch-alpine Rasse.
B. Bl. nadel- oder schuppenfg., am Grunde nicht gegliedert.
70. I. Sabina L. Sadebaum, Sevenstrauch. Vielästiger, dichter, nieder- liegender oder schräg aufsteigender Strauch, mit dichten Zweigen; die jüngeren Pfl. nadelntragend, ältere (oft zugleich mit Nadeln) mit schuppenfg., meist kreuz- weise gegenständigen, + dicht dachziegeligen Bl.chen; Blt. oft monözisch; Beerenzapfen blauschwarz, bereift, an rückwärts gebogenem Stiel hängend. N. 5. — Zirkumpolar; in Europa mit mediterran-montaner Verbreitung bis in die Alpen.
Fam. 11. Pinaceae. — Monocotyledoneae (Schlüssel). 29
Steinige Berghänge. (A — 1850 m.) Am Ammergau; As Karlstein b. Reichenhall, Fagstein; häufig in Bauerngärten angepflanzt.
J. virginiäna L. Virginischer W., Bleistiftzeder. Strauch, seltener Baum; Rinde bräunlich silbergrau; Zweige abstehend; Nadeln gegenständig od. zu 3 quirlig, scharf zugespitzt, lebhaft- n graugrün, nur locker anliegend; Beerenzapfen aufrecht od. abstehend, klein, bräunlichviolett, "N. 4-5.
Heimat: östl. Nordamerika. In Gärten u. Anlagen kult.; zw. Stein u. Schweinau bei Nürnberg in großen Beständen zur Verwendung für die Bleistiftfabrikation angepflanzt.
Außerdem finden sich von Gattungen der Cupresstineae angepflanzt:
Cupressus sempervirens L. Zypresse. Baum mit meist angedrückt aufrechten Ästen; Zweige nicht oder undeutlich zusammengedrückt; Bl. alle gleichgestaltet, dunkelgraugrün, 3eckig, sich dachziegelig deckend, an den schwächeren Seitentrieben fest Angedrückt, stumpf; Zapfen mit holzigen Schuppen, fast hängend, kugelig bis eifg., zuletzt braun.
Heimat: Östl. Mittelmeerländer bis Persien. Mit Erfolg angepflanzt in we Klima, z. B Bodenseegegend.
Cupressus Lawsoniäna Andr. Murray (= Chamaecyparis Lawsoniana Parl.) Lebensbaum-Zypresse. Baum mit überhängenden Gipfeltrieben; Äste abstehend; Zweige deutlich. zusammengedrückt, an den Spitzen weißlich gestreift, später nur mit vereinzelten abwischbaren, weißen Streifen; Bl. sich dachziegelig deckend, kurzdreieckig, die 2 Reihen der flächenständigen Bl. flach, die der kantenständigen zusammengefaltet; Zapfen mit holzigen Schuppen, aufwärts- gebogen, "kugelig, jung weißlichgrün, zuletzt schwarzbraun; Samen quer breiter, erheblich schmäler als ihre Flüge. N). 4—.
Heimat: Nordamerika. In Gärten häufig, bisweilen (z, B, Thalhausen b. Freising) auch in Wäldern angepflanzt.
Cupr&ssus pisifera (Sieb. u. Zucc.) K. Koch. Erbsen-Zypresse. Unterscheidet sich von vor. durch folgendes: Meist Strauch; Zweige an der Spitze nicht bereift; Bl. an der Jugendform lineal- lanzettlich, an älteren Pfl. meist 3eckig, stachelspitzig, am Grunde mit 1—2 länglichen, weißen Flecken; Zapfen kleiner, gelbbraun; Samen fast kreisrund, breiter als ihre Flügel. TE- 4—5,
Heimat: Japan. Nicht selten in Gärten u. Anlagen.
Thuia !) occidentälis L. Amerikanischer Lebensbaum. Strauch, auch bis 20 m hoher Baum. Äste abstehend; Zweige fast wagrecht ausgebreitet; Bl. an jungen Pfl. schmal linealisch, an älteren breit, 3eckig, anliegend, dachziegelig, auf der Unterseite nicht od. wenig vertieft, heller gefärbt; Zapfen mit derblederigen bis holzigen Schuppen, aufwärtsgebogen, braungelb; Samen geflügelt. . 4—5. Heimat: Östl. Nordamerika. In Friedhöfen u. Gärten allgemein angepflanzt.
Thuia orientälis L. (= Biöta orientalis Endl.). Asiatischer Lebensbaum. Äste u. Zweige aufrecht; Bl. auf beiden Zweigseiten gleichgefärbt, lebhaft grün; Zapfen mit zuerst fleischigen, später trockenen Schuppen, aufrecht, anfangs hechtgrau überlaufen, zuletzt rötlich- schwarzbraun; Samen ungeflügelt. N. 4—.
Heimat: Persien bis Japan, Häufig in Gärten u. Friedhöfen angepflanzt.
C. Angiospermae. Bedecktsamige Samenpflanzen.
I. Monocotyledöneae. Einsamenlappige Samenpflanzen. (Vel 8. 2:)
A.Blth. (Perigon) fehlend oder unscheinbar, oft nur durch Schüppchen oder Borsten angedeutet. I. Schwimmende oder untergetauchte oder mit gestielten Schwimmbl. ver- sehene Wasserpflanzen.
a. Kleine schwimmende Pflänzchen, St. blattartig, Bl. fehlend; Blt. (selten erscheinend) am Rande der Stengelglieder stehend, 1häusig, ohne Blth., nur aus 1 Stbbl. oder 1 Frbl. bestehend, aber 28 und 1 ? in eine gemein- same Scheide eingeschlossen. Lemnäceae 23.
b. Wasserpfl., deutlich in St. und Bl. geschieden.
1) Richtiger Thya.
30 Monocotyledoneae (Schlüssel),
1. Ganz untergetaucht, mit gegenständigen oder wirteligen, linealen, deutlich gezähnten Bl.; Blt. 1- oder 2häusig, einzeln, mit einfacher Blth., $ mit 1 Stbbl. ohne Staubfaden, 2 mit 1 Frkn. Naiadäceae 15.
2. Ganz untergetaucht oder die oberen Bl. schwimmend; Bl. ganzrandig oder schwach gezähnelt; Blt. $ oder 1häusig, zu Ähren vereinigt oder einzeln in den Bl.achseln der fadenfig. Bl.; H. fehlend oder becherfg. (Zannichellia); Stbbl. 1—4, mit bl.artigen Anhängseln (nicht mit Blthbl. zu verwechseln!); Frkn. meist 4. Potamogetonäceae 14.
II. Sumpf- oder Landpfl. a.Blt. in walzlichen oder kugeligen, meist kolbenartigen Ähren dicht gedrängt.
1. Blt.kolben einzeln, von einem scheidenfg., bleibenden Hbl. umgeben oder an der rinnenartigen Fuge des 3kantigen, bl.losen St. scheinbar seitenständig und von einem langen, breitlinealen Hbl. überragt; Bl. eingeschlechtig oder zwitterig; Fr. beerig. Aräceae 22,
2. Blt.stände 2 bis mehrere, 1häusig, oben die $, darunter die 2 Blt. «. Blt.kolben zylindrisch oder elliptisch; Blt. dicht gedrängt; Stbbl.
meist 3, von langen Haaren umgeben; Frkn. auf langen, dünnen,
langbehaarten Stielen. Typhäceae 12, 3. Blt.stände kugelig, igel- oder morgensternfg.; Blth. schuppenartig, mehrblätterig. Sparganiäceae 13.
b. Blt.stand nicht kolbenartig; Blt. in Ähren oder Rispen verschiedenartig angeordnet, ohne deutliche Blth., aber von Deckbl. oder auch Vorbl. (Spelzen) umgeben.
1. St. selten knotig gegliedert, meist + 3kantig, sehr selten hohl(Cladium) ; Bl. meist 3zeilig mit meist geschlossenen, seltener offenen (Schoenus) Scheiden; Ährchen am Grunde ohne H.spelzen; jede Blt. von einem Deckbl. gestützt, mit oder ohne Vorbl., dieses an der 2 Blt. öfters mit den Rändern schlauchfg. verwachsen; Perigon haar- oder borstenig. oder fehlend. Cyperäceae 21.
.St. knotig gegliedert, rundlich oder seltener 2schneidig zusammen- gedrückt, meist hohl; Bl. wie die Spelzen 2zeilig angeordnet; Scheiden offen, seltener geschlossen ; Ährchen amGrunde mit 2 (oder 4) H.spelzen ; Einzelblt. mit Deckspelze und meist auch mit (nie schlauchfg.) Vor- spelze. Gramineae 20.
1m
B. Blt. mit deutlichem Perigon. I. Frkn. oberständig. a. Blth. doppelt, aus 3zähligem K. und 3zähliger Kr. bestehend; Stbbl. 6 bis viele. Alismatäceae 17. b. Blth. einfach.
1. Stbbl. 9; Blt.stand doldenähnlich; Perigon rosa; Frkn. 6. Hohe Wasserpfl. mit linealen Bl. Butomäceae 18.
2, Stbbl. 6, seltener 1—4 oder 8. «. Perigon kronenartig gefärbt oder, wenn kelchartig, Laubbl. netz- aderig, quirlig oder schwertfg. 2zeilig. Liliäceae 25. 8. Perigon kelchartig, krautig oder dünnhäutig; Bl. streifennervig.
Monocotyledoneae (Schlüssel). — Fam. 12. Typhaceae. 31
a.i Gr. mit 3 verlängerten, fädlichen Narben vorhanden; Fr. eine Kapsel; Perigon häutig, meist braun oder grünlich, seltener gelblich; Blt. in Spirren oder einzelnen oder zu Ähren angeordneten Köpfchen; Pfl. gras- oder binsenartig. Juneäceae 24,
b. Gr. fehlend, jedes der 3 oder 6 Teilfr.chen mit einer sitzenden Narbe; Blt. in einfacher Traube; Bl. grasartig.
Scheuchzeriäceae 16. (= Juncaginaceae.) II. Frkn. unterständig. a. Untergetauchte oder freischwimmende Wasserpfl.; Blt. 2häusig, mit doppelter H. Hydrocharitäceae 19. b. Landpfl. 1. St. windend, hoch; untere Bl. netzaderig, gestielt; Blt. 2häusig. Dioseoreäceae 27, 2. St. aufrecht; Blt. zwitterig. «#. Blt. deutlich zygomorph; Perigonbl. 6; ein Perigonbl. des inneren Kreises (Lippe) anders gestaltet als die übrigen; Stbbl. 1—2, an die Gr.säule angewachsen. Orehidäceae 29, ß. Blt. aktinomorph oder schwach zygomorph; Stbbl. frei.
a. Stbbl. 6; Blt. rein aktinomorph; Narben klein, nie mit kronblatt-
artigen Lappen. Amaryllidäceae 26.
b. Stbbl. 3; Narbenlappen oft erweitert, groß und kronblattartig. Iridäceae 28.
Fam. 12. Typhäceae. Rohrkolbengewächse.
Ansehnliche, ausdauernde Sumpf- und Uferpfl. Grundachse kriechend. Bl. lineal, + graugrün. Blt. 1häusig, an der Spitze des St. 5, darunter die 2, in walzlichen Scheinähren (Kolben), ohne Perigon. Stbbl. meist 3(—7), von vielen Haaren umgeben; P.körner teils einzeln, teils in Tetraden. 2 Blt. in der Achsel eines Tragbl. oder ohne ein solches; (unter Mikroskop zu beobachten [1 Tropfen Alkohol, 1 Tropfen Wasser]). Frkn. oberständig, 1fächerig. N. lineal oder spatelig. Zwischen den fruchtbaren Blt. oft viele unfruchtbare. Fr. nuß- artig, 1samig.
Typha L. Rohrkolben.
A. Stengelbl. so lang oder länger als der Blt.stand; Kolben zylindrisch.
1.2 Blt.stand meist unmittelbar an den $ anstoßend; 2 Blt. ohne Trag- blättchen; P.körner in Tetraden.
a. Kolben zur Zeit der Fr.reife schwarz bis schwarzbraun.
71. T. latifölia L. Breitblätteriger R. St. 1,2—2,5 m; Bl. 10—20 mm breit, über der Scheidenmündung innen flach, außen ein wenig konvex; 5 Blt.- stand meist so lang oder wenig kürzer als der 2; seitliche Auszweigungen der Achse des Kolbens schlank, 1,5—2 mm lang; Narbe schief rhombisch-lanzettlich, an der Spitze braunschwarz, so lang oder viel länger als die wasserhellen Haare. 2. 6—7. — Fast Kosmopolit.
Gräben, Weiher, Ufer, Moore (Verlandungspflanze). (A — 800 m.) Wb Mitterfels, Sattelpeiln- stein, Wegscheid, Passau; Wo nicht beob.; Wfr Rugendorf; Nj Eichstätt, Schweinkofen b. Beiln-
32 Fam. 12. Typhaceae. — Fam. 13. Sparganiaceae.
gries, Eulsbrunn b. Regensburg, Rollhofen, Deining, Hersbruck, Russenbach, Gößweinstein, Auer- bach; Nm Guttenberger Wald, Holzkirchen; sonst — verbr.
Ändert ab: var. ambigua Sond. 5 u. Q Bl.stand bis 3 cm voneinander entfernt.
Hu. — var. eläta (Boreau) Kronfeld. u. Q Bit.stand (fast) zusammenstoßend, kürzer als am Typus; Bl. nur 5—10 mm breit. Ho, Hu.
b. Kolben zur Zeit der Fr.reife grau bis silbergrau.
72. T. Shuttlewörthii Koch u. Sond. Shuttleworths R. St. 1—1,5 m. Bl. 5—15 mm breit, über der Scheidenmündung innen flach, außen etwas konvex; ö Blt.stand meist erheblich kürzer als der 2; seitliche Auszweigungen der Kolben- achse dick oder schlank, kegelförmig, 1—1,5 mm lang; N. spatelig-lanzettlich, kürzer oder so lang wie die Haare. 2l. 6—7. Südl. Mittel- und Südeuropa.
Standorte wie bei vor.; von ihr am leichtesten im Fr.zustande zu unterscheiden. As Reichen- hall; Ho Niederaltenburg b. Holzkirchen, Tölz, Heilbrunn, Hackensee b. Hartpenning, Kochel, Rosenheim, Chiemseegeb.
II. 2 Blt.stand meist von dem $ entfernt; 2 Blt. mit einem an der Spitze keulig verdickten und bräunlichen Tragblättchen, P.zellen einzeln.
73. T. angustifölia L. Schmalblätteriger R. St. 1—2,5 m; Bl. schmal, 3—10 mm, weniger graugrün, den zimtbraunen Kolben überragend, über der Scheidenmündung halbzylindrisch, seitliche Auszweigungen der Kolbenachse kurzkegelfg., 0,5 mm lang; N. lineal, länger als die hellbräunlichen Haare. 2l. 6—7. — Zirkumpolar.
Ufer, Teiche, Sümpfe, Heidemoore. Hbu Fuß des Hoyerberges, Wasserburger Bühel; Hbo Degermoos; Ho Aßlinger Moore; Hu Hegnenberg b. Augsburg, Dachauer Moor, Freising, Lands- hut, Irlbach, Deggendorf; Wo Stamsried; Wfr Stockheim; NK verbr.; Nm Mainbernheim, Markt- steft; Nb Aschaffenburg, Kahl, Spessart, Mitwitz, Trebgast; Pv Frankenthal, Ludwigshafen, Speyer (früher Dürkheim); (Pm früher Kaiserslautern).
nn ab: var. inaequälis Kronfeld. & Blt.stand 2—2,5mal so lang wie der u. .
n T. angustifolia x latifolia (= T. glauca Godr.). Ho zw. Aßling u. Ostermünchen, nördl. der ahn.
T. angustifolia x Shuttleworthii (= T, bavarica Gr.),. As Reichenhall (?).
B. Stengelbl. mit verkümmerter Spreite; Kolben länglich-eifg. bis kugelig; @ Blt. mit Tragblättchen; P.zellen in Tetraden.
74. T. minima Fek. Kleiner R. St. 30—75 cm; Bl. der nicht blühenden Sprosse sehr schmal; & Blt.stand haarlos, vom @ etwas entfernt. 21. 5. — Eurasiatisch.
8 Ufersand. Aa Lech bei Füssen; Am Inn bei Oberaudorf, Brannenburg u. Neubeuern; Hb fehlend; Ho u. Hu am Lech bis zur Mündung, im ganzen Inn- (auch Wb Neuburg a. Inn), Alz- u. Salzachgeb. verbr., Isarauen bei Schäftlarn; früher angeblich Perlacher Bach zw. Ramersdorf u. Trudering. Pv Rheininseln zw. Ketsch u. Speyer, (früher Schifferstadt).
Fam. 13. Sparganiäceae. Igelkolbengewächse.
Ausdauernd. Grundachse mit dicken bis fadenfg. Ausläufern. Bl. aufrecht oder im Wasser flutend, lineal, + hellgrün. Blt. einhäusig, in kugeligen Köpf- chen, untere Köpfchen 9, obere $. Perigon häutig, kurz; gewöhnlich 3 Stbbl.: Frkn. 1fächerig, 1samig.; Steinfr.
Sparganium L. Igelkolben.
A.Gr. und N. lang, fadenig., letztere wenigstens 5—6mal so lang wie breit; ö Köpfe meist in der Mehrzahl.
Fam. 13. Sparganiaceae. 33
I. Bl. alle + derb, deutlich gekielt, die Fr.enden im oberwärtigen Teil wie wenigstens rückenseits mit deutlich vorspringender Mittelrippe.
a. Blt.stand rispig verzweigt, auch die unteren Äste mit mehreren $und
1—2 2 Blt. 75. $. er&etum L. (= S. ramosum Huds.). Rispiger I. St. 30—60 cm, + aufrecht; Bl. derb, unten 3kantig mit meist konkaven Seitenflächen; $ Köpfchen mehrere. ?2l. 7—9. — Eurasiatisch.
Gräben, Ufer, Moore. Zerfällt in:
ssp. S. negleetum Beeby. Fr. schlank, unterwärts verkehrt kegelfg., unten abgerundet, 3—6kantig, kaum gegeneinander abgeplattet, oben ganz rund und nicht mit einer Ringkante versehen, allmählich in den Gr.rest verschmälert, glänzend strohgelb bis gelbbraun; Steinkern die Oberseite der Fr. nicht er- reichend, vom Schwammparenchym gekrönt, von flachen Längsfurchen durchzogen.
Verbreitung festzustellen.
Ändertab: var. mierocärpum Neum. Inallen Teilen kleiner; die ganze Fr. walzlich- rundlich, durch Verschrumpfen des Schwammparenchyms unregelmäßig kantig.
ssp. S. polyedrum Asch. u. Gr. Fr. kurz verkehrt pyramidenig., stark, 4—5(—6)kantig, gegeneinander abgeplattet, oberwärts matt, schwarzbraun, kurz zugespitzt, den Gr. auf einer flachen Erhöhung tragend; Steinkern bis zum Gr.ansatz reichend, vom Schwammparenchym ringfg. umgeben, durch zahlreiche vorspringende Leisten tief gefurcht.
Verbr.
b. Bl.stand eine einfache Traube od. Ähre.
76. S. simplex Huds. Einfacher I. St. 25—50 cm, + aufrecht; Bl. unten 3kantig, mit flachen Seiten, über der sehr weiten Scheide erheblich verschmälert, im oberen Drittel wieder verbreitert; die (bis 8) $ und die oberen 9 Blt. sitzend; Tragbl. den Blt.stand nicht oder kaum überragend; Fr. allmählich in den langen Schnabel verschmälert, gegen die N. nicht deutlich abgesetzt. 21. 6—9. — Eurosibirisch.
Gräben, Ufer. (A — S70 m.) Aa Rubi b. Oberstdorf, Am Oberau; As Ruhpolding, Röthel- moor, Thumsee b. Reichenhall, Königsseeufer b. d. Salletalm; Hb fehlend; sonst — verbr., aber meist seltener als vor.
Ändert ab: f. flüitans Godr. u. Gren. Wasserbl. völlig flach, ohne Kiel, weich; Schwimmbl. derber, unterseits in ihrer unteren Hälfte mit vorspringendem Kiel; Querschnitt im unteren Teile des Bl. 3eckig, mit stumpfem Winkel am Kiel, bis 2 m lang. In rasch fließendem Wasser, z.B. Nj (in der Wiesent). — f. Zlongissimum Fr. Grundbl. oder alle flutend, riemen- artiz, bis 2 m lang, zuweilen auch die Bltst. flutend, stets mit deutlicher Mittelrippe; alle oberen Köpfe gedrängt. In träge fließendem od. stehendem, tiefem Wasser. Aa, Nj, Nk, Pv, Pm.
II. Die flutenden oder liegenden, schlaffen Grundbl. oberseits flach, unterseits halbzylindrisch oder flacher gewölbt, im oberen Teile meist mit undeut-
lichem Mittelnerv.
77. S. affine Schnizlein. Verwandter I. St. und Bl. meist flutend, oft über 1 m lang; stengelständige Bl. flach, meist in eine lange, fast fadenfg. Spitze ausgehend, an der Basis weit scheidenartig aufgetrieben, meist schmäler als bei vor.; Blt.stand einfach, mit meist 3—4+ genäherten $ und 2—3 2 Köpfchen; Fr. in der Mitte am dicksten, ganz allmählich in den Gr. verschmälert; Steinkern eifg., beiderseits ziemlich kurz zugespitzt. 2l. 7—10. — Europäisch.
Seen, Tümpel. Aa Schlappolt; Wb Kleiner Arbersee, Mauth.
Ändert ab: var. Bord6örei Weberbauer. Bltst. aufrecht; Bl. auf dem Rücken rundlich oder stumpf 3kantig, mit gewölbten Seitenflächen. | Köpfe 2—5, genähert. Seichte Stellen, Ufer. Wb Kleiner Arbersee.
Vollmann, Flora. 3
34 Fam. 13. Sparganiaceae. — Fam. 14. Potamogetonaceae.
B.N. eifg. bis kopfig-kugelig, höchstens 3mal so lang wie breit, immer deutlich abgesetzt, oft sitzend; $& Köpfe 1, selten 2; Bl. sämtlich beiderseits ganz flach, ohne Kiel- oder vorspringende Mittelrippe.
78. $S. minimum Fr. (= $. natans L.z.T.). Kleinster I. St. 6—30 cm, flutend, liegend oder seltener aufrecht; Bl. meist zart und dünn, meist flutend, 2—5 mm breit, spitz oder kurz abgestumpft; Blt.köpfe stets in der Achsel von Hochbl., 9 2-3(—4), sitzend oder untere kurzgestielt; Fr. beiderseits kurz zugespitzt. 2l. 5—8. — Eurosibirisch.
Seen, Teiche, Schlammboden, Schwingrasen, Wiesengräben. Am Niederaudorf; As Reichen- hall (1400 m), Rostweiher b. Berchtesgaden; Hbu Wasserburger Bühel, Klosterteiche; Hbo Schwarzensee, Röthenbacher Filz, Ratzenberger Moos; Ho u. Hu verbr.; wb. Arbersee, Rachelsee, Gr. Filz hinter Riedlhütte; Wf-Weißenstadt, Gefrees; Nj Neuburga.D., zw. Heidervilla u. Eulsbrunn bei Regensburg; Nj? Deining; Nk (u. fränk. Dil.) verbr.; Nb Mörhof geg. Alzenau; R Schwarzes Moor; Pv Maudach; Pm Thaleischweiler b. Zweibrücken, zw. Kaiserslautern u. Homburg (ob noch ??).
Ändert ab: var. fldeecidum (Meinshausen) Asch. u. Gr. Bl. 6—S mm breit, bis 50 cm lang, meist dunkelgrün. Nk. — var. strietum Luerssen (= var. erectum Wör- lein). Sämtliche Bl. starr aufgerichtet. Hu, NK.
Fam. 14. Potamogetonäceae. Laichkrautgewächse.
Ausdauernde, oft flutende, untergetauchte oder mit den obersten Teilen an der Oberfläche schwimmende Wasserpfl. Bl. 2zeilig gestellt, seltener fast sämtlich paarweise genähert (fast gegenständig) oder quirlständig, ganzrandig oder seichtgezähnelt, meist mit größeren Bl.scheiden und oft mit Bl.häutchen. Blt. 2 oder eingeschlechtig, in Ähren oder einzeln oder trugdoldig. Perigon fehlend oder glockenfg. Stbbl. 4, bei Zannichellia 1—2, Fr.chen 4—1; stein- fruchtartig, 1samig.
A.Blt.stand eine Ähre; Blt. (meist) %; Perigon fehlend, aber das Mittelband jedes Stbbl. mit einem grünen, kelchartigen (früher als Perigon gedeuteten) Anhängeel. Potamoge£ton 1.
B. Blt. einzeln oder trugdoldig, einhäusig; Q mit glockenfg. Perigon, teils achsel- teils endständig, $ Blt. aus 1—2 sitzenden Antheren bestehend, achselständig; Bl. schmal lineal, fadenfg., gewöhnlich zu 3 quirlständig. Zannichellia 2.
1. Potamogeton L. Laichkraut.
A.Bl. eifg., lanzettlich oder lineallanzettlich. I. Zur Blt.zeit Schwimmbl. vorhanden; die untergetauchten Bl. am Rande nie gezähnelt. a. Spreiten der Schwimmbl. lederartig, nicht durchscheinend, höchstens so lang wie ihr Stiel.
1. Ährenstiele nicht verdickt, nicht dicker als der St. &. Schwimmbl. am Grunde neben dem oberseits etwas rinnigen Bl.stiel beiderseits mit einer Falte.
79. P. natans L. Schwimmendes L. Grundachse lang kriechend; St. bis über 1 m; die untersten der untergetauchten Bl. stielrund, ohne Spreite (‚‚Phyllo- dien‘), zur Blt.zeit oft schon verwelkt; Schwimmbl. en oder länglich, meist am Grunde herzfg. Fr.chen stumpfkielig, groß (3—5 mm). 21. 7—9. — Kos- mopolit. (Europa ,bis 69° n. Br.).
Stehende u. langsam fließende Gewässer. Verbr. (A — 1100 m).
Fam. 14. Potamogetonaceae. 35
Ändert ab: var. ovalifölius Fieber. Schwimmbl. am Grunde undeutlich herz- förmig od. abgerundet; Bl.stiele kurz. In langsam fließendem Wasser. Nicht selten. — var. pr o- lkzus Koch. Schwimmbl. am Grunde abgerundet od. verschmälert; Bl.stiele häufig stark verlängert. Form des fließenden Wassers. Nicht selten. —var. terr&ster A. Br. -+ lederige Schwimmbl. auf dem Schlamm aufliegend, untere Bl. fehlend. Landform. Seltener.
ß. Schwimmbl. ohne Falten neben dem Stiele.
80. P. polygonifölius Pourret. Knöterichblätteriges L. Kleiner als voriges. St. dünner, untergetauchte Bl. zur Blt.zeit vollständig erhalten, lanzettlich; schwimmende elliptisch-lanzettlich oder länglich, am Grunde meist abgerundet oder seicht herzfg.; Fr.chen sehr kurzspitzig und stumpfrückig, klein (1—3 mm), meist rötlich. 2|. 7—8. — In allen Erdteilen, jedoch nicht auf dem australischen Festland; in Europa mit atlantischem Charakter.
Quellbäche, Teiche, bes. auf kieselhaltigem Untergrunde. Wb Haslach u. Schaufling unterh. Deggendorf (in der Geßnach u. im Pflegerbach); Pv zw. Bienwaldmühle u. St. Remig; Pm Ludwigs- winkel, Zweibrücken, Homburg, Landstuhl, Kaiserslautern, Dahn, Blieskastel.
Ändert ab: var. pseudofluitans Syme (= lancifolius Asch. u. Gr.). Schwimmbl. lanzettlich, untere deutlich in den Bl.stiel verschmälert. Pm.
P. natans x polygonifolius (= P. @essnacensis Fischer). Wb in der Geßnach bei Schaufling. 2. Ährenstiele an der Spitze verdickt.
81. P. fltitans Roth (= P. nodösus Poiret). Flutendes L. Grundachse kräftig, gelblichweiß; St. sehr lang, die untersten Internodien gedrängt und knotig, untergetauchte Bl. lang, lanzettlich; Schwimmbl. elliptisch bis länglich- lanzettlich, flach, ohne Falte, mit langem, oberseits etwas gewölbtem Stiel, Fr.chen scharf gekielt, kurz geschnäbelt, 2,5—4+ mm lang. ?2L. 6—8. — Euro- päisch; vielleicht auch Südafrika.
Altwässer, Flüsse, Bäche. Ho Maxlried b. Weilheim, Laufen; Hu verbr.; Wb Cham, Nittenau; Wf£ in der Eger b. Schwarzenhammer; Nj in d. Naab b. Ebenwies; Nk u. fränk. Dil verbr.; Nm Gar- stadt b. Schweinfurt, Randersacker, Heidingsfeld u. Zell b. Würzburg; Pv zw. Germersheim u. Lingenfeld, Speyer.
Ändert ab: var. americänus Cham. u. Schl. Pfl. kräftig; Schwimmbl. am Grunde a nwach herzförmig, Fr.chen sehr dunkel, neben dem Hauptkiel noch mit 2 schwächeren Seiten- kielen. „ NK.
P. fluitans x natans (= P, Schreberi Fischer). Hu Zusam bei Donauwörth; Nk Seebach bei Möhrendorf, Vils b. Hahnbach.
b. Spreite der Schwimmbl. durchscheinend, pergamentartig oder häutig, 2—4ımal so lang wie ihr Stiel; an der Spitze nicht verdickt.
1. Untergetauchte Bl. 2—4mal länger als ihr Stiel.
82. P. colorätus Vahl (= P. plantagineus Du Croz = P. Hornemanni Koch). Gefärbtes L. Grundachse kriechend, dünn, verzweigt gelbbraun; St. meist 20-—60 cm, untergetauchte Bl. lanzettlich, schwimmende eilanzettlich bis eifg., stumpflich, beide oft rötlich; Ährenstiele meist dünn; Fr. klein, auf dem Rücken stumpf gekielt. 21. 6—7. — Europa (außer Nord- und Osteuropa), Arabien, Algier, Ostafrika, Westindien.
Moorgräben, Moorbäche, Moorsümpfe. Ho Wolfratshausen, Freimoos am Chiemsee, Laufen; Hu Dillingen, Lechhausen, Friedberg, in der Paar bei Mergenthau, Dachauer, Schleißheimer u. Erdinger Moor, Massenhausen, Moosburg; Pv Dannstadt b. Ludwigshafen; Pm Mühlteich b. Fischbach.
Ändert ab: var. helödes Bennett. St. niedrig (10 cm); Bl. schmäler u. kürzer; Internodien kürzer. Hu Schwarzhölzl im Dachauer Moor.
2. Untergetauchte Bl. sitzend.
83. P. alpinus Balbis (= P. rufescens Schrad.).. Alpen-L. Grundachse kriechend, rötlich; St. bis 2 m lang, untergetauchte Bl. lanzettlich, stumpflich, Schwimmbl. ei- bis kurzspatelfg., seltener lanzettlich, alle beim Trocknen meist
36 Fam. 14. Potamogetanaceae.
sich rot färbend ; Ährenstiele so dick oder etwas dicker als der St.; Fr.chen etwa 2,5 mm lang, linsenfg. 2. 6—7. — Zirkumpolar; auch Südafrika.
Moorgräben, Seen. (A — 1600 m.) Aa Tiefenberger Moor, Seealpsee; Am Wechselmoos zw. Tegernsee u. Kaiserklause, zw. Enterrottach u. Valepp, Rottach am ‚Tegernsee, Spitzingsee; As Röthelmoos b. Rupholding, Königssee, Funtensee; Hb Teich in Metzlers; Ho u. Hu verbr.; Wb Falkenstein, zw Furth u. Grub, Arnschwang, Fürsteneck, Obernzell; Wo Waldmünchen, Eslarn; Wf Gefrees, Oberkotzau; Wfr verbr.; Nj Dietfurt b. Treuchtlingen, Schwarze Laber b. Fricken- hofen, Vogelbrunn, Deining, Freystadt, Rabenstein; Nk verbr.; Nb Krommental b. Lohr; R Schmer- bach zw. Filke u. Willmars, Eisgraben b. Schwarzen Moor; Pv Hanhofen u. Rehhütte b. Speyer; Pm Kaiserslautern, Homburg, Pirmasens, Zweibrücken, zw. Ingweiler u. Birbach.
Ändert ab: var. obscürus (DC.) Asch. Bl. schmal, Schwimmbl. fehlend od. klein, häufig erst nach der Blt.zeit ausgebildet; Pfl. weniger kräftig. Selten, z. B. Hu, Nk. — var. viridis Fisch. Bl. hellgrün, beim Trocknen sich nicht rot färbend. Zerstr.
P. alpinus x polygonifölius (= P. spathulätus Schrad.). Pm Kaiserslautern, zw. Homburg u. St. Ingbert, Espensteig, Zweibrücken, Limbach, (früher Kirkel). II. Lederige oder häutige Schwimmbl. vorhanden oder fehlend; untergetauchte Bl. am Rande gezähnelt, rauh oder doch wellig, spitz, seltener stumpf, weich- oder stachelspitzig; Ährenstiele meist verdickt.
a. Alle Bl. in einen kurzen, geflügelten Stiel verschmälert, stachelspitzig. 1. Alle Bl. untergetaucht; Fr.chen fast kreisrund, 2,5—3,5 mm lang.
84. P. lucens L. Spiegelndes L. Grundachse kräftig, mit kolbig verdickten, meist länglichen Gliedern, kriechend, verzweigt. St. bis 6 m; Bl. alle unter- getaucht, meist länglich-lanzettlich, spitz, durchsichtig, glänzend. 2. 6—8. — Fast Kosmopolit.
Seen, Flüsse, Gräben. (A — 802 m.) Hbu, Ho, Hu, Nj, Nk u. Pv verbr.; Am Walchensee, Kochelsee, Rottach b. Tegernsee; As Berchtesgaden, Königssee; Wo Schwarzach b. Waldmünchen; R Fr. Saale b. Schonderfeld, Liebfrauensee b. Kissingen.
Ändert ab: var. nitens Cham. Bl. elliptisch, stumpf, mit kurzer Stachelspitze. Sel- tener. — var. aeuminädtusFr. (= var. diversifolius M.u. K.). Stbl. wie beim Typus, Astbl. wie bei var. nitens, die obersten Bl. jedoch mit bis fingerlanger, dorniger Stachelspitze. Häufig in Seen.
2. Obere Bl. oft schwimmend; Fr.chen fast halbkreisig., 2—3 mm lang, jung deutlich geschnäbelt.
85. P. angustifölius Berchtold u. Presl (= P. Zizii M. u.K.). Schmalblätteriges L. Inallen Teilen kleiner und zarter als die vorhergehende Art; St. bis 1 m lang; Bl. mit Stachel- oder Weichspitze, die oberen meist länger gestielt als die unteren; die unteren länglich-elliptisch, am Rande rauh, halbkreisfg. zurück- gekrümmt, die oberen elliptisch, derber, am Rande glatt. 2. 6—8. — Zirkum- polar; auch Australien.
Seen, Weiher, Gräben, Bäche. Hbu Wasserburger Bühel bei Lindau; Ho’Alpsee b. Immen- stadt; Hu St. Gilla b. Regensburg; Nk verbr.; Pv Frankenthal, Friesenheim, Oppenheim, Oppau.
In den Formen: var. nitens Fisch. Obere Bl. denen des P.lucens var. nitens ähn- lich. — var. lacüstris Fisch. Untergetauchte Bl. sehr zart und durchsichtig, hellgrün, flach, beiderseits allmählich verschmälert; Schwimmbl., wenn vorhanden, denen von P.lucens ähnlich, derb. — var. stagnälis Fisch. Untere Bl. dunkel- und trübgrün, kürzer und breiter ’als bei voriger Var., derb und wie die oberen Bl. meist gefaltet und — zurückgekrümmt; Schwimmbl. pergamentartig bis lederig, 2—5 em lang gestielt. Die beiden letzteren Var. häufiger, die erste sehr selten.
P. lucens x natans, (= P. Härzü Fisch... Nk Vollmannsdorf, b. Burgebrach; P „Pfalz“.
b. Untergetauchte Bl. (mit Ausnahme der obersten) mit verschmälertem Grunde sitzend.
86. P. gramineus L. Grasartiges L. Grundachse dünn, mit knolligen An- schwellungen, weiß, verzweigt; St. meist ästig, selten bis 1 m lang; Bl. nicht stachelspitzig, untergetauchte lineallanzettlich bis lanzettlich; Schwimmbl., wenn vorhanden, + langgestielt, eifg. oder eilanzettlich, häufig derber; Blt.stände durch Verkürzung der oberen Internodien einander oft paarig genähert; Ähren
Fam. 14. Potamogetonaceae. 37
kurz; Fr.chen klein (1 mm), eifg., rückenseits stumpf gekielt. 21. 7—8. — Zirkumpolar.
Weiher, Seeufer, Gräben, Torfsümpfe.. (A — 1392 m.) Am Wildsee an der Kuhalpe b. Wallgau, Wildensee b. Mittenwald; As Taubensee b. Rupholding; Ho Sachsenrieder Weiher b. Grönenbach, Murnau, Leutstetten, Bernried, Deining, Ascholding b. Wolfratshausen, Bachhausen, Tölz, Seebruck am Chiemsee; Hu im Donautal b. Günzburg, Gundelfingen, Neuburg, Regensburg, Roith, Natternberg, Metten, Mering, Maisach, Dachauer Moor, Schleißheim; W£f Tirschenreuth; W£r Naila; Nj Kussenhof b. Dennenlohe, Freystadt, Wutzlhofen b. Regensburg; Nk verbr.; Nm Ochsenfurt, Klosterheidenfeld; Nb Kleinostheim b. Aschaffenburg, Dettingen am Langensee; Pv Ludwigshafen, Roxheim, Speyer, Schifferstadt, Mechtersheim, Friesenheim, Mörsch; Pm Beeden b. Zweibrücken.
Ändert ab: var. Zacüstris Fr. Alle Bl. meist untergetaucht, glänzend, durchsichtig, selten einzeln, Schwimmbl.chen vorhanden: Bl. kurz u. scharf zugespitzt, 2—5 em lang, die oberen meist gefaltet u. gekrümmt; obere St.glieder verlängert, die unteren, sterilen, kurzgliederig, nicht stark verästelt u. nicht sehr knickig gebogen. Seen u. deren Abflüsse, var. stagndlis Fr. Mit lederigen, — langgestielten Schwimmbl.; untergetauchte Bl. wie bei vor. Var.; St. stark ver- ästelt u. oft knickig gebogen. Die häufigste Form. — var. ripärius Fr. St. sehr kurz; untere Bl. starr, zurückgekrimmt; Luftbl. wenige, kurzgestielt, oft fehlend. Häufig in seichten Weihern. — var. terr£&ster Fr. St. sehr kurz, nur lederartige, gestielte Luftbl. vorhanden. Häufig in seichten Weihern.
III. Alle Bl. untergetaucht, gleichgestaltet, häutig, dünn, mit breitem, ab- gerundetem oder umfassendem Grunde sitzend.
a. Bl. (wie bei allen übrigen Arten außer 90) wechselständig.
1. Fr.chen mit kurzem Spitzchen, am Grunde nicht miteinander ver- wachsen; Bl. halb- bis herzfg.-umfassend.
a. Bl. am Rande gezähnelt-rauh, oben stumpf.
87. P. perfoliatus L. Durchwachsenes L. Grundachse kriechend; St. bis 6 m lang, oben meist reich verzweigt; Bl. rundlich-eifg. bis länglichlanzettlich, häufig wellig gekräuselt; Ähre kurz (bis 3 cm); Fr. schief verkehrt-eifg. 21. 6—8. — Fast Kosmopolit.
Seen, Bäche, Flüsse. (A — 1682 m.) Hbu, Ho, Hu, Nk u. im südl. Teile von Nj verbr., im nördl. nicht beob.; A nur Am Eibsee, Schachensee, Walchensee, Tegernsee, Schliersee, Spitzingsee; W nur Wo in der Schwarzach von Kritzenast abwärts (früher auch Wb Passau); Nm am Main; Nb Spessart, Aschaffenburg; R Elfershausen, Neustadt a. S., Waldaschach, Unterebersbach bis Bocklet; P nur Pv Speyer, Germersheim, Rheinsheim, Otterstadt.
Ändert ab: f. densifölius Meyer. St.glieder nur 0,5—1,5 cm lang, Bl. sich dach- ziegelartig deckend. Seichte Seeufer. — f. Loeselii (Röm.u. Sch.) Asch. u. Gr. St.glieder 3—20 cm lang, untere Bl. sehr weit voneinander entfernt; St. sehr dick. Zerstr. — 7. terr&ester Meyer. St. sehr kurz (bis 8 cm), obere Bl. rosettig gedrängt, alle am Grunde ver- schmälert u. ohne herzförmige Basis etwas umfassend, 1—2 cm lang, nicht gezähnelt. Ho Gstadt am Chiemsee.
P. lucens x perfoliatus (P. decipiens Nolte). Ho u. Hu in der Amper vom Ammersee bis Hebertshausen nördlich von Dachau; in der Würm u. ihren Kanälen von Gauting bis Dachau sehr häufig; Nk vorübergehend Bamberg.
. P. gramineus x perfoliatus (= P. nitens auct., nicht Web.). As Ausfluß des Königssees; Ho et b. Füssen; Hu Würmkanal am Ludwigsbad b. München, See des Nymphenburger arkes.
ß. Bl. am Rande glatt, an der Spitze kappenfg.-zusammengezogen (getrocknet oft eingerissen).
88. P. praelöngus Wulf. Langblätteriges L. Grundachse kriechend, knickig; St. 30—200 cm, gleichfalls knickig gebogen; Bl. länglich-lanzettlich bis lanzett- lich, halbstengelumfassend; Ährenstiele bis 20 cm lang; Ähre locker, unter- brochen (bis 5 cm); Fr. breit halbmond- oder schief halbherzfg. 3. 6—8. — Mittel- und Nordeuropa (bis 690), Japan, Nordamerika.
Gebirgsseen, Flüsse, Weiher. (A — 1510 m.) Aa Unterer Geißalpsee; Am Wildsee der Kühalpe b. Wallgau, Tegernsee b. Egern u. Rottach; Lautersee b. Mittenwald; Nj Naabalt-
wasser b. Kallmünz; Nk In der Vils von Hahnbach bis Amberg, Heidenaab b. Pressath, Hammerweiher nächst Altneuhaus b. Vilseck, Rußweiher b. Eschenbach.
38 Fam. 14. Potamogetonaceae.
2. Fr.chen langgeschnäbelt, am Grunde verwachsen; Bl. an ihrem unteren Ende abgerundet, öfters verschmälert.
89. P. erispus L. Krauses L. Grundachse dünn, + kurz kriechend, reich- verzweigt, rötlich; St. 20—120 cm, zusammengedrückt 4kantig, rötlich; Bl. durchsichtig, länglich oder lineallanzettlich, meist wellig-kraus und scharf gesägt, oben meist kurz und stumpflich zugespitzt; Fr.chen klein, rückenseits stumpf gekielt. 2\. 6—9. — Kosmopolit.
Stehende u. langsam fließende Gewässer. Verbr. inH,N, R u.P; Aa Hirschbachtal u. Hohen- burg b. Lenggries; As Reichenhall; Wb in d. Kinsach b.Gschwendt, Mitterfels, Gaißamühle b. Außern-
zell; Wo Kritzenast b. Waldmünchen; W£f Marktredwitz, in der Steinach u. im Roten Main; Nj in der Altmühl u. Anlauter, im Isenbrunner Bach b. Walting.
Ändert ab: f. acutifölius Fieber. Bl. in eine deutliche, schärfliche Spitze ver- schmälert. — f. obtusifölius Fieber. Bl. oben abgerundet od. breit-stumpflich. — var. cornütus Linton (= var. macrorrhynchus (Gandoger)): Fr.chen am Grunde des Rückens mit kurzen, deutlichen horn- od. spornartigen Höcker. Hu, Nk, Nm.
P.Tcrispus x perfoliatus (= P. cymbifölius Fischer). Hu Indersdorf; Nk Ebing, Breiten- güßbach, Hallstadt, Eltmann. b. Bl. fast gegenständig, nach oben fein gezähnelt.
90. P. densus L. Dichtblätteriges L. Grundachse dünn, kriechend; St- rundlich, 10—35 cm, oben ästig; Bl. meist eifg., zugespitzt, sitzend, zurück- gekrümmt, wenigstens die oberen einander paarweise dicht genähert; Ähren wenigblütig, kurzgestielt; Fr. rundlich, zusammengedrückt, ringsum gekielt, mit hakenfg. gebogenem Spitzchen. 2|. 6—8. — Eurasiatisch, auch Nordafrika.
Bäche, Quellgräben, besonders in kalkhaltigem Wasser. (A — 915 m.) Aa Füssen; Am Oberammergau, Partenkirchen, Mittenwald; As Berchtesgaden, Königssee; Hbu Reutin, Laiblach- mündung; Hbo Weiler, Weihers; Ho u. Hu verbr.; Nj im südlichen Teile verbr., im nördlichen fehlend (früher Krassachquelle b. Weismain); Nk Dinkelsbühl, Hilpoltstein, Höchheim a. Saale; R Leubach b. Fladungen; Pv Rheinebene.
Ändert ab: var. Jaxzus Opiz. Bl. schmäler, lanzettlich bis lineallanzettlich, nicht oder wenig zurückgekrümmt. Seltener mit dem Typus.
B. Alle Bl. lineal- oder borstlich-fädlıch, ganzrandig, untergetaucht.
I. Bl.häutchen frei, d. h. nicht oder höchstens am Grunde ein wenig mit dem Bl. verwachsen, den Stengel + scheidig umfassend.
a. St. besonders oben + flach zusammengedrückt. 1.Bl. an der Spitze abgerundet, kurzstachelspitzig.
91. P. compressus L. (= P. zosterifolius Schumacher). Flaches L. St. ästig, bis 2 m lang; Bl.häutchen weißlich, ausdauernd, 2,5—3,5 em lang; Ähren- stiele 2—4mal so lang wie die 1—2 cm lange, dichte, + reichblütige Ähre; Fr.chen länglich-eifg., schwach gekielt. 2l. 6—8. — Zirkumpolar.
Weiher, Altwässer. Hu”Neuburg a. D., Deggendorf (früher Regensburg); Nk "Grafenmühle b. Pleinfeld, Kirchfarrnbach, Lauf, Gründlach, Haundorf, Kosbach, Dechsendorf, Adelsdorf, Med- bach-Kieferndorf-Saltendorf, Bösenbechhofen, Zentbechhofen, Aurach, Forstschwind, Eschenbach; R Kissingen; (Pv Frankental, Speyer ?).
2. Obere und mittlere Bl. fein haarspitzig, selten kurz weichspitzig.
92. P. aeutifölius Lk. Spitzblätteriges L. St. bis 60 cm, stärker verästelt und Internodien meist kürzer als bei voriger Art; Bl. an ihrem Grunde oft mit 2 gelblichen Höckerchen; Bl.häutchen alt schmutziggrau, 1,5—2,5 em lang, hinfällig; Ährenstiele nicht viel länger als die kurze, armblütige, lockere Ähre; Fr. halbkreisrund bis fast kreisrund, deutlich gekielt. 2L. 6—8. — Europäisch; auch Australien.
Gräben, Teiche u. Altwasser. Hb Mollenberg b. Lindau; Ho Füssen, Palling b. Trostberg; Hu Krupetsried b. Indersdorf (früher Regensburg); Nj Igelsee b. Hersbruck; Nk verbr.; Pv Speyer, Berghausen, Rehhütte b. Neuhofen, Maudach, Oppersheim, Friesenheim, Oppau, ‚Eppstein, (Edigheim, Flomersheim ?).
Fam. 14. Potamogetonaceae. 39
b. St. etwas zusammengedrückt, mit abgerundeten Kanten oder fast stiel- rund. 1. Ährenstiele nur so lang oder kaum länger als die dichte Ähre.
93. P. obtusifölius M.K. Stumpfblätteriges L. St. selten hochwüchsig, meist 30—50 cm, meist kurzgliederig, von unten bis oben gabelig ästig; Bl. oben gerundet-stumpf, öfters mit kurzem Spitzchen, 3 (selten —5)nervig, + schlaff, tiefgrün, wenig durchsichtig; Bl.häutchen nicht deutlich gekielt, nicht gespalten; Fr. runzelig, warzig, schwach höckerig. 2|. 6—8. — Zirkumpolar; auch Brasilien.
Teiche, Waldsümpfe, Gräben, Bäche, Altwässer. Hb Metzlers, Lampertsweiler; Ho Memmingen, Kronburg, Ebersberg, Staudham b. Wasserburg; Hu Schaching b. Deggendorf; Wo Vohenstrauß, Grafenreuth zw. Floß u. Waldthurn; W£ Marktredwitz; Nj Kallmünz, Etterzhausen; NK verbr.; Nb Nilkheim b. Aschaffenburg; Pv Speyer, Friesenheim, Oggersheim.
Dix Ährenstiele 2—3mal so lang wie die kurze, zur Fr.zeit lockere oder dichte Ähre.
&. Bl. deutlich 3—5nervig (vgl. aber P. pusillus var. tenuissimus und ssp. P. panormitanus var. minor); Fr.chen + elliptisch, auf der Bauchseite konvex.
a. Fr.chen auf dem Rücken + gekielt (vgl. aber P. pusillus ssp. P. panormitanus). aa. St. zusammengedrückt; Ährenstiele oben meist verdickt.
94. P. mueronätus Schrad. Stachelspitziges L. St. meist hochwüchsig, 30—100 cm, langgliederig, mit wenigen langen Ästen, aber vielen kurzen Achsel- trieben; Bl. 5nervig, bis 2,5 mm breit, stumpf, mit aufgesetztem Spitzchen, etwas steif, durchsichtig, hell- bis graugrün; Bl.häutchen mit 2 starken Seiten- kielen, meist bis zum Grunde gespalten; Ähren locker, quirlblütig; Fr. schief- eifg., glatt. 21. 6—7. — Europa (mit Ausschluß des Mediterrangeb.), Nord- amerika, Südafrika.
Altwasser, Teiche, Sümpfe, Bäche. Hu Neuburg a. D., Donauwörth; zw. Schwabelweis u. Tegernheim a. D., Plattling; Nk (bezw. fränk. Dil) zieml. verbr.; Pv Neuhofen b. Mutterstadt.
Ändert ab: var. latifölius Ruthe. Größere St.bl. über 4 mm breit, bis 8 cm lang, mit 3 Seitennervenpaaren. — var. angustifölius Fisch. St.bl. bis ca. 2 mm breit. — var. obtüsior Fisch. Bl. vorne sehr stumpf abgerundet, mit kurzem Spitzchen. Nk Vilseck.
bb. St. fast stielrund; Ährenstiele fadenfg., oben nicht verdickt.
95. P. pusillus L. Kleines L. In allen Teilen kleiner und zarter als vorige Art; Grundachse fädlich, rasig; St. sehr ästig; Bl. trüb- oder blaßgrün, 3(—1)- nervig, 1—1,6 mm breit, an der Spitze verschieden gestaltet; Bl.häutchen nicht gespalten; beim Typus Ähre meist kopfig und Fr. warzig. 2. 6—9. — Fast Kosmopolit.}
Gräben u. Pfützen, bes. Moore, Teiche, Bäche, Altwässer. (A — 815 m.) Ho, Hu, Nk u. P verbr.; sonst Aa Oberstdorf, Fischen, Hindelang; Am Oberau, Schliersee, Niederaudorf; As Ruhpolding, Unterstein, Berchtesgaden, Königssee; Hbu Unterhochsteg, Wasserburger Bühel, Ziegelhaus; Hbo Ruhpolz, Weihers; Wb Sinzendorf, Zwiesel, Grafenau, Passau; Wo Eslarn; Wf Weißenstadt, Münchberg; Wfr Steben, Naila, Lamitztal; Nj Ottmaring b. Beilngries, Wiesenttal, Fischstein, Wildenberg, Schwarzbach- u. Labergebiet; Nb Krommenthal, Aschaffenburg; Rim Lieb- frauensee zu Albertshausen b. Kissingen, Willmars.
Vielgestaltig; erscheint in folgenden Formen: var. vulgäris Fr. Bl. nervig, zugespitzt od. spitz; Mittelnerv einfach od. doch nur im untersten Teile von 2 feinen Längsnerven begleitet, wenig verbreitert, flach, Seitennerv + gleichweit vom Mittelnerv u. Rande entfernt. Häufig. var. Berchtöldi (Fieber) Asch. Bl. 3nervig, Mittelnerv mindestens in der unteren Hälfte zusammengesetzt, — verbreitert, flach; Seitennerven meist dem Rande mehrgenähert; Bl. entweder oben — abgerundet, mit aufgesetztem‘ Spitzchen (j. mueronulätus Fisch.) od. allmählich lang zu gespitzt (. acuminätus Fieber). Häufig. — var. tenuissimus Fr. ‚Alle od. doch die Astbl. (auch bei Lupenbetrachtung) einnervig erscheinend, fein- bis haarspitzig; Mittel- nerv einfach, kräftig vorspringend. Zerstr.
40 Fam. 14. Potamogetonaceae.
ssp. P. panormitänus Bivona. Bl. meist 3nervig, kurz zugespitzt; Seiten- nerven näher dem Rande; Mittelnerv einfach; Ahren 3—4quirlig, unterbrochen; Fr.chen dick und glatt, undeutlich gekielt oder abgerundet, breitelliptisch.
Verbreitung noch genauer festzustellen. Bisher Ho Maisinger See; Hu München, Regensburg; Nk Dambach, Bubenreut, Dechsendorf, Kieferndorf, Aurach, Gaustadt; Nb Aschaffenburg. — Dazu var. minor Bivona. Bl. einnervig, z. B. Föhring b. München.
b. Fr.chen glatt, auf dem Rücken kiellos oder undeutlich gekielt, halbelliptisch bis sichelfg.
96. P. rütilus Wolfgang (= P. caespitosus Nolte). Bötliches L. St. schwach zusammengedrückt, weniger verästelt als b. vor. Art, frisch rotbräunlich über- laufen; Bl. nur bis 1 mm breit, steif, abstehend, lang und fein zugespitzt; Mittel- nerv einfach, vorspringend; Bl.häutchen starknervig, lang (1,5—2 cm), gewöhn- lich spitz; Ähre lockerblütig, + unterbrochen, kurz; Fr.chen reif bräunlichrot.
8,
Weiher, Altwässer, Nk Dechsendorf, Adelsdorf u. Weppersdorf, Baiersdorf, Altneuhaus b. Vilseck. ; 4
ß. Bl. nervig; Fr. halbkreisrund, + höckerig, mit scharfem Rückenkiel.
97. P. triehoides Cham. u. Schl. Haarfeines L. Grundachse fadenig., rasig; St. 30—60 cm lang, stielrundlich, sehr dünn und verästelt; Bl. meist trübgrün, fast borstlich, sehr spitzig, ohne Quernerven; Bl.häutchen 1—2 cm; Ährenstiel haarfein, bis 5 cm lang; Ähre dicht oder locker; Fr.chen gewöhnlich über dem Grunde und am Kiel mit Höckern. 2l. 7. — Atlantisch-mediterran.
Pfützen, Teiche, Bäche. Am Im Hammerbach b. Garmisch; Ho Eisenburger Weiher b. Mem- mingen; Hu Nymphenburg b. München, Schaching b. Deggendorf; Wfr Naila; Nj Ottmaring b. Beilngries; Nk verbr.; Nb Aschaffenburg; Pv Neuhofen.
Ändert ab: var. liocärpus Asch. Fr. schwachhöckerig; Kiel (fast) ganzrandieg. Seltener.
II. Bl.häutchen an seinem oberen Teile mit dem Bl.grunde verwachsen, stengel- umfassend; Bl. mit deutlichen, starken Quernerven.
a. Alle Bl. oder nur die des Ährenstandes allmählich fein zugespitzt oder doch in eine kurze Endspitze verlaufend; Fr. + deutlich gekielt, mit an- nähernd bauchständigem Spitzchen.
98. P. peetinatus L. Kammförmiges L. Grundachse kriechend, verzweigt, fadendünn; St. bis 4 m lang, oberwärts reich verzweigt; Bl. borstlich bis schmal- lineal (2,5 mm), (1—)3nervig; Bl.scheiden offen; Ährenstiele 5—10 em lang, fadenfg.; Ähre unterbrochen, meist der unterste Wirtel sehr entferntstehend; Fr.chen groß, halbkreisfg., ihre Bauchseite wenig gerundet, gelbbraun. 2|. 7—8. — Kosmopolit.
Stehende u. fließende Gewässer. (A — 1595 m.) Hbu, Ho, Hu, Nk, Pv verbr. Am Tegernsee, See am Fuße des Wallbergs, Spitzingsee; Hbu Lindau, Klosterteiche, Unterhochsteg; Wo in der Schwarzach; Wfr Marxgrün b. Steben; Nj in d. Altmühl b. Eichstätt u. Walting, in der Schutter, Schwarzach u. Sulz, Schottenstein; Nm Pfersdorf, Würzburg; Nb Lengfurt, Aschaffenburg; R Ham- melburg, Elfershausen, Liebfrauensee b. Kissingen.
Ändert ab: var. secopdrius Wallr. St. fädlich, durch Verkürzung der oberen Inter- nodien die oberen Bl. diehtbüschelig, fast gleichhochstehend; Bl. einnervig, haarfein, meist borstlich; Fr.chen schwach u. undeutlich gekielt. Häufig. — var. vulgäris Cham.u. Schl. Obere St.glieder weniger verkürzt als bei vorhergehender Form; Bl. meist breiter (bis 1 mm), (1—)3nervig, Bl.scheiden u. Bl. ungefähr gleichbreit, wenig breiter als der St.; Fr. deutlich gekielt. Seltener. — var. interrüptus Asch. St.internodien lang; Wuchs schlaff; Bl. 1,5—2 mm breit, 3(—?7)- nervig; Bl.scheiden derb, 2—3mal breiter als der St. Ho, Hu, Nk.
ssp. P. flabellätus Bab. Äste fächerförmig ausgebreitet; Bl. 3—5nervig; Fr.chen mit vor- springendem Rückenkiel u. fast gerader Bauchseite; Ähre kurzquirlig-unterbrochen, wenig blühend, nur am Grunde dichtfrüchtig. Im Gebiete noch nicht sicher nachgewiesen.
Fam. 14. Potamogetonaceae. — Fam. 15. Naiadaceae. 41
b. Alle Bl. oben abgerundet oder mit sehr stumpfem Spitzchen; Fr. kiel- los, Spitzchen fehlend oder fast mittelständig.
99, P, filiförmis Pers. Fadenblätteriges L. St. meist nur am Grunde ver- ästelt, seltener mit einzelnen, kurzen, nicht blühenden Ästen; Bl. schmal, schein- bar inervig, höchstens undeutlich 3nervig; Bl.scheiden in der Jugend geschlossen ; Fr.chen viel kleiner als bei vor. Art, an der Bauchseite + gerundet, schiefeifg.,
ohne Spitzchen, mit breiter, sitzender N., olivgrün. 2l. 7—8. — Zirkumpolar ; auch Australien. Seen, Bäche, Moorgräben. (A -—- 1802 m.) Aa Binswang b. Sonthofen, Schrecksee;
Am Barmsee, Walchensee, Kochelsee, Lenggries, Kreuth, Tegernsee, Schliersee, Oberaudorf; As Reichenhall, Berchtesgaden, Unterstein, Königssee, Funtensee, Grünsee; Hbu Nonnenhorn; Ho Memmingen, Murnau, Pilsensee b. Seefeld, Tutzing, Tölz, Schaftlach, Menterschwaige in München, Rosenheim, Chiemsee, Osing b. Laufen; Hu Augsburg, Mering, Nymphenburg, Dachauer Moor, Neufahrn, Freising, Moosburg, Neuching im Erdinger Moor.
Ändert ab: var. alpinus Blytt. In allen Teilen größer. Ho, Hu.
Dazu ssp. P. iuneifölius Kern. Pfl. hochwüchsig, von unten bis oben ästig; Bl. 3nervig; Fr.chen mit sehr kurzem Spitzchen. Aa Rubi b. Oberstdorf; Ho in der Ramsach b. Murnau, Starnberg.
2. Zannichellia L. Teichfaden.
100. Z. palüstris L. Gemeiner T. Grundachse dünn, kriechend; St. an den Knoten wurzelnd, in seinem oberen Teile oft flutend; Fr.chen sitzend oder kaum gestielt, mindestens doppelt so lang wie ihre Gr. 2. 6—7. — Fast Kos- mopolit.
In stehendem u. fließendem Wasser. Am Rottach am Tegernsee; As Reichenhall; Ho Mem- mingen, Fellheim, Sontheim, Kaufbeuren, Füssen, Tölz, Murnau, München, Leutstetten, Rotten- huch, Bärnsee b. Niederaschau; Hu Neuburg a. D., Münster a. L., Thierhaupten, Augsburg, Groß- aitingen, zw. Kissing u. Mering, Maisach, Föhring, zw. Dachau u. Schleißheim, Deggendorf; Nj verbr.; Nk Nürnberg, Schniegling, Drosendorf, Bamberg, Windsheim, Oberntief, Grettstadt, Rüden- hausen, Kitzingen, Königshofen u. Ottelmannshausen, Trappstadt; Nm Schweinfurt, Großlangheim, Dettelbach, Würzburg, Münnerstadt; Nb Partenstein, Krommental; R Unterweißenbrunn, Dittlofs- roda, Höllrich; Pv Rheinhausen, Roxheim, Tenschbach, Knielingen, Speyer, Oggersheim.
Ändert ab: f. maior Boenn. Pil. größer; St. flutend. — f.repens Boenn. Pil. niedrig; St. kriechend. Seltener.
ssp. Z. pedicelläta Wahlb. u. Rosen. Fr.chen zuweilen nur 2, fetwa 4 mm lang gestielt, so lang oder wenig länger als ihre Gr. ?|. 7—9.
Gräben. Nk Kieferndori; (früher R Saline z. Kissingen).
Fam. 15. Naiadäceae. Nixenkrautgewächse.
Einjährig, unter Wasser wachsend. St. meist zerbrechlich. Bl. gegenständig oder scheinbar 3quirlig, einnervig, gezähnt, am Grunde scheidenartig erweitert. Blt. eingeschlechtig, zwei- oder einhäusig, einzeln; $ Blüte mit becherfg. H., einem grünen, in 2 Lappen vorgezogenen Perigon und 1 Stbbl.; 2 Blt. grün, von einem nackten Frbl. gebildet. Fr. nußartig, einsamig.
Naias L. Nixenkraut.
A. Zweihäusig; Stbb. 4fächerig; Bl.scheiden ganzrandig oder mit einzelnen Stachelzähnen; St. und Bl.rücken meist bestachelt.
101. N.marinaL. (= N. maior All.). Meer-N. St. 10—300 cm, verzweigt, starr, zerbrechlich; Bl. breitlineal, ausgeschweift-stachelig-gezähnt, beim
42 Fam. 15. Naiadaceae. — Fam. 16. Scheuchzeriaceae.
Typus 1—3 cm lang, mit kurzen Zähnen; Fr. länglich-eifg., meist nur am Grunde mit einem kurzen Kiel, hell braungelb bis bräunlich. ©. 6—9. — Kosmopolit.
Seen, Weiher, Altwässer. Ho Pilsensee b. Herrsching, Simssee, Langenbürgener See; Nk Dinkelsbühl, Saltendorf u. Bughof b. Bamberg, Sennield b. Schweinfurt, Klosterheidenfeld, (früher Kosbach u. Dechsendorf); Pv Maudach, Mundenheim, Neuhofen, Altripp, Germersheim.
Ändert ab: f. Zuxüurians Rendle. Internodien verlängert; Bl. 4 cm lang (Nk früher Dechsendorf). — var. interm&ödia (Wolfgang) A. Br. Bl. schmäler, ihre Zähne länger als die Bl.breite; St. unbestachelt od. mit vereinzelten Stacheln. Ho, Pv.
B. Einhäusig; Stbb. einfächerig; Bl.scheiden dicht wimperig-gezähnt; St. und Bl.rücken ohne Stacheln.
102. N. minor All. Kleines N. St. 10—20 cm, zart, sehr zerbrechlich; Bl.scheide scharf gegen die Spreite abgesetzt; Spreite schmallineal bis fadenig., ausgeschweift-begrannt-gezähnt, meist zurückgekrümmt; Fr. schlank, zylind- risch, schwarzgrau; S.schale mit hervortretenden, wagrecht verlängerten Maschen. ©. 6—9. — Eurasiatisch, mit vorherrschend mediterraner Verbreitung.
Stehende Gewässer. Hu Fischerdorf b. Deggendorf, Vornbach a. Inn; Nk Dinkelsbühl; Pv Roxheim, Maudach, Altripp.
N. flexilis (Willd.) Rostkov. u. Schmidt. St. 10—25 cm, etwas zart u. biegsam; Bl.scheiden allmählich in den Grund der Spreite übergehend; Bl. schmal-lineal; Fr. länglich- eifg. bis kurz zylindrisch, gelblich; S.schale glatt. ©. 7.
Heimat: Amerika, Nordwest- u. Nordeuropa. Vorübergehend Pv Roxheim (1389).
Fam. 16. Scheuchzeriäceae. Blumenbinsengewächse. (= Juncaginaceae.)
Ausdauernde Sumpfpfl.; St. beblättert oder schaftartig; Bl. schmallineal, ganzrandig; Blt.stand traubig bis fast ährig; Blt. %, mit 6 grünen oder braunen Perigonbl. und 6 Stbbl.; Frkn. oberständig, mit 3—6 freien oder miteinander verwachsenen Frbl.; Fr. chen aufspringend, 1—2samig.
A. St. beblättert; Blt.traube kurz, mit Tragbl.; Frbl. nur am Grunde verbunden, mit 2 S.anlagen. Scheuchzeria 1.
B. Alle Bl. grundständig; Blt.traube lang, ohne Tragbl.; Blt.stiele sehr kurz, Frbl. der ganzen Länge nach verbunden, erst bei der Reife von der Mittelsäule sich ablösend, einsamig. Triglöchin 2,
1. Scheuchzeria L. Blumenbinse.
103. Sch. palüstris L. Sumpf-B. Grundachse schief aufsteigend, bis 50 cm lange Wanderrhizome bildend; St. 10—20 cm; Bl. rinnig, an der Spitze mit löffelfg. Drüsengrübchen; untere Blt. langgestielt; Perigonbl. gelblichgrün, bleibend; Frbl. meist 3; Fr.chen getrennt, gelbgrün, schiefeifg. 2. 6. — Zirkum- polar, mit nördl. Verbreitung (südl. bis 40°).
Zwischen- u. Hochmoorschlenken. (A — 1350 m.) Aa Oberstdorf, Tiefenberger Moor, Vorder- bolgen, Fuß des Besler, Straußberger Moor; Am zw. Ober- u. Unterammergau, zw. Bodenschneid u. Brecherspitze, Spitzingsee, Schwarze Tenn, Schliersee, Wildalmjoch am Wendelstein; As Röthel- moor, Winkelmoor, Niederkaseralpe am Geigelstein; Hbo Ratzenberger-, Deger-, Trogener- u. Röthen- bacher Moor; Ho verbr.; Hu Haspelmoor, Dachauer Moor; Wb Gr. u. Kl. Arbersee; früher Rachel- see, jetzt noch im Ufertorf nachzuweisen; W£ Fichtelsee; Nk Schwaninger Heide, Dennenlohe u. Lellenfeld b. Gunzenhausen, Bodenwöhr, Vilseck, Ehenbachtalmoor b. Wernberg u. Oberköblitz, Holzmühlteiche b. Eschenbach; R Schwarzes Moor; (Pv früher Dürkheim;) Pm Eppenbrunn, Fischbach bis Ludwigswinkel, St. Ingbert, Gr Hammerweiher b. Kaiserslautern, zw. Homburg u. Landstuhl (früher Zweibrücken).
Fam. 16. Scheuchzeriaceae. — Fam. 17. Alismataceae. 43
2. Triglöchin L. Dreizack. A.N. 3; Fr. keulig-lineal.
104. T. palüstris L. Sumpf-D. St. 15—40 cm; Bl. halbzylindrisch, rinnig; Traube locker, Blt.stiele angedrückt; Bit. gelblichgrün, hinfällig; Teilfr. 3, keulenfg., nach unten in eine lange, starre Spitze verlaufend. 2. 6—7. — Zirkumpolar; auch gemäßigtes Südamerika.
Moorige Sumpfwiesen, Gräben, Teich- u. Seeufer. A (— 1510 m), H, Wfr, Nj?, Nj?, Nk u. Pv verbr.; Wb Bogen, Gonnersdorfer Moor b. Regensburg; Wo Waldmünchen, Herzogau; Wf Schönwald, Biengarten b. Münchberg; Nj!, Nm, Nb, R, Pm u. Pn zerstr.
B.N. 6; Fr. eifg.
105. T. maritima L. Meerstrands-D. St. 10—70 cm; Traube länger, dicht; Blt. viel zahlreicher als bei voriger, Blt.stiele aufrecht abstehend; Teilfr. 6, meist unter der Spitze eingeschnürt. 2l. 6—7. — Zirkumpolar.
Feuchte, salzhalzige Orte, bes. Wiesen. R Kissingen, Neustadt a. S., Schonderfeld, Gemünden; Pv Dürkheim, Erpolzheim.
Fam. 17. Alismatäceae. Froschlöffelgewächse.
Ausdauernde Wasser- und Sumpfpfl.; Bl. verschieden gestaltet; Blt. 9, seltener einhäusig (Sagittaria); Perigon 6blätterig, die 3 äußeren Bl. kelchartig, grün, die 3 inneren sehr zart, blumenkronenartig, weiß oder rosa; Stbbl. 6 oder viele; Frkn. 6 oder mehr, oberständig, jeder 1(—2)samig. Fr. nußartig.
A. Blt. eingeschlechtig, die oberen d, die unteren 9; Stbbl. zahlreich. Sagittäria 1.
B. Blt. zwitterig, Stbbl. 6.
I. Seitennerven nicht alle vom Bl.grunde ausgehend; obere Bl. schwach herzfg. oder in den Stiel verschmälert, wenn nicht lineal wie die unteren; Fr.schale pergamentartig. Alisma 2,
II. Alle Seitennerven an den Schwimmbl. vom Bl.grunde aus stark bogig ver- laufend; gut entwickelte Schwimmbl. am Grunde herzfg. oder tief ein- gebuchtet; innere Schicht der Fr.schale holzig. Caldesia 3.
1. Sagittärıia L. Pfelkraut.
106. S. sagittifölia L. Gemeines Pf. St. 30—80 cm, dreikantig; Bl. grund- ständig, die untersten + flutend, riemenfg., lineal, 30—100 cm lang, die folgenden schwimmend, mit elliptischer oder etwas pfeilfg. Spreite, die späteren lang- gestielten Luftbl. pfeilfg.; Blt. ansehnlich, $ weiß mit purpurrotem Grunde,
mehr als doppelt so lang gestielt als die 9; Fr.chen schief-verkehrt-eifg., kurz geschnäbelt. 2l. 6—-7. — Eurosibirisch.
Gräben, Ufer. Hbu, Hu, W (Wb nur im Vorderzug), N u.Pv + verbr.; Ho Chiemseeufer b. Bernau u. Fraueninsel; sonst fehlend.
Ändert ab: f. natans Klinge (= f. obtusa Bolle). Pfeilförmige Luftbl. fehlend; Pil. meist nicht blühend. Jn tieferem Wasser. — f. terr&stris Bolle. Unterste Bl. lineal, kurz, ausgebreitet, die nächsten elliptisch, fast pfeilfg; Sommerbl. (fast) pfeilfg.; Blt.schaft niedriger. Landform. Bisweilen. — f. vallisneriifölia Coss. u. Germ. Pfl. ganz untergetaucht, fast nur mit linealen, durchscheinenden Bl.; meist nicht blühend. In tiefen Altwässern, in Seen z. B. Hbu Lindau; Hu Neustadt a. D.; Nk Michelau; Pv zw. Speyer u. Altripp.
44 Fam. 17. Alismataceae. — Fam. 18. Butomaceae.
2. Alısma L. Froschlöjfel. A.Gr. ziemlich gerade, aufrecht, bedeutend länger als der Frkn.
107. A, Plantägo L. Gemeiner F. Grundachse knollig oder kugelig; St. 10—70 cm, nur die Primärbl. lineal, bandig., die übrigen mit eifg. oder lanzett- licher Spreite; Blt.stand pyramidal, in gestielten, voneinander entfernten Quirlen; innere Perigonbl. rosa oder weiß; reife Fr.chen auf dem Rücken meist nur mit einer Furche versehen.
Gräben, Sümpfe, Ufer. Verbr. (A — 1140 m). — Zirkumpolar, auch Neuholland.
Ändert ab: rar. lati/ölium Kth. Pil. kräftig; Spreite eifg., spitz, am Grunde gerundet od. herzfie. Häufige. Hieher auch eine meist in allen Teilen kleinere, bisweilen zwerghafte Form; z. B. Chiemseeufer. rar. lZanceolätum Schultz. Pil. häufig kleiner; Spreite lanzettlich, in den Stiel verschmälert. Nicht selten. Auch hievon Landformen wie oben.
B. Gr. stets kürzer als der Frkn., hakig nach außen umgebogen.
108. A. graminifölium Ehrh. Grasblätteriger F. Grundachse meist zylin- drisch, weniger verdickt; Bl. nie am Grunde abgerundet oder herzig., die ersten lineal, meist untergetaucht, die folgenden langgestielt, aufrecht, bis 75 cm lang, mit elliptisch bis schmallanzettlicher, am Grunde verschmälerter Spreite das Wasser überragend; Fr.chen auf dem Rücken fast regelmäßig mit 2 Furchen; im übrigen wie vorige. — Eurasiatisch; auch Nordafrika, Abessinien.
Standorte wie bei vor. Hu Neuburg a. D.: Nj? Sulzkirchen bei Berching, Schnaittach b. Lauf; Nk zerstr.
Ändert ab: var. angustissimum Asch. u Gr. Bl. ganz untergetaucht, lineal. Hw Neuburg a. D.: Nk zerstr.: Pv Altripp. — /.terröstre Glück (= 4. arcuatum Michalet). Landform. Die ersten Bl. lineal, die späteren stets gestielt, bis 19 cm lang; Spreite breit eifg. bis schmal lanzettlich, am Grunde verschmälert, bis 10 cm lang; auch hievon Zwergformen. Mit den beiden anderen Formen.
|3. Caldesia Parl. Kaldesie.
109. €. parnassifölia (L.) Parl. Herzblätterigse K. Grundachse dünn, kurz; St. 15—90 cm; flutende Primärbl. bandartig, die ersten (in tiefem Wasser allein zur Entwicklung gelangenden) Schwimmbl. klein, elliptisch und am Grunde abgerundet oder eifg. mit undeutlichem Ausschnitte, in seichterem Wasser zuletzt mit tiefherzfg., 5—13nervigen Schwimmbl.; Rispe gewöhnlich weniger verzweigt und stets kleiner als bei Alisma; innere Perigonbl. weiß; Gr. so lang wie der Frkn.; Teilfr.chen auf dem Rücken mit 3 stark vorspringenden Nerven. In tieferem Wasser nicht blühend, statt der Blüten stärkere Entwicklung der vegetativen Knospen (Turionen). 23. 7—9. — Zerstr. in der alten Welt und auf Neuholland.
Hbu Bühlweiher b. Lindau in tiefem Wasser u. am Lande.
Fam. 18. Butomäceae. Schwanenblumengewächse.
Ausdauernde Sumpf- und Wasserpfl. mit schaftartigem St. und langen, grundständigen, linealen, rinnig-3kantigen Bl. Perigon 6blätterig, blumen- kronenartig gefärbt. Bit. 3, Stbbl. 9, Frkn. 6, oberständig, am Grunde etwas verwachsen. Bauchseits aufspringende Balgfr.
Bütomus L. Schwanenblume, Wasserliesch.
110. B. umbellätus L. Doldige Sch., doldiges W. St. 40—150 cm, stielrund; Bl. am Grunde scheidenartig erweitert; Blt.stand seitlich, doldenähnlich; Perigon rosenrot, dunkler geadert. 21. 7—9. — Eurasiatisch.
Fam. 19. Hydrocharitaceae. 45
Stehende od langsaın fließende Gewässer. gg Weriigbehengee, Nm,Nb, Pm u. Pn zexztr.; Ho Stockdorf b. Planegg, Grassau; R mehriach a. d. Saale; sonst ichlend.
Fam. 19. Hydrocharitäceae. Froschbißgewächse.
Ausdauernde Wasserpfl. mit ungeteilten BL; Blt. 1- oder 2häusig, selten g; Blt.stände am Grunde von einer H. umschlossen; innere Perigonbl. stets blumen- kronartig; Stbbl. 2—12, z. T. nur staminodial ausgebildet; Frbl 2—15; Frkn. unterständig. Fr. fleischig, nicht aufspringend, mehrsamig.
A. Bl. schwimmend, langgestielt, rundlich, am Grunde tief herzfg. Hydröcharis 1. B. BL untergetaucht, sitzend, lineal bis länglich-eifg. L.BL groß, dick und steif, schwertig., am Rande und Mittelnerv stachelig
gezähnt; Blt. ansehnlich, inneres Perigon weiß. Stratiötes 2,
II.BL klein, länglich-eifg. bis lineal-lanzettlich, kleingesägt, in genäherten, 3zähligen Quirlen; Blt. sehr klein, äußere Perigonbl. rötlich, innere weiß,
oft gleichfalls rötlich angehaucht. Helödea 3.
1. Hydröcharis L. Froschbiß.
111. H.Morsus ranaeL. 6@emeiner F. Pil. 10—20 cm hoch, 5—10 cm lange, rosettige Ausläufer bildend, die herbstlichen mit Winterknospen; BL am Grunde des Stieles mit 2 tutenähnlichen Nebenbl, Spreite außer dem Mittelnerv mit je 2 bogigen seitlichen Hauptnerven und rechtwinkeligem Gitterwerk (Höckerchen auf der Unterseite und den Blattstielen fehlend, Unterscheidung von Lim- nanthemum!); Bit. einhäusig, aber an verschiedenen Achsen; 5 zu 1—3 aus gemeinsamer Scheide entspringend, mit 12 Stbbl, die 3 äußeren meist unfrucht- bar; 9 Bit. einzeln, mit 6 zweiteiligen Gr. 21. 7—8. — Gemäßigtes Eurosibirien.
Gräben, Teiche, Altwässer. Hu, Nk ı Ps — verbr.; sonst Hbu Lindau an der Vorarlberger Grenze; Ho Karäorier Weiher b. Memmingen, Bosenbeim, Chiemsseufer b Bernau; Wf£ Tirschen-
reuth; Nj' Wellheim, W. Solnhofen, Eichstätt u Dietfurt in d. Altmühl, untere Sulz b Beilngries, Naab b. Kallmünz u Eiterzhausen; Nj Schwarzach zw. Kinding ee Den Hirschfeld, Fahr, im
z Klosterheidenfeld, Graienrheinield Alimain, u Heidinssfeld b. Würzburg, Ochseniurt, Höchberz, Dettelbach; Nb Kleinosiheim, Kahl, Dei- tingen; R Saaletal b. Gemünden u Gräfsndori-Schonderieläi; Pm Pm Kaiserslautern, Zweibrücken, Saarbachtal b. Schönau
2. Stratiötes L. Krebsschere, Wasserschere.
112. S. aloides L. Aloeblätterige K. Ausläufer treibend; St. 15—30 cm; Bl. unten 3kantig, dunkelgrün; Bit. zweihäusig, groß, mit weißem inneren Perigon; $ Bit. länger gestielt aus der H. hervorragend, 2 in ihrer H. sitzend; vegetative Vermehrung reichlich. ?1. 6-8. — Gemäßigtes Eurosibirien.
Seen, Aliwässer, bis 2 m tiei Ho Weßlinger Wärthsee, Pilsensce b_ Secield; His Röbr- 1003; Nk zw. Base. Wiosieh, Karificf, Warrknie. Oberndorf u. Alterlangen b. Erlanzen.
Höchberg (früher Aschaffenburg); - Trippstadt u b. (seit 1876), Zweibrücken, Homburg (echt 1830), Jagdhäusler Weiher: Pn Aschbacher Hoi b. Kusd.
3. Helödea!) Michx. (— Elödea). Wasserpest.
113. H. canadensis Michx. (= Anacharis Alsinastrum Bab.). Kanadische W. St. bis 3 m langflutend; Bit. zweihäusig oder %, $ Blt. (bisher aus Europa nur
2) Griech. ZAoÖng, sumpfig.
46 Fam. 19. Hydrocharitaceae. — Fam. 20. Gramineae.
aus Schottland bekannt) mit 9 sitzenden Stbbl.; 2 Blt. einzeln, langgestielt, mit 3 linealen, oft 2spaltigen N., häufig 3 Staminodien vorhanden; % Blt. wie die 9, aber mit 3—6 Stbbl. Starke vegetative Vermehrung. 2|. 5—8. — Nord- amerikanisch, in Europa, Ostindien und Australien eingebürgert.
Stehende u. fließende Gewässer. Seit zirka 1840 in Europa; in Bayern seit 1865 beobachtet (Winterhafen in Regensburg). Jetzt verbr., seltener Wb zw. Furth u. Grub, Donaustauf; Wf Hof; Wfr Höllental b. Lichtenberg; Nb Aschaffenburg, Lohr; R Stockheim, Heustreu; Pn Wolfstein. Noch nicht beob. A u. Wo.
Fam. 20. Gramineae.
© und © Gräser mit gestreckten und in Blt.stände auswachsenden Trieben. 2| Gräser mit sterilen Laubsprossen. Vegetative Vermehrung durch Knospen in den Achseln der Bl.scheiden; Triebe entweder die Bl.scheiden durchbrechend
Abb. V. A) Schema eines Gramineen-Ährchens. I) Hauptachse; II) Seitenachsen; uA) untere Hüllspelze; oh) obere Hüllspelze; d) Deckspelze; v) Vorspelze; Z) Lodiculae; st) Staub- blätter; fr) Fruchtknoten mit den beiden Narben. (Nach Warming.)
B) Geöffnetes Ährchen von Poa pratensis. a) Ährchenachse; uR) untere Hüllspelze; oA) obere Hüllspelze; d) Deckspelze; ®v) Vorspelze. (Nach Nees.)
C) Einzelblüte von Triticum. 7) Lodiculae; st) Staubblätter; /r) Fruchtknoten: n) Narben. (Nach Engler.)
— extravaginal, Ausläufer bildend, Wuchs dann locker oder ziemlich dicht — oder zwischen Scheide und St. in die Höhe wachsend — intravaginal, stets in dichten Horsten wachsend. — St. („Halm“) knotig gegliedert, meist stielrund. Bl. aus Bl.scheide, Bl.häutchen und Bl.spreite bestehend. Spreite in der Knospen- lage gerollt (Querschnitt + schneckenfg. eingerollt) oder gefaltet (einfach zusammengeklappt). Bl. zweizeilig angeordnet.
Nach den Blt.ständen sind zum Zwecke der Bestimmung die Gräser an- geordnet als 1. Ähren- und Scheinähren-, 2. Finger-, 3. Rispen- u. zw. Rispen- ähren- und echte Rispengräser. Blt. meist zwitterig, in ein- oder mehrblütigen Ährchen. Ein Ährchen besteht gewöhnlich aus 2, seltener 3 oder 4 (selten aus 1) Hochbl. (Hüllspelzen), ferner aus einem Deckbl. (Deckspelze), das häufig eine Granne trägt; sodann folgt das ursprünglich dreizählige äußere Perigon,
Fam. 20. Gramineae. 47
Vorbl. genannt (Vorspelze), und das meist auf 1—3 kleine, durchscheinende Schuppen (Lodiculae) reduzierte, öfters auch fehlende, innere Perigon. Stbbl. 3 (selten 1 oder 2), Frkn. meist einfächerig und einsamig, fast stets 2 Gr. tragend (Gynoeceum aber ursprünglich trikarpellar). S.schale nach der Befruchtung mit der Fr.schale verwachsen. Embryo (Keim) außerhalb des Endosperms (Nährgewebes), das bei der Keimung durch eine schildfg. Erweiterung des Kotyledons (seutellum) aufgesogen wird.!)
A.Männliche und weibliche Blt. in verschiedenen Blt.ständen derselben Pfl. Zea 1.
B. Ährchen durchaus oder doch zum Teil mit Zwitterblt.
I. Ährchen ungestielt oder auf sehr kurzen Stielen an einer einzigen, unver- zweigten Blt.standachse sitzend; Blt.stand daher ährig oder von ähren- artigem Habitus (Ahren- oder Scheinährengräser).
a. H.spelzen verkümmert, scheinbar fehlend; nur 1 N.; Ährchen einseits- wendig. Nardus 48. b. H.spelzen deutlich ausgebildet, 2 N. 1. Ährchen einseitswendig, linealisch-pfriemlich, einblütig. Miböra 13. 2. Ährchen zwei- oder allseitswendig. «. Ährchen einzeln auf jedem Absatz der Ährenachse sitzend. a.Ährchen Ablütig, am Grunde von borstenfg. Haaren umgeben. {a Setäria 5. b. Ahrchen 2- bis mehrblütig, ohne Haarkranz. aa. Seitenständige Ährchen der Ährenachse den Rücken zu- kehrend; untere H.spelze fehlend, nur an dem endständigen Ahrchen meist vorhanden. Lölium 49. bb. Ährchen die breite Fläche der Ährenachse zukehrend. 1*. Ährchen ungestielt. (Vgl. jedoch Agropyrum caninum!) ac. H.spelzen eifg. bis lanzettlich oder lineal, 3- bis viel- nervig. 1**, Deckspelze am Grunde stets wulstig verdickt, Vorspelze mit der Fr. verwachsen. Pfl. aus- dauernd. Agropyrum 50. 2**, Deckspelze ohne wulstige Verdickung; Vorspelze nicht mit der Fr. verwachsen ; 1—2jährige Kultur- pflanzen. Tritieum 51. ßß. H.spelze pfriemlich, Anervig. Secäle 52. 2*, Ährchen kurzgestielt. a. Ährchen in kurzen, kopffg. oder eilänglichem Blt.stande Sesleria z. T. 29. (S. disticha.) ßß. Ährchen in längerer Traube. Brachypödium 47. ß. Ährchen zu 2—6 auf jedem Absatz der Ährenachse nebeneinander sitzend, 1(—2)blütig. 1) Zur sicheren Bestimmung sehr vieler Gräser ist eine Zergliederung der Ährchen unter Vergrößerung unerläßlich. Wer kein Präpariermikroskop besitzt, bediene sich hierzu einer auf
drei Füßen stehenden Lupe, um unter dieser mit beiden Händen (spitzem Messer und Pinzette) arbeiten zu können.
48 Fam. 20. Gramineae.
a.Gipfelährchen fehlend (verkümmert); Ährchen ungestielt oder nur die seitlichen gestielt; Pfl. meist © oder ©. Hördeum 53.
b. Gipfelährchen vorhanden; Ährchen innerhalb der H.spelzen deutlich kurzgestielt; Pil. 2. Elymus 54.
U. Ährchen ungestielt oder ganz kurzgestielt, an der Spitze des St. fingerfg. zusammengestellt (Fingergräser).
a.Ährchen mit einer geknieten Granne; Ährenspindel (fast zylindrisch,
von langen Haaren zottig. Andropögon 2.
b.Ährchen ohne Granne; Ährenspindel flach zusammengedrückt, kahl oder rauh.
1. Spelzen ungekielt; Ährchen zu 2 nebeneinander, das eine gestielt, das
andere ungestielt. Digitäria 3.
2. Spelzen sämtlich scharf gekielt; Ährchen einzeln. Cynodon 28,
II. Ährchen in Rispen auf längeren oder kürzeren, + verzweigten Stielen oder seltener auf unverzweigten Stielen, dann aber mindestens die unteren Ährchen langgestielt (Rispengräser).
a. Rispenäste meist dicht aneinander gedrängt, kurz; Rispe erst beim Um- biegen oder Zergliedern als solche zu erkennen (Rispenährengräser). 1.Ährchen 1blütig, 2geschlechtig.
&. Die beiden H.spelzen mindestens am Grunde deutlich miteinander verwachsen. Alopeeürus 15. 8. H.spelzen nicht miteinander verwachsen. a. H.spelzen 4, gekielt. aa. Beide unteren H.spelzen gleichlang, obere klein, unbegrannt wie die Deckspelze; Rispenähre eifg. oder kugelig-eifg., weißlich, grünlich gestreift. Phaläris z.T. 7. (Ph. canariensis.) bb. Untere H.spelzen ungleich, dünnhäutig, die beiden inneren kurz, derber, behaart, am Rücken begrannt. Anthoxänthum 8. b. H.spelzen 2. Phleum 14, 2.Ährchen mit 2 oder mehreren Blt. (seltener mit einer Zwitter- und einer verkümmerten zweiten Bit).
a.Ährchen nur teilweise fruchtbar, diese von kammig. gestellten, unfruchtbaren Ährchen umhüillt. Cynosürus 38,
8. Alle Ährchen fruchtbar. a.Rispe ei- oder kopffg. aa. Die unteren, meist sehr verkürzten Rispenäste mit häutigen Tragbl., N. EAISTERE an der Spitze des Ährchens hervortretend. Sesleria z. T. 29. (S. opvata, S. caerulea.) bb. Rispenäste ohne Tragbl.; N. federig, seitlich aus den Ährchen hervortretend. Seleröchloa 39. b. Blt.stand verlängert; Rispenäste ohne Tragbl.
aa. Deckspelze auf dem Rücken lang abstehend begrannt,
Fam. 20. Gramineae. 49
1*. Deckspelze gekielt, Granne in ihrer oberen Hälfte ent-
springend. Trisetum z. T. 23,
(T. spicatum.)
2*, Deckspelze auf dem Rücken gerundet, Granne am Grunde
entspringend. Aera z.T. 20,
(Aera praecor.)
bb. Deckspelze unbegrannt oder an ihrer Spitze kurz begrannt. 1*. H.spelzen gewölbt, nicht gekielt.
ax. Deckspelze stumpf, lang seidig behaart; Ährchen mit einer Zwitter- und einer oberen zweiten verkümmerten
Blt.; Scheiden geschlossen. Melica z. T. 35. (M. ciliata.)
68. Deckspelze 3zähnig; Ährchen 3-5blütig; Scheiden offen, gewimpert. Sieglingia 27,
(Vgl. auch unten!) 2*. H.spelzen gekielt; Deckspelze stachelspitzig oder abge- gerundet mit oder ohne Stachelspitze; Scheiden offen. Koeleria 33. b. Rispenäste länger bis sehr lang, Ährchen locker stehend oder im oberen Teile der Verzweigung gebüschelt (Echte Rispengräser). 1. Ährchen 1blütig.
«. H.spelzen zu winzigen Schüppchen verkümmert, scheinbar fehlend; Ahrchen von der Seite zusammengedrückt. Oryza 6.
&. H.spelzen deutlich ausgebildet.
a. H.spelzen 4, die beiden oberen viel kleiner als die unteren, grannen- los; N. fadenfg., an der Spitze der Blt. hervortretend; Rispe + gelappt. Phaläris z.T. 7.
(Ph. arundinacea.)
b. H.spelzen 3; Narben sprengwedelig., gefärbt; Blt.stand in rispig gestellten Scheinähren oder in zusammengesetzter Rispe. Pänieum 4. e. H.spelzen 2.
aa. Ährchenachse am Grunde der Deckspelze mit Haaren besetzt, die viel länger sind als die Breite der Deckspelze; Rispe reich verzweigt; N. ungefärbt. Calamagröstis 18.
bb. Ährchenachse kahl oder mit ganz kurzen Haaren besetzt. 1*. Deckspelze grannenlos. ax. Rispe groß, ausgebreitet; Ährchen grün; Bl.scheiden
offen. Milium 12. 682. Rispe armblütig, einseitig; Ährchen rotbunt; Bl.- scheiden geschlossen. Melica z.T. 35.
(M. uniflora.) (Über Poa nemoralis, die bisweilen 1blütige Ährchen hat, s. bei Poa; auch Agrostis-Formen bisweilen grannenlos. S. i. flgd.) 2*. Deckspelze begrannt. Vollmann, Flora. B
Fam. 20. Gramineae.
ax. Granne sehr lang. Stipa 10. ßß. Granne höchstens dreimal so lang wie die Deckspelze. aa. Deckspelze auf dem Rücken mit verlängerten Haaren besetzt, unter der Spitze mit dünner Granne. Lasiagröstis 11.
bb. Deckspelze kahl. $. Granne höchstens doppelt so lang wie die Deck- spelze; untere H.spelze etwas länger als die obere. Agröstis 17. $$. Granne der Deckspelze dreimal so lang wie das Ährchen; untere H.spelze kürzer als die obere. Aptra 16. 2.Ährchen mit 1 Zwitter- und außerdem mit 1—2 männlichen Blt.
«&. Ährchen mit 4 H.spelzen, oben mit 1 Zwitterblt. mit 2 Stbbl., unten mit 2 männlichen Blt. mit je 3 Stbbl., die in den Achseln der beiden oberen H.spelzen stehen; Rispe locker; N. fast federfg. an der Spitze der Blt. hervortretend. Hieröchloa 9.
ß. Ährchen mit 2 H.spelzen; außer der Zwitterblt. nur 1 männliche Blt. a.Obere Blt. des Ährchens männlich, ihre Deckspelze stumpf.
Holeus 19, b. Untere Blt. des Ährchens männlich, ihre Deckspelze an der Spitze zweispaltig. Arrhenätherum 26.
3. Ährchen mit 2— mehr Zwitterblt.; eingeschlechtige Blt. fehlen.
&. St. nur am Grunde mit mehreren Knoten und beblättert, der übrige Teil knotenlos; Ährchenachse kurz behaart; Narben purpurrot, federig. Molinia 31.
ß. St. meist bis zur Mitte und darüber hinaus mit. Knoten versehen. a. Ährchenachse unter den Deckspelzen mit langen, seidigen Haaren
besetzt; Deckspelzen kahl, in eine grannenartige Spitze aus- gezogen. Phragmites 30. b. Ährchenachse kahl oder nur kurzhaarig; N. ungefärbt. aa. Deckspelzen (wenigstens die oberen) im Rücken begrannt. 1*. Granne an der Spitze keulig verdickt; Ährchen zweiblütig; Deckspelze an der Spitze ganzrandig. Corynephorus 21. 2°, Granne an der Spitze nicht verdickt, aber gekniet, unter- wärts gedreht.
oa. Ährchen groß, über 1 cm lang; Frkn. behaart (Granne nur bei einigen Kulturformen gerade oder ganz fehlend). ö Avcna 26.
ßß. Ahrchen mittelgroß, unter 1 cm lang; Frkn. kahl.
aa. Untere Blt. mit begrannter Deckspelze; Ährchen
elliptisch-lanzettlich. Trisettum z. T. 23. bb. Untere Blt. mit unbegrannter Deckspelze; Ährchen schmal länglich. Ventenäta 24.
yy- Ährchen klein, stets nur zweiblütig. aa. Einjährige oder überwinternde zarte Pfl.; Deck-
Fam. 20. Gramineae. 51
und Vorspelzen derb lederig, viel kürzer als die
H.spelzen. Aera z.T. 20.
(de. caryophyllacea.)
bb. Ausdauernde, höhere, kräftige Pfl.; alle Spelzen
+ häutig; H.spelzen so lang oder etwas kürzer als
die Bit. Deschämpsia 22,
bb. Deckspelzen aus der verschmälerten oder ausgerandeten Spitze oder nahe dieser begrannt, seltener nur stachelspitzig.
1*. Blt.achse wenigstens oberwärts deutlich dreiseitig; Rispen- äste auf 2 Seiten derselben eingefügt, daher einseitswendig. «x. Ährchen am Ende der steifen, dicken Rispenäste
geknäuelt; Deckspelzen scharf gekielt; Scheiden ge- schlossen. Däctylis 37, ßß. Ährchen nicht geknäuelt; Deckspelzen am Rücken abgerundet; Scheiden meist offen. aa. Deckspelzen in eine doppelt so lange oder längere Granne verschmälert; Blt. nur mit 1 Stbbl. Vülpia 45. bb. Deckspelzen kürzer begrannt, zum kleineren Teil nur stachelspitzig; Blt. mit 3 Stbbl. Festüca z.T. 44.
2*. Blt.achse vierseitig oder rundlich; Rispenäste zweiseits- wendig, bisweilen zuletzt einseitswendig überhängend; Scheiden geschlossen. Bromus 46.
ce. Ährchen unbegrannt.
1*. Ährchen herzeifg. oder rundlich; Rispenäste einseitig (zwei- zeilig). aa. Ährchen zweiblütig; Scheiden geschlossen.
Melica z. T. 35.
(M. nutans u. picta.)
BB. Ährchen 5- bis mehrblütig, an den leicht beweglichen, dünnen Stielen überhängend; Deckspelzen fast wag- recht abstehend; Scheiden offen. Briza 36,
2*, Ährchen länglich oder lanzettlich.
ax. Blt.stand fast einfach traubig, mit 1—2 Ährchen tragenden, aufrecht anliegenden Ästen; Ährchen mittel- groß; Bl.scheiden gewimpert; Deckspelzen 3zähnig. Sieglingia 27. PB. Blt.stand deutlich rispig; Rispenäste einseitig (zwei- zeilig).
aan. Deckspelzen am Rücken gekielt; Ährchen 2—sblütig; Spelzen am Grunde mit Wollhaaren besetzt. Poa 40.
bb. Deckspelzen am Rücken nicht gekielt. $. Ährchen meist 2blütig; Deckspelzen 3nervig, kurz 3spitzig. Catabrösa 34.
$$. Ährchen 3- bis mehrblütig.
52 Fam. 20. Gramineae.
©, Ährchenachse unter der Deckspelze oder ganz und gar rauhhaarig. Hohes, hellgraues
Wassergras mit langer, aufrechter Rispe. Graphephorum 41. 00, Ährchenachse kahl. Festüca z. kl. T. 44. (F. pulchella, silvatica.)
3*. Ährchen lineal oder lineallänglich, 4- bis vielblütig. xx. Bl.häutchen in eine Haarreihe aufgelöst; Rispenäste sp ralig. Eragröstis 32, 88. Bl.häutchen ganzrandig oder oben zerschlitzt, nicht in eine Haarreihe aufgelöst.
aa. Rispenäste einseitswendig (2zeilig).
8. Ährchen sehr zart, dünn; Deckspelzen mit undeutlichen Nerven. Ätropis 43
$$. Ährchen kräftiger und größer; Deckspelzen mit 7 pe
getrennt verlaufenden, deutlich hervortretenden
Nerven. Glyeeria 42,
bb. Rispenäste zweiseitswendig. Bromus z. kl. T. 46, (B. inermis.)
1. Zea L. Maas.
114. Z.MaysL. GemeinerM. St. 120—250 cm, dick, markig; $ Ährchen in gipfelständiger Rispe, 9 Blt.stände kolbenfg., bl.winkelständig am mittleren und unteren Teil des St.; Bl. breit, flach; Bl.häutchen gewimpert. ©. 7,8.
Heimat: Wahrscheinlich Mexiko od. Guatemala. In mehreren Spielarten gebaut, zuweilen verw. auf Schutt, z. B. Hu München (1896, 1911); Nk Nürnberg.
2. Andropögon L. Bartgras.
. 115. A. Ischa&mon L. Gemeines B. St. 20—50 cm; Bl. graugrün, schmal; Ährchenstiele wie die Scheinährenspindel langzottig; H.spelzen hellviolett. 2. 8, 9. — Wärmere Himmelsstriche beider Hemisphären.
Raine, Heiden, dürre Abhänge. Hu Eschling u. Kunding b. Rain, Augsburg, Isareck b. vo mannsdorfi, Landshut, Vilstal, Straubing, Deggendorf, Simbach (früher [1895) München); Wb Walhallaberg, Passau; Nj-Neuburg bis Regensburg: verbr., Ehrenbürg, Pottenstein; Nk Nürnberg bis Bamberg, Eltmann; Nm Volkach, Karlstadt; Nb Aschaffenburg, zw. Nilkheim u. Niedernberg, zw. Dettingen u. Großwelzheim, zw. der Fischerhöhle u. dem Bischberg, Gailbach, Steinbachtal, Kahl bis Langenprozelten, Schönbusch zw. Stockstadt u. Obernburg, Großostheim, Niederberg; R Eitenfeld u. Erlenbach, Frammersbach; Pv Kleinniedesheim, Grünstadt, Frankenthal, Edenkoben, Bergzabern, Neuhofen, Germersheim bis Rülzheim, Rheingönheim, Großkarlbach; Pm Zweibrücken; Pn Nahetal.
Sorghum (L.) Pers. (= Andropogon halepensis Brotero). Wilde Mohrenhirse. St. 60—100 cm; Rispe stark verzweigt; Äste meist aufwärts gerichtet: H.spelzen dunkelviolett; Deckspelzen fast alle unbegrannt.
Mittelmeergebiet, Orient, Amerika. Adv. Hu München (1895); Nk um Fürth (1886) u. Nürn- berg; Pv Ludwigshafen.
S. vulgäre Pers. (= Andropogon Sorghum Brotero var. eusorghum Asch. u. Gr.). Ge- meine Mohrenhirse, Durra. Rispe aufrecht, dicht zusammengezogen: Deckspelzen begrannt.
Heimat: Afrika. Pv bei Schifferstadt angebaut.
Tragus racemösus (L.) Desf. Traubenblütiges Klettengras. Rispe ährenförmig zusammen- gezogen: untere H.spelze mit hakigen Stacheln besetzt; St. niedergestreckt, an den Knoten wurzelnd; Bil.scheiden bauchig aufgeblasen.
Heimat: Drogen 5. BOSSE En Sons: auch in gemäßigtem Klima. Adv. Nk Nürnberg (ca. 1870), Bamberg; Nm Würzburg (1888).
AR
Fam. 20. Gramineae. 53
3. Digitäria Scop. Fingergras. A. Untere Bl. nebst den Bl.scheiden meist behaart ; Scheinährchen 3—8, meist 5; Ährchen länglich-lanzettlich, spitz.
116. D. sanguinälis (L.) Seop. (= Panicum sanguinale L.). Gemeines F. St. 1040 cm, aufsteigend; dritte (oberste) H.spelze am Rande flaumig, selten ganz kahl, doppelt so lang wie die zweite. ©. 7—10. — Wärmere, gemäßigte Zonen beider Hemisphären.
Äcker, Gartenland, Wegränder. Hbu, Hu, Pv verbr.; Hbo Oberreitnau; Ho Weilheim, Laufen; Wb Donaustauf, Mitteriels, Falkenfels, Metten, Egg, Fürstenstein; Nj Eichstätt, Weismain, Strößendorf an der Deininser u. Schwarzen Laber, Biberbach, Pegnitz, mehrfach im nördl. Jura; Nk, Nm, Nb, Pm zerstr.
Ändert ab: j.repvens Asch.u. Gr. Haupist. erfsee gg Auf fettem Boden. Nm, Wb. — f. ätiriekha Asch. w Gr. Untere Blattischeiden od. fast kahl. Hu. — sar. eiliäris (Reiz) Nym. Oft niedriser; oberste ee an den äußern Seitennerven borstig gewimpert u. durch Papillen rauh; Blrand mit weißlichem Nerv. Hb Lindenbere b. Lindau; Hu Ingolstadt, München, Schleißheim, Landshut, Deggendorf; Wb Passau; Nk Nürnberg, Fürth; Nb Aschaffenburg, zw. Alzenau u. Kahl, Nilkbeim; Pv, Pm verbr.
B.Bl. und Blscheiden kahl; Scheinähren 2-6, meist 3; Ährchen elliptisch, stumpf.
117. D. Iseha&mon (Sehreb.) Vollm. (= D. humifusa Rich. = Panıcum lineare Krock.). Kahles F. St. zahlreich, 5—30 cm, niederliegend oder auf- strebend; Ährchen beiderseits flaumig; unterste H.spelze meist verkümmert, zweite so lang wie die Deckspelze. ©. 7—10. — Wärmere, gemäßigte Himmels- striche beider Hemisphären.
Sandige Äcker, Wege, Bahnhöfe, Waldblößen. Am Schöfiau bei Kiefersfelden; Hbu früher Lindau; Hbo Weiler, Lindenberg; Ho Memminsen, Harthausen b. Aiblinz, Wageinz; Hu zerstr.; Wb Cham, Donaustauf, Lichtenwald, Meiten, u Fiintshach, Passau; Wo Waldmünchen; Nj? Neuburg a. D., Zant b. Eschenfelden; N Buchberz, Neumarkt, Heideck, Limmersdorf Hock- stadt, Lichtenfels: Dil im Ries; NK, Nb, Pr verbr.; Nm zerstr; Pm um Zweibrücken, Waldmohr.
4. Pänıcum L. Hirse.
A. Ährchen in traubig angeordneten, einseitswendigen Scheinähren; Bl. und St. glatt, kahl.
118. P.Crus galliL. Hahnenfuß-H. St. geknickt aufsteigend, 25>—100 cm; unterste H.spelze spitz, viel kürzer als die gleichlangen beiden oberen, alle auf den Nerven kurz steifhaarig; meist nur einzelne Ährchen lang begrannt ; Bl.häut- chen fehlend. ©. 7—10. — Zirkumpolar, in gemäßigten Himmelsstrichen.
Äcker, Gartenland, Wegränder, bes. auf Sandboden. Hbu, im unteren Teile von Hbo,
Ändert ab: f. Iongisätuwm Döll. Alle Ährchen mit langen Grannen. — f. breei- seium Döll. Dritte Hspelze stachelspitzie od. kurz begrannt. Beide Formen seltener.
B. Ährchen langgestielt, in reichblütiger Rispe; Bl. nebst Scheiden rauhhaarig. L Rispe überhängend.
119. P. miliäceum L. Echte H., Rispen-H. St. aufrecht, 50—100 em; unterste H.spelze ?/, so lang wie die zweite; Ährchen grün, bisweilen violett über- laufen; Blhäutchen haarfg. zerschlitzt.e. ©. 6—8. — Uralte Kulturpfl. (jüngere Stein- und Bronzezeit) aus Mittelasien.
ug z. B. Wb (Hirsebrei) u. Dil im Ries od. adv.; Hbu Lindau; Hbo Lindenberg u.
Batzenberg; Hu Neuburg a. D. (hier auch Nj), Augsburg, Mering, München (1879 u. später), Lands- hut; Nk Nürnberg, Erlangen; Pv Ludwigshafen.
54 Fam. 20. Gramineae.
II. Rispenäste aufrecht oder weitabstehend.
120. P. capilläre L. Haarfeine H. Niedriger als vorige; Bl.scheiden viel dichter und silberig behaart; Ährchen kleiner; Rispenäste sehr zart, zahlreich; unterste H.spelze kaum halb so lang wie die zweite. ©. 7. — Nordamerika.
Adv. Schuttplätze, Äcker u. hier stellenweise eingebürgert; Ho Laufen (1906); Hu München- Untersendling (1901), Landshut; Nk Nürnberg (1894), Bamberg; Pv Ludwigshafen.
P. dichötomum L. Heimat: Gemäßigtes Nordamerika. Adv. Nk Nürnberg (1839).
5. Setärla P. B. Borstenhürse.
A.Deckspelze querrunzelig; die zweite H.spelze überragend; H.borsten zuletzt fuchsrot.
121. S. glauea (L.) P.B. (= Panicum glaucum L.). Graugrüne B. St. 10 bis 40 cm; Bl.scheiden und Spreiten blaugrün; Ährenrispe elliptisch bis schmal- zylindrisch, dicht. ©. 7—10. — Wärmere, gemäßigte Himmelsstriche beider Halbkugeln.
Sandig-lehmige Äcker, Raine. A nur Berchtesgaden u. Reichenhall; Ho Memmingen, Tölz, München, Bernau a. Ch.; Nj!.Kirchbuch b. Beilngries; Wf fehlend; sonst + verbr.
B. Deckspelze ziemlich glatt, von der zweiten H.spelze verdeckt; H.borsten grün oder violett überlaufen.
I. Borsten von rückwärts gerichteten Zähnen rauh.
122. 8. vertieilläta (L.) P.B. (= Panicum vertieillatum L.). Quirlige B. St. bis 50 cm, grün wie die Bl; Ährenrispe schmalzylindrisch, untere Rispenäste in — entfernten Scheinquirlen angeordnet. ©. 7—9. — Eurasiatisch; auch Nord- afrika, Kapland.
Auf Kulturboden u. Schutt. Hu verbr.; Wb Passau; Nj! Ried b. Neuburg a. D. (1901), Fürn- rieth b. Sulzbach; Nk Nürnberg, Erlangen, Bamberg; R Hammelburg; Pv Frankenthal, Dürkheim, Speyer, Edenkoben; Pm Annweiler.
Ändert ab: var. robüsta A. Br. Inallen Teilen größer; Rispe bis zur Spitze lappig So seltener mit dem Typus.
II. Borsten von vorwärts gerichteten Zähnen rauh. a. H.borsten wenige (1—3); Ährenrispe am Grunde unterbrochen.
123. S. ambigua Guss. (= Panicum ambiguum Haußkn.). Täuschende B. St. bis 60 cm; Borstenzähne bisweilen zum Teil rückwärts gerichtet (daher auch als Unterart der vorigen angesehen); H.borsten höchstens doppelt so lang wie das Ährchen. ©. 6—9. — Verbreitung wie b. voriger.
Gartenland, Schutt, unbebaute Plätze. Hu Regensburg; Nk Nürnberg, Fürth; P zerstr.
b. H.borsten zahlreich; Ährensispe nicht unterbrochen.
124. 8. viridis (L.) P.B. (= Panicum viride L.). Grüne B. St. 4—40 cm, aufsteigend; Ährenrispe grün, seltener violett überlaufen, 7—10 mm dick; Borsten meist viel länger als das Ährchen; obere H.spelzen gleichlang; Ährchen reif abfallend. ©. 7—10. — Eurasiatisch; auch Nordafrika.
Äcker, Gartenland, Schuttstellen. Aa fehlend; Am Partenkirchen (800 m); As Berchtesgaden, Reichenhall; Hbo im unteren Teile verbr.; Ho Memmingen, Weilheim, Königsdorf, Harthausen b.
Aibling, Laufen; W£ fehlend; We£r Wildenstein b. Stadtsteinach, Wartenfels, Grafengehaig, Wurbach, Schnappenhammer; sonst verbr.
Ändert ab: var. brevisöta Döll. Borsten kaum länger als die Ährchen. Pv auf Sandfeldern.
Fam. 20. Gramineae. 55
S. itälica (L.) P.B. (= Panicum italicum L.) Kolben-H. St. steif aufrecht, 50 bis 100 cm; H.borsten in der Reife gelb; Ährenrispe 1,5—2,5 cm dick, meist gelappt, oberwärts über- hängend; die zweite H.spelze etwas kürzer als die dritte; Ährchen reif gelb, rot oder braun, stehenbleibend. ©) 7, 8.
Heimat: Ost- od. Südasien. Kult. u. adv. Hu Neuburg a. D., Wertingen, Mering, Augsburg. München (1907); Nk Nürnberg (1899).
f.,mäzima Alef. Rispenähre lang, lappig, überhängend; Borsten mehrmals länger als die Ba. —f/. mohäria Ale/. Rispenähre kurz, dicht, aufrecht; H.borsten lang od. kurz. x
Pennisetum villösum R. Br. Mit sehr dichten, das Ährchen 2—3mal überragenden H.borsten. Ziergras aus Abessinien. Verw. Pv Speyer.
6. Oryza L. Reıs.
125. O. oryzoides (L.) D.T. u. Sarnth. (= O. clandestina A. Br. = Leersia oryzoides Sw.). Wilder R. Mit langen Ausläufern; St. 50—100 cm; Bl. hell- grün, ziemlich breit, überhängend, am Rand sehr rauh; Rispenäste schlängelig, meist in der etwas aufgeblasenen oberen Bl.scheide verborgen; Ährchen traubig an den Ästen; H.spelzen fehlend; Deckspelze unbegrannt und wie die Vorspelze am Kiele steif gewimpert. 2l. 8—9. — Zirkumpolar, in gemäßigtem Klima.
Ufer, Gräben, nasse Uferwiesen. Aa Schlechten u. Rohrmoos b. Oberstdorf (1070 m); Hbu Lindau; Hbo ziemlich verbr.; Ho Buxach b. Memmingen, Maisinger See u. Pöcking b. Starnberg, Königsdorf; Hu zieml. verbr.; Wb am Regen zieml. verbr., Furth, Bernried, Grafenau, zw. Lindau u. Passau; Wo Waldmünchen, Stamsried, Neukirchen-Balbini, Schönthal b. Rötz, Grafenreuth, Neustadt a. W.-N.; Nj! Bergen, Wolpertshofen, Buchdorf, Oberailsfeld; Nj* Thurnau, Mengers- dorf; Dil Dürrenzimmern im Ries; Nk verbr.; Nm Würzburg; Nb Aschaffenburg, Nilkheim, Det-
tingen, Mitwitz; Pv zerstr. z. B. Landau, Neupfotz, Ottersheim; Pm Kaiserslautern, Zweibrücken; Pn Wattenheim.
7. Phaläris!) L. Glanzgras.
A. Ährchen in echter, etwas lappiger Rispe an den Enden der Rispenäste gehäuft; äußere H.spelzen ungeflügelt.
126. Ph. arundinäcea L. (= Digraphis arundinacea Trin.). Schiltartiges @. Mit Ausläufern;; St. 50—200 cm; Bl. graugrün, 8—15 mm breit; Bl.häutchen lang, abgestutzt oder etwas zugespitzt; Ährchen meist bleichgrün bis rötlich; die beiden oberen, sehr kurzen H.spelzen mit weißen Haaren besetzt. 2]. 6—7. — Kosmopolit.
Ufer, Gräben. Verbr.; selten A: Aa Freibergsee 930 m; Am Mittenwald; As Sachrang, Löden- see bei Ruhpolding, Reichenhall, Berchtesgaden.
Ändert ab: f. pdllida A. Schwarz. Ährchen elfenbeinfarben mit grünem Kiel. Nk nicht selten. — f. picta (L). Bandgras. Bl. weiß gestreift. Häufig in Gärten angepflanzt, bisweilen verw., so Hu, Nj, Nk.
B. Rispe ährenartig, kurzköpfig; äußere H.spelze deutlich geflügelt.
127. Ph. canariensis L. Kanariengras. St. 20—50 cm; oberste Bl.scheide aufgeblasen, kahl, Ährenrispe dicht, eifg., selten zylindrisch; äußere H.spelzen weiß, mit grünem Randstreifen und ganzrandigem Flügel. ©. 7—10. — Westl. Mittelmeergebiet.
Früher bisweilen im Großen angebaut, z. B. Bamberg, Frauenaurach; jetzt häufig, bes. bei größeren Städten verw. u. öfters sich erhaltend. (Samen dient als Futter der Stubenvögel.)
Ph. caerul&scens Desf. Heimat: Mittelmeergeb. Adv. Nk Schweinau b. Nürnberg (1904). Ph. paradöxa L. Heimat: Mittelmeergeb. Adv. Hu früher Dillingen, München (1899).
1) Att. paAmois, dor. paAaoig; lat. phaleris.
56 Fam. 20. Gramineae.
8. Anthoxänthum L. Ruchgras.
128. A. odorätum L. Gemeines R. Dichtrasig; St. 20—50 cm, aufrecht oder gekniet aufsteigend, einfach; Bl. flach, am Grunde gewimpert; Bl.scheiden meist kahl; Ährenrispe bräunlich, meist schmal und zylindrisch, ährenähnlich; die beiden unteren H.spelzen zugespitzt, ohne Stachelspitze, meist ohne längere Haare, die beiden oberen wenig länger als die Deckspelze, begrannt; Granne in der Regel die 2. H.spelze nicht oder wenig überragend; Deckspelze meist un- begrannt. Riecht getrocknet nach Cumarin. ?2|. 4—6. — Zirkumpolar.
Wiesen; überall verbr. (A — 2300 m).
Ändert vielfach ab. Bemerkenswert: var. longiaristätum (el. Granne der 3. H.spelze die 2. H.spelze bedeutend überragend. Nicht selten. var. umbrösum Bolle. Rispe eifg. od. länglich, oft am Grunde unterbrochen. Wälder, Moore. Nicht selten. — var. turiösum Erdn. Deckspelze unterhalb der Mitte lang begrannt. Hu Karlshuld. — var. villösum Lois. Äußere H.spelzen, Bl.scheiden u. wenigstens die Oberseite der Bl. lang behaart. Nj, Nk, Nb, Pv verbr.
A. aristätum Boiss. St. 4—40 cm, oft auch oberwärts stark verzweigt; Rispe locker,bis fast 2 cm breit, die beiden unteren H.spelzen scharf zugespitzt, mit deutlicher Stachelspitze; obere H.- spelzen bauchig, hellbraun, mit langen Grannen. (©) 4,5.
Heimat: Mittelmeergeb. Adv. Nk Nürnberg, Pyrbaum; Pv Ludwigshafen.
9. Hieröchloa Gmel. Mariengras.
A. Ährchenstiele kahl; Pfl. mit langen Ausläufern.
129. H. odoräta Wahlb. Wohlriechendes M. St. 15—40 cm; Rispe locker; 2 äußere $ Blt. und eine mittlere $ Blt.; Deckspelzen der & Blt. (innere H.spelzen) kaum merklich begrannt, äußere H.spelzen weißhäutig mit gelbbraunem Grunde. Pfl. nach Cumarin duftend. ?2|. 4-5. — Zirkumpolar, in gemäßigtem Klima.
Auen u. Ufer. Ho Tölz bis München; Hu am Lech b. Augsburg, Gersthofen u. Rain, an der Wertach zw. Göggingen u. Pfersee, München bis Freising, Attaching im Erdinger Moor, Moos b. Deggendorf, (früher Bertoldsheim). B. Ährchenstiele unter den Ährchen mit einem Haarbüschel; Ausläufer fehlend
oder sehr kurz.
130. H. austrälis Röm. u. Sch. Südliches M. Lockerrasig; St. 20—50 cm; obere Scheiden ohne Spreite; Deckspelze der zweiten $ Blt. mit längerer, ge- knieter Granne, äußere H.spelzen fast ganz weißhäutig, silberglänzend. 21. 4—5. — Pontisch.
Kalkfelsen, lichte Wälder. Nj! Weltenburg, Kelheim, Regensburg, Mühlbach b. Riedenburg, Velburg, Ammertal b. Amberg, im nördl. Teil verbr.; Nk Schmausenbuck b. Nürnberg.
10. Stipa L. Pfriemengras.
A. Grannen federig.
131. $. pennäta L. Federiges P. Dichtrasig; St. 40—60 cm; Granne der Deckspelze 20—30 cm lang, mit anfangs anliegenden, später federig abstehenden weichen Haaren besetzt, gekniet und gedreht; Grundbl. borstig eingerollt. 2l. 6. — Mediterran.
Im Geb. anscheinend fast nur in der Unterart $. mediterränea (Trin. u. Ruprecht) Asch. u. Gr. Abgestorbene Scheiden am St.grunde hellgelb, glänzend; Stengelbl. etwa 2,5 mm breit, mit meist 9, etwas voneinander entfernten Haupt- nerven und dazwischenliegenden schwachen Nebennerven.
Fam. 20. Gramineae. 57
Kalkfelsen, Heidewiesen. Aa Höfats; Hu Mamminger Schwaige westl. vom Eigner; Nj* Finkenstein b. Neuburg, Randeck i. Altmühltal, Weltenburg, Kelheim, Mading, Regensburg; Nkg Windsheim, Grettstadt b. Schweinfurt; Nm Würzburg, Triefenstein, Karlstadt, Thüngersheim, Retzbach; Pv Leistadt, Kallstadt, Herxheim b. Dürkheim.
ssp. 8. eu-pennäta Asch. u. Gr. var. Johännis Cel. Abgestorbene Scheiden braungrau, matt; Stengelbl. nur 1,5 mm breit, mit (meist 7) dichtstehenden Hauptnerven, glatt; Bl.häutchen verlängert; Deckspelze 1,5—1,8 cm lang; Granne am Grunde haarlos.
Nm Ravensburg b. Veitshöchheim.
B. Granne haarfg., nicht federig.
132. S. capilläta L. Haarförmiges P. St. meist derber; Grannen kürzer (10—15 cm), zusammengedreht verschlungen; sonst wie vorige. 2l. 6. — Medi-
terran.
Sonnige Wiesen, Abhänge. Nkg Windsheim, Grettstadt u. Sulzheim b. Schweinfurt; Nm Thüngersheim, Retzbach, Gambach, Karlstadt, am Ravensberg, Ilb, Stein b. Würzburg; Pv im nördl. Teile häufig; Pn Nahetal.
S. törtilis Desf., Heimat: Mittelmeergeb. Adv. Pv Kleeaker bei Mutterstadt (1901).
S. aristella L. Heimat: Südeuropa, Vorderasien. Adv. Pv Ludwigshafen (1901).
11. Lasiagröstis L. Rauhgras.
133. L. Calamagröstis (Wahlb.) Lk. (Stipa Calamagrostis Wahlb.). Reitgras- ähnliches R. Große, lockere Rasen bildend; St. bis 1 m hoch; Bl. flach, all- mählich in eine lange, pfriemliche Granne auslaufend; Bl.häutchen sehr kurz; Spelzen gelblichweiß; Deckspelze mit kurzer Granne. ?2l. 8. — Europäisches Mediterrangebiet. »
Felsige Abhänge, Gerölle. (A — 1230 m.) Aa Oberstdorf, Oytal, Füssen; Am Griesen oberh. Garmisch, Kuhflucht b. Partenkirchen; As St. Bartholomä, Burgstallwand; Hbo Röthenbach.
12. Milium L. Flattergras.
134. M. effüsum L. Gemeines F. Unterirdisch kriechend; St. 70—100 cm; Bl. ziemlich breit, Bl.häutchen lang, an der Spitze zerschlitzt; Rispenäste glatt, fadenfg. dünn, schlängelig. 2|. 5—6. — Zirkumpolar.
Wälder, bes. Laubwälder. Verbr. (A — 1880 m); Wf, Wfr. zerstr.
Ändert ab: var. violäceum Holler.' Rispenäste meist kürzer, dichter verzweigt; H.spelzen purpurviolett überlaufen. Sonnige Felsen; Ho zw. Kronburg u. Wagsberg b. Memmingen.
M. vernäle M. B. Bl. schmäler; Rispe zusammengezogen, mit oberwärts rauher Achse; H.spelzen rauh punktiert; Rispenäste kürzer, meist anliegend rauh; Bl.häutchen lang, meist
ungeteilt. Heimat: Mittelmeerländer bis Persien. Adv. Nk Nürnberg (1882); Pv Frankenthal (1897).
13. Miböra Adans. Zwerggras.
135. M. minima (L.) Desv. (= Chamagrostis minima Borkh.). Niedriges Z. Kleinrasig; St. 3—9 cm, aufrecht; Bl. schmal, flach; H.spelzen purpurviolett überlaufen, selten grün (f. virescens Döll.). ©, ©. 3—5. — Atlantisch-mediterran.
Sandige Felder, Mauern. (Nk früher verw. bot. Garten Erlangen; Nm früher Würzburg u. Volkach); Nb Homburg u. Wernfeld b. Gemünden, Stockstadt u. Dettingen bis z. Spessart, Maintal v. Aschaffenburg bis Stadtprozelten u. Neuhof, Schweinheim, Mainaschaff, Kleinostheim, Kahl, Stockstadt bis Seligenstadt, zw. Nilkheim u. Niedernberg; Pv früher Frankenthal, jetzt noch zw. Lampertheim u. Waldhof.
Heleöchloa explicäta (Lk.) Hack. (= Crypsis alopecuroides Schrad.). Ährenrispe 2—6 cm lang, am Grunde von einem Bl. gestützt; oberste Bl.scheide nicht am Grunde der Ährenrispe ansitzend; H.spelzen kürzer als die Deckspelze; Ährchen nur 2 mm lang. Heimat: Südosteuropa, Mittelmeerländer. Adv. Hu Südbahnhof München (1902), Regensburg (1895).
58 Fam. 20. Gramineae.
14. Phleum L. Lieschgras.
A. Deckspelzen 3nervig, stumpf.
I. Rispenäste großenteils mit der Rispenachse verwachsen, daher Rispe beim Umbiegen nicht gelappt erscheinend; Ährchen ohne Achsenfortsatz (Stiel- chen) über die erste Blt. hinaus.
a. Ährenrispe kahl, lang, schlank.
136. Ph. pratönse L. Wiesen-L. Horstbildend; St. 20—100 cm; Bl.- scheiden walzlich; Rispe zylindrisch; H.spelzen oben quer abgestutzt, am Kiel steifhaarig gewimpert; Granne nur 1/,—®/, so lang wie die H.spelze; bisweilen vivipar. 2. 5—8. — Zirkumpolar; südl. bis Zentralafrika.
Wiesen, Raine, verbr. (A — 1650 m).
Ändert ab: f. pseudonodösum Gugler. St. am Grunde knollig verdickt, sonst wie der Typus. Hu Neuburg a. D.; Nk Rednitz a. d. Rod. — var. nodösum (L.) Schreb. St. am Grunde zweibelig verdickt, meist niedriger u. schlaffer als der Typus, auch die Ährenrispe meist kürzer. Ho, Hu, Nj verbr., Nk u. P zerstr.
b. Ährenrispe wollig, kurz, dick.
137. Ph.alpinumL. Alpen-L. Rhizom kurz kriechend;; St. 20—40 (—60)cm; oberste Bl.scheide bauchig aufgeblasen; Rispe kurz, elliptisch bis eifg., seltener zylindrisch, meist trübviolett überlaufen; H.spelzen mit ebenso langer oder längerer, gewöhnlich seidenhaarig gewimperter Granne; sonst wie vorige Art, zu der sie bisweilen Übergänge zeigt. 2. 7—8. — Zirkumpolare Gebirgspfl.; in der Arktis auch in den Ebenen.
Alpenwiesen. A (1380—2370 m) verbr.; Wb (1300—1400 m) Rachel, Plattenhausen, Lusen, Eisenstein (720 m).
Ändert ab: .commutädtum M.u.K. Grannen der H.spelzen am Rande nur mit rauhen Zähnen. Aa. — f. pall&Escens K. Magnus. Rispe bleich, kurz, gedrungen. As Röth.
II. Rispenäste frei, daher Rispe beim Umbiegen lappig. a. H.spelzen am Kiel rauh, spärlich kurz gewimpert.
1. H.spelzen keilig in den Grund verschmälert, an den Rändern nicht trockenhäutig berandet.
138. Ph. paniculätum Huds. (= Ph. asperum Jacq.). RispigesL. St. 15 bis 40 cm, bis nahe an die dünne, beim Aufwärtsstreichen kratzige Rispenähre beblättert; Bl.häutchen lang, stumpf abgeschnitten; Ährchen klein (2—2,5 mm); H.spelzen breit, dreieckig, nach oben etwas aufgeblasen, mit aufgesetzter, zahn- artiger Grannenspitze.. ©. 5—6. — Mediterran.
Sandige Äcker, sonnige Abhänge. Ho Beningen, zw. Ottobeuern u. Hawangen; Hu Elchingen, früher Südbahnhof München, Vilstal, Flintsbach; Nj Weltenburg, Hersbruck, Eschenfelden, Eschen- bach, Velburg, Hilpoltstein, Lutzmannstein, Gräfenberg, Utzenhofen b. Kastl, Velden; Nk Forst- hof u. Schmausenbuck b. Nürnberg, Amberg; Nm Schweinfurt, Dürrbach u. Rimpar b. Würzburg; Nb Aschaffenburg; Pn Nahe- u. Glantal.
Ändert ab: var. ännuum M.B. H.spelzen auf dem Rücken etwas gewimpert, mit längeren Dornspitzen. Nj bes. um Kastl. 2. H.spelzen beiderseits gleichmäßig verschmälert, trockenhäutig berandet.
139. Ph. phleoides (L.) Simk. (= Ph. Böhmeri Wib.). Glanzgrasartiges L. St. 25—50 cm, oben blattlos; Bl.häutchen kurz, gestutzt; Ährenrispe schlank, beim Aufwärtsstreichen nicht kratzend ; Ährchen mittelgroß (3—3,5 m); H.spelzen schief abgestutzt und rasch in die kurze Granne zugespitzt. Selten vivipar. 2l. 6—7. — Eurasiatisch.
Fam. 20. Gramineae. 59
Trockene Hügel, Heiden, gerne auf Kalk. Hu verbr.; Wb Metten, Deggendorf, Passau; W£f Röhrendorf u. Bischofsgrün; Nj u. Nm verbr.; NK zerstr.; R Westheim, Hammelburg, Elfershausen, Ostheim, Mellrichstadt, Oberstreu, Frickenhausen, Neustadt a. S.; Pv verbr.; Pn Donnersberg, Nahetal.
Ändert ab: var, laxziüseulum Asch. u. Gr. Ährenrispe locker; die untersten Rispenäste meist etwas entfernt. Nj.— var. cilidtum Üel. (= var. blepharodes Asch. u. Gr.). H.spelzen auf dem Kiel etwas gewimpert. Nj verbr.; Nk, Pv. — var. interrüptum Zabel, RREnrlepe größer, 12—15 cm lang, besonders am Grunde gelappt. Pv an trockenen, sandigen Stellen.
b. H.spelzen am Kiel lang steifhaarig gewimpert. 1. Pfl. ausdauernd; Ährenrispe walzlich.
140. Ph. Michelii Al. Michelis L. Pfl. mit kurzen, unterirdischen Aus- läufern und zahlreichen, nicht blühenden Sprossen; St. 30—60(—80) cm; Bl.- häutchen bis 4 mm lang, stumpf, unregelmäßig gezähnelt; H.spelzen allmählich in die kurze Granne zugespitzt. 2L. 7—8. — Mitteleuropäisch-alpin.
Grasige Matten; kalkliebend. A (1400—2270 m) verbr.
2. Pfl. 1jährig; Ährenrispe länglich, kurz, oft an beiden Enden ver- schmälert.
441. Ph. arenäarium L. Sand-L. Pfl. ohne Laubtriebe; St. 3—30 cm; Bl.häutchen bis 3 mm lang, spitzlich; H.spelzen mit sehr kurzer Granne. ©. 6. — Atlantisch.
Sandfeldec. Pv von Speyer abwärts.
B. Deckspelzen öÖnervig, am Ende abgeschnitten.
Ph. subulätum (Savi) Asch. u. Gr. (= Ph. tenue Schrad.). H.spelzen am Rücken halbmondig. gekrümmt, kurzstachelspitzig, fein knötig-rauh. 5
Heimat: Mittelmeergeb. Adv. (früher Hu Südbahnhof München;) Nk Nürnberg (1892).
15. Alopecürus L. Fuchsschwanz.
A. Ährenrispe -+ walzlich; H.spelzen krautig-häutig, am Rücken nicht höckerig. I. St. meist aufrecht; H.spelzen bis zur Mitte verwachsen.
a. H.spelzen kahl, nur